Welches Rennrad für Anfänger: Ein umfassender Test und Kaufratgeber

Rennräder begeistern mit Geschwindigkeit und Dynamik. Wer als Anfänger ein Rennrad kaufen möchte, sollte einige Punkte beachten. Viele Hersteller bieten Modelle für verschiedene Ansprüche an. Leichte Rahmenmaterialien und hochwertige Schaltungen sorgen für ein angenehmes Fahrgefühl. Auch das Einsatzgebiet spielt eine Rolle.

Rennräder für flache Strecken unterscheiden sich von Modellen für bergiges Terrain.

Was macht ein gutes Rennrad für Anfänger aus?

Viele Einsteigermodelle sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheiden sich aber im Detail deutlich. Wir zeigen Ihnen, was ein echtes Rennrad ausmacht, welche Komponenten Sie wirklich brauchen und welche Modelle 2025 die beste Ausstattung für Ihr Geld bieten.

Ein Rennrad zeichnet sich durch schlankes Design und Bügellenker aus. Es ist leicht, aerodynamisch und für sportliche Leistung ausgelegt. Damit ein Rad tatsächlich als Rennrad durchgeht - und nicht als Tourenrad mit sportlicher Optik - sollte es folgende Merkmale aufweisen:

  • Einen leichten Rahmen aus Aluminium oder Carbon
  • Schmale, glatte Reifen (meist 25-28 mm)
  • Einen Rennradlenker mit Unterlenkerposition (Drop Bar)
  • keine Federung

Für Einsteiger ist meist ein Endurance-Rennrad ideal, da es die Geschwindigkeit eines Race-Bikes mit etwas mehr Komfort kombiniert.

Worauf Sie bei einem Einsteigerrennrad achten sollten

Der Rennradmarkt ist riesig und gerade als Einsteiger fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Wichtig ist, sich auf ein paar Schlüsselpunkte zu konzentrieren, damit das erste Rennrad weder überfordert noch in wenigen Monaten schon wieder ersetzt werden muss. Achten Sie als Einsteiger vor allem auf folgende Aspekte:

  1. Rahmenmaterial: Aluminium ist robust, leicht und kostengünstig - ideal für Einsteiger. Carbon bietet mehr Komfort und geringeres Gewicht, ist aber deutlich teurer. Tipp: In der Preisklasse bis 1.800 € dominiert Aluminium, meist in Kombination mit einer Carbongabel zur Vibrationsdämpfung.
  2. Schaltung: Die Schaltgruppe ist das Herzstück des Antriebs. Achten Sie auf einen homogenen Komponentenmix von bekannten Herstellern wie Shimano. Die hierarchische Reihenfolge (von einfach zu hochwertig) bei Shimano lautet: Claris (8-fach), Sora (9-fach), Tiagra (10-fach), 105 (11- oder neuerdings 12-fach) und darüber Ultegra/Ultegra Di2 sowie Dura-Ace. Als Einsteiger sollten Sie mindestens Shimano Tiagra oder besser anvisieren.
  3. Bremsen: Moderne Rennräder setzen fast durchweg auf Scheibenbremsen. Diese bieten bei Nässe und hohen Geschwindigkeiten deutlich mehr Sicherheit und Bremskraft als klassische Felgenbremsen. Im Einsteigerbereich finden sich hydraulische Scheibenbremsen mittlerweile schon ab ca. 1000 € - ein großer Fortschritt, denn noch vor wenigen Jahren hatten günstige Rennräder mechanische Scheibenbremsen oder Felgenbremsen. Investieren Sie in hydraulische Bremsen - besonders als Einsteiger profitieren Sie von der Sicherheit.
  4. Laufräder & Reifen: Für den Einstieg gilt: lieber ein gutes Rahmen-Set mit mittelmäßigen Laufrädern (die man später tauschen kann), als umgekehrt. Daher reichen Aluminiumlaufräder für den Anfang völlig aus. Wer etwas Komfort und Fahrsicherheit möchte, wählt Reifen von 28 Millimeter Breite oder mehr.

Damen- vs. Herren-Rennräder

Manche Hersteller bieten Fahrräder speziell für Frauen an. Die Unterschiede betreffen vor allem die Rahmengrößen und die Geometrie. Damen-Fahrräder haben oft ein kürzeres Oberrohr und ein höheres Steuerrohr. Auch Lenkerbreite und -form können variieren.

Trotzdem greifen viele Frauen auf Unisex-Modelle zurück, wenn die Passform stimmt - denn hier gibt es oft größere Auswahl und bessere Ausstattung. Probefahren ist hier das A und O - lassen Sie sich im Zweifel fachlich beraten oder nutzen Sie einen Bike-Fit-Service.

