Die Frage, welcher E-Bike Motor der beste ist, beschäftigt viele E-Bike Interessierte. Ganz egal, ob das erste E-Bike einziehen darf oder du Vollblut-Profi bist - in Kombination mit dem Akku ist der Motor das Herzstück eines jeden E-Bikes. In den letzten Jahren hat sich vieles im Bereich der Antriebe und Antriebstechnologien für E-Bikes getan. Einige Hersteller stechen mit ihren innovativen Ideen und Motortypen besonders hervor.
Was zeichnet einen guten E-Bike-Motor aus?
Bevor wir uns die Antriebsarten und -marken genauer ansehen, ist es wichtig zu verstehen, welche Merkmale einen guten E-Bike-Motor ausmachen. Hier sind einige entscheidende Kriterien:
- Leistung: Ein leistungsstarker Motor sorgt für ein flüssiges und kraftvolles Fahrerlebnis, insbesondere in hügeligem Gelände.
- Drehmoment: Das Drehmoment beim E-Bike-Motor ist die Kraft, mit der der Motor das Rad antreibt. Es wird in Newtonmetern (Nm) gemessen und bestimmt die Stärke und Leistung des Motors. Ein höheres Drehmoment bedeutet mehr Kraft und bessere Beschleunigung.
- Gewicht: Ein leichter Motor trägt dazu bei, das Gesamtgewicht des E-Bikes niedrig zu halten.
- Größe: Je kleiner der Motor, desto einfacher ist es, ihn ins Raddesign zu integrieren. Kleinere Motoren bieten allerdings oft weniger Leistung.
- Effizienz: Ein guter Motor sollte die Akkulaufzeit optimieren, damit der Energiespeicher eine hohe Reichweite bietet, bevor er wieder aufgeladen werden muss.
- Geräuschlosigkeit: Ein leiser Motor sorgt für eine angenehmere Fahrt.
- Akkukapazität: Der Akku ist immer in Einheit mit dem Motor zu betrachten. Mittlerweile bieten immer mehr Hersteller ihre Motoren optional mit unterschiedlich starken Akkus an. Wenn dir Reichweite wichtig ist, sollte der E-Bike-Antrieb eine hohe Akkukapazität aufweisen, wenn dir Gewicht wichtiger ist, eher eine niedrigere. Manche Antriebshersteller haben zudem sogenannte Range Extender im Programm. Dabei handelt es sich um zusätzliche Akkupacks, mit denen du die Reichweite erhöhen kannst.
Typenkunde: Diese E-Bike-Antriebe gibt es
Bevor wir dir die einzelnen E-Bike-Antriebshersteller und ihre Modelle vorstellen, gehen wir auf die Typen von E-Bike-Motoren ein. Grundsätzlich unterscheidet man drei Motoren:
- Frontnabenmotor
- Mittelmotor
- Hinterradnabenmotor
Jeder hat seine Vor- und Nachteile.
E-Bike-Frontnabenmotor: Der Zug von vorne
Der Frontnabenmotor ist heute so gut wie nicht mehr verbreitet, da er Mittel- und Hinterradnabenmotoren unterlegen ist. Frontnabenmotoren befinden sich in der Nabe des Vorderrads und bieten einen zusätzlichen Schub. Allerdings belastet ein Frontnabenmotor die Gabel und den vorderen Teil des Rahmens stark - ein Grund, warum er weitgehend verdrängt wurde. Ein weiterer Nachteil ist die mangelnde Traktion bei nassem oder sandigem Untergrund. Hier kann dich der beherzte Tritt ins Pedal schnell Richtung Boden befördern, weil die einsetzende Leistung den schmalen Vorderreifen überfordert. Und mal ehrlich: Wer will schon ein Fahrrad fahren, das aussieht wie nachgerüstet? Unsere Empfehlung geht daher klar zum Mittel- oder Hinterradnabenmotor.
