Immer mehr Deutsche entdecken das Fahren auf drei Rädern als attraktive Alternative. Doch welcher Führerschein ist dafür erforderlich? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die in Deutschland geltenden Bestimmungen für Trikes und dreirädrige Roller.
Was ist ein Trike?
Optisch erinnern Trikes an motorisierte Dreiräder. Rechtlich werden sie als Fahrzeuge mit einer einspurigen Achse vorne und einer mehrspurigen Achse hinten definiert. Sie sind sowohl mit Verbrennungsmotoren als auch in Elektro-Varianten erhältlich.
Welchen Führerschein braucht man für ein Trike?
Die erforderliche Fahrerlaubnis richtet sich nach der Leistung des Trikes:
- Klasse AM: Für Trikes mit maximal zwei Sitzplätzen, einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, einer Nenndauerleistung von 4 kW, einer maximalen Leermasse von 270 kg und einem Hubraum von 50 cm³ (Fremdzündungsmotor) oder 500 cm³ (Selbstzündungsmotor).
- Klasse A1: Für Trikes mit einer Leistung von bis zu 15 kW.
- Klasse A: Für stärkere Trikes mit einer Leistung von mehr als 15 kW.
Inhaber der Fahrerlaubnis der Klasse B, die den Führerschein vor dem 19.01.2013 erworben haben, dürfen Trikes weiterhin fahren. Beim Umtausch in die Scheckkarte wird dies durch die Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A ausgedrückt. Die ab dem 19.01.2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194). Sofern das Kraftfahrzeug eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, gilt diese Berechtigung nur, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.
Wichtig: Nur die vor dem 19.01.2013 ausgestellte Klasse B berechtigt zum Mitführen eines Anhängers hinter einem Trike.
Dreirad-Roller mit B-Führerschein: Was ist möglich?
Anders als in vielen anderen europäischen Ländern dürfen in Deutschland leistungsstarke Dreirad-Roller auch mit dem Pkw-Führerschein (Klasse B) gefahren werden. Inhaber der Fahrerlaubnis der Klasse B, die mindestens 21 Jahre alt sind, dürfen im Inland dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Motorleistung von mehr als 15 kW / 24 PS führen.
Ausnahme: Wer die Fahrlizenz-B-Prüfung erst nach dem 19. Januar 2013 abgelegt hat, muss mindestens 21 Jahre alt sein, um entsprechende Fahrzeuge zu bewegen. Wer jünger ist, darf dreirädrige Kraftfahrzeuge bis maximal 15 kW bedienen. Dieses gilt aber ausschließlich in Deutschland - wer mit seinem starken Dreirad ins Ausland fährt, braucht den Motorradführerschein der Klasse A.
Vor- und Nachteile von Dreiradrollern
Vorteile:
- Keine zusätzliche Fahrerlaubnis oder Erweiterung des Führerscheins erforderlich.
- Keine Einschränkungen hinsichtlich Hubraum.
- Mehr Sicherheit durch zwei Vorderräder, besonders bei schlechten Straßenverhältnissen.
Nachteile:
- Weniger wendig im Vergleich zu zweirädrigen Rollern.
- Höheres Gewicht.
- Verhältnismäßig hohe Anschaffungskosten.
- Geringere Auswahl an Modellen.
Beliebte Dreirad-Roller-Modelle in Deutschland
Hier ist eine Übersicht über einige der in Deutschland erhältlichen Dreirad-Roller:
| Modell | Hubraum (cm³) | Leistung (kW/PS) | Gewicht (kg) | Preis (ca. Euro) |
|---|---|---|---|---|
| Peugeot Metropolis | 399 | 26,2 / 35,6 | 280 | ab 9.355 |
| Piaggio MP3 300/Sport | 278 | 19 / 25,8 | 225 | 7.290 / 7.490 |
| Piaggio MP3 400/Sport | 399 | 26 / 35 | 257 | 9.590 / 9.590 |
| Piaggio MP3 500 Sport Advanced | 493 | 32 / 44 | 282 | 11.590 |
| Yamaha Tricity 300 | 292 | 20,6 / 28 | 239 | ab 8.699 |
Hinweis: Die Preise können abweichen und verstehen sich inklusive Nebenkosten, sofern nicht anders angegeben.
Die Top 3 Dreirad-Roller laut 1000PS Redaktion
Die 1000PS Redaktion hat im Rahmen der 1000PS Top Awards 2023 die besten Dreirad-Roller mit B-Führerschein gewählt:
- Peugeot Metropolis 400: Überzeugt durch Optik, Stauraum und kräftigen Motor.
- Piaggio MP3: Der ewige Klassiker mit großartigem Wind- und Wetterschutz sowie riesigem Staufach. Besonders die Exclusive Version mit Rückfahrkamera und Retourgang sticht hervor.
- Yamaha Tricity 300: Bietet ein Anti-Kipp-System und Fahrstabilität durch die Leaning Multi Wheel-Neigetechnik.
Alternativ: Führerschein-Erweiterung B196
Für Autofahrer, die lieber ein zweirädriges Leichtkraftrad fahren möchten, gibt es die Möglichkeit der Führerschein-Erweiterung B196. Damit dürfen Leichtkrafträder der 125er-Klasse (bis 125 cm³ Hubraum und maximal 11 kW Leistung) gefahren werden. Die Anwärter müssen mindestens 25 Jahre alt sein, seit mindestens 5 Jahren den Führerschein Klasse B haben und neun Doppelstunden Fahrschule absolvieren. Die Kosten liegen je nach Region bei ca. 700 - 900 Euro.
Helmpflicht und Schutzkleidung
Für Trikes gilt generell Helmpflicht. Diese entfällt nur, wenn das Trike mit einer zugelassenen Rückhalteeinrichtung (Sicherheitsgurt) ausgerüstet ist und diese auch benutzt wird. Auch wenn es keine Pflicht ist, wird empfohlen, beim Fahren eines Trikes oder Dreiradrollers Schutzkleidung zu tragen.
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