Die besten Einsteigermodelle 2025

Wer zum Start ein hochwertiges Rennrad haben möchte, kommt an Marken wie Canyon und Cube nicht vorbei. Die Preise können je nach verbauten Komponenten stark variieren - mehr als 4.000 € sind hier keine Seltenheit. Besonders Modelle mit Aluminiumrahmen und solider Ausstattung (z. B. Shimano Tiagra oder 105) liegen in diesem Bereich und bieten ein ausgewogenes Verhältnis aus Preis, Komfort und Performance.

Canyon Endurace AL 7

Trotz Aluminiumrahmen ist es komfortabel. Die Ausstattung ist für den Preis hervorragend: Tiagra als zuverlässige Mittelklasse-Gruppe mit 20 Gängen und hydraulischen Scheibenbremsen ist in dieser Preisklasse stark.

  • Werkstoff: Aluminium
  • Gewicht: 9,64 Kilogramm
  • Schaltung: Shimano Tiagra
  • Bremsen: hydraulische Scheibenbremsen
  • Preis: ab 1.199 €

Canyon Endurace CF 7

Das Canyon Endurace CF 7 wurde von den Lesern des Magazins Velomotion zum besten Rennrad für Einsteiger 2025 gekürt. Es verfügt über bewährte Komponenten wie die Shimano 105 Gruppe und DT Swiss LN Laufräder.

Cube Attain Race

Das Cube Attain Race ist das ideale Rennrad für sportlich ambitionierte Einsteiger. Das Cube Attain Race gilt als solides Einsteigermodell, welches sich komfortabel fährt und trotzdem sportliche und beschleunigungsstarke Eigenschaften mitbringt. Ein Highlight des Rennrads sind die mechanischen Scheibenbremsen. Diese sind etwas direkter als Felgenbremsen, jedoch auch schwerer. Der Aluminiumrahmen ist leicht und bietet eine hohe Steifigkeit. Die Schaltzüge sind innen verlegt, zudem sind die Cubes „smooth-weld“ Übergänge besonders aufgeräumt.

Giant Content AR2

Der Giant Content AR2 ist genau die richtige Wahl für alle, die möglichst vielseitig unterwegs sein wollen. Der Giant Content AR2 glänzt vor allem durch seine Vielseitigkeit. Er bietet Komfort und ist gleichzeitig reaktionsschnell. Durch die Möglichkeit, breitere Reifen (bis 38 Millimeter Durchmesser) zu montieren, kann der Giant Content AR2 auch auf Schotterstrecken eingesetzt werden. Als zweite Besonderheit bietet Giant eine Kombination aus Felge und Reifen an, die ohne Schläuche geliefert wird (Tubeless Kit als Zubehör) und so Pannen vorbeugen soll. Eine Sattelstütze aus Karbon minimiert Ermüdungserscheinungen und sorgt für ein ruhiges Fahrgefühl.

Rose Pro SL 105

Das Rose Pro SL 105 ist ein super Einstiegsrennrad für Allrounder. Es ist ein komfortabler Begleiter sowohl für längere, flache Touren als auch für bergiges Gelände. Die Sitzposition ist nicht zu sportlich und daher auch auf längeren Touren sehr bequem. Optisch ist das Rose Pro SL ein echter Hingucker und kaum von einem Carbonrad zu unterscheiden.

Weitere wichtige Punkte

Wie viele Kilometer sollte man als Anfänger fahren?

Als Rennrad-Anfänger sollten Sie mit Touren von 30 bis 50 Kilometern pro Tag starten - je nach Fitnesslevel und Streckenprofil. Das entspricht etwa 1,5 bis 2,5 Stunden Fahrzeit in moderatem Tempo und auf flacher Strecke.

Aluminium vs. Carbon

Aluminium ist für Einsteiger am besten geeignet. Es ist relativ leicht, robust und in der Regel günstiger als andere Materialien. Carbon hat den Vorteil, dass es leichter ist, aber auch anfälliger für Stürze.

Felgenbremsen vs. Scheibenbremsen

Felgenbremsen sind meist kostengünstiger und daher besonders bei Einsteigerrennrädern weit verbreitet. Allerdings bieten sie bei Nässe eine geringere Bremsleistung als Scheibenbremsen, die dafür jedoch schwerer und wartungsintensiver sind. Explizit für einen Einsteiger ist die Scheibenbremse aber immer zu bevorzugen. Sie bietet eine bessere Bremsperformance bei trockenem und vor allem bei nassem Untergrund.

Rahmengröße

Wähle ein Rennrad, das deiner Körpergröße entspricht - und lass es am besten beim Bikefitting optimal auf dich einstellen. Mit der Formel „Schrittlänge (in cm) x 0,66“ lässt sich die Rahmengröße berechnen - zumindest, wenn diese vom Hersteller als Abstand von der Mitte des Tretlagers bis zur Mitte des Oberrohrs angegeben wird.

