Die Laufräder sind einer der wichtigsten Kontaktpunkte deines Rennrads zum Untergrund und beeinflussen Fahrkomfort und Performance maßgeblich. Viele beginnen beim Upgrade ihres Rennrads mit den Laufrädern.
Dieser Ratgeber erklärt dir die wichtigsten Faktoren, die ein Laufrad ausmachen, und worauf du beim Kauf achten solltest, um ein optimales Performance-Upgrade zu erlangen.
Der Aufbau des Laufrads
Das Rennrad-Laufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die allesamt die Eigenschaften Gewicht, Performance und Haltbarkeit beeinflussen:
- Felge: Die Felge gibt dem Laufrad seine Form und nimmt den Reifen auf. Bei Felgenbremsen stellt sie auch die Bremsfläche bereit. Die Felgenbreite bestimmt die Breite des Reifens und ist ausschlaggebend für den Fahrkomfort.
- Nabe: Die Nabe sitzt in der Mitte und fungiert als Rotationsachse. Am Hinterrad befinden sich Splines zur Befestigung der Schaltkassette.
- Speichen: Die Speichen verbinden Nabe und Felge und sorgen für Stabilität. Anzahl und Material der Speichen beeinflussen Steifigkeit und Aerodynamik.
- Speichennippel: Die Nippel befestigen die Speichen an der Felge und ermöglichen die Justierung der Speichenspannung.
Was gute Laufräder auszeichnet
Ein guter Laufradsatz für das Rennrad sollte zuverlässige Naben haben, ein sicheres Bremsverhalten ermöglichen, genug Steifigkeit für eine effiziente Kraftübertragung aufweisen und natürlich extrem leicht sein.
Da sich all diese Eigenschaften nur selten optimal miteinander vereinbaren lassen bzw. wenn sie es tun, eine ordentliche Stange Geld kosten, sollte man seine Laufräder nach dem beabsichtigten Einsatzzweck auswählen.
Man unterscheidet deswegen drei Klassen von Rennrad-Laufrädern:
- Leichtgewichtige Laufräder: Sie haben flache Felgen und weniger Speichen. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, dass die leichten Felgen im Vergleich zu höheren, aerodynamischeren Modellen mehr Komfort und Nachgiebigkeit bieten.
- Aerodynamische Laufräder: Sie nutzen sehr hohe Felgen (> 40 mm), die in letzter Zeit auch immer breiter werden. Die höhere Geschwindigkeit geht vor allem auf Kosten einer höheren Anfälligkeit bei Seitenwinden, mehr Gewicht und einem etwas behäbigerem Handling.
- Standard-Laufräder: Die Felge aus Aluminium sorgt bei nassem Wetter für bessere Bremsleistung als die Top-Modelle mit Carbon und die höhere Anzahl an Speichen sorgen für Extra-Stabilität. Außerdem sind die Felgen breiter, um größere Reifen aufziehen zu können.
Das Material der Felgen: Carbon oder Aluminium?
Die meisten Rennrad Laufräder für Einsteiger und Fortgeschrittene setzen auf den schwereren Aluminium-Werkstoff, während Profi-Räder aus leichten und extrem steifen Carbonfasern hergestellt werden.
Der größte Vorteil der Alu-Laufräder ist die bessere Bremsleistung, sowohl bei Nässe als auch bei langen Abfahrten, wo die Carbonfelgen eine hohe Hitze entwickeln, welche die Bremskraft vermindert.
Um das beste aus beiden Welten zu erreichen, bieten einige Hersteller Carbon-Laufräder mit Aluminium-Oberflächen an.
Laufräder: Carbon- oder Alufelgen?
Das ist eine Frage des Anspruchs und des Preises. Wer wettkampftaugliches Material sucht und auf gute Aerodynamik aus ist, kommt an Carbon nicht vorbei - ein gutes, leichtes Aero-Profil lässt sich nur aus Carbon formen. Auch beim Gewicht ist Carbon im Vorteil.
