Damit das Biken Spaß macht, muss die Kette sauber laufen. Um das zu gewährleisten, solltest Du sie regelmäßig auf Verschleiß checken. Los geht´s! Der Verschleiß und der rechtzeitige Wechsel der Antriebskomponenten ist unter Bikern ein heiß diskutiertes Thema.
Eine Person, die schwerer ist und mehr Kraft beim Fahren aufwendet, erzeugt mehr Reibung und verschleißt die Kette schneller als eine Person, die leichter ist. Auch das Schaltverhalten und der Fahrstil haben Einfluss auf die Abnutzung der Kette und der anderen Antriebskomponenten. Generell lässt sich sagen: Ab 1500 bis 2000 Kilometern sollte der Verschleiß der Kette bei Fahrrädern, die hauptsächlich auf der Straße fahren, mit einer Kettenlehre überprüft werden.
In diesem Bericht wollen wir Dir ein paar Anhaltspunkte geben, mit denen Du den Verschleiß Deiner Kette abschätzen kannst. Hier empfiehlt es sich, die Kette an mehreren Stellen zu überprüfen. Ist eine der gemessenen Stellen länger als der vorgegebene Toleranzbereich, sollte die Kette gewechselt werden.
Wie verschleißt die Kette?
Die Kette steht beim Treten unter einer starken Zugbelastung. Dadurch längt sie sich mit der Zeit. Je mehr sie sich gelängt hat, desto schlechter funktionieren Antrieb und Schaltung. Eine Kette verschleißt allerdings nicht nur durch die beim Treten eingeleitete Kraft, sondern auch durch Schräglauf und die Schaltvorgänge selber.
Beim Hochschalten wird die Kette vom Schaltwerk gegen das nächstgrößere Ritzel gedrückt und durch die Steighilfen auf das Ritzel gehoben. Durch diese Belastung im Schräglauf wird das Spiel zwischen den Kettengliedern und den Nietstiften mit der Zeit immer größer.
Zusätzlicher Verschleiß beim Mountainbiken
Insbesondere beim Mountainbiken, gerade bei den abfahrtsorientierteren Spielarten, wo starke Vibrationen und Stöße aus allen erdenklichen Richtungen an der Tagesordnung sind, schlägt die Kette durch die vermehrte horizontale Bewegung vor allem seitlich noch schneller aus. Hier ist sie manchmal schon durch seitliches Spiel verschlissen, bevor sie sich nennenswert gelängt hat.
Der Verschleiß durch das seitliche Ausschlagen macht sich vor allem durch unsaubere und langsame Schaltvorgänge bemerkbar, da die Kette sich weit "verbiegen" kann, bevor sie - wie befohlen - das Ritzel wechselt.
Dieser Verschleiß kann schlecht gemessen werden; Du kannst ihn aber kontrollieren, indem Du die mögliche Verbiegung Deiner gebrauchten Kette mit einer fabrikneuen vergleichst.
Anzeichen für eine abgenutzte oder defekte Fahrradkette
- Wenn die Kette beim Schalten nicht mehr richtig rüber auf das nächste Ritzel springt oder beim Treten vibriert, ist es Zeit für eine neue Kette.
- Manchmal ist auch ein lautes Knacken zu hören, wenn du stärker in die Pedale trittst.
- Dieses Problem tritt anfangs nur vereinzelt und in bestimmten Gängen auf und wird mit der Zeit immer häufiger.
- Ob eine E-Bike Kette verschlissen ist, erkennt man an Kettenspringen, lauten Geräuschen oder schwergängigen Gliedern.
- Lässt sich die Kette leicht vom Kettenblatt abheben, liegt starker Verschleiß vor, oft sichtbar an spitzen oder deformierten Zahnprofilen.
Die Kettenverschleißlehre und ihre Funktion
Eine Kettenverschleißlehre ermittelt den Verschleiß der Kette über die Messung der Länge eines Teilstücks. Viele Lehren haben 2 Seiten. Beide Seiten zeigen Dir, wann Du die Kette wechseln solltest, um Deine Ritzel und Kettenblätter vor starkem Verschleiß zu schützen.
Die Rohloff Caliber 2 Lehre beispielsweise hat eine "S"-Seite und eine "A"-Seite. Das S steht für Stahl und das A für Aluminium. Hast Du ausschließlich Stahlritzel und -Kettenblätter verbaut, misst Du besser mit der S-Seite, da ein Stahlritzel etwas mehr Längung verträgt. Hat Deine Kassette Alu-oder Titanritzel mit verbaut, oder hast Du ein Alu-Kettenblatt, nimm besser die A-Seite.
