Der Werratal-Radweg ist einer der beliebtesten Radfernwege Deutschlands. Er führt dich auf eine vielseitige Radreise entlang eines der schönsten Flüsse Mitteldeutschlands. Von den Quellen der Werra im Naturpark Thüringer Wald bis zur Mündung in die Weser in Hann. Münden erstreckt sich das Werratal.
Der etwa 300 km lange Radweg folgt der Werra von den beiden Quellen bei Siegmundsburg und Fehrenbach in Thüringen, führt dann durch die GrimmHeimat NordHessen und endet am berühmten Fluss-Kuss von Werra und Fulda, die sich im niedersächsischen Hann. Münden vereinigen.
Streckenverlauf und Highlights
Bei Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald stellt sich die junge Werra vor. Von den Quellen folgt die Strecke dem Fluss zum traditionsreichen Meininger Theater, gegründet von „Theaterherzog“ Georg II. im späten 19. Jahrhundert. Am Rand des Biosphärenreservats Rhön fließt die Werra zum Jugendstil-Gradierwerk in Bad Salzungen. Es ist Kureinrichtung und Kulturdenkmal in einem und hat zwei 80 Meter lange Gradierwände, die noch heute zum Inhalieren genutzt werden. Das Salz prägt die Region auch in anderer Form: Seit über 100 Jahren wird hier Kali abgebaut. In Heringen sind Touren auf den 200 Meter hohen „Monte Kali“ buchbar.
Weiter geht es nach Eisenach: Hoch über der Stadt thront die mächtige Wartburg. Das UNESCO-Welterbe bietet geballte Historie. Die Heilige Elisabeth, Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe - große Namen und große Ereignisse sind mit diesem Ort verbunden. Andere folgen gleich dem Ruf der Werra und erleben märchenhafte Abenteuer im hessischen Geo- Naturpark Frau-Holle-Land. Dort laden Premium-Wanderwege am Werra-Burgen-Steig dazu ein, die Region zu Fuß zu erkunden und sich an der Artenvielfalt sowie an der saisonalen Mohnblüte zu erfreuen. Am Thüringer Werraufer lohnt ein Abstecher in den Nationalpark Hainich, ein Refugium für Wildkatze und Bockkäfer, Grünspecht und Fledermaus.
Die Werra begleitet die Radreisenden weiter durch die Fachwerkperlen Eschwege, Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen bis Hann. Münden, wo sie sich mit der Fulda trifft und schließlich in die Weser ergießt. Die hübsche Innenstadt mit den Fachwerkbauten der Weserrenaissance tröstet über den Abschied hinweg. Wenn Sie noch weiterfahren möchten, können Sie die Reise auf dem Weser- oder dem Fulda-Radweg fortsetzen.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Die Anreise nach Meiningen sollte nicht zu spät erfolgen, denn die Theaterstadt hat eine Fülle von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Bei einem Rundgang durch die Altstadt sind zahlreiche Fachwerk- und Bürgerhäuser zu bewundern, die aus verschiedenen Jahrhunderten stammen. Ein besonders prächtiges Bauwerk ist das Schloss Elisabethenburg, das im Stil des Barock erbaut wurde und neben dem Rathaus verschiedene Museen beherbergt. Weit über die Grenzen Thüringens hinaus hat sich Meiningen einen guten Ruf als Theaterstadt erworben.
In gemütlicher Fahrt geht es an der Werra entlang in Richtung Bad Salzungen. Etwa auf halbem Weg ist das Städtchen Wasungen erreicht, das sich für eine Pause und einen Rundgang empfiehlt. In der von den Resten einer mittelalterlichen Wehranlage umgebenen Altstadt stehen prächtige Fachwerkhäuser, die zum Teil bereits im 16. Jahrhundert erbaut wurden. Einige Adelssitze und das historische Rathaus sind ebenfalls sehenswert. Nach der Ankunft in Bad Salzungen ist der Besuch des in Deutschland einmaligen Keltenbades genau das Richtige, um ein wenig zu entspannen. Das Keltenbad besitzt neben einem Solebewegungsbad eine wundervoll gestaltete Saunalandschaft. Zudem gibt es in der Stadt, die eine 1000 jährige Tradition in der Salzgewinnung aufzuweisen hat, ein Gradierwerk.
Heute geht es zwischen den Kuppen der Rhön und den bewaldeten Höhen des Thüringer Waldes in Richtung Hessen. Die historische Altstadt von Vacha ist für eine Rast wie geschaffen. Rund um den Marktplatz stehen herrliche Giebelhäuser, die im hessischen Fachwerkstil erbaut wurden. Einen Besuch lohnt zudem die mittelalterliche Burg Wendelstein. Auf der weiteren Fahrt empfiehlt sich der Besuch des Kalibergbau-Museums in Heringen sowie eine Tour auf den weithin sichtbaren „Monte Kali“.
