Welches Fahrrad ist am besten für Radtouren? Ein umfassender Ratgeber

Die Wahl des richtigen Fahrrads für Radtouren ist keine einfache Entscheidung. Es gibt eine Vielzahl von Fahrradtypen und -größen, die für unterschiedliche Einsatzbereiche geeignet sind. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, das optimale Fahrrad für Ihre Bedürfnisse zu finden.

Welches Fahrrad passt zu mir? Die wichtigsten Informationen im Überblick

In diesem Ratgeber werden folgende Themen behandelt:

  • Welche Arten von Fahrrädern es gibt
  • Wie Sie Ihre ideale Fahrradgröße bestimmen können
  • Wie Sie herausfinden, welches Fahrrad wirklich zu Ihnen passt

Mountainbike, Rennrad und Co: Beliebte Fahrradtypen und ihr Einsatzbereich

Bevor Sie sich für ein Fahrrad entscheiden, sollten Sie sich Gedanken über die zukünftige Nutzung machen: Wo werden Sie hauptsächlich damit fahren? Je nach Einsatzbereich können nämlich unterschiedliche Arten von Fahrrädern zum Einsatz kommen.

Beliebte Fahrrad-Modelle sind beispielsweise:

  • Citybikes
  • Mountainbikes
  • Trekkingräder
  • Crossbikes
  • Rennräder

Vergleicht man deren typische Ausstattung miteinander, bemerkt man rasch: Die Unterschiede sind nicht zu übersehen. Überlegen Sie sich daher möglichst frühzeitig, wo und wie Sie Ihr Fahrrad nutzen möchten. Anschließend können Sie die zu Ihnen passende Fahrradgröße auswählen.

Egal, für welche Fahrrad-Art Sie sich entscheiden: Alle Modelle bieten Ihnen jeweils spezifische verschiedene Vor-, aber auch Nachteile, die wir nachfolgend erläutern.

Citybike

Ein Citybike ist beispielsweise ideal für befestigte Wege und kürzere Strecken geeignet. Insbesondere bei Alltagstätigkeiten, etwa dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder eine gemütliche Radrunde durch den Park ist das City Bike in seinem Element.

City Bikes verfügen meist über eine Ausstattung gemäß der StVZO. Sie besitzen eine 3- oder 7-Gang-Schaltung und eine Rücktrittbremse. Es besitzt flexible Federungssysteme und überzeugende Bremsen. Plant man eine längere Tour, ist der Sattel womöglich nicht so bequem. Du könntest ihn für den Ausflug jedoch austauschen.

Trekkingrad

Wie das Citybike verfügt es ebenfalls über die laut StVZO notwendige Grundausstattung, wie den Gepäckträger, und auch in ihrer Bauweise ähneln sich Citybike und Trekkingrad. Letzteres ist allerdings etwas sportlicher und leichter.

Das Trekkingrad ist insbesondere für längere Fahrrad-Touren, bei denen du mehrere Tage oder Wochen lang unterwegs bist, konzipiert. Bikepacking, Alpenüberquerungen, und noch vieles mehr: das alles kann das Trekkingrad. Durch seine breiten Reifen lassen sich auch leichte Geländepassagen abseits von Asphaltstraßen bewältigen.

Auf das Trekkingrad lassen sich auch Taschen und Co. Anders als ein Mountainbike ist es aber nicht für schwieriges Gelände geeignet. Die oft fehlende Federung stellt einen Grund dafür. Gleiches gilt für die schwächeren Bremssysteme.

Crossbike

Im Gegensatz dazu ist das Crossbike als einer der beiden Fahrradtypen für gemütliche längere Touren eine ideale Wahl. Der geringere Rollwiderstand ist hierbei besonders praktisch und so fährt sich das Crossbike ideal sowohl auf Landstraßen wie auch im Wald.

Rennrad

Ein Rennrad ist insbesondere für alle, die das Fahrradfahren als Sport betreiben möchten, gedacht. Durch sein geringes Gewicht und seine Bauweise kannst du mit dem Rennrad hohe Geschwindigkeiten erreichen und lange Tagestouren bis 200 Kilometern absolvieren.

Die Fahrradgröße mit der Körpergröße errechnen

In diesem Fall findest du deine Antwort mit einer einfachen Rechnung anhand von deiner Körpergröße heraus. Nimm von Kopf bis Fuß Maß und wähle anschließend die passende Fahrradgröße. Sie bezieht sich auf den Rahmen. Beachte dabei, dass die vorgestellten Fahrradgrößen für erwachsene Personen gelten.