E-Bike-Mittelmotor: Der Klassenprimus
Womit wir bereits bei der am meisten verbreiteten Antriebsart von E-Bikes angelangt sind: den Mittelmotoren. Mittelmotoren sind im Bereich des Tretlagers untergebracht und bieten ein natürlicheres Fahrgefühl. Der Grund: Die tiefe, mittige Position am E-Bike sorgt für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und einen tiefen Schwerpunkt. Diese Art von Motor eignet sich gut für starke Antriebe, da sie traditionell hohe Drehmomentwerte ermöglicht.
E-Bike-Hinterradnabenmotor: Unscheinbar und dennoch kräftig
Diese Motoren befinden sich in der Hinterradnabe. Sie sind bekannt für ihr leichtes Gewicht und ihre besonders unauffällige Optik. Daher sind sie optimal für den täglichen Einsatz in der Stadt. Sie sind auch leichter zu warten. Nabenmotoren bieten jedoch nicht die gleichen Leistungsspitzen wie Mittelmotoren - insbesondere in hügeligem Gelände. Zudem ist die Gewichtsverteilung etwas hecklastig, was die Fahreigenschaften vor allem bei E-MTBs negativ beeinflussen kann.
E-Bike-Antriebe im Vergleich: Die bekanntesten Antriebshersteller
Nachdem du nun die wichtigsten Motorentypen kennst, kommen wir zu den Herstellern. Im Folgenden erklären wir dir einige der bekanntesten Antriebshersteller und ihre Produkte.
Bosch: Mittelmotoren für jeden Einsatzzweck
Bereits 2011 brachte Bosch den ersten E-Bike-Antrieb auf den Markt: Das deutsche Unternehmen Bosch eBike Systems hat mit seinen Antrieben einen großen Teil dazu beigetragen, dass das E-Bike so beliebt geworden ist. Auch heute gilt das Unternehmen in Deutschland als Marktführer. Bosch stellt traditionell Mittelmotoren her, wobei es im aktuellen Sortiment verschiedene Mittelmotoren für jeden Einsatzzweck gibt.
Folgende Liste zeigt die aktuellen E-Bike-Motoren von Bosch:
- Bosch Active Line: günstiger E-Bike-Antrieb, kommt vor allem bei E-Citybikes zum Einsatz
- Bosch Active Line Plus: Allround-Antrieb für E-City- und E-Trekkingbikes
- Bosch Cargo Line: E-Antrieb für E-Cargobikes
- Bosch Performance Line: Allround-E-Antrieb für E-Trekkingbikes und SUV-E-Bikes
- Bosch Performance Line Speed: E-Antrieb für S-Pedelecs mit einer Unterstützung bis 45 km/h
- Bosch Performance Line SX: besonders leichter E-Antrieb, perfekt für Light-E-Bikes und E-Rennräder
- Bosch Performance Line CX: kraftvoller E-Antrieb für E-MTBs und SUV-E-Bikes
- Bosch Performance Line CX Race: kraftvoller E-Antrieb mit sehr direktem Ansprechverhalten für den Renneinsatz
Im Bereich der elektrischen Antriebstechnologien gibt es eine Vielzahl von Systemen, die je nach Einsatzgebiet und Leistungsanforderung variieren. Zwei wesentliche Kategorien sind sogenannte Light-Support-Antriebe und High-Power-Antriebe. Obwohl beide Technologien das Ziel haben, dein Bike mit Energie zu versorgen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Konzeption.
High-Power-Antriebe bieten deutlich mehr Leistung und Drehmoment (mehr als 50 Nm) als Light-Support-Systeme und sind daher für schwerere und anspruchsvollere Aufgaben geeignet. Light-Support wird dort eingesetzt, wo eine sanfte Unterstützung ausreicht und Wert auf Energieeffizienz gelegt wird. Zudem sind diese Motoren kleiner und leichter und ermöglichen stilvollere Raddesigns. Kurzum: Es muss nicht immer der Antrieb mit der größten Power sein, der für deine Bedürfnisse das Richtige ist.
Brose: Mittelmotoren für verschiedene Terrains
115 Jahre Ingenieurserfahrung aus der Automobilindustrie - mit diesem Know-how im Rücken stellt das deutsche Unternehmen Brose E-Bike-Antriebe her. Wie Bosch setzt man auf Mittelmotoren, genauso hat man Motoren für verschiedene Einsatzspektren im Angebot. Besonders auffallend sind dabei die hohen Drehmomente.
