Die Auswahl des richtigen Mountainbikes kann überwältigend sein. Es gibt unzählige Fragen zu klären: 27,5 Zoll, 650B, 29er? Fully oder Hardtail? Enduro, Trailbike oder doch ein Cross Country Race Bike? Worauf kommt es bei der Wahl des richtigen Bikes wirklich an? Was brauche ich und was brauche ich nicht? Und was gibt mein Budget her? Dieser Artikel hilft dir, den Überblick zu behalten und das perfekte Mountainbike für deine Bedürfnisse zu finden.
Was ist ein Mountainbike?
Ein Mountainbike ist ein Fahrrad, das speziell für den Einsatz abseits befestigter Straßen und Wege ausgerichtet ist. Dementsprechend hat ein Mountainbike eine geländetaugliche Geometrie, breitere und stärker profilierte Reifen, einen Antrieb mit schaltbaren Gängen, eine Federgabel mit 100mm oder mehr Federweg und optional einen zweiten Dämpfer am Hinterbau. Auch Scheibenbremsen gehören mittlerweile zum Standard. Rahmen aus Alu, Carbon oder seltener auch Stahl, bieten inzwischen Möglichkeiten leichte und steife Räder zu bauen, die ihren Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht werden.
Hardtail vs. Fully: Was ist der Unterschied?
Eine der grundlegendsten Entscheidungen beim Mountainbike-Kauf ist die Wahl zwischen einem Hardtail und einem Fully.
Hardtail-Mountainbike
Betrachten wir das Hardtail-Mountainbike gibt es hier ganz klar folgende Vorteile zu nennen: Ein Hardtail ist beim Berganfahren das vortriebseffizienteste Konzept, denn es ist nur an der Front gefedert. Das sorgt dafür, dass die Leistung, die in die Pedale abgegeben wird, fast eins zu eins ans Hinterrad weitergegeben wird und kaum Leistung verloren geht. Zusätzlich sind sie aufgrund des einfachen Rahmens oft etwas leichter. Der Wartungsaufwand und die Anfälligkeit für Defekte sind bei Hardtails sehr gering. Ein ungefederter Hinterbau hat zudem den Vorteil, dass dort keine Kugellager, Federelemente oder andere Verbindungselemente wie Schrauben oder Bolzen verbaut sind, die Wartung benötigen oder ermüden bzw. kaputt gehen können. Ein Hardtail bringt also im Regelfall etwas weniger Wartungsaufwand mit sich. Außerdem, fällt ein steifer Hinterbau natürlich weniger schwer ins Budget und macht das Rad etwas leichter.
Jedoch gibt es auch ein paar Nachteile, die man bezüglich des Kaufs eines Hardtails bedenken sollte. Denn ein Hinterbau, der nicht nachgibt, bietet entsprechend auch weniger Komfort und Traktion bzw. Reserven, wenn es mal richtig rau wird. Somit ist das Mountainbiken mit einem Hardtail zwar „intensiver“ als mit einem Fully, allerdings auch anspruchsvoller, wenn es in sehr unwegsames Gelände geht.
Fully-Mountainbike
Ein Vollgefedertes Rad, auch Fully genannt, hat wiederrum andere Vor- und Nachteile. Die Federung an Vorder- und Hinterrad bietet Reserven, Komfort und Traktion an Stellen, an denen es auf dem Hardtail schon richtig „scheppert“ und verzeiht Fehler besser. Auch ist das Biken mit einem vollgefederten Mountainbike grade bei heftigen Abfahrten weniger ermüdend und softer. Umgekehrt sieht es da aus, wenn es den Berg rauf geht.
Grade Fullys mit viel Federweg neigen bergan dazu, teile des Vortriebs im Federweg zu verlieren, weil die Federelemente an Vorder- und Hinterrad durch den Zug auf der Kette versinken oder wippen. Zwar ist dieses Problem dank moderner Hinterbausysteme weniger stark wahrzunehmen als vor einigen Jahren, ganz zu beheben ist es allerdings nur mit feststellbaren Federelementen (auch „Lock-Out“: Ein Hebel an Federelementen, der das Federelement in der höchsten Position sperrt und vor dem Eintauchen hindert). Da diese bei guten MTBs heute quasi zur Standardausstattung zählen, kann man dieses Argument fast venachlässigen.
Dennoch bedeutet ein gefederter Hinterbau durch seine vielen Bauteile meist ein Mehrgewicht im Vergleich zum starren Hinterbau.