Der Unterschied ist aber nur im Vergleich zu preiswerten Alu-Modellen bedeutend - bzw. können hochwertige Alu-Laufräder sogar leichter und preiswerter sein als die günstigsten Carbonmodelle.
Die Preise für ordentliches Material mit Carbonfelgen beginnen bei etwa 1000 Euro pro Satz; die Top-Modelle großer Marken kosten 2000 Euro und mehr.
Alu-Laufräder beginnen bei wenigen Hundert Euro für einfachste Technik, die etwa zwei Kilo pro Satz wiegt. Je teurer desto leichter: Man bekommt Laufrad-Sätze aus Alu um 1500 Gramm für unter 1000 Euro.
Für extreme Anforderungen (schwerer Fahrer, viel Gepäck, steile Berge) sind Alu-Felgen die sicherere Wahl.
Felgenbremse oder Scheibenbremse?
Der Trend zur Scheibenbremse ist anscheinend nicht mehr aufzuhalten.
Der große Vorteil dabei ist, dass Laufräder für Scheibenbremsen keine Auflagefläche für Bremsen oder eine spezifische Breite haben müssen, um in den häufig sehr engen Freiraum von Gabel und Rahmen zu passen. Das Profil kann entsprechend modifiziert werden, um Vorteile bei Aerodynamik und Performance zu erreichen.
Der Nachteil ist auf der anderen Seite, dass die Laufräder die höheren Bremskräfte verdauen müssen und deswegen auf eine höhere Steifigkeit angewiesen sind. Das bedeutet: Mehr Speichen und besondere Naben, beides bringt ein höheres Gewicht mit sich.
Wichtig für Rennräder mit Felgenbremsen: Auf Carbon bremst es sich nicht optimal. Je nach Produkt muss man Einschränkungen hinnehmen wie geringe Bremsleistung im Regen, hohen Verschleiß teurer Spezialbeläge oder gar unter Bremshitze kollabierende Felgen - im schlimmsten Fall alle Effekte zusammen. Aus der Erfahrung unserer Tests haben das nur die namhaften Hersteller im Griff.
Abmessungen des Laufrads
Die Breite und Tiefe (bzw. Höhe) der Felge sind ein wichtiger Indikator für das Fahrgefühl mit einem Laufradsatz beim Rennrad.
Der aktuelle Trend zu breiteren Felgen verbessert die Aerodynamik und den Komfort der Bikes. Dies geht einher mit der Entwicklung hin zu größeren Reifen, die weniger Rollwiderstand ermöglichen und bei weniger Reifendruck mehr Komfort bieten sollen.
Felgenbreite
Die Felgenbreite wird entweder an der Innenseite oder der Außenseite gemessen, was ab und an einige verwirrende Angaben zur Folge haben kann.
Als Faustregel lässt sich merken: Wenn dem Maß ein „C“ folgt, ist es immer der Abstand an der Innenseite.
Nach den heutigen Standards sind schmale Felgen alles unter einer Breite von 15mm, während breite Felgen bei einer Breite von 17mm losgehen. Das Gegenstück dazu sind die außen gemessenen Abstände von 19mm (schmal) und 22mm (breit).
Der Abstand an Innenseite und Außenseite steht in hoher Abhängigkeit voneinander, wobei die Außenseite eher die Aerodynamik, die Innenseite eher den Komfort und Rolleffizienz beeinflusst.
Felgen für Rennradlaufräder können zwischen 15 und mehr als 30 Millimeter breit sein.
Die Felgenbreite richtet sich maßgeblich nach der Reifenbreite und damit der Frage: Was will ich fahren?
Klar ist: Je breiter der Reifen, desto breiter sollte auch die passende Felge sein.
Für 25-Millimeter-Rennreifen gelten heute 17 bis 19 Millimeter Felgeninnenbreite als optimal, für 28 Millimeter um die 20.