  • Bist du zwischen 150 cm und 160 cm groß, liegt die ideale Rahmengröße zwischen 33 cm und 38 cm.
  • Misst du zwischen 160 cm und 170 cm, ist eine Fahrradgröße von 38 cm bis 43 cm für dich ideal.
  • Bei einer Körpergröße von 170 cm bis 180 cm empfiehlt sich ein 43 cm bis 48 cm hoher Rahmen.
  • Pro zehn Zentimeter Körpergröße vergrößert sich der Rahmen um bis zu fünf Zentimeter.
  • Personen über 190 cm sollten also auf einen Rahmen ab 58 cm zurückgreifen.

Darüber hinaus kannst du die ideale Fahrradgröße auch anhand deiner Schrittlänge berechnen. Mhr dazu erfährst du in unserem Ratgeber-Artikel.

Wie du deine ideale Fahrradgröße mithilfe deiner Schrittlänge errechnest

Um die optimale Fahrradgröße für dich zu finden, kannst du deine Körpergröße rechnerisch an den Rahmen anpassen und mithilfe deiner sogenannten Schrittlänge errechnen. Diese zweite Methode in Sachen Fahrradgröße berechnen ist ebenfalls beliebt.

Ziehe hierfür zunächst deine Schuhe und Hose aus. Stelle deine Füße anschließend schulterbreit auf den Boden. Vom Fußboden bis zu Deinem Schritt misst du nun die Höhe mit einem Maßband. Dann musst du die spezifischen Daten deiner gewünschten Fahrradtypen hinzuziehen.

Als Beispiel hierfür sollen das Citybike, ein Mountainbike und das Rennrad dienen. Multipliziere deine Schritthöhe beim Cityrad mit dem Faktor 0,66, um die optimale Fahrradgröße zu finden. Beim Mountainbike ist der Faktor 0,571 (Fully) bzw. 0,574 (Hardtail) gefragt. Im Gegensatz dazu multiplizierst du die Schritthöhe beim Rennrad mit 0,665.

Ein Beispiel: Deine Schritthöhe misst 60 cm. Diese multiplizierst du mit 0,66, da du ein Cityrad kaufen möchtest. Als ideale Rahmengröße ergeben sich aufgrund deiner Berechnung 39,6 cm.

Die verschiedenen Faktoren zum Multiplizieren findest du hier:

Fahrrad-Art Faktor
Citybike 0,66
Mountainbike 0,571 (Fully); 0,574 (Hardtail)
Trekkingrad 0,66
Crossbike 0,66
Rennrad 0,665

Welches Fahrrad passt zu mir? So findest du es heraus

Die Suche nach einem perfekt zu dir passendem Fahrrad ist nicht leicht. Schließlich spielen zahlreiche Faktoren bei der Auswahl eine Rolle. Das ist einerseits die passende Größe. Andererseits sollte dein neues Fortbewegungsmittel dich auch in optischer Hinsicht überzeugen. Zudem muss dein Rad zu deiner gewünschten Nutzung passen.

Planst du also längere Ausflüge durch die Stadt, sind Mountainbikes und Rennräder nicht die optimale Wahl. Im Gegensatz dazu wirst du mit einem Citybike oder mit einem Crossbike auf unwegsamen Terrain wenig Freude haben.

Insbesondere nach einer längeren Krankheit, bei Knieproblemen oder chronischen Nackenschmerzen solltest du ein möglichst komfortables Fahrrad wählen und vor einer intensiven oder regelmäßigen Nutzung unbedingt deinen Hausarztkonsultieren.

Um wirklich herauszufinden, welches Fahrrad zu dir passt, solltest du dir daher zunächst überlegen, wo dein Rad dich hin begleiten soll. Anschließend kannst du die passende Fahrradgröße wie in diesem Ratgeber erklärt ausrechnen.

Packliste für Fahrradtouren: Diese Ausrüstung muss mit

Hast du das passende Fahrrad für dich gefunden, und möchtest du damit auf große Outdoor-Reise gehen, solltest du dir über die weitere Ausrüstung Gedanken machen, die bei keiner Fahrradtour fehlen darf.