Die meisten Fahrer, die offroad unterwegs sein wollen, greifen aber mittlerweile zum vollgefederten MTB, da der Fahrkompft sie einfach überzeugt. Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch mit einem Hardtail ist alles möglich, mit einem Fully ist es aber meist leichter.
Die verschiedenen Arten von Mountainbikes
Neben Full-Suspension-Bike und Hardtail, lassen sich MTBs allerdings inzwischen wesentlich spezifischer einordnen. Hier eine Übersicht über die gängigsten Kategorien:
- Race- und Cross-Country Bikes: Hierbei handelt es sich um schnelle, leichte Bikes mit um die 100mm Federweg. Sowohl Fullys als auch Hardtails sind für den Cross-Country Einsatz weit verbreitet. Sie haben vergleichsweise leichte und schmale Bereifung und sind bergauf sehr effizient und fix. Bergab hingegen braucht es einiges an Können, um auch abseits der Hauptwege richtig schnell unterwegs zu sein.
- Downcountry Bikes: Bei Downcountry Bikes handelt es sich um Cross-Country Bikes mit „ein bisschen mehr Wumms“. Statt 100mm sind hier schon 120mm Federweg verbaut. Die Bikes haben etwas flachere Lenkwinkel was sie „slacker“ macht. Mit anderen Worten: Die Bikes liegen flacher auf dem Trail und sind bei hohen Geschwindigkeiten etwas ruhiger und allgemein etwas besser aufgestellt, wenn es mal rauer wird. Auch bei der Bereifung wird es etwas gröber, dennoch sind die Bikes gut am Berg und grade für Toren ideal aufgestellt.
- All-Mountain und Trail Bikes: Trail Bikes sind im Grunde genommen die neuen All-Mountains und gelten gemeinhin als die besten Tourenbikes und die ultimativen Allrounder. Federweg von 120 mm bis zu 150 mm Federweg und ein Gewicht, welches sich im Mittelfeld des Spektrums eingliedert, versprechen Spaß bergauf als auch bergab. Dank der recht allroundfähigen Geometrie kann es auch gen Tal richtig losgehen. Zwar wird es ruppig, wenn der Trail mal richtig grob wird, versierte und technisch gut aufgestellte Fahrer kommen aber mit einem Trail Bike überall runter.
- Enduro Bikes: Mit den Enduro Bikes sind wir nun im abfahrtsorientierten Sektor des Bikespektrums angelangt. Federwege ab 150mm bis 180mm und ein etwas höheres Gewicht machen sich zwar bergauf bemerkbar, bergab aber dafür erst so richtig Spaß! Dicke Wurzel- und Steinfelder, große Sprünge und hohes Tempo auf den Trails liegen Enduros besonders. Sie haben flache, lange Geometrien und sind nichtmehr so wendig wie Trailbikes, liegen allerdings im Gegenzug dazu bei hohem Tempo satt auf dem Trail. Telestütze, breite, grobstollige und vor allem pannensichere Bereifung sollten an jedem Enduro Bike dran sein.
- Superenduros: Im Prinzip geht es hier um Enduro Bikes die von den Herstellern noch ein wenig aufgemotzt wurden. So kommen sie auf 180mm bis 190 mm Federweg und haben ein klein wenig mehr Reserven.
- Downhill Bikes: Das ist es, was Downhill Bikes am allerbesten können. Doppelbrückengabel, besonders grobe und pannensichere Bereifung, fein abgestufte schwere Gänge, flache, lange Geometrien und Federweg von 200mm und mehr sind an DH-Bikes inzwischen normal. Doch so schnell die Boliden den Berg runterfahren, wieder rauf geht es nur mit Bus, schiebend oder dem Lift. Denn die Geometrie dieser Bikes in Kombination mit dem hohen Gewicht und der abfahrtsorientierten Übersetzung, ermöglichen das Bergauffahren kaum. Wer in Bikeparks unterwegs ist und den Berg nur in eine Richtung bezwingen will, nach unten, der wird hier fündig!
- Fatbikes: Mit Reifen über 3 Zoll Breite sind sie quasie die Traktoren unter den Fahrrädern.
- E-Mountainbikes: Inzwischen gibt es, wie beim MTB viele verschiedene Arten der Elektroflitzer.