Die meisten Kettenverschleißlehren haben auf beiden Längsseiten je einen kürzere und einen längeren "Haken". Wenn Du die Längung Deiner Kette messen möchtest, lege zuerst den kürzeren Haken (im Bild oben "Nase" genannt") mit der Einkerbung zwischen zwei Röllchen der Kette ein. Die Seite mit dem größeren Haken wird dann zur Kette heruntergeführt.
Wenn Du die Verschleißlehre nun komplett auf die Kette legen kannst, ohne, dass der längere Haken dies vorher blockiert, muss die Kette getauscht werden. Wenn der Haken ein vollständiges Auflegen der Lehre auf die Kette verhindert, und zwischen Kette und Lehre ein Winkel verbleibt, kann die Kette noch weiter gefahren werden. Die Kettenlänge sollte an mehreren Stellen der Kette gemessen werden, um Unregelmäßigkeiten auszuschließen.
Eine Ausnahme machen Campagnolo Ketten. Hierfür gibt es keine Verschleißlehren. Um deren Verschleiß von zu ermitteln, misst Du den Abstand der Röllchen über 6 Außenlaschen. Beträgt dieser 132,6 mm oder mehr, muss die Kette getauscht werden. Dieser Wert gilt für 10- und 11-fach Ketten. Auch hier solltest Du an verschiedenen Stellen messen.
Beispielmessung in der Praxis mit dem Rohloff Caliber 2
Wenn Deine Kassette Alu- oder Titanritzel hat, oder Dein Kettenblatt aus Aluminium besteht, nutze bitte die A-Seite am Rohloff Caliber 2. Bleibt die A-Seite beim Einführen des Hakens "stecken", ist die Kette noch in Ordnung und kann weiter gefahren werden.
Kann die Lehre komplett bündig an die Kette angelegt werden, muss die Kette getauscht werden.
Wenn Deine Kassette ausschließlich aus Stahlritzeln besteht und Du zwecks Langlebigkeit auch ein Stahlkettenblatt verbaut hast, nutze bitte die S-Seite vom Rohloff Caliber 2. Auch hier bleibt die Lehre vorzeitig "stecken": die Kette kann noch gefahren werden.
Wenn Du Stahlritzel fährst, solltest Du Deine Kette jetzt wechseln, um Deine Ritzel vor vorzeitigem Verschleiß zu schützen. Die Kettenlehre liegt bündig auf der Kette auf, also ist sie verschlissen und muss getauscht werden.
Kettenverschleiß messen mit einem Messschieber
Für den Fall, dass ihr keine Verschleißlehre in eurem Werkzeugrepertoire habt tut es auch ein Messschieber. Nehmt dazu einfach einen vordefinierten Abstand von 10 Kettengliedern, schiebt den Messschieber gegen die Bolzen der Kette und messt den Abstand:
- eine neue Kette hat einen Abstand von 119,5 mm
- ab eine Länge von 120,25 mm sollte eine Kette getauscht werden
Auch mit einem Messschieber können Sie den Kettenverschleiß exakt ermitteln. Stellen Sie diesen auf eine Länge von 118 mm ein. Führen Sie den Messschieber an einer beliebigen Stelle der Kette zwischen 10 Kettengliedern ein. Öffnen Sie den Messschieber so weit, bis er an den Röllchen der Kettenglieder anliegt.
Bei einer neuen Kette werden Sie eine Länge von 119,5 mm messen. Bei Aluminiumritzeln/ -kettenblättern ist eine gemessene Länge ab 120,25 mm und bei Stahlritzeln/-kettenblättern ab 120,5 mm bereits zu viel.
Wann sollte eine Fahrradkette gegen eine neue ausgetauscht werden? Empfohlene Intervalle für den Kettenwechsel am E-Bike / Fahrrad
- Bei Mountainbikes oder E-MTBs ist es notwendig die Kette schon nach 500 Kilometern zu überprüfen.
- Der Grund hierfür ist eine höhere Anzahl von Umdrehungen im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern.
- Die Kette verdreckt stärker und es entsteht hierdurch mehr Abrieb zwischen den Kettengliedern und Zahnrädern.
- Ab 1500 bis 2000 Kilometern sollte der Verschleiß der Kette bei Fahrrädern, die hauptsächlich auf der Straße fahren, mit einer Kettenlehre überprüft werden.
Tipp: Ein weiterer Aspekt ist auch die richtige Kettenpflege. Wird die Kette regelmäßig gereinigt und geölt, verlängert dies die Lebensdauer einer Kette enorm.
