Ziel dieses E-Bike-Motoren-Vergleichs ist es, euch den ultimativen Marktüberblick zu geben und die Eigenschaften, den Umfang sowie Stärken und Schwächen der einzelnen Motorsysteme zu vermitteln, um euch beim Kauf eures (nächsten) E-MTBs bestens zu unterstützen.
Zu den bisher getesteten Systemen von Bosch, Brose, FAZUA, GIANT, Panasonic, Pinion, Shimano, Specialized, TQ und Yamaha gesellen sich nun der spannende DJI Avinox und der brandneue Bosch Performance Line CX Gen5-Motor hinzu.
Was zeichnet einen guten E-Bike-Motor aus?
Ein gutes Motorsystem setzt sich aus vielen entscheidenden Faktoren zusammen, die das Fahrerlebnis maßgeblich beeinflussen. Doch welche Eigenschaften sind besonders wichtig, um das Beste aus eurem E-MTB herauszuholen? Das sind die Top 7!
- Leistung, Ansprechverhalten, Dosierbarkeit und Leistungsentfaltung: Die reinen Leistungsdaten wie etwa Drehmoment oder Maximalleistung haben beim E-Bike Motor die gleiche Strahl- und Anziehungskraft wie die PS eines Automotors. Dennoch sollten sie nie an vorderster Stelle stehen. Egal ob Einsteiger oder Experte, egal ob man auf sicheres oder schnelles Fahren aus ist - Ansprechverhalten, Dosierbarkeit und Leistungsentfaltung sind mindestens genauso wichtig wie die Motorleistung oder das Drehmoment. Leider ist das jedoch nicht in einfachen Zahlen darstellbar. Die optimale Trittfrequenz-Bandbreite kann hier ein Indikator sein, aber am Ende sind es sehr viele einzelne Faktoren.
- Motorengeräusche und Lautstärke unter Last: In gewissen Motordrehzahl- und Lastbereichen werden manche Motoren sehr laut, während andere recht leise agieren. Hinzu kommt das mechanische Klappern, das v. a.
- Akkukapazität und Integration: Jeder Motor braucht Saft, sprich: einen Akku. Eine sinnvolle Auswahl an Akku-Optionen mit hoher Energiedichte und gut in den Rahmen integrierbaren Akku-Formen ist fundamental. Ein leicht und gut integrierbares Motorsystem bietet hier klare Vorteile für die Bike-Marken. Nicht nur, um einen tiefen Schwerpunkt und ein besseres Handling zu erreichen. Ebenso wichtig ist es, ästhetische Bikes zu gestalten. Modulare Akku-Konzepte bieten mittlerweile viele Hersteller an, sodass Kunden die Akku-Kapazität individuell anpassen können und nicht unnötiges Gewicht in Form von zu großen Akkus spazieren fahren müssen.
- Motor-„Ökosystem“: Das Motor-„Ökosystem“ bestimmt, ob das Handling Freude oder Frust bereitet. Freude entsteht durch intuitive Remotes in Kombination mit einem informativen, übersichtlichen und gut ablesbaren Display. Klobige, schlecht platzierte Remotes mit überdimensionierten Displays ohne Mehrwert hingegen führen eher zu Frust. Intuitive Apps machen es zu einem Kinderspiel, die Motorcharakteristik individuell anzupassen und zusätzliche Fahrdaten, Informationen oder gar Systemfehler anzuzeigen.
- Integration von Bike-Komponenten: Neben der Integration von Software-Features gehen einige Hersteller noch einen Schritt weiter und integrieren weitere Bike-Komponenten wie etwa Schaltungen oder Bremssysteme. Wir haben bereits beide Systeme im direkten Vergleich getestet, sagen euch, was die Unterschiede sind und für wen eine automatische Schaltung am E-Bike Sinn macht.
- Technischer Aufbau und Redundanz: Neben der Haptik und Usability sind auch der technische Aufbau und die Redundanz gewisser Bauteile wichtig: Lässt sich das Bike auch weiterhin einschalten und nutzen, wenn beispielsweise die Remote bei einem Crash kaputt geht? Das gleiche gilt für externes wie internes Laden des Akkus. Dahingehend spielen auch der After-Sales-Support und die Wartungsfreundlichkeit eine entscheidende Rolle: Ersatzteile und guter Service vor Ort sind enorm wichtig, denn viele von uns besitzen ihre Bikes über mehrere Jahre hinweg und so sind diese Faktoren unabdingbar.