Das sind die aktuellen Brose-E-Bike-Antriebe:
- Brose Drive3 Peak: sehr starker Antrieb mit bis zu 95 Nm Drehmoment
- Brose Drive C: für E-Citybikes, besonders leise und vibrationsarm
- Brose Drive S: für E-Mountainbikes, bis zu 90 Nm Drehmoment
- Brose Drive T: für E-Bikes mit einer hohen Reichweite
- Brose Drive TF: starker Allround-Antrieb, bis zu 90 Nm Drehmoment
- Brose Drive H: E-Bike-Antrieb für Lastenräder
Fazua/Porsche: Kleine, aber kräftige Mittelmotoren
Fazua ist ein deutsches Unternehmen, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2017 auf leichte und kompakte Mittelmotoren spezialisiert hat. Seit 2022 gehört Fazua zu Porsche, was die Innovationskraft der Antriebe unterstreicht. Die Fazua-Motoren sind meist in E-Rennrädern und E-Gravelbikes zu finden, da sie ein natürliches Fahrgefühl bieten und leicht genug sind, um das Gesamtgewicht des Fahrrads niedrig zu halten. Spannend: Fazua rechnet im Gegensatz zu anderen Herstellern auch das Akkugewicht zum Gesamtgewicht hinzu. Daher sind die Motoren leichter, als es unsere Vergleichstabelle (siehe unten) vermuten lässt.
Das sind die aktuellen Modelle:
- Fazua Ride 50 Evation: der klassische Fazua-Motor mit 55 Nm Drehmoment; dieser Antrieb war bei seiner Markteinführung im Jahr 2018 aufgrund der kompakten Bauweise stark am Aufbau des E-Rennrad-Segments beteiligt
- Fazua Ride 50 Trail: Variante des Ride 50 für E-Mountainbikes
- Fazua Ride 50 Street: Variante des Ride 50 für E-Citybikes
- Fazua Ride 60: neuestes Modell von Fazua, überzeugt durch mehr Leistung und weniger Gewicht als seine Vorgänger
Giant: Eigengewächs aus Taiwan
Der taiwanesische Hersteller Giant, seines Zeichens der weltweit größte Fahrradhersteller, gehört zu den wenigen Fahrradfirmen, die auf ein eigenes Antriebssystem setzen. Die Syncdrive-Technologie steht dabei für Pedalunterstützung, die mit der Tretkraft synchronisiert ist. Konkret heißt das, dass Giant vor allem auf ein natürliches Fahrgefühl Wert legt. Die Giant-Antriebe gelten daher als besonders sanft.
Das ist das aktuelle Portfolio:
- Giant Syncdrive Pro: Antrieb für E-Mountainbikes, der gemeinsam mit Yamaha entwickelt wurde und speziell auf das sportive Fahren auf Trails abgestimmt ist; mit 2,75 Kilogramm besonders leicht
- Giant Syncdrive Pro powered by Shimano: Antriebssystem, das auf dem EP8-Motor von Shimano basiert; steht für eine sanfte Beschleunigung auf befestigten Straßen, Schotter oder Schmutz
- Giant Syncdrive Sport: sportlicher E-Bike-Antrieb für E-Trekkingbikes und E-SUVs
- Giant Syncdrive Core: Motor für E-Citybikes, inklusive „Smart Assist“-Technologie für ein besonders sanftes Beschleunigen
Mahle: Nabenmotoren für E-Rennrad und E-Gravelbike
Mahle kommt ursprünglich ebenfalls aus dem Automobilbereich. 2018 übernahm man jedoch den spanischen Antriebsspezialisten Ebikemotion Technologies. Seitdem hat sich das Unternehmen auch auf dem E-Bike-Markt zu einer festen Größe entwickelt. Mahle setzt auf Hinterradnabenmotoren. Diese sind besonders leicht und klein. Die Mahle-Systeme wirst du daher vor allem an E-Citybikes, E-Gravelbikes und E-Rennrädern finden.