Die richtige Rahmengröße finden
Mindestens genauso wichtig wie die Wahl des richten Mountainbikes ist die Wahl der richtigen Rahmen-Größe deines MTB’s. Nur wenn du dein Rad in der richtigen Größe kaufst, funktioniert und verhält sich das Bike so, wie es vom Hersteller entworfen wurde. Denn die Länge des Oberrohres, der Winkel zwischen Federgabel und Untergrund sowie der Winkel des Sitzrohres, ergeben mit anderen Größen und Längen ein stimmiges Konzept und können die Eigenschaften und das Fahrgefühl auf einem Mountainbike maßgeblich bestimmen.
Leider gibt es kein Einheitliches Größensystem, das man beim Kauf eines Zweirades auf alle Hersteller übergreifend anwenden könnte. Grund zum Verzweifeln ist das allerdings nicht. Denn viele Hersteller haben einen Größenschlüssel, oder ein „Fitting-System“, das dich durch deine Körpergröße und verschiedene Maße wie Innenbeinlänge, Armlänge usw. die Größe deines Rades einfach bestimmen lässt.
Nicht selten kommt es vor, dass du zwischen zwei Größen landest. Dann heißt es testen oder nach persönlicher Präferenz entscheiden. Magst du eher eine gestreckte, sportlichere Haltung und ein längeres etwas laufruhigeres Bike, dann wähle die größere Größe.
Im Normalfall findest du solche Angaben immer auf der Homepage des jeweiligen Herstellers.
Laufradgrößen: 27,5 Zoll vs. 29 Zoll
Ein weiteres wichtiges Thema beim Mountainbike ist die Größe der Laufräder. Während um die 2000er 26 Zoll als das Mountainbike-Laufradmaß galt, sind inzwischen die Laufradgrößen 27,5 Zoll (auch 650B genannt) und 29 Zoll die gängigsten Laufradgrößen.
27,5 Zoll
27,5 Zoll Laufräder sind die wendigeren und weniger trägen Kandidaten. Mit 58,5 cm Durchmesser und einem Laufradumfang von um die 222 cm haben diese Laufräder ein gutes Gleichgewicht aus Wendigkeit, Ab- bzw.
29 Zoll
Allerdings hat auch ein 29 Zoll Laufrad einige unschlagbare Vorteile. Durch ihren größeren Durchmesser von 62,2 cm und den größeren Radumfang von 233 cm haben sie ein noch besseres Ab- und Überrollverhalten, was sie (bei gleicher Bereifung) in der Ebene schneller macht und Hindernisse besser überwinden lässt. Der Nachteil ist das Mehrgewicht und die damit verbundene Trägheit. Die größeren Laufräder lassen sich somit schlechter „auf Tempo bringen“.
Mullet-Bauweise
Ein Hybridkonzept dieser beiden Laufradgrößen ist die Mullet-Bauweise. Sie kombiniert ein 27,5 Zoll Hinterrad mit einem 29 Zoll Vorderrad und soll so die Vorteile der beider Laufradgrößen zur Geltung bringen.
Reifenwahl
Am Mountainbike gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Bereifungen. In erster Linie wird hier zwischen Draht- und Faltreifen unterschieden. Während der Drahtreifen eine mit Drahtgeflecht verstärkter Reifenflanke hat und aufgrund seines hohen Gewichtes und des hohen Pannenschutzes eigentlich ausschließlich im Downhillbereich genutzt wird, ist der Faltreifen leichter und weniger träge besitzt aber auch weniger Pannenschutz.
Gerade bei Enduro Bikes gibt es daher häufig die Möglichkeit, sein Rad auf Tubeless (Schlauchlos) umzubauen. Hier wird kein Schlauch im Hinterrad verbaut, sondern eine Dichtmilch, die den Reifen von innen abdichtet.
Ein weiterer großer Unterschied bei der MTB-Bereifung ist zudem die Profilart und die Breite. Diese wird in Zoll angegeben. Am häufigsten sind hier Reifenbreiten von 2.2 Zoll bis hin zu 3.0 Zoll verbaut, wobei ab 2.6 Zoll von sogenannten „Plus-Bikes“ die Rede ist. Der Vorteil der verschiedenen Reifen breiten ist recht einfach erklärt: Desto breiter der Reifen desto mehr Auflagefläche bietet er. D.h. mehr Grip, aber auch ein schwammigeres Fahrgefühl und mehr Rollwiderstand. Ist ein Reifen schmaler, hat er weniger Auflagefläche.