Felgenhöhe
Die Tiefe der Felge beeinflusst vor allem die Aerodynamik des Laufrads am Rennrad und das Handling des Bikes.
Hier gilt die Regel - je tiefer die Felge, desto besser die Aerodynamik, aber schwieriger das Handling. Vor allem Seitenwinde machen solchen Laufrädern schwer zu schaffen. Außerdem äußert sich das zusätzliche Gewicht in einer niedrigeren Nachgiebigkeit.
Laufräder gehören zu den aerodynamisch wirksamsten Teilen des Rades. Mit hohen, günstig geformten Felgen lässt sich die Geschwindigkeit ohne Mehrleistung um bis zu 1 km/h steigern.
Dabei gilt: Je höher die Felge, desto schneller ist sie.
Der Effekt ist indes gering, bei guter Felgenform beträgt der Unterschied zwischen 30 und 80 Millimetern Höhe nur wenige Watt.
Hohe Felgen haben auch Nachteile: Sie sind nicht nur etwas schwerer, sie wirken auch wie Segel.
Viel Seitenwind erzeugt Kräfte an der Felge, die in die Lenkung greifen. Besonders bei böigem Wind sind hohe Felgen nicht leicht zu steuern.
Als ideal erweist sich die Kombination aus wenig Luftwiderstand mit möglichst geringer Seitenwindempfindlichkeit.
Das leisten um 50 Millimeter hohe Felgen als bewährter Kompromiss; noch höhere Felgen sind nur für Zeitfahren, Triathlon und bei wenig Wind sinnvoll.
Nicht ganz unbedeutender Nebeneffekt: Höhere Laufräder sind tendenziell steifer und langlebiger, weil die Felgen stabiler und die Speichen kürzer ausfallen.
Schwere Fahrer können also höhere Felgen wählen, kleine und leichte sollten zumindest am Vorderrad lieber etwas flachere bevorzugen, weil sie Seitenwind stärker spüren.
Die Speichen
Es gibt drei wichtige Faktoren bei den Speichen, die sich je nach Einsatzzweck und Preisklasse zum Teil deutlich unterscheiden: Anzahl, Form, Material.
Viele Speichen sorgen für eine höhere Robustheit und Zuverlässigkeit, machen das Laufrad aber schwer.
Das Material reicht von Stahl und Alu bis hin zu Carbon und Titan - am verbreiteten sind aber Stahlspeichen.
- Typisch für Rennradlaufräder sind heute 20 bis 24 Stahlspeichen.
- Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit 24-Speichen-Laufrädern gut beraten.
- Bei besonders hohen Ansprüchen, zum Beispiel hohem Systemgewicht, ist der Gang zu einem Laufradbauer sinnvoll: Laufräder mit 32 oder gar 36 Speichen halten auch extremen Belastungen stand, wenn sie gut gemacht sind.
Die Anzahl der Speichen bei Vorder- und Hinterrädern variiert, wobei die Räder im Heck stets mehr Speichen besitzen, da sie eine höhere Belastung aushalten müssen. Ein leichtes Laufrad vorn hat in der Regel zwischen 18 und 24 Speichen, das hintere zwischen 20 und 28.
Bei der Form unterscheidet man in flache und runde, wobei erstere auch häufig als „bladed“, also klingenförmig, bezeichnet werden. Sie sollen durch ihre Form weniger Windwiderstand aufweisen und sind in der Regel leichter, ohne an Steifigkeit einzubüßen. Teurer sind sie allerdings auch.
Eine weitere wichtige Bezeichnung bei den Speichen ist das „Butting“ Kurz gesagt, eine „double butted“ Speiche hat zwei verschiedene Durchmesser, heißt wird in eine Richtung dicker bzw. dünner. Dies hat den Vorteil, dass sie Belastungen länger standhalten können.
