Wie effektiv ist E-Bike fahren für die Fitness?

E-Bikes sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Lange galten Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung lediglich als Fortbewegungsmittel für Versehrte oder bequeme Menschen. Doch die Forschung zeigt: Auch das Fahren mit einem E-Bike, wie Pedelecs häufig genannt werden, kann Herz und Muskulatur trainieren.

Ein Motor unterstützt das Treten und beschleunigt bis zu 25 Stundenkilometer, bevor er automatisch gedrosselt wird. Doch das E-Bike ist für viele nicht nur ein praktischer Alltagsbegleiter, sondern auch ein beliebtes Gerät für mehr Bewegung. In einer Studie aus dem Jahr 2022 dachte jeder fünfte Befragte darüber nach, in den nächsten drei Jahren ein E-Bike zu kaufen. Und das auch, weil E-Bike fahren gesund sein soll.

Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

In einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) waren jedenfalls Fitness und Gesundheit wichtige Gründe, sich ein Fahrrad mit Tretunterstützung anzuschaffen. Für ihre Forschungsarbeit hatten die Sportwissenschaftlerinnen Hedwig Boeck und Johanna Boyen gemeinsam mit ihrem Team die Daten von 1.250 E-Bikerinnen und E-Bikern und noch mal halb so vielen Menschen, die ein Fahrrad ohne Motor nutzen, gesammelt.

Eine Smartwatch maß die Herzfrequenz am Handgelenk und erfasste Zeiten und Strecken. Wie weit, wie schnell, wie viele Herzschläge pro Minute - insgesamt brachten knapp 60.000 Ausflüge die Datengrundlage. Die Auswertung überraschte selbst die Forscherinnen: „Bei der Herzfrequenz unterschieden sich die beiden Gruppen mit und ohne Antrieb nur geringfügig“, erzählt Boeck. „Der Herzschlag lag jeweils in einem Bereich, der gute Trainingseffekte hat.“ Gute Nachrichten also für Gesundheit und Fitness: Auch beim E-Bike fahren wird das Herz gefordert.

Ist E-Bike fahren gesund?

So manchem mag der Gedanke, dass mit E-Biken ein Trainingseffekt zu erreichen sei, erst mal nicht einleuchten. Doch Boeck hat eine schlüssige Erklärung: „Der Kraftaufwand, der erforderlich ist, um sich fortzubewegen, ist zwar geringer als bei einem Fahrrad ohne Unterstützung, aber man muss immer noch in die Pedale treten und Energie aufbringen, um in Schwung zu kommen und sich fortzubewegen.“

Und weil E-Bikerinnen und E-Biker oft längere Strecken zurücklegen und insgesamt häufiger aufs Rad steigen, würden sich die Effekte summieren, so die Sportwissenschaftlerin. Zahlreiche Studien beschäftigen sich mittlerweile ganz konkret damit, welchen Trainingseffekt E-Bike fahren hat. Was Bewegung grundsätzlich bewirkt, weiß man in der Sportmedizin schon länger: Durch das Training verbraucht der Körper Energie.

Der Stoffwechsel kommt in Schwung, die Blutzuckerwerte sinken. Alles zusammen reduziert das Risiko für Übergewicht und Gefäßerkrankungen und macht das Herz-Kreislauf-System fit. E-Bikes im Speziellen können uns dazu bringen, dass wir uns mehr bewegen. Auch wenn die Intensität dabei niedriger ist als beim konventionellen Radeln, strengt das Fahren mit dem Pedelec Studien zufolge mehr an als etwa Spazierengehen. Das hat positive Effekte: Untersuchungen zeigen, dass E-Bike fahren Fitness und Gesundheit verbessern kann.

Pedelec fahren kann außerdem dafür sorgen, dass wir uns insgesamt wohler fühlen. Während beim Joggen bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken landet, schont Radfahren die Gelenke. Damit kann Fahrradfahren für Menschen mit Gelenkproblemen bei Übergewicht oder entzündlichen Erkrankungen wie einer Arthritis vorteilhaft sein.

Die Betroffenen können mit dem E-Bike aktiv sein, ohne die Gelenke übermäßig zu beanspruchen. Das kontinuierliche Treten beim Radfahren stärkt unter anderem die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht. Eine starke Muskulatur entlastet wiederum die Gelenke.