Diese Mahle-E-Bike-Antriebe gibt es:
- Mahle X20: neueste Version des Mahle-Systems, mit 55 Nm Drehmoment bei 3,2 Kilogramm Gewicht
- Mahle X35: der Klassiker, mit 40 Nm Drehmoment bei 3,5 Kilogramm Gewicht
Panasonic: Mittelmotoren mit maximalem Drehmoment
Panasonic ist ein japanisches Unternehmen, das du sicherlich von anderen Elektronikartikeln kennst. Dieses Know-how hat man genutzt, um auch in den E-Bike-Markt einzusteigen. Spannend: Bereits 1979 experimentierte Panasonic mit der Technologie und brachte einen ersten E-Bike-Prototypen auf den Markt. Man gilt dementsprechend als „alter Hase“ im Geschäft. Panasonic stellt Mittelmotoren her, die sich durch ihr maximales Drehmoment auszeichnen. Das macht sie besonders gut für hügeliges Gelände und schwierige Bedingungen.
Diese Panasonic-Modelle findest du auf dem Markt:
- Panasonic GX Ultimate Pro Fit: stärkster Panasonic-E-Bike-Motor; 95 Nm Unterstützung, trotzdem mit 2,95 Kilogramm vergleichsweise leicht
- Panasonic GX Ultimate: Kraftpaket mit 90 Nm Drehmoment, perfekt für E-Mountainbikes
- Panasonic GX Power Plus: Allround-Motor mit 75 Nm Drehmoment, ideal für Trekking- und Touring-E-Bikes
- Panasonic GX Power: für den täglichen Einsatz an E-Citybikes, mit 60 Nm Drehmoment
Pinion MGU: Antrieb und Schaltung in einem
Pinion war bis dato eigentlich als Getriebehersteller bekannt. Seit letztem Jahr hat man sich allerdings auch unter die Antriebshersteller gemischt. Auf der Eurobike 2023 präsentierte das 2008 gegründete Unternehmen aus Denkendorf bei Stuttgart eine eigene „Motor Gearbox Unit“, kurz MGU. Diese integriert den Antrieb und die Schaltung in einem Gehäuse. Das sorgt für eine effiziente Kraftübertragung und eine reibungslose Schaltleistung - und bringt damit auch die Automatikschaltung ans E-Bike. Pinion MGUs sind in der Regel in hochwertigen E-Bikes zu finden und bieten eine zuverlässige Leistung. Ein weiterer großer Vorteil: Die Pinion MGU gilt als extrem zuverlässig und gleichzeitig so gut wie verschleißfrei. Dennoch liefert sie ein beachtliches Drehmoment von bis zu 85 Nm.
Shimano: Mittelmotoren für Allrounder
Shimano ist ein bekannter Name in der Fahrradindustrie. Seit 2016 stellen die Japaner auch E-Bike-Mittelmotoren her. Ihre Motoren sind für Allround-Anwendungen konzipiert und bieten eine ausgewogene Leistung. Sie sind an einer Vielzahl von E-Bike-Modellen - insbesondere an E-Citybikes, E-Mountainbikes und E-Trekkingbikes - zu finden und bekannt für ihre Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.
Diese Shimano-E-Bike-Antriebe gibt es:
- Shimano EP8: Topmodell für E-Cargobikes; leistet 85 Nm Drehmoment bei einem Gewicht von 2,7 Kilogramm
- Shimano EP6: Antriebseinheit für Lastenräder, mit 3 Kilogramm etwas schwerer als der EP8
- Shimano Steps E8000: Antrieb für E-Mountainbikes, vermittelt ein direktes Pedalgefühl bei ein- und ausgeschalteter Motorunterstützung
- Shimano Steps E7000: Antrieb für E-Mountainbikes, mit 60 Nm Drehmoment bei 2,79 Kilogramm ein guter Mix aus Kraft und Gewicht
- Shimano Steps E6100: Allround-Motor; sparsamer Akkuverbrauch und dadurch eine gute Reichweite
- Shimano Steps E6000: Allround-Motor für eine Vielzahl an Modellen - insbesondere E-City und E-Trekking
- Shimano Steps E5000: sehr leichter und kleiner Motor für E-Citybikes
TQ: Ein besonders leichter Mittelmotor
TQ ist ein deutsches Unternehmen aus Oberbayern, das sich auf die Konstruktion von E-Bike-Mittelmotoren spezialisiert hat. Derzeit hat TQ zwei Modelle im Sortiment: den TQ HPR 50 und den TQ HPR 120S. Ersterer ist besonders leicht und dennoch leistungsstark. Das macht ihn ideal für E-Bikes, bei denen das Gesamtgewicht eine wichtige Rolle spielt. Zweiterer ist dagegen äußerst leistungsstark. Mit stolzen 120 Nm Drehmoment befindet er sich aktuell an der Spitze der gängigen E-Bike-Antriebseinheiten.