Bei der Profilwahl gibt es ein großzügiges Angebot. Grundsätzlich gilt: Desto gröber das Profil, desto griffiger der Reifen. Allerdings gilt auch: Desto gröber das Profil, desto schlechter rollt ein Reifen. Wie so oft gibt es hier keine Eier legende Wollmilchsau und man muss sich nach persönlicher Präferenz entscheiden.
Des Weiteren gibt es für alle möglichen Wetterbedingungen spezielle Reifen. Matschreifen mit grobem und weitem Profil sind hier das gängigste Beispiel.
Vor dem Kauf: Fragen, die du dir stellen solltest
Bevor du ein MTB kaufst, solltest du folgende Fragen beantworten. Anhand dieser Fragen findest du das richtige MTB für dich. Welches Rad du brauchst ergibt sich aus deinen Antworten.
Rahmenmaterial: Aluminium oder Carbon?
MTB-Rahmen aus Alu sind wegen ihrer Unkompliziertheit und ihrem, im Vergleich zu Carbonrahmen, geringeren Preis im Einsteiger- und Tourenbereich sehr beliebt. Wer sich ein Mountainbike kaufen möchte, sollte gut überlegen, für welchen Einsatz er das MTB nutzen möchte. Reicht ein Aluminium-Rahmen? Oder bringt Carbon doch mehr?
Carbonrahmen bieten ein sehr gutes Gewichts-Steifigkeits-Verhältnis und kommen deshalb vor allem bei Race-Mountainbikes und teuren MTB-Modellen zum Einsatz. Nachteile von Carbonrahmen: Sturzschäden sind im Vergleich zu Aluminium weniger gut ersichtlich und können zu gefährlichen Mikrorissen führen.
Federweg: Wie viel ist richtig?
Einsteiger sind mit einem Allround-Hardtail gut bedient. Sie sind in der Regel mit Gabeln um 100 mm Federweg ausgestattet. Wer vollgefedert fahren will, für den bietet sich ein Fully mit Federwegen um 100 mm (29 Zoll) bzw. 120 mm (26 und 27,5 Zoll) an.
Tourenbiker, die auch auf schmalen Singletrails unterwegs sind, greifen am besten zu einem vollgefederten Mountainbike. Je nachdem, wie hoch der Bergab-Anteil und die technische Schwierigkeit der Trail-Passagen ist, die der Biker fährt, empfehlen sich Federwege von 100 bis max. 150 mm. Mountainbiker, die gerne technisch anspruchsvollere Strecken fahren, wählen dabei ein MTB mit mehr Federweg.
Race-Mountainbiker, die ihr MTB vor allem in Marathons und Cross-Country-Rennen einsetzen wollen, sind mit leichten und steifen Hardtails bzw. Fullys aus Carbon am besten bedient. Federwege von 80 mm (Hardtail) bis max. 120 mm (Fully) sind hier die Regel.
Enduro-Biker fahren am liebsten bergab - und zwar in steilem, technisch sehr anspruchsvollem Gelände.
E-Mountainbike Kaufberatung
Vor dem Kauf eines E-Mountainbikes muss man Grundsätzliches klären: Welches ist die passende E-MTB-Kategorie für mich? Welche Kosten kommen auf mich zu?
E-MTB Kategorien
- Hardtail: Sie sind günstiger. Rund 1000 bis 1500 Euro spart man im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten Bike mit Vollfederung (Fully). Außerdem entfällt die Wartung am Dämpfer und den Gelenken des gefederten Hinterbaus. Das etwas geringere Gewicht hat aber deutlich weniger Einfluss als bei unmotorisierten Bikes.
- Tour / Trail / All Mountain Bike: Egal, ob gemütlicher Tourer oder sportliches Trailbike, die Federwege liegen meist bei 140 bis 160 Millimetern. Entscheidender als der Federweg sind Rahmengeometrie und Ausrichtung des E-Bikes. Sportliche Modelle richten sich an Trail-Piloten mit guter Fahrtechnik und sind auf flachen Forstweg-Touren nicht immer die beste Wahl.
- Enduro: Echte E-Enduros haben über 160 und bis 190 Millimeter Federweg. Bikes dieser Klasse blühen erst in extremem Gelände mit ruppigen Steilpassagen richtig auf. Hier bieten sie ein Maximum an Fahrsicherheit. Wer seinen Fokus auf extreme Abfahrten legt, ist hier richtig. Eine solide Ausstattung ist dafür Pflicht, darum machen Enduros erst in höheren Preisklassen Sinn.