E-Bike fahren bei Vorerkrankungen

Der „elektrische Rückenwind“ ermöglicht es auch Menschen mit Vorerkrankungen oder solchen, die sich nicht ganz so fit fühlen, in die Pedale zu treten. Das bestätigte sich auch bei der Hannoveraner Fahrrad-Studie: „Die Teilnehmenden der E-Bike-Gruppe waren deutlich älter, hatten einen höheren BMI, häufiger chronische Erkrankungen und nahmen mehr Medikamente ein“, sagt Boeck. Auf ein normales Rad hätten sie sich vielleicht nicht getraut. „Das E-Bike gibt ihnen die Sicherheit, dass sie körperlich aktiv sein können, ohne sich zu überanstrengen.“

Vorerkrankte sollten dennoch ärztlichen Rat einholen, bevor sie mit dem E-Bike fahren anfangen. Denn es gibt einiges zu beachten: Jemand, der sich Insulin spritzt, etwa wegen eines Typ-2-Diabtes, und plötzlich eine lange Strecke fährt, muss seinen Blutzucker im Auge behalten. Menschen mit Bluthochdruck sollten vor allem am Anfang die Anstrengung gut dosieren, um Herz und Kreislauf nicht zu überlasten.

Als Faustregel empfiehlt Boeck: „Fahren Sie so, dass Sie sich beim Fahren noch unterhalten können, ohne aus der Puste zu kommen.“ Sportwissenschaftlerin Boyen, die ebenfalls an der Hannoveraner E-Bike-Studie beteiligt war, ist überzeugt, dass viele ihrer Probandinnen und Probanden ohne E-Bike kaum auf das Rad steigen würden oder anderweitig aktiv wären: „Einige haben sich vor dem Kauf ihres Pedelecs nur wenig oder gar nicht bewegt. Mit dem E-Bike steigern sie ihre körperliche Aktivität enorm.“

Der Motor nimmt die Sorge vor hügeligem Gelände, starkem Gegenwind und öden Strecken. Auch längere Distanzen oder Steigungen lassen sich damit problemlos bewältigen. „Das Schönste wäre, wenn sich die Leute, die sich das mit dem normalen Rad noch nicht oder nicht mehr zutrauen, durch unsere Studie ermutigt fühlen, ein E-Bike auszuprobieren und sich dadurch mehr bewegen“, so Boyen.

Gerade Ältere, die mit der Zeit auf natürliche Weise geistig abbauen, können vom Pedelec fahren besonders profitieren. Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Studie ergab, dass dreimal wöchentlich eine halbe Stunde radeln den Kopf fitter macht: Die Reaktionszeiten, die sogenannten exekutiven Funktionen - also die Fähigkeit, Aufgaben zu planen, zu organisieren und zu erledigen - waren nach zwei Monaten merklich besser.

Nachteil: E-Bike fahren erhöht das Unfallrisiko

Größte Kritik am flotten Vergnügen: die Unfallgefahr. Zumindest in den Sommermonaten vergeht kaum ein Tag, ohne dass die Nachrichten einen Pedelec-Unfall melden. Die hohen Geschwindigkeiten, mit denen viele unterwegs sind, führen zu häufigeren und zu schwereren Stürzen. Das Risiko einer ernsthaften Verletzung ist bei älteren Menschen höher als bei jüngeren.

Um das Unfallgeschehen genauer beleuchten zu können, führen die beiden Hannoveraner Forscherinnen aktuell eine groß angelegte Unfallstudie durch. Schon heute lautet die wichtigste Empfehlung der Sportwissenschaftlerinnen Boeck und Boyen: vor dem Kauf eines E-Bikes ein Fahrtraining machen, um den sicheren Umgang zu lernen.

Spezielle Kurse für sicheres E-Bike fahren bieten beispielsweise Verkehrsschulen und -wachten an. „Die hohen Geschwindigkeiten beim E-Biken erfordern wichtige Kompetenzen, etwa eine schnelle Reaktionsfähigkeit, gutes Gleichgewicht, Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen“, betont Boyen. Denn: E-Bikes sind meist um einiges schwerer als ein normales Fahrrad.

Man erreicht, wenn man Turbo fährt, Hindernisse rasch und manchmal schneller als einem lieb ist. Durch das Gewicht ist der Bremsweg außerdem länger als bei einem herkömmlichen Fahrrad. Spezielle Fahrtrainings sind vor allem für Leute sinnvoll, die vorher noch nie auf dem Rad saßen oder bei denen die letzte Tour schon eine Weile zurückliegt.