Yamaha: Kraftvolle Mittelmotoren mit hohem Drehmoment
Yamaha, ein bekannter Name in der Motorradindustrie, stellt auch E-Bike-Mittelmotoren her. Die Motoren der japanischen Firma zeichnen sich durch ihre kraftvolle Leistung und ihr hohes Drehmoment aus. Dies macht sie ideal für E-MTBs und Geländefahrten.
Yamaha-Motoren bieten eine starke Leistung und sensibles Ansprechverhalten, ideal für City- und Trekking E-Bikes. Besonders praktisch ist der Automatic Support Mode, der die benötigte Unterstützung selbstständig erkennt.
Der Yamaha PW-ST ist extrem vielseitig einsetzbar und eignet sich für jedes Gelände und jeden Fahrtypen. Auch hier unterstützt dich der Automatic Support Mode in jeder Situation so, dass du dich voll und ganz auf deine Fahrt konzentrieren kannst.
Specialized: E-Bike Antriebe mit natürlichem Fahrgefühl
Die E-Bike Antriebe von Specialized zeichnen sich vor allem durch ein natürliches Fahrgefühl aus. “SL” steht bei Specialized für Superlight, was beim SL 1.1 Mittelmotor nicht von ungefähr kommt. Lediglich 1,5 Kilogramm bringt der Motor auf die Waage, was ihn für den Einsatz in leichten E-Bikes perfekt macht. Dank einer zweifachen Verstärkung des Fahrerinputs kommst du lässig an deinem Ziel an.
Der Specialized 2.1 bietet im Vergleich zum 1.3 Motor ein breiteres Kadenzfeld, was für einen vielfältigen Einsatzbereich sorgt. Ein maximales Drehmoment von 90 Newtonmetern gibt diesem Antrieb viel Kraft und dir damit erheblichen Rückenwind. Mit 410 Prozent Unterstützung kommst du ganz mühelos an dein Ziel. Zudem sorgt das Magnesiumgehäuse für eine tolle Gewichtsreduktion auf 3 Kilogramm. Der Specialized 2.1 ist gegen Wasser und Schmutz geschützt.
Die 8 E-Bike-Motoren im Test
Der Markt der E-MTB-Motoren hat sich zur Zweiklassengesellschaft entwickelt. Spätestens mit dem Einstieg von Branchenriese Bosch mit dem Performance SX hat sich das Segment leichter E-Bikes fest etabliert. Wirklich jeder Hersteller kommt mit einem Light-E-MTB ums Eck. Dabei bieten die Motoren weniger Schub und mit kleinen Akkus eine geringere Reichweite. Die schlagenden Argumente für die neue Kategorie sind andere: Der flüsterleise TQ HPR 50, Fazuas Ride 60 oder der spritzige Bosch Performance SX machen den Weg frei für leichte E-Mountainbikes mit verschiedensten Ausrichtungen.