- Light-E-MTB: Hier steht geringes Gewicht und wendiges Fahrverhalten im Vordergrund. Weniger E-Bike, mehr Fahrrad. Die Akkus sind kleiner, die Motoren schwächer. Dadurch sind die Bikes mit 16 bis 20 Kilo rund 5 Kilo leichter als klassische E-Mountainbikes. Der Fahrer muss hier allerdings mehr eigene Leistung erbringen, und auf längeren Touren muss man mit dem Akku sparsam umgehen.
Motor und Akku beim E-MTB
Neben den klassischen E-Motoren haben sich sogenannte Light- oder Minimal-Assist-Antriebe etabliert. Die Klassiker bieten einen breiten Einsatzbereich, in Kombination mit großen Akkus eine hohe Reichweite und massig Reserven für müde Beine oder steilste Anstiege. Mit ihrem unkomplizierten Charakter haben sie zur großen Popularität des E-MTBs beigetragen. Denn sie lassen ihren Fahrer nur selten im Stich. Light-Motoren hingegen sind meist leiser, kleiner und leichter - aber auch deutlich schwächer. Sie eignen sich für fitte Fahrer, die eher ein Fahrrad mit leichtem Rückenwind suchen und ihre klassischen Touren etwas entspannter gestalten wollen. Power und Reichweite sind eingeschränkt.
Klassische E-MTBs haben aktuell meist 700 bis 750 Wattstunden, in Ausnahmefällen bis 900 Wattstunden. Günstigere oder ältere Bikes kommen auch mit 500 bis 650 Wattstunden. Kleine Akkus sind deutlich leichter, weshalb gerade Light-E-MTBs auf kompakte Batterien setzen.
Ausstattung beim E-MTB
Auch wer keine extremen Abfahrten auf seiner Liste hat, sollte beim E-MTB auf eine solide Ausstattung achten. Kräftige Vierkolbenbremsen mit großen Scheiben (200 mm) sind kein Luxus. Auch robuste und griffige Reifen machen nicht nur im Bikepark Sinn. Guter Pannenschutz verhindert nervige Platten, hohe Traktion bringt Fahrsicherheit.
Wer sein Bike also auch für Alltagsfahrten oder zum Pendeln nutzen will, sollte sich Gedanken über Wetterschutz und Alltagstauglichkeit machen. Vollwertige Schutzbleche, Gepäckträger oder Seitenständer lassen sich nur an speziell darauf vorbereitete Rahmen befestigen. Es gibt auch Universallösungen, doch die bieten nur eingeschränkte Funktion.
Online oder stationärer Händler?
Online-Direktversender, wie Canyon, Radon, Rose oder Vitus, locken mit günstigen Preisen - denn bei diesem Vertriebsmodell entfällt die Händlermarge. Die fehlenden Händler sind aber zugleich der Nachteil des Modells. Beratung? Probefahrt? Service? All das ist beim Online-Kauf stark eingeschränkt.
Gerade E-MTB-Neulinge sollten aber besonderen Wert auf eine Probefahrt und den Test verschiedener Modelle legen. Wer genau weiß, was er braucht und etwas Schrauberkönnen mitbringt, kann online sparen!
Mountainbike Riding Styles
- Cross-Country: Bevorzugtes Terrain gibt es nicht; Waldwege, Schotterpisten oder Wurzelteppiche sind alle willkommen. Während Hardtails eher für schnelle, flowige Trails mit wenig Hindernissen geeignet sind, ist bei technisch anspruchsvollen Strecken schon eher ein Fully sinnvoll, dass mit 100mm-120mm Federweg vorne und hinten eine verbesserte Traktion und Kontrolle auf vertrackten Trails mitbringt.
- Trail: Richtet sich aber an erfahrenere Fahrer und anspruchsvollere Strecken. Das typische Trail-Bike ist deswegen auch mit mehr Federweg ausgestattet als das Cross-Country-Bike und sollte die perfekte Balance für hohe Krafteffizienz bergauf und agilem Fahrverhalten bergab finden. Der Federweg bei Trail Bikes liegt in der Regel zwischen 120mm und 140mm vorne und hinten. Als Laufradgröße wird bei den meisten Herstellern in dieser Kategorie auf die 27,5“ und 29“-Räder gesetzt, immer häufiger auch in Plus-Ausführung.