Die vermittelten Tipps und Tricks verhindern unnötige Stürze, sorgen für optimalen Fahrspaß und verbessern die Sicherheit, wie eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg mit älteren Menschen bestätigte. Zwingend notwendig ist in jedem Fall ein Helm. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen - eine häufige Folge von Unfällen mit dem Fahrrad.

E-Bike fahren birgt ein größeres Unfallrisiko als Touren mit einem „normalen“ Fahrrad. Im Jahr 2023 meldete die Polizei rund 23.900 Unfälle mit Personenschaden im Zusammenhang mit E-Bikes. Das waren etwa elfmal so viele wie 2014 - was natürlich auch mit der wachsenden Beliebtheit dieser Fahrzeugklasse zusammenhängt.

Mythen über das E-Bike fahren

  • E-Bike fahren ist nur etwas für alte Menschen? E-Bikes erfreuen sich in allen Altersgruppen großer Beliebtheit.
  • E-Bike fahren ist unsportlich? Von wegen. Die am meisten verkauften Pedelecs waren zuletzt Mountainbikes. Mountainbiking gilt als besonders effektives Ausdauertraining.
  • Beim E-Bike fahren hat man keinen Trainingseffekt? In der Studie der MHH lag die Herzfrequenz der Teilnehmenden mit E-Bike nur geringfügig unter der von Radlerinnen und Radlern mit klassischem Fahrrad. Damit war der Herzschlag in einem Bereich, der gute Trainingseffekte hat.
  • E-Bike fahren vor allem Frauen? Könnte man denken, denn das Klischee der unsportlichen Frau, die ihrem Mann ohne Motorunterstützung nicht hinterherkommen würde, hält sich hartnäckig.

Wer schon längere Strecken auf einem E-Bike zurückgelegt hat, weiß, dass man auch mit Unterstützung ins Schwitzen geraten kann. Die Frage lautet, wie häufig, wie lange und mit welcher Unterstützungsstufe du mit deinem E-Bike unterwegs bist.

Verschiedene Studien zeigen, dass E-Bike Fahren die Fitness und Gesundheit fördert. Vor allem übergewichtige oder weniger trainierte Menschen profitieren vom E-Bike. Wissenschaftler der Universität Basel verglichen 2018, wie stark sich die Lungenkapazität erhöht, wenn Pendler:innen auf E-Bikes und Fahrräder umsteigen. Der Effekt war für beide Gruppen erheblich und überdies genauso stark.

Die Studie zeigte auch, dass die E-Bike-Gruppe im Durchschnitt mit höherer Geschwindigkeit unterwegs waren und auch mehr Höhenmeter absolvierte. E-Biker:innen finden also mehr Motivation und erweitern ihren Bewegungsradius.

Auch als sportliche Person kannst du auf dem E-Bike deine Fitness trainieren. Die regelmäßige Nutzung eines E-Bikes verbessert aktiv deine Fitness und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Die frische Luft fördert deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Forscher der University of Colorado stellten in einer Feldstudie außerdem fest, dass sich neben Atem- und Herz-Kreislauf-System auch die Blutzuckerkontrolle verbesserte.

Das E-Bike erleichtert Menschen laut Forscherteam das Pendeln. Dadurch können sie die körperliche Aktivität besser in ihren Alltag integrieren, ohne dass sie dafür extra Zeit einplanen müssen. So tragen E-Bikes im Endeffekt zur Fitness bei, indem sie dir schlichtweg Bewegung verschaffen.

6 Tipps, um mit dem E-Bike fit zu werden:

  1. Starte mit kurzen Strecken: Wenn du dich noch nicht so fit fühlst, beginne mit kürzeren Fahrten auf einfachen Strecken.
  2. Plane deine Route: Versuche am Anfang, nicht zu anspruchsvolle Strecken zu wählen.
  3. Wähle eine niedrige Unterstützungsstufe: Sobald du dir deiner Fitness bewusst bist, kannst du die Unterstützungsstufe verringern.
  4. Erholung einplanen: Gönne dir nach deinen E-Bike-Touren auch etwas Ruhe.
  5. Entscheide dich für das E-Bike und lass das Auto stehen: Der Weg ins Büro ist eine gute Gelegenheit zum E-Biken.
  6. Hab Spaß! Genieße die frische Luft, die Natur und neuen Eindrücke.

