Welches Moped passt zu mir? Der ultimative Test zur Motorradwahl

Sobald der Entschluss feststeht, dass ein Motorrad einziehen wird, stellt sich jeder Motorradfahrer die Frage: Welches Motorrad passt zu mir? In diesem ultimativen Guide zum Motorradkauf widmen wir uns den essentiellsten Fragen.

Die Qual der Wahl: Welcher Motorradtyp bist du?

Motorräder sind grandiose Spaßmacher - wenn du herausgefunden hast, welches Motorrad zu dir passt. Bist du eher der zurückhaltende Typ oder liebst du den großen Auftritt? Suchst du eine gemütliche Reisemaschine oder bist du eher der Typ blitzschnelle Kurzstrecke?

Die da - oder etwa die da? Für welche Maschine sich der Neu- oder Wiedereinsteiger beim Kauf letztlich entscheidet, hängt von vielen Faktoren ab. Dann kommt es natürlich auf den Einsatzzweck an: Soll es mit dem Motorrad jedes Jahr auf große Urlaubstour gehen? Wird es gar Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit eingesetzt? Oder will man das Bike nur an Sommer-Wochenenden fürs Schaulaufen vor der Eisdiele aus der Garage holen?

Du bist dir unsicher und kannst dich nicht entscheiden oder willst einfach nur wissen, ob dein Bike tatsächlich zu dir passt? Dann ist dieser Test genau der richtige für dich!

Die verschiedenen Motorradtypen im Überblick

Aus sechs unterschiedlichen Gattungen kann der Kunde sein Wunschmotorrad wählen. Für die Unterwegs-Fraktion und für Vielfahrer bieten sich großvolumige, vollverkleidete Tourer mit hoher Zuladung, aber auch Allrounder oder die beliebten Reiseenduros an. PS- und drehzahlstarke Sportmaschinen kommen mehr für kürzere Sprints als für die Langstrecke in Frage und sind natürlich auf der Rennpiste in ihrem Element. Naked Bikes sind im Prinzip sehr universell einsetzbar, mangels Windschutz aber nur mit Abstrichen für die lange Reise tauglich.

  • Naked Bikes: Diese „nackten“ Serienstraßenmotorräder, das heißt Motorräder ohne Teil- oder Vollverkleidung sind für den Einsatz auf der (Land-) Straße konzipiert. Sie werden wegen ihres als „klassisch“ empfundenen Aussehens geschätzt. Außerdem besteht bei einem Sturz nicht die Gefahr, dass die häufig teure Verkleidung beschädigt werden kann.
  • Sportler: Ein Sportler ist ein kompromisslos auf Sportlichkeit getrimmtes Motorrad. Maximale Motorleistung und ein optimales Verhältnis von Leistung und Fahrzeugmasse sowie eine möglichst einfache Fahrbarkeit stehen im Vordergrund.
  • Cruiser: Die typischen Merkmale sind ein langer Radstand, breite Bereifung, großvolumiger Motor, große Kotflügel, breiter Lenker sowie relativ weit vorn angebrachte Trittbretter und eine daraus resultierende aufrechte Sitzposition.
  • Enduro: Die Enduro besitzt eine vergleichbare Fahrwerksgeometrie wie Motocrossmaschinen, ist jedoch von der Leistungscharakteristik her stärker auf Langstrecke bzw.
  • Allrounder: Als Allrounder wird in der Fachpresse ein Straßenmotorrad bezeichnet, welches die Eigenschaften eines Tourenmotorades und eines Sportmotorrades weitgehend vereint.

Welcher Fahrertyp bist du?