- Enduro / All Mountain: Der neue MTB-Trendsport richtet sich eher an erfahrene Biker, die mit anspruchsvollen Sprüngen, tiefen Drops und technischen Trails keine Probleme haben. Enduro Bikes sind noch mehr auf den Downhill-Bereich fokussiert als Trail Bikes, bringen aber im Vergleich zu reinen Downhill-Bikes auch am Berg noch eine gute Leistung. Der Federweg sollte für Enduro-Rennen zwischen 140mm und 170mm liegen, ein Fully ist Pflicht. Eine absenkbare Sattelstütze für bessere Kontrolle bergab ist genauso empfehlenswert wie breitere Reifen mit ungefähr 2,3 Zoll.
- Downhill / Gravity: Hier geht es einzig und allein um die Fahrt bergab. Ein Downhill-MTB sollte nur auf die Bergab-Performance getrimmt sein und mit einem Federweg von mindestens 170mm bis hin zu 210mm ausgestattet sein. Ein längerer Radstand und breitere Reifen (bis 2,5“) sorgen für Stabilität, während große, zugkräftige Scheibenbremsen das Bike schnell zum Stehen bringen. Der Lenkwinkel liegt jetzt bei ca. 62-65°, um für maximale Stabilität und Kontrolle zu sorgen.
Mountainbike Laufradgrößen
Es gibt drei Laufradgrößen bei modernen Mountainbikes, die je nach Einsatzzweck auch in Plus-Größen verfügbar sind: 26“, 27,5“ und 29“. Die Größe in Zoll gibt dabei den Durchmesser der Räder an.
- 26“: Die Vorteile liegen in der hohen Agilität und dem geringen Gewicht, doch Traktion und Fahrkomfort sind bei den größeren Rädern spürbar besser.
- 27,5“: Bietet ein besseres Überrollverhalten, mehr Traktion und höheres Luftvolumen als der kleinere Vorgänger. Die 27,5er Größe ist dagegen in allen Disziplinen vertreten und punktet durch das geringe Gewicht und die hohe Agilität.
- 29“: Bietet noch besseren Fahrkomfort und noch mehr Grip. Allerdings sind die Räder auch schwerer, nicht so steif und nicht so wendig wie die 27,5“-Räder. Die 29er Größe ist deshalb vor allem bei Cross-Country-MTBs und Trailbikes beliebt, Enduro-Bikes werden auch zunehmend mit den größeren Rädern ausgestattet.
Dämpfungssysteme
- Eingelenker: Hier wird der hintere Teil des Mountainbikes, der Hinterbau, mit einem Gelenk mit dem Hauptrahmen verbunden und rotiert beim Einfedern um ein zentrales Lager, etwa in Höhe des mittleren Kettenblatts. Vorteile: Sensibles Ansprechverhalten, Nachteil: Antriebseinflüsse, geringe Steifigkeit
- Mehrgelenker: Beim Mehrgelenker wird der Hinterbau mit vier Lagerpunkten mit dem Hauptrahmen verbunden, die Funktionsweise ist trotzdem ähnlich des Eingelenkers. Die Gelenke oberhalb der Kettenstrebe dienen der Stabilisierung und Ansteuerung des Dämpfers. Vorteil: Höhere Steifigkeit und Antriebsneutralität, Nachteil: Wartungsintensiv
- Viergelenker: Der Viergelenker ist auf den ersten Blick ähnlich des Mehrgelenkers, ermöglicht aber durch einen zusätzlichen Drehpunkt in der Kettenstrebe, dass das Hinterrad beinahe senkrecht nach oben Einfedern kann. Vorteil: Das zusätzliche Lager macht das System steifer und antriebsneutraler, Nachteile: ebenfalls wartungsintensiv und teuer
- Virtual Pivot Point System: Das VPP-System setzt auf einen virtuellen Drehpunkt, um den der Hinterbau rotiert. Dies wird durch zwei Gelenke hinter der Tretlagerachse ermöglicht. Zwei weitere Gelenke steuern den Dämpfer an. Vorteil: kein Pedalwippen, hohe Antriebsneutralität, Nachteile: Pedalrückschlag
Die richtige Sitzposition finden
Für eine optimale Ergonomie lohnt sich außerdem ein Blick auf die richtige MTB Sitzposition - denn nur wer gut sitzt, fährt auch gut.
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