In unserer PDF-Checkliste sind alle Ausrüstungsgegenstände, die du für jede Art von Fahrradtour unbedingt brauchst, übersichtlich zusammengefasst. Hier kannst du das PDF kostenlos anfordern:

Fahrradtypen: tabellarische Gegenüberstellung

Fahrradtyp Einsatzgebiet Ausstattung Sitzposition
Trekkingbike Tagestouren, Radreisen, Stadt, leichtes Gelände StVZO-Ausstattung, Aufnahme für Fahrradtaschen, Nabe mit Rücktritt aber auch ohne, einige Modelle mit Federgabel, meist mit unempfindlicher Nabenschaltung, Kettenschaltung auch möglich gemäßigt / komfortabel
Citybike Stadt, Kurzstrecken, Tagestouren StVZO-Ausstattung, Nabe mit Rücktritt oder auch ohne, mit und ohne Federung möglich, meist mit unempfindlicher Nabenschaltung, Kettenschaltung auch möglich komfortabel / aufrecht
Mountainbike Sport / Fitness, Offroad, Cross-Country und Marathonrennen, Tagestouren Keine StVZO-Ausstattung, Breite Bereifung, Laufradgröße: meist 27,5 und 29 Zoll, Mit einer Federgabel vorne (Hardtail), Mit einer Federgabel vorne und einem Dämpfer hinten (Fully), I.d.R. mit Kettenschaltung gemäßigt / sportlich
Crossbike Sport / Fitness, Multitalent: für befestigte und unbefestigte Wege, Tagestouren Keine StVZO-Ausstattung, Laufradgröße: 28 Zoll, i.d.R. ohne Gepäckträger und Schutzbleche, Einige Modelle mit Federgabel, I.d.R. mit Kettenschaltung gemäßigt / sportlich
Rennrad Sport / Fitness, Asphalt, Straßenradrennen, Lange Radausfahrten Keine StVZO-Ausstattung, Leichte, schmale Laufräder, Laufradgröße: 28 Zoll, Schmale Bereifung (23 oder 25 mm), Leichte Komponenten, Gebogener Lenker, Starre Gabel, keine Federung sportlich / aerodynam.

Fahrradtypen: Die besten Fahrräder für verschiedene Einsatzgebiete

  • Der Allrounder schlechthin: Wenn du auf der Suche nach einem Fahrrad für Stadt, Radwege, leichtes Gelände und längere Radtouren/-reisen bist, bekommst du mit einem Trekkingrad einen zuverlässigen und komfortablen Untersatz. Die meisten Trekkingräder sind mit einem Gepäckträger ausgestattet, sodass du darauf Reisetaschen befestigen kannst. Ein Trekkingbike verfügt gewöhnlich über eine Ausstattung gemäß der StVZO.
  • Komfortables Fahrrad: Wenn du auf der Suche nach einem komfortablen Fahrrad bist, bei dem alles auf angenehmes Vorankommen in der Stadt und auf befestigten Radwegen ausgerichtet ist, dann kannst du den Kauf eines Citybikes in Betracht ziehen. Hier bekommst du eine bequeme Sitzposition und zuverlässige Komponenten. Das Cityrad ist komplett ausgestattet und verfügt somit über eine Ausstattung gemäß der StVZO.
  • Touren durch leichtes Gelände: Wenn du Touren durch leichtes Gelände und in die Berge unternehmen, aber auch hohe Geschwindigkeiten auf Asphalt erreichen möchtest, dann solltest du über die Anschaffung eines Crossbikes nachdenken. Dabei handelt es sich um eine Variante des Trekkingrades. Es wird aber, um die sportlichen Fahreigenschaften zu gewährleisten, auf Gepäckträger, Ständer, Beleuchtungsanlage und Schutzbleche verzichtet. Dadurch ist das Bike sehr viel leichter und wendiger. Für verkehrssichere Fahrten im Alltag kannst du das Bike aber mit entsprechendem Zubehör nachrüsten.
  • Fahren auf Feld- und Waldwegen: Du möchtest abseits der Straße auf breiten Feld- und Waldwegen oder auf moderaten Singletrails ohne große Hindernisse bzw. Unebenheiten fahren? Dann bist du mit einem Hardtail gut beraten. Im MTB-Bereich ist das Hardtail das perfekte Einstiegsrad, da es sehr wartungsarm und preisgünstig ist. Dank des geringen Gewichts bieten sich Hardtails auch für Tagestouren an. Auf unebenem Terrain solltest du über ein ausgereiftes Fahrkönnen verfügen. Mit solch einem Rad entscheidest du dich für die ursprünglichste Form des Bikens.
  • Fahren im unwegsamen Gelände: Wenn du hauptsächlich abseits befestigter Wege und dabei vornehmlich Downhill fährst, dann ist das Fully (Full Suspension) das richtige Bike für dich. Das vollgefederte Bike gibt dir mehr Komfort, wenn es über Singletrails und größere Hindernisse geht. Zudem profitierst du von einer besseren Fahrdynamik durch längeren Bodenkontakt des Hinterrads. Willst du allerdings von den vollen Vorzüge eines Fullys profitieren, dann solltest du über eine fundierte Fahrtechnik verfügen. Im Vergleich zum Hardtail hat das Fully einen höheren Wartungsaufwand und ist teurer.
  • Hohe Geschwindigkeiten: Bei der Konstruktion dieses Fahrradtyps ist alles auf Geschwindigkeit ausgelegt. Wenn du also gerne schnell unterwegs bist und zudem lange Strecken zurücklegen möchtest, dann ist ein Rennrad das richtige Bike für dich. Solch ein Asphaltflitzer ist daher das perfekte Sportgerät für Straßenradrennen und Radmarathons.