Sie galten als verstaubte Gestänge für die Rentnergeneration. Heute sind sie bei Menschen aller Altersklassen begehrt - und werden inzwischen sogar von der Wissenschaft gewürdigt. E-Bikes machen die persönliche Fortbewegung ein bisschen bequemer. Und erheblich gesünder.

Klassische Stellen, an denen es beim Radeln wehtun kann:

  • Schultern, oberer Rücken: „Häufig sitzen Radfahrer in einer überstreckten Position, weil der Lenker zu weit vorne ist“, erklärt Klaus.
  • Kniegelenke und Muskelansätze: Eine falsche Sitzposition führt oft zu beidseitigen Knie- oder Muskelproblemen.
  • Karpaltunnel am Handgelenk: Oft haben Radfahrer eine Sitzposition, bei der sie die Handgelenke abknicken oder überstrecken.
  • Einseitige Kniebeschwerden: Treten die Leiden nicht symmetrisch auf, dann ist etwas mit der Lastverteilung im Körper nicht in Ordnung.

Wer hat den größeren Trainingseffekt? E-MTB- oder Mountainbikefahrer?

Im Juni 2022 wurde im European Journal of Apllied Physiology eine Studie veröffentlicht, in der sich Forscher der University of Colorado mit dem Thema E-Bikes befassten. Dabei ging es den Amerikanern vor allem darum, zu testen, ob das Fahren auf dem E-Bike für Menschen, welche sonst nicht oft trainieren, ein vollwertiges Workout sein kann.

Das Ergebnis: Alle Teilnehmer hatten sich an die zeitliche Vorgabe gehalten, die meisten saßen sogar bis zu 50 Prozent länger im Sattel als verlangt. Auch die Intensität war durchaus hoch. Der durchschnittliche Puls lag bei 75 Prozent der jeweiligen Höchstgrenze. Die Probanden hatten also ein moderates Workout. Und am wichtigsten: Jeder einzelne hatte deutlich bessere Fitness- und Gesundheitswerte im abschließenden zweiten Labor-Test.

Mehr Motivation mit E-Bike

Diese beiden Ergebnisse der Studie zeigen, dass das E-Bike allein schon durch die sich bietenden erweiterten Möglichkeiten positive Effekte mit sich bringt. Die Motivation, sich öfter und länger zu bewegen, stieg bei allen Studienteilnehmern. Die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Gesundheit und Fitness sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

Auch eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigte außerdem einen weiteren positiven Effekt der elektrisch unterstützten Räder. Die Auswertung der Daten ergab, dass die Probanden mit Elektrobike-Zugang signifikant öfter und auch länger unterwegs waren.

Trainingseffekt dank E-Biken?

Wenn es um den Trainingseffekt von Elektrobikes geht, könnte man sich vorstellen, dass dieser lediglich für nicht ganz so fitte Hobbysportler relevant ist. "Grundsätzlich ist es gleich anstrengend", vergleicht Böhme die beiden Rad-Typen. "Man ist auf dem E-Bike nur schneller unterwegs."

Von Vorurteilen gegenüber den elektrisch unterstützten Rädern hält Böhme nichts. "Mit dem E-Bike ist es im Prinzip wie mit dem Handicap im Golf, nur gesellschaftlich nicht so toleriert", so der Mountainbike-Profi. "Das muss jeder selbst mal probieren." Für Fahrten in Gruppen mit Sportlern auf unterschiedlichem Leistungsstand könnte das E-Bike genauso Abhilfe schaffen.

Die Vorteile der E-Bikes für untrainierte Hobbyfahrer liegen auf der Hand.

Nachweislich erhöht die elektrische Unterstützung die Motivation zur Bewegung. Dies kann bereits nach einigen Wochen vieles bewirken. Gerade als Einstieg nach langer Zeit ohne Training ist das E-Bike eine gute Alternative, um spielerisch wieder eine gewisse Grundfitness aufzubauen.

Aber auch für trainierte Fahrer kann das Pedelec in vieler Hinsicht eine Alternative sein. Der Trainingseffekt ist hier zwar nicht mehr ganz so hoch, doch für Regenerationsmaßnahmen ist das E-Bike ebenso denkbar wie nach Verletzungen.

E-Bike: Sportlicher Effekt messbar

Beim E-Bike-Fahren spielt die Muskulatur eine entscheidende Rolle, vor allem in den Beinen und im Rumpf. Beim Treten wird die Muskulatur aktiv beansprucht, um das Fahrrad in Schwung zu bringen und das Gleichgewicht zu halten. Studien haben gezeigt, dass das E-Bike-Fahren zu einer signifikanten Aktivierung der Beinmuskulatur führt, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur (Quadrizeps und Beinbizeps).

