Wie alt dürfen Reifen sein? Motorradsicherheit im Fokus

Motorradreifen sind essentiell für unsere Sicherheit, werden aber oft unterschätzt. Dabei können sie die Fahreigenschaften maßgeblich verbessern. Sie bestehen aus Kautschuk, Ruß, Verstärkungsmaterialien, Weichmachern und Chemikalien zur Vulkanisation. Übrigens: Die schwarze Farbe stammt vom Rußanteil.

Viele Motorradfahrer stellen sich die Frage: Wie alt dürfen Motorradreifen eigentlich sein? Und wann ist die Verschleißgrenze erreicht? Dieser Artikel gibt Ihnen alle wichtigen Informationen rund um das Alter von Motorradreifen und wie alt sie für den TÜV sein dürfen.

Reifenalter und Sicherheit

Die Frage „Wie oft sollte man einen Motorradreifen wechseln?“ lässt sich so beantworten: Entweder nach acht Jahren oder wenn er verschlissen ist. Auch wenn der Reifen Risse im Negativprofil aufweist, sollte er ersetzt werden.

Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften darüber, wie alt Motorradreifen sein dürfen. Dennoch sollte ihre Nutzungsdauer mit Vorsicht betrachtet werden. Die Gummimischung der Reifen ist speziell auf optimale Eigenschaften wie Grip und Bodenhaftung bei Aquaplaning ausgelegt. Mit der Zeit kann diese Gummimischung jedoch nachlassen, wodurch die Zuverlässigkeit der Reifen in Gefahrensituationen beeinträchtigt wird.

Empfehlungen zum Reifenalter

  • Selten gefahrene Motorradreifen sollten spätestens nach zehn Jahren ausgetauscht werden.
  • Der ADAC empfiehlt, Sommerreifen nicht älter als acht bis zehn Jahre zu nutzen.
  • Winterreifen sollten nicht älter als acht Jahre sein, da sie ab ca. sechs Jahren einen Teil ihrer Wintereigenschaften einbüßen.
  • Generell sollten Pkw-Reifen nur bis zu einem Alter von zehn Jahren genutzt werden.

Reifenalter und der TÜV

Der TÜV interessiert sich nicht für das Alter der Reifen. Vielmehr wird ihr Zustand genauer überprüft. Ihr Motorrad kann mit zehn Jahre alten Reifen problemlos durch die Hauptuntersuchung kommen. Allerdings können auch fünfjährige Reifen durchfallen, wenn sie beschädigt sind oder die gewünschten Eigenschaften nicht mehr aufweisen. Ein wichtiges Kriterium für den TÜV ist dabei das Profil der Reifen: Liegt dieses unterhalb des gesetzlichen Mindestwertes von 1,6 Millimetern erhalten Fahrzeuge in der Regel keine neue Plakette.

Mindestprofiltiefe

In Deutschland ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm für Motorradreifen vorgeschrieben. Im Negativprofil des Reifens finden sich kleine quadratische Erhebungen, die als TWI (Tred Wear Indicator) bezeichnet werden. Diese sind genau 1 mm hoch und dienen im Ausland oft als Verschleißanzeige. In Deutschland wird die Profiltiefe jedoch neben dem TWI gemessen.

DOT-Nummer: Das Alter des Reifens erkennen

Eine weitere wichtige Information auf der Reifenflanke ist die DOT-Nummer, die besonders beim Kauf eines gebrauchten Motorrads relevant wird. Diese Nummer gibt das Alter des Reifens an. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche der Herstellung, die letzten beiden für das Produktionsjahr. Ein Reifen mit der DOT-Nummer 1522 wurde also in der 15. Woche des Jahres 2022 produziert.

Bereits seit 2000 können Autofahrer das Reifenalter anhand der DOT-Nummer („Department of Transpor-tation“) bestimmen. Dabei handelt es sich um eine vier-stellige Kennziffer, die in ein Oval an der Seite des Pneus eingestanzt ist. Die ersten beiden Nummern bezeichnen dabei die Kalenderwoche, in welcher der Reifen hergestellt wurde. Die letzten beiden stehen wiederum für das Jahr. Möchten Sie beispielsweise bei einem Reifen das Alter feststellen und die Nummer lautet „DOT 2514“, bedeutet dies, dass er in der 25. Woche des Jahres 2014 produziert wurde.

