Ein Auspuff muss mehr können, als nur die Abgase in die Welt zu blasen. Je nach Motor bringt ein entsprechend modifizierter Auspuff verschiedene Ergebnisse. Vor allem die Optimierung vom Sound des Fahrzeuges ist Ziel beim Auspuff-Tuning. Änderungen am Auspuff fürs Sound-Tuning können schnell zu folgenschweren Sanktionen führen. Doch welche Umbauten am Auspuff sind zulässig, welche verboten?
Grundlagen der Auspuffanlage
Die Auspuffanlage umfasst nicht nur das sichtbare Endrohr, sondern noch zahlreiche weitere Bestandteile. Über dieses komplexe System werden die Abgase, die bei der Kraftstoffverbrennung entstehen, gefiltert und an die Umwelt abgegeben.
- Abgaskrümmer: Das Verbindungsstück zwischen Verbrennungsmotor und Auspuff, direkt am Motor angebracht.
- Katalysator (Kat): Filtert die Verbrennungsgase und befreit sie von schädlichen Bestandteilen.
- Schalldämpfer: Minimieren die Mündungsgeräusche und senken die Lärmemission.
Schalldämpfer-Typen
Bei Auspuffsystemen finden sich unterschiedliche Schalldämpfer, die die Mündungsgeräusche minimieren und so die Lärmemission senken sollen. Die einzelnen Elemente, sind dabei über das gesamte Rohrsystem der Abgasanlage verteilt. Es gibt Vorschall-, Mittelschall- und Endschalldämpfer.
- Reflexionsschalldämpfer: Bestehen in der Regel aus mehreren Kammern, durch die der Schall hindurchgeht.
- Absorptionsschalldämpfer: Der Abgasschall wird durch eine Kammer geleitet, die mit Materialien wie Glaswolle oder -fasern gefüllt ist.
Sportschalldämpfer erfreuen sich vor allem im Tuningbereich großer Beliebtheit. Insbesondere bei Motorrädern ist zudem ein sogenannter Dezibel- bzw. dB-Killer - auch dB-Eater oder -Absorber - im Sportschalldämpfer verbaut. Sie sind austauschbar, dürfen jedoch nicht komplett ausgebaut werden.
Tuning-Möglichkeiten am Auspuff
Modifikationen am Fahrzeug sind im Bereich des Tunings zahlreich vertreten. Es gibt dabei unterschiedliche Ansätze - abhängig von der jeweiligen Zielführung. Veränderungen sind an den Schalldämpfern, dem Endrohr oder auch dem Katalysator möglich.
Optische Anpassungen
Neben leistungsorientierten und akustischen Veränderungen sind vielen Tunern auch optische Aspekte wichtig. In diesen Bereich fällt auch das Tuning des sogenannten Endrohrs - den eigentlich Auspuff. Dieser Teil ist bei der Abgasanlage der einzig eindeutig sichtbare. Normalerweise ist die serienmäßige Einrichtung der Anlagen eher unscheinbar.
Der einfachste Weg bei optischen Anpassung von Ihrem Kfz-Auspuff ist die Anbringung einer sogenannten Auspuffblende. Die Anbringung von einem Austauschendrohr ist eine weitere Möglichkeit der Änderung vom Auspuff. Hierbei wird das werkseigene Endrohr abgenommen und ein anderes Endrohr angeschweißt.
Sportauspuff
Wenn im Tuning von einem Sportauspuff die Rede ist, dann ist zumeist nur der Endtopf gemeint. Der Sportauspuff ist beim Tuning besonders beliebt. Er garantiert einen satteren Sound und soll gar die Leistung des Fahrzeuges steigern. Um dieses Ziel jedoch wirklich zu erreichen, bedarf es in der Regel des Wechsels des gesamten Systems gegen Sportauspuffanlagen. Der Sportauspuff sollte daher im Ganzen neu montiert werden.
Rechtliche Aspekte und Zulässigkeit
Änderungen am Auspuff fürs Sound-Tuning können schnell zu folgenschweren Sanktionen führen. Allerdings sollten Sie bei diesen Maßnahmen stets darauf achten, dass Sie die Bestimmungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) einhalten. Andernfalls können Sie die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug verlieren.
E-Prüfzeichen und ABE
Wer auf eine Zubehörauspuffanlage zurückgreift, ist auf der sicheren Seite und hat es leichter. Sie hat meistens ein E-Prüfzeichen und eine EG-Betriebserlaubnis. So eine Anlage kann man eintragen lassen, muss man aber in der Regel nicht.
Zugelassene Auspuffanlagen haben eine entsprechende eingestanzte Kennzeichnung, die sogenannte E-Nummer. Aber Achtung: Nicht jeder Auspuff mit dieser Nummer ist auch zugelassen.
Die E-Nummer am Schalldämpfer sagt aus, für welches Motorrad dieser Dämpfer zugelassen ist. Laut §19 StVZO muß dieser nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Anbauteile gelten immer nur für die Fahrzeuge, die explizit in der ABE aufgelistet sind. Wäre selber nachzulesen, §22 StVZO.
Katalysator
Mein Motorrad hat einen Katalysator. Ist der BOS Auspuff dafür zugelassen? Alle Endschalldämpfer, die BOS vor dem 18. Mai 2006 homologiert hat, haben auch ohne Katalysator eine EG-Zulassung. In der EG-Bescheinigung wird bestätigt, daß der serienmäßige Katalysator entfällt. Bei der Abgasuntersuchung muß dieses berücksichtigt werden.
dB-Killer
Darf ich den dB-Killer ausbauen? Nein. Ohne dB-Killer ist der Auspuff in der Regel zu laut, weswegen er vorgeschrieben ist. Im öffentlichen Verkehr müssen dB-Killer montiert sein. Wer ohne erwischt wird, kommt im besten Fall mit 20 Euro wegen nicht vorschriftsmäßigem Geräuschverhalten davon, meist droht aber eine Anzeige wegen Fahrens ohne Betriebserlaubnis, da der dB-Eater in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung aufgeführt ist.