Die Lebensdauer einer E-Bike Kette lässt sich durch folgende Maßnahmen verlängern:
- Regelmäßige Pflege
- Angepasste Fahrweise
- Gezielte Wartung
Staub, Schmutz und Rückstände erhöhen den Abrieb zwischen Bolzen und Laschen. Eine gründliche Reinigung mit Bürste, Tuch und Kettenreiniger verhindert Korrosion und sichert den ruhigen Lauf der Kette.
Nach jeder Reinigung der Fahrradkette sollte ein passendes Schmiermittel sparsam aufgetragen werden. Zu viel Öl bindet Schmutz, zu wenig fördert Trockenreibung. Jedes Glied gleichmäßig benetzen und Überschüsse abwischen.
Kettenschonend fährt, wer gleichmäßig schaltet und abrupte Gangwechsel unter Last vermeidet. Auch das ständige Ausreizen der Motorunterstützung im Maximalbereich wirkt sich negativ auf die Lebensdauer aus.
Regelmäßige Kontrolle mit einer Kettenlehre deckt Längung frühzeitig auf. Eine optimal gespannte Kette verringert den Zug auf die Gelenke und verhindert Folgeschäden an Ritzeln und Kettenblättern.
Regen, Schnee oder Schlamm beschleunigen die Materialermüdung. Wird das E-Bike nach der Fahrt getrocknet und trocken gelagert, reduziert das die Rostbildung erheblich.
Wie finde ich die richtige Kette?
Damit du deine Kette rechtzeitig ersetzen kannst, brauchst du die richtige Kette. Aber wie findest du die richtige Kette für dein Fahrrad? Es gibt drei wichtige Merkmale, auf die du achten solltest, damit du die richtige Kette kaufst. Ein viertes Merkmal ist ein Qualitätsmerkmal und nicht unbedingt entscheidend.
- Beachte den Hersteller deiner Gangschaltung (Shimano und SRAM sind nicht kompatibel). Es gibt allerdings Drittanbieter, die kompatible Ketten herstellen, allerdings performen die Marken-Komponenten in der Regel aber am besten.
- Innerhalb einer Marke unterscheiden sich die Ketten im Außenmaß also von der Breite.
- Die Anzahl der Ritzel deiner Kassette (Zahnräder am Hinterrad) ist entscheidend beim Kauf der passenden Fahrradkette. Zum Beispiel bedeuten 11 Ritzel hinten, dass du eine 11-fach Kette brauchst.
- Die Anzahl der Glieder der neuen Kette muss gleich oder größer als die der alten Kette sein.
Das begünstigt den Verschleiß des Antriebs
Schräglauf Kette
Weder klein-klein noch Groß-Groß! Das betrifft Schaltungen mit zwei oder drei Kettenblättern. Die Kette sollte immer so gerade wie möglich laufen, um die Reibung zwischen den Kettengliedern zu minimieren.
Daher sollte man das kleinste, innere Kettenblatt nur mit den größeren Ritzeln nahe der Speichen kombinieren.
Schalten unter Last
Um Ihre Kette möglichst lange fahren zu können, sollten Sie mit Gefühl schalten. Reduzieren Sie den Druck aufs Pedal, kurz bevor Sie den Schalthebel drücken, und kurbeln ohne Last weiter.
Dann kann die Kette sauber in die Steighilfen der Ritzel greifen und den Gang zuverlässig wechseln. Achtung: Beim Schalten unter hohem Pedaldruck kann es sogar direkt zum Kettenriss kommen.
Auf die Wartung warten
Gerade am Mountainbike leidet die Kette permanent unter der abrasiven Wirkung der Elemente. Staub, Sand und Wasser sowie deren Kombination (Matsch) reiben und schmirgeln zwischen den Kettengliedern und den Zähnen der Ritzel sowie der Kettenblätter.
Befreien Sie Ihre Kette daher regelmäßig von Schmutz und gönnen Sie ihr ein paar Tropfen Kettenschmierstoff.
Wartungsintervalle MTB-Antrieb
Wir empfehlen, das Bike nach jedem Einsatz mit dem Wasserschlauch grob abzuspritzen. So kann sich der Dreck vom Trail gar nicht erst am Antrieb festsetzten. Vermeiden Sie den harten Strahl von Hochdruckreinigern!
Er befördert Dreck und Feuchtigkeit erst dort hin, wo er nichts zu suchen hat: hinter Lagerdichtungen und in die feinen Zwischenräume der Kettenglieder.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Reinigung | Nach jedem Einsatz mit Wasserschlauch abspülen, trockenreiben |
| Schmierung | Regelmäßig mit Kettenschmierstoff |
| Überprüfung | Alle sechs Monate auf Verschleiß prüfen |
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