Hier eine Übersicht der acht getesteten Motoren:
| Motor | Kategorie | Gewicht (Motor) | Akkus (Wh) | EMTB-Labordaten (Nm) | EMTB-Labordaten (Watt) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bosch Performance CX | Power | 2,9 kg | 750 Wh (4,3 kg), 625 Wh (3,6 kg) | 78 | 557 |
| Pinion MGU | Power | k.A. | 962 Wh (4,7 kg), 720 Wh (3,7 kg) | 80 | 552 / 642 |
| Shimano EP801 | Power | 2,65 kg | diverse, z. B. Darfon 726 Wh (3,8 kg), Canyon 900 Wh (4,8 kg) | 79 | 541 |
| Sram Eagle Powertrain (Brose) | Power | 3,1 kg | 720 Wh (4,1 kg), 630 Wh (3,1 kg) | 87 | 544 |
| Bosch Performance SX | Light | 2,1 kg | 400 Wh (2,1 kg) | 49 | 521 |
| Fazua Ride 60 | Light | 2,0 kg | 430 Wh (2,2 kg) | 60 | 347 (437) |
| TQ HPR 50 | Light | 1,9 kg | 360 Wh (1,8 kg) | 38 | 283 |
Light E-Bikes - Was steckt hinter dem Trend?
Bei den Light-Bikes heißt das Motto: weniger E, mehr Bike. Schlanker, leiser - und auf eine sportlichere Zielgruppe zurechtgeschnitten. Nicht erst seit diesem Test wissen wir: Die Lightklasse lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Zwischen dem minimalistischen TQ HPR 50 und einem Bosch Performance SX liegen Welten. Bei der Power, aber auch bei der Lautstärke und ebenso bei der Größe und damit dem optischen Erscheinungsbild der Bikes. Hochwertige Light-E-MTBs wiegen ganz grob zwischen 16 und 20 Kilo. Vergleichbare Power-E-MTBs mit starkem Motor und dickem Akku landen eher zwischen 22 und 26 Kilo - je nach Konzept und Ausstattung.
Die Leistungs- und Labordaten der acht E-Bike-Motoren im direkten Vergleich
Die maximale Leistung
Mit rund 550 Watt Maximalleistung liegen die vier Power-Motoren von Pinion, Bosch, Sram und Shimano leistungstechnisch dicht beieinander. Sehr unterschiedlich stark schieben die drei Light-Antriebe von Bosch, Fazua und TQ an.
Pinions MGU setzt sich mit deutlich höchster Spitzenleistung ab - die gibt es allerdings nicht in jedem Gang und nur bei sehr hoher Trittfrequenz. Den Spitzenwert von 642 Watt (höchter Balken im Diagramm) haben wir nur im vierten Gang und bei einer Trittfrequent jenseits der 110 Udrehungen gemessen. Sonst liegt Pinion bei der Power auf einem Level mit Bosch, Shimano und Sram. Der leichte Giant Syncdrive Pro MG fällt bei der Spitzenleistung unter den Power-Motoren etwas ab.
In der Lightklasse sind die Unterschiede groß. Der leise TQ ist ein echter Minimalist und liefert entsprechend mit 283 Watt die geringste Maximalleistung. Fazua Ride 60 und Bosch SX liefern deutlich mehr Leistung und liegen mit ihren Spitzenwerten schon auf halbem Weg zu den starken Antrieben. Der Bosch SX kann im Maximum sogar fast mit den Großen mithalten. Dass diese Maximalwerte jedoch nur halbe Wahrheit sind, zeigt der Leistungsverlauf im nächsten Diagramm.
Der Leistungsverlauf
Maximalwerte bei der Power sind nur ein Teil der Wahrheit. Der Leistungsverlauf ( y-Achse: Motorleistung in Watt) über die Trittfrequenz (X-Achse: Trittfrequenz in U/min), zeigt den Charakter der Unterstützung.
Das maximale Drehmoment
Kurzer Exkurs vorneweg: Warum gibt es mit Leistung und Drehmoment zwei Angaben für die “Stärke” eines Motors? Während ein E-Bike-Motor seine maximale Leistung erst bei höherer Trittfrequenz (meist ab 55 bis 75 Umdrehungen) erreicht, liegt das maximale Drehmoment NUR bei niedrigeren Drehzahlen an. In der Praxis macht sich das Drehmoment immer dann bemerkbar, wenn die Kurbel nur langsam bewegt wird. Zum Beispiel beim Anfahren oder dem überwinden von Stufen. Ein drehmomentstarker Motor drückt Bike und Fahrer noch über manches Hindernis hinweg, wo einem schwächeren bereits die Puste ausgeht.