  • Der Tourenfahrer: Du magst es bequem, sicher und bist gern auf langen Strecken unterwegs.
  • Der Rennfahrer: Du bist ein klassischer Rennfahrer, magst es gern schnell und leistungsstark.
  • Der Cruiser-Fahrer: Bei Dir steht Geschwindigkeit absolut im Hintergrund. Du magst es, langsam durch die Gegend zu fahren. Der Weg ist Dein Ziel.
  • Der Gelände-Fahrer: Du bist gern im Gelände unterwegs. Die Straßen dürfen auch gern unbefestigt sein.
  • Der Allround-Fahrer: Du liebst das Motorradfahren in allen Lebenslagen. Du bist gern mal auf der Rennstrecke, möchtest aber auch viele Kilometer auf dem Weg in den Urlaub auf Deiner Maschine zurücklegen.
  • Der Naked-Bike-Fahrer: Du magst es „natürlich“ und kannst auf teure und aufwendige Verkleidungen am Motorrad gut verzichten.

Die Technik unter der Lupe: Motorbauarten und ihre Eigenheiten

Gerade anfangs kann die Vielzahl an technischen Begriffen und besonderen Bezeichnungen im Biker-Jargon äußerst verwirrend sein. Zwar muss man jetzt nicht zum Vollblut-Enthusiasten mutieren, nur weil man sich ein Motorrad oder einen Roller kaufen möchte, doch ein gewisses Grundverständnis für die Technik und die Funktionen dahinter sind auch beim Kauf von Vorteil. Mit einem gewissen Know-How kann man schon auf den ersten Blick sagen, ob das Bike potentiell interessant ist oder nicht. Bestes Beispiel hierfür ist die Bauart des Motors. Sie ist das Hauptindiz, wenn es um den Charakter des Motors und folglich auch das Fahrverhalten des Bikes geht. Die verschiedenen Bauweisen haben alle ihre Vor- und Nachteile und fahren sich unterschiedlich.

Der Charakter des Motors ist einer der Hauptfaktoren, der entscheidet, ob man sich auf einem Bike wohl fühlt oder nicht.

Motor-Bauweisen im Vergleich

Hier eine Übersicht über die gängigsten Motorbauweisen und ihre Eigenschaften:

Motor-Bauweise Motor-Charakter Stärken Schwächen Verbaut in...
Einzylinder Obwohl ruppig und harsch im Vergleich zu anderen Motoren, erfreut sich der Einzylinder weltweit großer Beliebtheit. Leicht und schmal, Mechanisch simpel und leicht zu warten, gutes Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich Starke Vibrationen, Erzeugen weniger Power im Verhältnis zum Gewicht als mehrzylindrige Motoren Fast allen Hardenduros und ernsthaften Gelände-Motorrädern, Günstigeren und kleinhubigen Motorrädern und Mopeds
Parallel-Twin Zweizylinder Der historische Allrounder unter den Motoren. Zählte zu den ersten breit gebräuchlichen Motoren. Leicht und schmal, Relativ günstig und einfach herstellbar, Vielseitig einsetzbar Leichte Vibrationen In Cruisern, Naked-Bikes, kleineren und günstigeren Supersportlern und Reiseenduros
V-Twin Zweizylinder Der Motorrad-Motor schlechthin. Starke historische Wurzeln und eine echte Ikone der Motorentechnik. Ordentlich Drehmoment und breites Power-Band, Schmal, Niedriger Schwerpunkt, Unverwechselbarer V-Twin-Sound Vibrationen bei breiteren V-Motoren, Schwierig den hinteren Zylinder zu kühlen, Weniger Power pro Zylinder als bei mehrzylindrigen Motoren defacto allen amerikanischen Cruisern und Choppern, In fast allen Ducatis, Längs in Moto Guzzis
Boxer Twin Zweizylinder Der Motor von BMW. Ein richtiger Muskelprotz wenn es um Drehmoment geht und dadurch auch sehr beliebt bei Motorradfahrern. Drehmoment-Power, Gut balanciert, Niedriger Schwerpunkt, Lineare und angenehme Leistungsentfaltung Breit und unhandlich, Begrenzte Schräglagenfreiheit Allen möglichen BMW-Motorrädern
Triple Dreizylinder Der Kompromiss aus Drehmoment-freudigem Zweizylinder und Drehzahl-freudigem Vierzylinder. Sehr ausgeglichener Motor mit hoher Vielseitigkeit. Balance zwischen der Charakteristik von Zweizylindern und Vierzylindern, Vielseitigkeit, Einzigartiger Motorklang, Kompakte Bauweise Von manchen als emotionslos verschrien Triumph Sport-Bikes, Einigen Yamaha Sport-Motorrädern wie MT-09, Triumph Rocket 3
Reihen-Vierzylinder Die populärste Motoren-Art für Sportmotorräder. Untenrum etwas brustschwach, oben raus fliegen die Pferdchen. Einfache und sehr entwickelte Bauweise, sanfte Leistungsentfaltung, Extrem Drehfreudig, Massiv Leistung im oberen Drehzahlbereich möglich Müssen für sportliche Fahrweise sehr hoch drehend gefahren werden, Drehmoment eher Mangelware Fast allen Sport-Motorrädern, vor allem in Bikes aus Japan