Manipulationen
Achtung! Wer eine Auspuffanlage manipuliert, indem er zum Beispiel eine Racing-Anlage mit der Kennzeichnung einer zugelassenen Anlage versieht oder eine zugelassene Anlage aufbohrt, der begeht nicht nur verschiedene Ordnungswidrigkeiten, sondern auch Urkundenfälschung nach § 267 StGB und damit eine Straftat. Versicherungsrechtliche Probleme kommen noch hinzu.
Sowohl Manipulationen an zulässigen Bauteilen als auch selbstgebaute Ersatzteile sind laut StVZO nicht zulässig. Immer häufiger stellen die zuständigen Prüforganisationen fest, dass viele Fahrzeughalter den eigentlichen Katalysator ausbauen und zum Teil sogar gegen Attrappen austauschen.
Auswirkungen auf die Leistung
Umbauten am Auspuff versprechen zwar spürbare Leistungssteigerungen. Allerdings führen Veränderungen an der Anlage zunächst mal zum Erlöschen der Betriebserlaubnis.
Slip-on Lösungen
Neben einer komplett neuen Anlage, die von den Auslässen am Zylinderkopf bis zur Schalldämpfer-Endkappe reicht, gibt es sogenannte Slip-on-Lösungen. Dabei bekommt der Kunde eine Alternative für den immer besonders ins Auge stechenden Endschalldämpfer. Das Serien-Pendant wird dabei abgebaut und das Zubehörteil einfach über das offene Rohr geschoben (engl. slip on). Allzu große Hoffnungen hinsichtlich einer Leistungssteigerung sind jedoch nicht angebracht.
„Bei älteren Motorrädern mit Serienkrümmern ohne Kat funktionieren Slip-on auch unter dem Aspekt der Spitzenleistung noch recht gut“, sagt Armand Mottier von Micron Systems in Fürth. „Natürlich sollten die Slip-on-Endtöpfe über ausreichendes Volumen verfügen. Mit dB-Killer sind zierliche Endtöpfe deshalb echte Leistungskiller. Im preisgünstigen Segment wird oft gnadenlos zugestopft, um die erforderlichen Geräuschwerte zu erreichen.“
Komplettanlagen
Bezüglich einer Komplettanlage sollte man bei den meisten Motorradmodellen mit Erstzulassung ab 2006 auf einen Kat in der Krümmeranlage achten, wenn das Bike legal auf die Straße soll. Dabei ist es völlig egal, ob die Anlage auch ohne Kat die Abgasnorm schaffen würde. „Komplettanlagen sind für die Straße schon allein wegen der hohen Kosten eher unüblich“, schränkt Wolter deren Sinn ein, „denn letztendlich geht es hier dann um echtes Leistungsplus.“
Abstimmung und Gemischzusammensetzung
Hier kann der Tuner helfen. „Durch entsprechendes Abstimmen der Gemischzusammensetzung kann man das ein oder andere verloren gegangene PS wieder holen“, erklärt Mottier, schränkt aber ein: „Soweit der Gasdurchsatz dies zulässt.“ Wird der Dämpfer offen gefahren, treten solche Probleme weniger auf, doch eine gute Einspritzoptimierung ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Hersteller von Auspuffanlagen
Es gibt zahlreiche Hersteller von Nachrüst-Auspuffanlagen, die für viele zeitgenössische Motorradmodelle Auspuffanlagen im Programm haben. Am leichtesten bekommt man darüber Informationen in einem speziellen Forum, das sich mit dem Mopped auseinandersetzt (es gibt für fast jedes Motorrad ein solches Forum).
BOS-Dämpfer sind kleiner und leichter. Die Leistung, sowie der Drehmomentverlauf werden optimiert. Natürlich nicht zu vergessen: der typisch kernige BOS-Sound. Da BOS nur qualitativ sehr hochwertige Materialien verwendet, ist eine lange Lebensdauer garantiert. Die BOS-Dämpfer werden mit einem Haltewinkel, anstatt der oft häßlichen Klemmschelle an dem Motorrad befestigt. Dieses sieht optisch nicht nur besser aus, sondern gibt auch einen besseren Halt.
Lautstärke und Lärmschutz
Im Jahre 2013 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die Geräusch-Grenzwerte innerhalb der Europäischen Union schrittweise zu drosseln. Bis zum Jahre 2028 sollen dann nur noch Neufahrzeuge mit einem Lärmausstoß von maximal 68 Dezibel zugelassen werden können. Heutzutage liegt der deutschlandweite Grenzwert des Lärmausstoßes durch Kraftfahrzeuge bei 74 Dezibel.
Das Vorhandensein von funktionsfähigen Abgasschalldämpfern ist im deutschen Straßenverkehr verpflichtend. Grund hierfür ist vor allem der Lärmschutz.
Tabelle: Zusammenfassung wichtiger Punkte
| Aspekt | Details |
|---|---|
| E-Nummer | Muss mit dem Fahrzeugtyp übereinstimmen |
| dB-Killer | Im öffentlichen Verkehr Pflicht |
| Katalysator | Bei Fahrzeugen ab 2006 meist erforderlich |
| Manipulationen | Straftat und Verlust der Betriebserlaubnis |
| Slip-on | Einfache Montage, geringe Leistungssteigerung |
| Komplettanlagen | Hohe Kosten, potenziell höhere Leistungssteigerung |
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