- Passendes Motorsystem: Letztendlich ergibt sich aus all diesen Aspekten für jeden Fahrer das passende Motorsystem - ihr müsst nur euer Match finden. Während manche E-Bike Motoren sehr spezielle und schmale Einsatzbereiche abdecken und z. B.
Typenkunde: Diese E-Bike-Antriebe gibt es
Grundsätzlich unterscheidet man drei Motoren:
- Frontnabenmotor
- Mittelmotor
- Hinterradnabenmotor
Jeder hat seine Vor- und Nachteile.
E-Bike-Frontnabenmotor: Der Zug von vorne
Der Frontnabenmotor ist heute so gut wie nicht mehr verbreitet, da er Mittel- und Hinterradnabenmotoren unterlegen ist.
E-Bike-Mittelmotor: Der Klassenprimus
Mittelmotoren sind im Bereich des Tretlagers untergebracht und bieten ein natürlicheres Fahrgefühl. Der Grund: Die tiefe, mittige Position am E-Bike sorgt für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und einen tiefen Schwerpunkt. Diese Art von Motor eignet sich gut für starke Antriebe, da sie traditionell hohe Drehmomentwerte ermöglicht.
E-Bike-Hinterradnabenmotor: Unscheinbar und dennoch kräftig
Diese Motoren befinden sich in der Hinterradnabe. Sie sind bekannt für ihr leichtes Gewicht und ihre besonders unauffällige Optik. Daher sind sie optimal für den täglichen Einsatz in der Stadt.
E-Bike-Antriebe im Vergleich: Die bekanntesten Antriebshersteller
Nachdem du nun die wichtigsten Motorentypen kennst, kommen wir zu den Herstellern. Im Folgenden erklären wir dir einige der bekanntesten Antriebshersteller und ihre Produkte.
Bosch: Mittelmotoren für jeden Einsatzzweck
Bereits 2011 brachte Bosch den ersten E-Bike-Antrieb auf den Markt: Das deutsche Unternehmen Bosch eBike Systems hat mit seinen Antrieben einen großen Teil dazu beigetragen, dass das E-Bike so beliebt geworden ist.
Folgende Liste zeigt die aktuellen E-Bike-Motoren von Bosch:
- Bosch Active Line: günstiger E-Bike-Antrieb, kommt vor allem bei E-Citybikes zum Einsatz
- Bosch Active Line Plus: Allround-Antrieb für E-City- und E-Trekkingbikes
- Bosch Cargo Line: E-Antrieb für E-Cargobikes
- Bosch Performance Line: Allround-E-Antrieb für E-Trekkingbikes und SUV-E-Bikes
- Bosch Performance Line Speed: E-Antrieb für S-Pedelecs mit einer Unterstützung bis 45 km/h
- Bosch Performance Line SX: besonders leichter E-Antrieb, perfekt für Light-E-Bikes und E-Rennräder
- Bosch Performance Line CX: kraftvoller E-Antrieb für E-MTBs und SUV-E-Bikes
- Bosch Performance Line CX Race: kraftvoller E-Antrieb mit sehr direktem Ansprechverhalten für den Renneinsatz
| Modell | System | Einsatzbereich | Max. Drehmoment | Unterstützungsstufe | Max. Geschwindigkeit | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Active Line | eBike-System 2 / Smarte System | Stadt, Alltag | 40 Nm | 250 % | 25 km/h | ca. 2,9 - 3,0 kg |
| Active Line Plus | eBike-System 2 / Smarte System | Stadt, Ausflüge | 50 Nm | 270 % | 25 km/h | ca. 3,2 - 3,3 kg |
| Cargo Line | eBike-System 2 / Smarte System | Lastentransport | 85 Nm | 400 % | 25 km/h | ca. 3,9 kg |
| Performance Line | eBike-System 2 / Smarte System | Trekking, Touren | 65 Nm | 300 % | 25 km/h | ca. 3,2 kg |
| Performance Line Speed | eBike-System 2 / Smarte System | S-Pedelecs, schnelle Strecken | 85 Nm | 340 % | 45 km/h | ca. 3,5 kg |
| Performance Line SX | Smarte System | Leichte eMTBs, Gravel | 55 Nm | 300 % | 25 km/h | ca. 2,0 kg |
| Performance Line CX | eBike-System 2 / Smarte System | eMTB, anspruchsvolle Touren | 85 Nm | 340 % | 25 km/h | ca. 2,9 - 3,0 kg |
| Performance Line CX Race | Smarte System | eMTB, Wettkampf | 85 Nm | 400 % | 25 km/h | ca. 2,9 kg |
Brose: Mittelmotoren für verschiedene Terrains
115 Jahre Ingenieurserfahrung aus der Automobilindustrie - mit diesem Know-how im Rücken stellt das deutsche Unternehmen Brose E-Bike-Antriebe her.