Die Nummer „DOT 0505“ steht wiederum für eine Herstellung in der 5. Bedenken Sie: Wollen Sie anhand der DOT-Nummer das Reifenalter ermitteln, kann es gegebenenfalls sein, dass Sie zunächst einmal eine Weile danach suchen müssen. Schließlich befindet sich die benötigte Kennziffer ausschließlich auf einer Seite des Autoreifens.

Beispielhafte DOT-Nummern und Herstellungsdaten

DOT-Nummer Herstellungswoche Herstellungsjahr
1522 15 2022
2514 25 2014
0505 05 2005

Anzeichen für alte Motorradreifen

Es gibt mehrere Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Motorradreifen zu alt sind und ausgetauscht werden sollten:

  • Offensichtliche Beschädigungen wie Risse, Löcher oder sichtbares Gewebe im Reifen.
  • Unterschreitung der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern.
  • Deutliche Verfärbungen und Risse.
  • Eine Verhärtung der Gummimischung.

Reifenkauf: Worauf Sie achten sollten

Beim Kauf neuer Motorradreifen gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Reifenalter: Neureifen sollten nicht älter als zwei Jahre sein.
  • Herstellerempfehlungen: Montieren Sie nur Reifen, für die aktuelle Service-Informationen der Reifenhersteller vorliegen.
  • Profil: Achten Sie auf ausreichend Profiltiefe.
  • DOT-Nummer: Überprüfen Sie die DOT-Nummer, um das Herstellungsdatum zu ermitteln.

Reifentypen und ihre Eigenschaften

Motorräder werden in der Regel bereits mit passenden Motorradreifen für sportliche Fahrweise ausgeliefert, meist aus der vorletzten Generation einer Reifenfamilie. Das ist eine gute Orientierung bei der Wahl vor dem Reifenwechsel.

  • Sportreifen: Für Supersportler wie Fireblade oder Panigale sind die neuesten Sportreifen die beste Wahl. Diese bieten bei der richtigen Temperatur maximalen Grip, um die rund 200 PS der aktuellen Sportmaschinen sicher zu kontrollieren.
  • Hypersport-Reifen: Diese eignen sich auch für gelegentliche Rennstreckenbesuche.
  • Slicks: Slicks hingegen sind nur für erfahrene Fahrer auf der Rennstrecke empfehlenswert - und besitzen auch keine Straßenzulassung.
  • Tourensportreifen: Tourensportreifen sind echte Alleskönner. Sie bieten guten Grip in einem breiten Temperaturbereich, funktionieren hervorragend bei Regen und haben eine hohe Laufleistung.
  • Enduroreifen: Für den Straßeneinsatz gibt es inzwischen auch Tourenprofile wie den Metzeler Tourance Next in den passenden Größen für Enduro-Felgen.
  • Reifen für Cruiser und Chopper: Viel entscheidender ist hier die Langlebigkeit des Profils. Chopper-Fans werden mit der Bridgestone Exedra-Serie, dem Metzeler Cruisetec oder dem Avon Cobra zufrieden sein.

Lagerung von Motorradreifen

Die richtige Lagerung kann die Lebensdauer von Motorradreifen erheblich verlängern. Hier einige Tipps:

  • Lagern Sie die Reifen an einem dunklen Ort oder verwenden Sie eine spezielle Abdeckung, um Schäden durch UV-Strahlen und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
  • Eine kühle und temperaturstabile Umgebung wie ein Keller oder eine Garage ist ideal, um negative Auswirkungen von extremen Temperaturschwankungen auf den Gummi zu vermeiden.
  • Stellen Sie sicher, dass der Lagerort gut belüftet und trocken ist, um Rostbildung an den Stahlverstärkungen in den Reifen zu verhindern.
  • Wenn die Reifen ohne Felgen gelagert werden, stapeln Sie sie horizontal. Wenn sie montiert sind, hängen Sie sie auf oder legen Sie sie flach hin und drehen Sie sie regelmäßig, um Druckstellen zu vermeiden.
  • Bevor Sie die Reifen lagern, reinigen Sie diese gründlich von Schmutz, Öl und anderen Ablagerungen, um chemische Reaktionen und Schäden am Gummi zu verhindern.
  • Wenn die Reifen für längere Zeit gelagert werden, pumpen Sie diese leicht auf, um ihre Form beizubehalten.

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