Lokaler Händler vs. Onlinehändler

Beim ersten Rennrad spielt der lokale Händler seine Stärken aus! Man hat den Vorteil, dass man eine vernünftige Beratung in Sachen Rahmengröße und Ausstattung bekommt. Der Onlinehändler wird erst dann relevant, wenn man exakt weiß, was man möchte und auch auf eine Erstberatung verzichten kann.

Preiswerte Rennräder im Test (2024)

Im August 2024 wurden preiswerte Rennräder getestet, um zu zeigen, dass vollwertige Rennräder, die hervorragend funktionieren und Fahrspaß vermitteln können, auch für wenig Geld machbar sind.

Rose Blend Road

Mit 1199 Euro war das Rose Blend Road das günstigste Modell im Test. Allerdings wiegt das gezielt für Rennrad-Einsteiger konstruierte Modell auch mehr als zehn Kilogramm. Davon abgesehen bietet es aber mit der Shimano Tiagra eine tadellos funktionierende Schaltung mit starken hydraulischen Scheibenbremsen und einem aufgeräumten Cockpit durchaus auch moderne Rennrad-Technik. Auch die sehr aufrechte Sitzposition und das träge Lenkverhalten prädestinieren das Rad eher für gemütliche Touren.

Radon R1 Tiagra

Das Radon R1 Tiagra bietet eine sportlichere Ausrichtung und landet auf dem zweiten Platz. Vor allem die Sitzposition auf dem Rad kommt einem Wettkampf-Modell ziemlich nahe. Allerdings bremsen auch hier das recht hohe Gesamtgewicht und speziell die schweren Laufräder.

Canyon Endurace 6 und Giant Contend AR 2

Beide Modelle teilen sich den dritten Platz. Das Canyon wiegt mit 9,5 Kilo gut 700 Gramm weniger als die Schwergewichte von Radon und Rose. Das Giant, ein Allroad-Modell, verdient sich mit seiner speziellen Carbon-Sattelstütze Bestnoten in der Komfortwertung.

Gewicht der Räder

Mit den Testrädern muss man zwar keine Rennen gewinnen, das durchweg hohe Gewicht ist aber dennoch ein spürbarer Dämpfer für den Fahrspaß - zumindest wenn man schon mal ein richtig leichtes Rennrad fahren durfte. Die Alu-Rahmen mit dickwandigen Rohren machen die Räder zwar robust, treiben aber auch das Gewicht nach oben. Zusammen mit soliden Anbauteilen und Laufrädern pendelt sich die TOUR-Waage bei allen Rädern um die 10-Kilo-Marke ein, womit sich zahlreiche Tuning-Tipps ergeben. Leichtestes Rad ist das Canyon, gegenüber Radon und Rose spart es immerhin 700 Gramm.

Komponentengruppe Tiagra

Zum hohen Gewicht der Räder trägt auch Shimanos Komponentengruppe Tiagra bei, die durchweg montiert ist. Im Vergleich zur aktuellen Schaltungstechnik stehen zwei Ritzel weniger zur Verfügung; andererseits waren 2x10-Antriebe jahrzehntelang Rennrad-Standard, und mit den an den Testrädern montierten Kassetten sind die Räder bergtauglich übersetzt.

Bremsen

Größer als beim Getriebe ist die spürbare Diskrepanz zwischen den hydraulischen Scheibenbremsen aktueller Top-Räder und den einfachen mechanischen Scheibenbremsen wie beispielsweise am Fuji und am Giant, die deutlich kräftigeren Zug am Hebel erfordern und nicht so gut bremsen. Auch die ungeschliffenen Scheiben am Radon und am Rose liefern deutlich weniger Bremsleistung.

Testsieger

Das beste Gesamtpaket und damit ein wirklich gutes, günstiges Straßenrennrad stellt Canyon. Qualitativ am nächsten kommt dem Endurace das Giant, das eine bessere TOUR-Note nur aufgrund etwas geringerer Steifigkeitswerte verpasst.

Tabelle: Vergleich der getesteten Rennräder (2024)

Modell Preis (ca.) Gewicht Besonderheiten
Rose Blend Road 1199 € > 10 kg Günstigstes Modell, aufrechte Sitzposition
Radon R1 Tiagra 1299 € Hoch Sportliche Sitzposition
Canyon Endurace 6 1399 € 9,5 kg Leichtestes Rad im Test
Giant Contend AR 2 1399 € Hoch Komfortabel, Allroad-Modell

Die ausführlichen Testberichte der Räder aus der Preis-Leistungs-Klasse lesen Sie in der RennRad 3/2025.

Fazit

Gute Räder können trotzdem preiswert sein. Viel drin im Rad, wenig auf dem Preisschild. Wir präsentieren: die preiswertesten Rennräder aus unseren 2024er Tests.

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