Gegenüberstellungen ähnlicher Fahrradtypen

Die speziellen Eigenschaften und Einsatzgebiete der verschiedenen Bikes hast du nun kennengelernt. Falls du noch immer keine Entscheidung treffen konntest, möchten wir dir eine weitere Entscheidungshilfe geben und jeweils zwei verwandte Fahrradtypen mit ihren Vor- und Nachteilen gegenüberstellen.

Mountainbike oder Crossbike?

Anhand dieser Tabelle möchten wir dir die wesentlichen Vor- und Nachteile von Mountainbike und Crossbike auf einen Blick zeigen:

Fahrradtyp Vorteile Nachteile
Mountainbike + auch für schwieriges Gelände geeignet + gute Federungssysteme + gute Bremssysteme - für längere bequeme Touren eher ungeeignet - keine Ausstattung nach StVZO - höherer Rollwiderstand
Crossbike + Allrounder + auch für gemütliche längere Touren geeignet + z.T. mit Ausstattung nach StVZO + geringerer Rollwiderstand - nicht für schwieriges Gelände geeignet - z.T. fehlende Federung - schwächere Bremssysteme

Zusammenfassung: Wenn du oft im Wald und auf unbefestigtem Terrain unterwegs bist, dann kannst du mit einem Mountainbike nichts falsch machen. Breite Reifen sowie gute Federungs- und Bremssysteme sorgen selbst bei schwierigen Bedingungen für einen sicheren Fahrspaß. Bist du hingegen eher auf der Suche nach einem Allrounder, der dir sportlichen Fahrkomfort auf Kurz- und Langstrecken bietet, bist du beim Crossbike an der richtigen Adresse.

Beim Kauf eines Crossbikes solltest du zusätzlich darauf achten, dass es deinen persönlichen Bedürfnissen perfekt entspricht: Crossbikes mit breiteren Reifen und einer Mountainbike-Federung ermöglicht dir z.B. eine Nutzung des Rades im (leichten) Gelände.

Mountainbike oder Trekkingrad?

Anhand dieser Tabelle möchten wir dir die wesentlichen Vor- und Nachteile von Mountainbike und Trekkingrad auf einen Blick zeigen:

Fahrradtyp Vorteile Nachteile
Mountainbike + „Rad für das Gelände“ + geringes Gewicht (ca. 11-14 kg) + größerer Fahrspaß + höhere Geschwindigkeiten möglich + optisch ansprechender - gebeugte Sitzposition - schlechte Gepäckaufnahme - höherer Pflege- und Wartungsaufwand - nicht StVZO-konform
Trekkingrad + „Rad für den Alltag“ + aufrechte Sitzposition + bequemes Radfahren + optimale Gepäckaufnahme + niedrigerer Pflege- und Wartungsaufwand + StVZO-konform - mittleres bis hohes Gewicht (ca. 16-19 kg) - mäßige bis mittlere Geschwindigkeiten möglich - optisch weniger ansprechend

Zusammenfassung: Beide Fahrradtypen bringen spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Während das Trekkingbike ein Allrounder selbst für längere Strecken ist, eignet sich das Mountainbike für schnelle Touren im Gelände, bei denen der Fahrspaß im Vordergrund steht. Beim Kauf sollten daher immer der Einsatzzweck, aber auch die Bereiche Technik, Komfort und Optik in die Entscheidung einfließen.