Der Freilauf
Der Freilauf am Hinterrad hat beim Rennrad-Laufrad zwei Funktionen - zum einen der Antrieb des Hinterrads und zum anderen die Möglichkeit, im Leerlauf zu fahren.
Hersteller nutzen unterschiedliche Freilauf-Typen bei ihren Laufrädern, also musst du beim Kauf darauf achten, dass diese mit deinem Antrieb kompatibel ist.
Shimano und SRAM-Komponenten sind beispielsweise kompatibel, genauso wie Shimano und Campagnolo, aber eben nicht SRAM und Campagnolo. Auch bei der Anzahl an Ritzeln muss man bzgl. der Kompatibilität aufpassen, da nicht alle Freilauftypen hier abwärts kompatibel sind.
Verbreitet sind Shimano- und SRAM-Freiläufe, die für die meisten Modelle angeboten werden. Laufräder für Campagnolo-Schaltungen gibt’s deutlich weniger.
Shimano nutzt seit Jahrzehnten den gleichen Standard (Ausnahme: die aktuelle Zwölffach-Dura-Ace), der auch für SRAM-Schaltungen bis zu elf Ritzeln passt. Mit den Zwölffach-Gruppen eTap AXS führte SRAM den speziellen XDR-Freilauf ein.
Campagnolo unterscheidet in die Rennradkomponenten (Neun- bis Zwölffach) sowie den N3W-Freilauf speziell für die Gravel-Komponenten der Ekar-Gruppe.
Die Lager
Der Preis bei Rennrad-Laufrädern geht umso höher, je mehr qualitativ hochwertige Komponenten verbaut wurden. Auch bei den Lagern innerhalb des Nabe gibt es hohe Qualitätsunterschiede. Das Material reicht hier von Stahl bis hin zu Keramik, die runder, glatter und fester sind als ihr Metall-Äquivalent. So wird Reibung reduziert und die Performance verbessert. Auf der anderen Seite sind gute Stahl-Lager deutlich langlebiger als günstigere Keramik-Lager.
Neben den Material ist auch die Schmierung der Lager ein wichtiger Faktor für eine bessere Leistung. Zu viel Reibung in den Lagern vermindert die Performance und verlangsamt die Laufräder, weswegen eine konstante Schmierung der Lager nötig ist. Kommt Dreck, Schmutz oder Wasser (z.B. durch Hochdruckreiniger) in die Lager kommt es zu starker Reibung und die Lager müssen eventuell ersetzt werden.
Hochwertige Lager zeichnen sich durch eine bessere Dichtung aus und halten entsprechend länger. Die Viskosität bei der Schmierung ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Eine niedrige Viskosität führt zu weniger Reibung, verschlechtert allerdings die Haltbarkeit.
Lager unterscheidet man in abgedichtete Industrie-Kugellager und Konus-Kugellager. Erstere halten in der Regel länger, haben eine bessere Dichtung und sind präziser in der Herstellung. Das Konus-Kugellager findet man häufig an Shimano-Bikes der Einsteigerklasse. Zwischen Konus und Lagerschale rollen hier die Kugeln auf gefetteten Laufbahnen. Anfälliger für eindringendes Wasser, revanchiert sich die Konus-Kugellagerung mit hoher Lebensdauer, wenn man sie regelmäßig wartet.
Grob unterschieden werden Konuslager und Industrie- bzw. Rillenkugellager. Erstere finden sich heute nur noch an sehr günstigen Modellen; lediglich Shimano hielt bis vor einigen Jahren auch bei hochwertigen Laufrädern noch an diesem Lagertyp fest.
Gedichtete Industrielager sind weniger pflegeintensiv und lassen sich leichter wechseln. High-End-Modelle sind gelegentlich mit Keramiklagern versehen, deren Kugeln und/oder Laufbahnen nicht aus Stahl, sondern einem hochfesten keramischen Werkstoff bestehen.