Eine Studie, die im Journal of Electromyography and Kinesiology veröffentlicht wurde, untersuchte die muskuläre Beanspruchung beim E-Bike-Fahren im Vergleich zum herkömmlichen Fahrradfahren. Die Ergebnisse zeigen, dass das E-Bike-Fahren zu einer vergleichbaren muskulären Belastung führt wie das Fahrradfahren ohne Motorunterstützung. Insbesondere beim Bergauffahren und Beschleunigen wurde die Muskulatur stärker beansprucht.

So wird E-Bike-Fahren effektiv:

Um das E-Biken als Sportart optimal zu nutzen, ist es ratsam, verschiedene Fahrtechniken und -stile zu erlernen. Darüber hinaus bietet das E-Bike-Fahren auch Vorteile für Menschen, die aufgrund von Gelenkproblemen oder Übergewicht Schwierigkeiten haben, andere Sportarten auszuüben. Das Schöne am E-Bike ist, dass es für Menschen aller Fitnessstufen geeignet ist.

Der Kalorienverbrauch beim E-Biken wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Eine wichtige Rolle spielt die Fahrintensität. Wenn Sie Intervalle in Ihre Fahrten einbauen, können Sie Ihr Training abwechslungsreicher gestalten und Ihre Fettverbrennung maximieren.

Bergauffahren auf hügeligen Strecken erfordert mehr Kraft und erhöht den Widerstand. Um Ihre Fitness zu verbessern und mehr Kalorien zu verbrennen, ist es wichtig, die Intensität und Dauer Ihrer Fahrten langsam zu steigern.

Nutzen Sie die Möglichkeit, die Unterstützungsstufen Ihres E-Bikes gezielt einzustellen. Wählen Sie eine geringere Unterstützung, um mehr Muskelkraft einzusetzen und Ihren Energieverbrauch zu erhöhen. Wenn Sie sich herausgefordert fühlen, können Sie die Unterstützung erhöhen und längere Strecken zurücklegen.

So lässt sich der Kalorienverbrauch auf dem E-Bike berechnen:

  1. MET-Methode (Metabolic Equivalent of Task): Die MET-Methode basiert auf dem Konzept der metabolischen Äquivalente (METs), die den Energieverbrauch während einer bestimmten Aktivität im Verhältnis zum Ruheumsatz messen. Der Ruheumsatz beträgt ungefähr 1 MET. Der MET-Wert beim Radfahren variiert je nach Intensität.
  2. Moderne E-Bikes und Fitness-Tracker: Einige E-Bikes oder Fitness-Tracker verfügen über Sensoren und Algorithmen, die den Kalorienverbrauch anhand von Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Herzfrequenz und anderen Faktoren schätzen können.

Wichtig: Diese Berechnungen sind nur Schätzungen und individuelle Unterschiede wie Gewicht, Geschlecht, Fitnessniveau und Terrain berücksichtigt werden müssen.

Das E-Bike-Fahren kann also trotz des Elektromotors als sportliche Aktivität angesehen werden. Es erfordert den Einsatz von Muskeln, insbesondere der Beine und des Rumpfes, um das Fahrrad zu bewegen und das Gleichgewicht zu halten. Und wissenschaftliche Studien bestätigen, dass das E-Bike-Fahren zu einer vergleichbaren muskulären Beanspruchung führt wie das konventionelle Fahrradfahren.

Radfahren ohne Motor macht viel fitter als Radfahren mit einem E-Bike, auch Pedelec genannt? Das denkt man auf den ersten Blick. Allerdings ist auch das E-Bike Fahren fast so gesund wie das Radeln ohne Unterstützung. Und das ist jetzt wissenschaftlich nachgewiesen.

Ein verblüffendes Ergebnis: "Entgegen vieler Vorurteile zeigen die Zahlen, dass Muskeln und das Herz-Kreislaufsystem beim Pedelecfahren nahezu so gefordert werden wie beim herkömmlichen Radfahren", sagt Dr. Hedwig Theda Boeck, eine der Erstautorinnen der Studie 2023. Die Motorunterstützung erleichtere vielen älteren und nicht ganz so trainierten Menschen den Wiedereinstieg in körperliche Bewegung.