Das sind die aktuellen Brose-E-Bike-Antriebe:
- Brose Drive3 Peak: sehr starker Antrieb mit bis zu 95 Nm Drehmoment
- Brose Drive C: für E-Citybikes, besonders leise und vibrationsarm
- Brose Drive S: für E-Mountainbikes, bis zu 90 Nm Drehmoment
- Brose Drive T: für E-Bikes mit einer hohen Reichweite
- Brose Drive TF: starker Allround-Antrieb, bis zu 90 Nm Drehmoment
- Brose Drive H: E-Bike-Antrieb für Lastenräder
Fazua/Porsche: Kleine, aber kräftige Mittelmotoren
Fazua ist ein deutsches Unternehmen, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2017 auf leichte und kompakte Mittelmotoren spezialisiert hat. Seit 2022 gehört Fazua zu Porsche, was die Innovationskraft der Antriebe unterstreicht.
Das sind die aktuellen Modelle:
- Fazua Ride 50 Evation: der klassische Fazua-Motor mit 55 Nm Drehmoment
- Fazua Ride 50 Trail: Variante des Ride 50 für E-Mountainbikes
- Fazua Ride 50 Street: Variante des Ride 50 für E-Citybikes
- Fazua Ride 60: neuestes Modell von Fazua, überzeugt durch mehr Leistung und weniger Gewicht als seine Vorgänger
Giant: Eigengewächs aus Taiwan
Der taiwanesische Hersteller Giant, seines Zeichens der weltweit größte Fahrradhersteller, gehört zu den wenigen Fahrradfirmen, die auf ein eigenes Antriebssystem setzen.
Das ist das aktuelle Portfolio:
- Giant Syncdrive Pro: Antrieb für E-Mountainbikes
- Giant Syncdrive Pro powered by Shimano: Antriebssystem, das auf dem EP8-Motor von Shimano basiert
- Giant Syncdrive Sport: sportlicher E-Bike-Antrieb für E-Trekkingbikes und E-SUVs
- Giant Syncdrive Core: Motor für E-Citybikes, inklusive „Smart Assist“-Technologie für ein besonders sanftes Beschleunigen
Mahle: Nabenmotoren für E-Rennrad und E-Gravelbike
Mahle kommt ursprünglich ebenfalls aus dem Automobilbereich. 2018 übernahm man jedoch den spanischen Antriebsspezialisten Ebikemotion Technologies. Seitdem hat sich das Unternehmen auch auf dem E-Bike-Markt zu einer festen Größe entwickelt.
Diese Mahle-E-Bike-Antriebe gibt es:
- Mahle X20: neueste Version des Mahle-Systems, mit 55 Nm Drehmoment bei 3,2 Kilogramm Gewicht
- Mahle X35: der Klassiker, mit 40 Nm Drehmoment bei 3,5 Kilogramm Gewicht
Panasonic: Mittelmotoren mit maximalem Drehmoment
Panasonic ist ein japanisches Unternehmen, das du sicherlich von anderen Elektronikartikeln kennst. Dieses Know-how hat man genutzt, um auch in den E-Bike-Markt einzusteigen.
Diese Panasonic-Modelle findest du auf dem Markt:
- Panasonic GX Ultimate Pro Fit: stärkster Panasonic-E-Bike-Motor; 95 Nm Unterstützung, trotzdem mit 2,95 Kilogramm vergleichsweise leicht
- Panasonic GX Ultimate: Kraftpaket mit 90 Nm Drehmoment, perfekt für E-Mountainbikes
- Panasonic GX Power Plus: Allround-Motor mit 75 Nm Drehmoment, ideal für Trekking- und Touring-E-Bikes
- Panasonic GX Power: für den täglichen Einsatz an E-Citybikes, mit 60 Nm Drehmoment
Pinion MGU: Antrieb und Schaltung in einem
Pinion war bis dato eigentlich als Getriebehersteller bekannt. Seit letztem Jahr hat man sich allerdings auch unter die Antriebshersteller gemischt.