Rennrad oder Cyclocross?

Anhand dieser Tabelle möchten wir dir die wesentlichen Vor- und Nachteile von Rennrad und Cyclocross auf einen Blick zeigen:

Fahrradtyp Vorteile Nachteile
Rennrad + geringeres Gewicht durch leichtere Bauweise + höhere Geschwindigkeiten möglich - Einsatz nur auf befestigen Straßen - schlechtere Fahreigenschaften bei Nässe oder Glätte - Teile wie Schutzbleche i.d.R. schwieriger zu installieren
Cyclocross + universeller einsetzbar (auch im Gelände) + bei Nässe oder Glätte mit besseren Fahreigenschaften + Teile wie Schutzbleche i.d.R. einfacher zu installieren - höheres Gewicht durch robustere Bauweise - niedrigere Geschwindigkeit

Zusammenfassung: Wenn du auf der Suche nach einem ultraleichten Fahrrad bist, das höchste Geschwindigkeiten erzielen und in Radrennen zum Einsatz kommen kann, dürfte das Rennrad die richtige Entscheidung sein.

Große Reiselust, kleines Budget und ein für Touren geeignetes Rad?

Dann steht einem Fahrradurlaub nichts im Weg. Hier sind die wichtigsten Tipps:

  • Tipp 1: Route auswählen Wer sich erstmals mit dem Thema Radreisen beschäftigt, wird überrascht sein, wie viele Möglichkeiten es gibt. Genau genommen steht einem die ganze Welt offen, denn überall finden sich tolle Radwanderwege. Vorab sollten entscheidende Fragen geklärt werden: Wohin soll es gehen? Bergig oder flach? Städte oder Wildnis? Individualreise oder Pauschalangebot eines Radreiseanbieters? Allein oder in der Gruppe? Generell gilt: Beim ersten Fahrradurlaub sollte das Ziel nicht zu hoch gesetzt werden, um sich oder etwaige Mitradelnde nicht zu überfordern. Empfehlenswert ist eine Route auf gut erschlossenen und nicht zu steilen Wegen. Die Auswahl ist groß, lohnenswert sind etwa der Altmühltal-, der Donau- oder der Elbe-Ostsee-Radweg bzw. Abschnitte davon. Am besten checken Sie vorab die Streckenprofile der favorisierten Route.
  • Tipp 2: Fahrrad-App Sie sollten sich aktueller Karten bedienen, die ohne Internetverbindung nutzbar sind und eine tolle Routenplanung liefern. Am besten ist, wenn man sich das gewünschte Kartenmaterial der Region, in der die Tour stattfinden soll, auf den Speicher des Smartphones herunterladen und es bei Bedarf abrufen kann. Neben der Angabe der Steigungen und der zu überwindenden Höhenmeter verfügen viele Navis über eine 3D-Ansicht, was bei der Einschätzung einer Strecke sehr hilfreich ist. Geeignet sind etwa die Apps von Komoot oder Outdooractive.
  • Tipp 3: Vorab trainieren und Kilometer pro Tag planen Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, über ein paar Wochen hinweg etwa dreimal wöchentlich für 20 bis 60 Minuten am Stück Rad zu fahren. So steigern Sie Ihre Fitness. Wie viele Kilometer im Radurlaub pro Tag zu schaffen sind, hängt von der Strecke (Höhenprofil), dem Wetter (Hitze, Regen, Wind), der eigenen Fitness, dem Körpergewicht und auch vom Fahrrad und dem Gepäck ab. Völlig Untrainierte sind möglicherweise schon mit 20 bis 30 Kilometern am Tag bedient, mit 50 Kilometern sind Normalsportliche gut dabei. Ist das Gelände durchgehend flach, können es auch mal 70 oder sogar 100 Kilometer sein - nicht zu reden von der Strecke, die sich mit einem E-Bike zurücklegen lässt. Doch auch mit einem konventionellen Fahrrad sind 15 Kilometer pro Stunde auf ebenem Terrain gut zu schaffen. Für die Premierentour kann man sich vornehmen, vormittags und nachmittags jeweils zwei Stunden zu radeln und mehrere Pausen einzulegen. Diese lassen sich wunderbar für Besichtigungen oder eine Einkehr nutzen, aber auch dazu, den Körper zu strecken und zu dehnen. Grundsätzlich sollten bei der Planung einer Tagesetappe immer auch die Gesamtstrecke und die Etappen der folgenden Tage im Auge behalten werden. Nicht nur für Einsteiger empfiehlt es sich, von vornherein mindestens einen Ruhetag einzuplanen.