Sie halten länger und laufen leichter; gemessen am viel höheren Preis sind die Vorteile aber kaum praxisrelevant.
Reifentypen
Eigentlich erst Schritt zwei nach dem Kauf eines Laufrads, ist es wichtig zu wissen, welche Reifen man fahren möchte, da je nach Reifentyp spezielle Felgen benötigt werden. Man unterscheidet in Drahtreifen, Schlauchreifen und die schlauchlosen Tubeless-Reifen.
- Drahtreifen / Faltreifen: Gängige Praxis bei den Reifen für Rennräder sind aktuell die Drahtreifen, die in ihrem Inneren einen Schlauch halten, der mit Luft gefühlt wird. Der Reifen zeichnet sich durch ein mit Stahl, Draht oder Kevlar verstärkte Reifenwulst aus.
- Schlauchreifen: Die Schlauchreifen nutzen wie der Name verspricht auch einen Schlauch. Dieser ist allerdings direkt in den Reifen genäht, welcher wiederum an die Felge geklebt bzw. anderweitig befestigt wird. Profis nutzen fast ausschließlich die Schlauchreifen, da sie Gewicht sparen, weniger Rollwiderstand bieten und ein besseres Fahrgefühl haben.
- Tubeless-Reifen: Die Tubeless-Reifen kommen aus dem Mountainbike-Bereich und erhalten immer mehr Einzug in die Rennradwelt. Tubeless-Reifen benötigen keinen Schlauch sondern setzen auf ein besonderes Felgendesign, welches einen luftdichten Abschluss ermöglicht, sodass die Luft direkt unter den Reifen gepumpt wird.
Clincher sind der Klassiker: Faltreifen mit eingelegtem Schlauch sind seit Jahrzehnten Standard.
Tubeless- oder Tubeless-Ready-Felgen können auch ohne Schlauch gefahren werden, eine Flüssigkeit auf Latexbasis dichtet dann Reifen und Felge ab. Ihr Felgenbett ist entweder ganz geschlossen oder mit einem speziellen Felgenband zu den Speichenlöchern abgedichtet. Außerdem verlaufen an den Rändern Nuten, in die sich die Reifenwulst regelrecht einhakt.
Heute sind die meisten aktuellen Rennradlaufräder für den Einsatz mit Tubeless-Reifen vorbereitet. Auf Tubeless-Felgen können auch klassische Clincher mit Schlauch gefahren werden; umgekehrt geht das nicht.
Noch relativ neu sind hakenlose Felgen (hookless), die auf den kleinen Absatz am Felgenhorn verzichten, was sie leichter und stabiler macht. Erst wenige Hersteller bieten Felgen dieser Bauart, prominente Beispiele sind Cadex und Zipp.
Hier ist bei der Reifenwahl besondere Vorsicht geboten: Sie dürfen nur mit Tubeless-Reifen gefahren werden, auch sind nicht alle Reifenmodelle für diese Felgen freigegeben. Zudem ist der Maximaldruck deutlich niedriger, er liegt mitunter nur bei fünf Bar.
Weil sich die Seitenwände der Reifen besser abstützen können - der Effekt ist ähnlich wie bei den breiteren Felgen -, reicht das aber aus.
Wo gibt es Einschränkungen bei der Kompatibilität?
Beim Kauf muss man gleich an mehreren Stellen darauf achten, dass die Laufräder zum Rad passen.
Achsen: Bei Scheibenbremsen-Rädern sind 12-Millimeter-Steckachsen inzwischen Standard, auch die Einbaubreiten (vorne 100, hinten 142 Millimeter) sind fast überall gleich. Bei Felgenbremsen-Rädern mit Schnellspannern ist seit den 1990er-Jahren nur ein einheitliches Maß (100/135 Millimeter) verbreitet.