Die richtige Größe: Passform und Ergonomie

Auf jeden Fall muss das Gefährt zu seiner Fahrerin und zu seinem Fahrer, sprich: zur jeweiligen Körpergröße passen. Klein gewachsene Personen, so zwischen 150 und 160 Zentimeter, können sich zum Beispiel eine hochbeinige Enduro abschminken - sie werden im Stand mit den Füßen kaum den Boden erreichen. Umgekehrt wird sich ein über zwei Meter großer Hüne auf Dauer nicht wirklich auf einem ultrafl achen Chopper wohlfühlen, es sei denn, er ist ein ausgesprochener Sitzriese. Auch die kompakten Supersport-Maschinen sind für große Menschen nicht optimal geeignet. Zudem bieten sie wenig Platz für den Sozius.

Ist das Bike zu groß, harmoniert es nicht optimal mit den eigenen Körpermaßen. Das bedeutet unter anderem, dass der Komfort beim Fahren zu wünschen übriglässt. Zudem erhöht sich das Unfallrisiko erheblich, wenn das Motorrad nicht zum Körperbau passt. Ist die Maschine zu klein, melden sich bald Rücken und Gelenke - ist sie indes zu groß, besteht die Gefahr, mit dem Bike umzukippen oder die Kontrolle zu verlieren.

Ein absolut dringend zu beachtender Faktor für den Kauf eines Bikes ist die Körpergröße, beziehungsweise Sitzhöhe. Probesitzen und Probefahren sind vor dem Kauf eines Motorrads deshalb unerlässlich. Auch das Schieben des Bikes sollte getestet werden. Nachspüren: Sitzt es sich bequem? Probefahrt machen: Wie sicher fühlt sich das Anhalten an der Ampel an? Wie gut funktionieren Auf- und Absteigen?

Sitzhöhe und Körpergröße im Verhältnis

Sie können die Suche nach einem Motorrad, das Ihrer Körpergröße besonders gut entspricht, mit einem Kniff vereinfachen. Messen Sie dafür den Abstand von Ihrer Fußsohle bis nach oben zu Ihrem Schritt aus. Somit ergibt sich die Sitzhöhe.

  • Sitzhöhe des Motorrads für Körpergröße 160 cm: ca.
  • Sitzhöhe des Motorrads für Körpergröße 165 cm: ca.
  • Sitzhöhe des Motorrads für Körpergröße 170 cm: ca.
  • Sitzhöhe des Motorrads für Körpergröße 175 cm: ca.
  • Sitzhöhe des Motorrads für Körpergröße 180 cm: ca.
  • Sitzhöhe des Motorrads für Körpergröße 190 cm: ca.

Eine Tabelle wie diese sollte ausschließlich als ungefährer Anhaltspunkt dienen, wie die Erfahrung zeigt. Doch Vorsicht: Selbst, wenn die Sitzhöhe eines Motorrads laut Tabelle zu den eigenen Maßen passt, können andere Faktoren die Maschine trotzdem als unpassend ausschließen.