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover fanden in einer Studie heraus: Wer ein E-Bike fährt, ist körperlich aktiver, weil er Strecken zur Arbeit oder zum Einkaufen eher mit dem Fahrrad als mit dem Auto zurücklegt.

E-Bike-Typen

  • Pedelec: Pedelecs sind Fahrräder mit elektrischer Unterstützung, bei denen der Motor nur dann aktiv ist, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.
  • S-Pedelec: Ihre Motorunterstützung schaltet sich aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab.
  • E-Bike ohne Strampeln: Der Fahrer muss dabei nicht selbst in die Pedale treten.

Körperlich aktiv zu sein ist gesund. Regelmäßiges Radfahren senkt das Risiko, vorzeitig zu versterben im Mittel um 10 Prozent. Radfahren nützt Menschen mit Diabetes: Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass schon eine Stunde Fahrradfahren pro Wochen über fünf Jahre ausreicht, um das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes zu senken.

Radfahren kann einen positiven Effekt auf die Psyche haben: Studien legen zudem nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, einer besseren Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden sein kann. Radfahren stärkt den sozialen Zusammenhalt: Eine Studie der Fernuni Hagen zeigt: Radfahren scheint mit einem guten Miteinander in der Stadt einherzugehen.

Für die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover wurden rund 1.300 Fahrer von E-Bikes (genauer: Pedelecs) und rund 630 Fahrer mit herkömmlichen Rädern analysiert. Von den E-Bike-Fahrern hatten rund ein Drittel Erkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck oder Gelenkverschleiß. Einige hatten in der Vergangenheit schon einen Herzinfarkt.

E-Bike-Fahren ist gesund für das Herz-Kreislauf-System: Die Auswertung der fast 60.000 Fahrten zeigten: E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren.

Ein weiteres Ergebnis: Fahren mit dem E-Bike ist gut für Muskeln und Gelenke. Während beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken lastet, schont E-Bike-Fahren die Gelenke. Für Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrose oder bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kann das E-Bike also vorteilhaft sein.

Sie können körperlich aktiv sein, ohne Angst haben zu müssen, der körperlichen Belastung nicht gewachsen zu sein. Auch die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hat dies gezeigt: Die zum Teil vorerkrankten Teilnehmer hätten sich Touren auf herkömmlichen Rädern nicht zugetraut - auf E-Bikes allerdings schon, so die Wissenschaftler.

Wer vorerkrankt ist, sollte sich vor dem Fahren mit dem E-Bike am besten ärztlicher Rat holen. Menschen, die sich Insulin spritzen, weil sie an Diabetes Typ 2 leiden und plötzlich eine längere Strecke fahren, sollten dabei ihren Blutzucker im Auge behalten. Menschen mit Bluthochdruck oder Herzschwäche sollten vor allem am Anfang die Anstrengung gut dosieren, um Herz und Kreislauf nicht zu überlasten.

Eine weitere Studie zeigte, dass E-Bike-Fahren wichtige Gehirnfunktionen verbessern kann. Egal, ob die Radler ein herkömmliches Fahrrad oder ein E-Bike nutzten: Sie waren schneller und genauer bei Wahrnehmungs- und Denkaufgaben. Auch das Wohlbefinden und der psychische Zustand besserten sich.

Wer vom E-Bike-Fahren profitieren möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Die höheren Geschwindigkeiten erfordern eine schnelle Reaktionsfähigkeit, ein gutes Gleichgewicht und Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen. Diese Fähigkeiten sollten E-Bike-Neulinge am besten üben.
  • E-Bikes sind außerdem um einiges schwerer als ein normales Rad. Das verlängert nicht nur den Bremsweg.
  • Sicheres Fahren, die richtigen Einstellungen - wie etwa die Sattelhöhe des Rads - und die grundsätzliche Handhabung des E-Bikes können in speziellen Kursen bei Polizei oder Verkehrswacht geübt werden.
  • Fahrer sollten außerdem auf jeden Fall einen Helm tragen. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen, die häufig eine Folge von Unfällen mit dem Fahrrad sind.

E-Bikes sind nicht nur etwas für Senioren: Auch jüngere Menschen setzen immer mehr auf das Rad mit Motorunterstützung. Das geht aus einer Umfrage eines Energieunternehmens hervor. Demnach besaßen 2024 fast 18 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ein E-Bike. Eine Umfrage, die im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit durchgeführt wurde, hat gezeigt: Die meisten E-Bike-Käufer sind Männer. Unterschiedliche Studien haben diese Annahme widerlegt.

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