Auf einer kurzen Etappe geht es an der windungsreichen Werra entlang nach Eisenach und dabei werden wunderschöne Seen und Naturschutzgebiete passiert. Für die Wartburgstadt bleibt somit genügend Zeit für eine Besichtigung. Ein Muss ist der Besuch des Weltkulturerbes Wartburg, die majestätisch über der Stadt thront und im Mittelalter Sitz der Thüringer Herzöge war. Die Wartburg ist eng mit der Geschichte Deutschlands verbunden und ist eine der eindrucksvollsten Burganlagen des Landes. Eisenach ist auch untrennbar mit Martin Luther und Johann Sebastian Bach verbunden.
In Richtung Eschwege verläuft die Werra windungsreich durch eine malerische Mittelgebirgslandschaft, wo sehenswerte Städtchen wie Creuzburg, Treffurt oder Wanfried zu einem Bummel einladen. Kurz vor dem Ziel in Hannoversch Münden wird die Kirschenstadt Witzenhausen erreicht. Im Frühjahr erwarten die ersten Radler der Saison Tausende von Kirschbäumen, welche die Region in ein weißes Paradies verwandeln.
In weiten Windungen mäandriert die Werra durch eine reizvolle Mittelgebirgslandschaft mit zum Teil steil aufragenden Felsklippen. Auf der Fahrt Richtung Eschwege werden malerische Dörfer und mittelalterliche Städtchen passiert. Vor allem die denkmalgeschützten Altstädte von Creuzburg und Treffurt lohnen einen Spaziergang. Am Ende der heutigen Etappe beeindruckt Eschwege mit seiner geschlossenen mittelalterlichen Fachwerkbebauung im Zentrum.
Skulpturen namhafter Künstler säumen heute im Werra-Meißner-Land den Radweg. In Bad Sooden-Allendorf lohnt es sich, einen Stopp im Grenzmuseum Schifflersgrund oder im Sole-Bewegungsbades einzulegen. Begleitet von Tausenden von Kirschbäumen gelangt man in die Kirschenstadt Witzenhausen. Im historischen Zentrum sind prachtvolle Fachwerkhäuser zu bestaunen, bevor die letzten Kilometer bis Hann. Münden zurückgelegt werden.
Weitere Informationen
- Der Großteil der Strecke verläuft auf gut befestigten oder asphaltierten Radwegen, auf Wirtschaftswegen und ruhigen Nebenstraßen.
- Als wunderbaren Service empfinden alle Radfahrer sicherlich die durchgehend gute Beschilderung des Werra-Radweges.
- Im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land führt die gut ausgeschilderte Strecke durch Herleshausen, früherer Grenzort zu Zeiten der innerdeutschen Teilung Wanfried, das Renaissancestädtchen mit dem historischen Werra-Endhafen, der "Schlagd" Eschwege, die tausendjährige Fachwerkstadt und Kreisstadt am Fuße der Leuchtberge am Werratalsee Meinhard, direkt an einer Seenlandschaft gelegen Bad Sooden-Allendorf, der Kur- und Salzsiederstadt mit der WerratalTherme und dem Gradierwerk Witzenhausen, die Universitäts- und Kirschenstadt.
Praktische Tipps für die Radtour
Wetter: Achte auf die Jahreszeit und prüfe die Wettervorhersage für deine Tour, bevor du losfährst. Von Mai bis September sind die Wetterbedingungen in der Regel am besten. Aber auch dann solltest du auf plötzliche Wetteränderungen vorbereitet sein.
Kondition: Der Werratal-Radweg ist streckenweise flach und auch für weniger geübte Biker gut geeignet. Gerade am Anfang der Tour gibt es aber auch steilere und hügeligere Abschnitte. Plane die Etappen nach deiner persönlichen Kondition, um die Streckenabschnitte entspannt zu genießen.
Kartenmaterial: Neben digitalen Navigationshilfen wie Apps (zum Beispiel Komoot oder Google Maps) ist gedrucktes Kartenmaterial eine nützliche Ergänzung. Tipp: Gegen eine Schutzgebühr von 7,50 € (Stand September 2024) kannst du dir vor Abfahrt das stetig aktualisierte Heft „Reiseführer und Gastgeberverzeichnis zum Werratal-Radweg“ besorgen. Auch kostenpflichtige Radwanderkarten findest du dort.
Unterkünfte: Plane deine Unterkünfte im Voraus, besonders während der Hauptreisezeit. Entlang der Route gibt es viele Bett+Bike-zertifizierte Pensionen, Gasthäuser, Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen, die sich auf Radfahrer spezialisiert haben.
Ausrüstung: Neben einem gut gewarteten Fahrrad sind einige Grundausstattungen wichtig, wenn du auf deiner Tour weitestgehend autark bleiben möchtest: Ersatzschläuche, Flickzeug, eine Luftpumpe und Multifunktionswerkzeug sind definitiv ratsam. Außerdem sind wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser und Proviant für längere Etappen unverzichtbar.
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