  • Tipp 4: Check-up fürs Fahrrad Vor dem Start sollte Ihr Fahrrad auf jeden Fall technisch überprüft werden. Das A und O bei einem Radurlaub ist demnach: Gewicht sparen. Dies bedeutet, genau zu überlegen, was verzichtbar bzw. unverzichtbar ist. Nicht zu empfehlen ist bei einer mehrtägigen Tour ein Rucksack, da dieser auf Dauer die Rückenmuskulatur belasten und schmerzhafte Verspannungen verursachen kann. Am besten besorgt man sich im Fachhandel wasserdichte Fahrradtaschen mit wenig Eigengewicht. Beim Packen ist es sinnvoll, Regenkleidung nach oben zu legen, falls das Wetter umschlägt.
  • Tipp 5: Wichtiges Zubehör fürs Bike Das sollten Sie dabei haben: Funktionskleidung, sie trocknet schnell und hält den (Fahrt-)Wind ab, Wechselwäsche (nicht zu viel, lieber öfter waschen), Schlaf- und Badebekleidung, Bequeme Sportschuhe, evtl. Badeschuhe, Regenkleidung mit Fahrradüberschuhen (Gamaschen) und Regenhose, Medikamente, Notfallset, Sonnencreme, Taschenlampe oder Stirnlampe, Ladekabel bzw. Powerbank fürs Handy, Witterungsschutz fürs Handy, Geld, Ausweis, Versicherungskarte, evtl.
  • Tipp 6: Anreise zum Start des Fahrradurlaubs Am nachhaltigsten geschieht dies per Bahn. Dabei gilt es zu beachten, dass ICEs nur eingeschränkt Mitnahmemöglichkeiten für Räder anbieten. In Intercity- und Eurocity-Zügen ist dies problemlos möglich, sofern Sie eine Fahrradkarte sowie eine Stellplatzreservierung für Ihr Rad haben. Fahrradkarte und normales Ticket können Sie in einem Vorgang buchen. Möchten Sie nicht mit dem Zug, sondern mit dem eigenen Auto aufbrechen, erfahren Sie hier, wie Sie das Fahrrad sicher transportieren.
  • Tipp 7: Planen Sie Ihre Übernachtung Entlang der vielbefahrenen Fernradwanderwege gibt es zahllose Pensionen und Gasthäuser, die sich auf die radelnde Klientel eingestellt haben. Das Serviceangebot umfasst meist Unterstellmöglichkeiten, Radwerkzeug und Reparaturservice, Trockenraum für nasse Kleidung, Lademöglichkeiten für Pedelecs etc. Unterkünfte finden Sie beispielsweise bei Bett + Bike. Natürlich können Sie Ihren Urlaub auch abenteuerlicher gestalten, indem Sie auf Campingplätzen übernachten oder sogar in der freien Natur, sofern in Ihrem Urlaubsland das sogenannte Jedermannsrecht gilt. Bedenken Sie jedoch, dass Sie in diesem Fall mehr Gepäck zu transportieren haben.
  • Tipp 8: Genug trinken Zu wenig Wasser kann zu Konzentrationsproblemen und Muskelkrämpfen führen. Am besten trinkt man spätestens alle 30 Minuten ein paar Schlucke, auch wenn man noch kein Durstgefühl hat. Hin und wieder ein isotonisches Sportgetränk oder eine Fruchtschorle versorgen den Körper schnell mit Energie.
  • Tipp 9: Spontan bleiben Bei aller Planung und Vorbereitung: Seien Sie bereit für spontane Entscheidungen. Nicht nur das Wetter kann sich plötzlich ändern. Es gibt Tage, an denen sind die Beine schwer oder es fehlt die Lust, die angesetzte Etappe bis zum Ende durchzuradeln. Machen Sie daher öfter eine ungeplante Einkehr.

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