Shimano: Mittelmotoren für Allrounder
Shimano ist ein bekannter Name in der Fahrradindustrie. Seit 2016 stellen die Japaner auch E-Bike-Mittelmotoren her.
Diese Shimano-E-Bike-Antriebe gibt es:
- Shimano EP8: Topmodell für E-Cargobikes; leistet 85 Nm Drehmoment bei einem Gewicht von 2,7 Kilogramm
- Shimano EP6: Antriebseinheit für Lastenräder, mit 3 Kilogramm etwas schwerer als der EP8
- Shimano Steps E8000: Antrieb für E-Mountainbikes, vermittelt ein direktes Pedalgefühl bei ein- und ausgeschalteter Motorunterstützung
- Shimano Steps E7000: Antrieb für E-Mountainbikes, mit 60 Nm Drehmoment bei 2,79 Kilogramm ein guter Mix aus Kraft und Gewicht
- Shimano Steps E6100: Allround-Motor; sparsamer Akkuverbrauch und dadurch eine gute Reichweite
- Shimano Steps E6000: Allround-Motor für eine Vielzahl an Modellen - insbesondere E-City und E-Trekking
- Shimano Steps E5000: sehr leichter und kleiner Motor für E-Citybikes
TQ: Ein besonders leichter Mittelmotor
TQ ist ein deutsches Unternehmen aus Oberbayern, das sich auf die Konstruktion von E-Bike-Mittelmotoren spezialisiert hat.
Yamaha: Kraftvolle Mittelmotoren mit hohem Drehmoment
Yamaha, ein bekannter Name in der Motorradindustrie, stellt auch E-Bike-Mittelmotoren her. Die Motoren der japanischen Firma zeichnen sich durch ihre kraftvolle Leistung und ihr hohes Drehmoment aus.
Light- und High-Power-Antriebe
Im Bereich der elektrischen Antriebstechnologien gibt es eine Vielzahl von Systemen, die je nach Einsatzgebiet und Leistungsanforderung variieren. Zwei wesentliche Kategorien sind sogenannte Light-Support-Antriebe und High-Power-Antriebe.
High-Power-Antriebe bieten deutlich mehr Leistung und Drehmoment (mehr als 50 Nm) als Light-Support-Systeme und sind daher für schwerere und anspruchsvollere Aufgaben geeignet.
Light-Support wird dort eingesetzt, wo eine sanfte Unterstützung ausreicht und Wert auf Energieeffizienz gelegt wird.
Am Ende sind es entscheidende Details und natürlich auch Preispunkte, die dazu führen, dass Bike-Marken manch guten Motor gar nicht verbauen oder bereuen, es doch getan zu haben.
Viele Motorenhersteller scheitern daran, dass sie Antriebe mit guter Performance bauen, aber kein global funktionierendes Service-Netzwerk bieten oder garantieren können.
Dahingehend wird es spannend, welche Motorenhersteller die Bike-Marken in den nächsten Jahren tatsächlich verbauen werden und an unseren Bikes zum Einsatz kommen.
Die Qual der Wahl
Die Wahl des passenden Motors beeinflusst nicht nur das Fahrerlebnis, sondern auch die Wartung und Lebensdauer deines E-Bikes. Mittelmotoren bleiben auch im Jahr 2025 die Spitzenreiter unter den E-Bike-Antrieben. Dank ihrer innovativen Technologie und Vielseitigkeit bieten sie ein unvergleichliches Fahrerlebnis.
Besonders die Motoren von BOSCH, TQ und Shimano setzen Maßstäbe in Sachen Effizienz, Leistung und Benutzerfreundlichkeit. Die zentrale Platzierung im Rahmen sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und ein natürliches Fahrgefühl. Ihre direkte Kraftübertragung macht sie effizient und kraftvoll - ideal für jedes Gelände, von der Stadt bis zum Gebirge.
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