Freilauf: Der Freilaufkörper am Hinterrad muss zur Schaltung passen, jedoch sind nicht alle Laufräder mit allen Freilauftypen erhältlich. Verbreitet sind Shimano- und SRAM-Freiläufe, die für die meisten Modelle angeboten werden. Laufräder für Campagnolo-Schaltungen gibt’s deutlich weniger.
Bremsscheiben: Üblich ist eine Center-Lock genannte Vielzahn-Aufnahme, auf der die Scheibe mit einer zentralen Mutter gesichert wird. Seltener sind 6-Loch-Aufnahmen, die andere Bremsscheiben erfordern, aber grundsätzlich auch in jedem Rad verbaut werden können.
Systemlaufrad oder individuell gebaut?
Die meisten heute verkauften oder in Rennrädern verbauten Laufräder sind Systemlaufräder. Das heißt, alle Bauteile kommen vom gleichen Hersteller und sind aufeinander abgestimmt.
Ihre größte Stärke ist das meist bessere Verhältnis von Steifigkeit und Gewicht gegenüber individuell zusammengestellten Laufrädern. Auch in Sachen Aerodynamik können die Anbieter alle Register ziehen.
Nachteil: Geht mal etwas kaputt, muss man wieder auf diese Spezialbauteile zurückgreifen.
Aber auch individuelle Laufräder - ob selbst gebaut oder vom professionellen Laufradbauer - können Vorteile haben: Je nach eigenen Ansprüchen oder Vorlieben können Naben, Speichen und Felgen spezialisierter Hersteller frei kombiniert werden.
So lassen sich beispielsweise besonders haltbare Exemplare oder optische Sonderwünsche realisieren. Auch die Verfügbarkeit der Ersatzteile, vor allem der Speichen und Nippel, ist meist besser.
Individueller Laufradsatz: Jenseits aller Standards
Mit einem selbst aufgebauten Laufradsatz an Deinem Rennrad kannst Du alle Parameter perfekt auf Deine Bedürfnisse abstimmen.
Komplette Laufräder werden vom Hersteller so konzipiert, dass sie einer möglichst großen Zielgruppe gerecht werden - und das mit einer erheblichen Sicherheitsreserve. Deshalb lohnt sich der individuelle Aufbau eines Rennrad-Laufrades ganz besonders dann, wenn Du einen leichten Laufradsatz fürs Fahren in den Bergen suchst.
So kannst Du mit genauem Blick auf Dein Gewicht und Deine Präferenzen ans Limit des physikalisch Machbaren gehen.
Schritt für Schritt zum individuellen Laufrad für Dein Rennrad
Am besten gehst Du bei der Auswahl der Bauteile für Dein Laufrad Schritt für Schritt vor. Beim Rennrad empfehlen wir, Deine Entscheidungen in folgender Reihenfolge zu treffen:
- Laufradgröße: 28“, 622, 700C - drei Zahlen, eine Größe
- Felgentyp: Drahtreifen, Schlauchreifen oder Tubeless
- Felgenhöhe: Aerodynamik versus Kletterfähigkeit
- Felgenmaterial: Wettkampf oder Werktag entscheidet
- Nachhaltig: vorausschauende Auswahl der Naben und Felgen
Tabelle: Empfohlene Felgeninnenbreite für Rennreifen
| Reifenbreite (mm) | Empfohlene Felgeninnenbreite (mm) |
|---|---|
| 25 | 17 - 19 |
| 28 | ca. 20 |
| 40 (Gravelbikes) | 24 oder mehr |
Verwandte Beiträge:
- Welche Kleidung zum Radfahren? Der ultimative Guide
- Beste Apps für Radtouren: Navigation, Planung & Tracking
- Welche Protektoren für Motorradfahrer? Ratgeber & Kaufempfehlungen
- Welche Muskeln beim Radfahren beansprucht werden
- Rhein Ruhr Radweg: Die ultimativen Etappen entlang der Ruhr entdecken!
- Mavic Laufrad registrieren: Anleitung & Vorteile der Garantieverlängerung
Kommentar schreiben