Ist der Sitz beispielsweise sehr breit und vielleicht auch etwas kantig, kann dies die Strecke vom Sitz bis zum Boden verlängern - und sich zudem als unbequem erweisen. Anpassungen sind in gewissem Umfang möglich, beispielsweise das Auf- oder Abpolstern eines Motorrads. Manche Hersteller haben zudem weitere Sitzbänke oder Kits für die Tieferlegung im Angebot. Natürlich sollten Änderungen dieser Art unbedingt von einem Profi vorgenommen werden.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Dein Fahrkönnen ist sehr wichtig.
  • Das hängt von deinem Budget ab. Du solltest nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die laufenden Kosten wie Versicherung, Wartung und Treibstoff berücksichtigen.
  • Deine Körpergröße und dein Gewicht können bestimmen, welches Motorrad für dich am bequemsten ist.

Die Probefahrt: Das A und O vor dem Kauf

Eine Probefahrt ist ein absolutes Muss, bevor du ein Motorrad kaufst. Es ist die beste Möglichkeit, ein Gefühl für das Motorrad zu bekommen und zu sehen, ob es zu dir passt. Wie fühlt sich das Handling an? Wie reagiert der Motor auf das Gas? Wie gut funktionieren die Bremsen? Auch der Komfort ist ein wichtiger Aspekt, den du während einer Probefahrt beurteilen kannst. Die Probefahrt gibt dir auch die Möglichkeit, eventuelle Probleme oder Mängel zu entdecken.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Motorradfahrer in erster Linie das Design und die Bauweise der Maschine im Fokus haben: Wenn sich bei der Testfahrt ein Gefühl der Unsicherheit bemerkbar macht, wird dieses Empfinden mitunter bagatellisiert oder heruntergespielt. So setzen viele Käufer voraus, dass sie zunächst lediglich eine Gewöhnungsphase überstehen müssen. Experten sind sich allerdings einig, dass dies nur in den seltensten Fällen zutrifft. Vielmehr sollte sich der Fahrer von Anfang an wohlfühlen, wenn er auf der Maschine sitzt.

Sicherheit geht vor: Achte auf die Technik

Sicherheit und Funktionstüchtigkeit sollten immer an erster Stelle stehen. Ein älteres Motorrad kann zwar Charme haben, ist möglicherweise aber nicht mit den neuesten Sicherheitsfeatures wie ABS und Traktionskontrolle ausgestattet. Die Bremsen sollten reaktionsschnell und kraftvoll sein. Die Reifen sollten ausreichend Profil haben und keine Risse oder andere Schäden aufweisen. Scheinwerfer, Rücklichter und Blinker müssen ebenfalls einwandfrei funktionieren.

Neu oder gebraucht? Eine Frage des Budgets

  • Neues Motorrad: Ein neues Motorrad bietet den Vorteil, dass es in einwandfreiem Zustand ist. Es kommt mit einer Garantie, und du hast das neueste Modell mit den aktuellsten Technologien und Features. Allerdings ist ein neues Motorrad auch teurer in der Anschaffung und es verliert schnell an Wert.
  • Gebrauchtes Motorrad: Ein gebrauchtes Motorrad hingegen ist oft deutlich günstiger in der Anschaffung und hat in der Regel seinen größten Wertverlust schon hinter sich.

Checkliste für den Gebrauchtkauf

  • Stelle sicher, dass der Verkäufer das Recht hat, das Motorrad zu verkaufen und dass es nicht gestohlen ist.
  • Gleiche den Fahrzeugbrief mit den tatsächlichen Daten des Motorrads ab.
  • Bei einem Kauf von einem Händler hast du in der Regel ein gesetzliches Recht auf Gewährleistung.
  • Bei einem Privatkauf kann die Gewährleistung jedoch ausgeschlossen werden.

Versicherung und Zulassung: Das Bürokratie-Muss

  • Haftpflichtversicherung: Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die du anderen zufügst.
  • Teilkasko und Vollkasko: Teilkasko und Vollkasko sind optional, bieten aber zusätzlichen Schutz, beispielsweise bei Diebstahl, Vandalismus oder Unfällen, die du selbst verursacht hast.
  • Zulassung: Die Zulassung ist der offizielle Prozess, bei dem dein Motorrad bei der zuständigen Behörde registriert wird. Du benötigst dafür verschiedene Dokumente, darunter den Fahrzeugbrief, den Kaufvertrag und eine Versicherungsbestätigung.

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