Srams Eagle Powertrain setzt sich im Kräftemessen beim Drehmoment an die Spitze. Rund acht Newtonmeter weniger liefern Pinion, Shimano, Giant und Bosch. Bei den Light-Antrieben gibt es größere Unterschiede. Am kräftigsten ist der Fazua Ride 60, schon deutlich schwächer schiebt Boschs Performance SX. Nur dezenten Schub gibt´s vom kleinen und minimalistischen TQ HPR 50.
Die Lautstärke der acht E-Bike-Motoren im Vergleich
Eine E-Mountainbike-Tour ist Balsam für die Seele. Insbesondere im Anstieg kann man die Landschaft bestaunen, mit den Kumpels quatschen oder einfach die Ruhe der Natur genießen. Doch halt! Gibt der Motor richtig Gas, wird ebendiese Ruhe von einem lästigen Surren, Brummen oder gar Jaulen gestört. Ob man sich davon irritieren lässt, ist höchst individuell. Völlig klar ist jedoch: Die E-Motoren klingen sehr unterschiedlich. Flüsterkönig ist mit Abstand der TQ HPR 50. Kein anderer Mittelmotor schiebt so leise und unaufdringlich. In vielen Situationen geht das Antriebsgeräusch gänzlich in den Umgebungsgeräuschen unter. Darüber sind sich alle Tester einig.
Deutlich enger liegen die anderen Kandidaten beieinander. Der Fazua Ride 60 kann sich noch etwas absetzen, auch er ist deutlich leiser als die Klassiker von Bosch und Shimano. An nächster Stelle wird es kniffelig. Srams Eagle Powertrain ist zwar nur etwas leiser als Bosch und Shimano, klingt mit seinem sonoren Brummen aber deutlich weniger aufdringlich. Die Tester loben durch die Bank die eher angenehme Geräuschkulisse. Der Sram-Antrieb mit Brose-Hardware muss sich den dritten Platz im Sound-Raking allerdings mit dem Bosch Performance SX teilen. Der leichte Bosch hat nämlich einen sehr ungleichmäßigen Sound. Beim losrollen vom Parkplatz mit seichtem Motorschub ist er angenehm leise, nicht lauter als Fazuas Ride 60. Doch wenn der Motor warm wird und seine volle Leistung abgibt, gehört er zu den lautesten Motoren und steht dann seinem großen Bruder Performance CX nicht mehr nach.
Eher laut tönen die beiden Klassiker Shimano EP801 und Bosch Performance CX. Shimano etwas tiefer, Bosch eher hochfrequent. Das mechanische Bosch-Sirren wird meist noch etwas unangenehmer wahrgenommen - doch das ist Geschmacksache. Etwas dezenter ist der Giant Syncdrive, doch groß sind die Unterschiede nicht.
Alles Klapperkisten?
Neben der Lautstärke der Motoren im Anstieg ist leider auch der Geräuschpegel eines E-Mountainbikes in der Abfahrt ein großes Thema. Denn viele Mittelmotoren klappern beim Überrollen von Hindernissen wie Wurzeln, Steinen oder gar Kopfsteinpflaster aus dem Getriebe. Die meisten E-MTBs am Markt fallen dadurch mit einem auffällig lauten Geräuschpegel auf dem Trail auf. Ausgerechnet die beiden meistverbauten Motoren Bosch Performance CX und Shimano EP801 haben diese nervige Eigenschaft am drastischsten. Auch der kleine Bosch (Performance SX) klappert, ebenso der Giant/Yamaha- Motoren - wenn auch etwas weniger aufdringlich.
Keine nervigen Geräusche konnten wir bergab dem TQ HPR 50, dem Fazua Ride 60, der Pinion MGU und dem Sram Eagle Powertrain entlocken. Hier haben die Bike-Hersteller zumindest die Möglichkeit, ein leises E-Bike zu bauen.
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