Um in einem Rennen der MotoGP die Siegchancen zu erhöhen, ist ein Startplatz weit vorn im Fahrerfeld von entscheidender Bedeutung. Die Startaufstellung für jedes Rennen einer MotoGP-Saison wird im Qualifying, also der Qualifikation ermittelt.
(Motorsport-Total.com) - In diesem Jahr gibt es in der MotoGP ein neues Qualifying-Format. Das Prozedere in den kleinen Klassen Moto2 und Moto3 bleibt unverändert. Vom System her passt man sich an die Königsklasse an.
Die Bedeutung der Freien Trainings
Ausschlaggebend für das Qualifying sind zudem die Ergebnisse in den Freien Trainings: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings starten im Samstags stattfindenden Qualifying direkt in Q2, alle anderen Teilnehmer kämpfen zunächst in Q1 um den Platz im Rennen. Hierfür werden die schnellsten Runden aus den ersten beiden Trainingssession herangezogen und in ein Gesamt-Klassement zusammengerechnet.
Die kombinierte Zeitenliste dieser drei Freien Trainings wird als Grundlage für die Qualifikation herangezogen. Die drei Freien Trainings bleiben unverändert, aber die kombinierte Zeitenliste legt die Teilnahme für das Qualifying fest.
Zum einen werden die Freien Trainings aufgewertet, denn Wetterkapriolen könnten die Voraussetzungen für die Qualifikation durcheinander wirbeln. Die Fahrer werden dennoch Zeit haben, sich auf das Rennen vorzubereiten, denn vor dem Qualifying gibt es ein viertes Freies Training über 30 Minuten, dessen Wertung am Ende keine Bedeutung für das Qualifying hat.
Zeitplan der Freien Trainings
- Freien Training am Freitagvormittag, dessen Länge auf 45 Minuten erhöht wurde.
- FP2 (Free Practice 2): Ebenfalls am Freitag tritt das Fahrerfeld zum 2. Freien Training an, das ebenfalls 45 Minuten lang geht.
- FP3 (Free Practice 3): Der Samstagvormittag beginnt mit dem 3. Freien Training, das hingegen nur noch 30 Minuten dauert.
Das Qualifying: Q1 und Q2
Qualifying 1 und 2: Ebenfalls noch am Vormittag des Samstages treten die Fahrer zu den beiden Qualifying-Sitzungen an, in denen die Startaufstellung festgelegt wird.
Zoom Die Fahrer ab Platz elf sind für Q1 qualifiziert. Die Fahrer in dieser Gruppe haben schließlich 15 Minuten Streckenzeit zur Verfügung, um ihre schnellste Runde zu fahren.
Beide Sessions dauern jeweils 15 Minuten. In Q1 ermitteln die Fahrer, die es im Training nicht in die Top-10 geschafft haben, zwei Piloten, die in Q2 um die Pole Position (also den Platz ganz vorn in der Startaufstellung) eingreifen. Nur die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 dürfen auch in Q2 wieder antreten, danach stehen die Startplätze ab Position 13 für ein Rennen der MotoGP fest.
Die beiden schnellsten Fahrer sind für Q2 qualifiziert. Die übrigen Fahrer nehmen die Startpositionen ab Platz 13 ein. Alle anderen Fahrer nehmen an Q1 teil.
Für Q2 sind die besten zehn Fahrer von der kombinierten Zeitenliste der drei Freien Trainings qualifiziert. In Q2 treten entsprechend 12 Fahrer an: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings und die zwei schnellsten aus Q1. Dazu kommen die schnellsten beiden Fahrer aus Q1, womit am Ende zwölf Fahrer um die Pole-Position kämpfen.
Auch die zweite Runde der MotoGP-Qualifikation dauert 15 Minuten lang. 15 Minuten bleiben den zwölf Piloten in Q2, um die schnellstmögliche Rundenzeit zu fahren. Diese gibt am Ende Aufschluss über die Startposition. Der schnellste geht von der Spitze des Fahrerfeldes aus ins Rennen am Sonntag und nimmt die begehrte Pole Position ein.
Da die Qualifikation kompakter gestaltet ist, wird auch die Spannung für die Fans erhöht. Seit es keine extraweichen Qualifikationsreifen mehr gibt, trainierten die Fahrer im Qualifying über weite Strecken für das Rennen und erst am Schluss ging es bei normalen Verhältnissen auf die Zeitenjagd. Außerdem bekommen die Claiming-Rule-Fahrer in Q1 wertvolle Fernsehzeit.
Ablauf im Detail
- Die drei Freien Trainings bleiben unverändert, aber die kombinierte Zeitenliste legt die Teilnahme für das Qualifying fest
- Die zehn schnellsten Fahrer sind automatisch für Q2 qualifiziert
- Alle anderen Fahrer nehmen an Q1 teil
- Die beiden schnellsten Fahrer in Q1 kommen ins Q2 weiter, womit zwölf Fahrer um die Pole-Position kämpfen
- Die Fahrer, die in Q1 ab Platz drei liegen, nehmen die Startplätze ab Position 13 anhand ihrer Rundenzeiten ein
Zeitplan des Qualifyings
- Tag 2 - Vormittag: 3. Freies Training (45 Minuten) - zählt für die Teilnahme am Qualifying
- Tag 2 - Nachmittag:
- 4. Freies Training (30 Minuten) - zählt NICHT für die Teilnahme am Qualifying
- Pause von zehn Minuten
- 1. Qualifying (15 Minuten)
- Pause von zehn Minuten
- 2. Qualifying (15 Minuten)
Sprintrennen
Im Gegensatz zur Formel 1, in der die Sprints - zumindest in der aktuellen Saison - nur bei sechs Grand Prix‘ gefahren werden, gibt es in der MotoGP bei jedem Meisterschaftslauf ein Sprintrennen.
Sprintrennen der MotoGP finden immer samstags um 15:00 Uhr der lokalen Zeit statt und setzen auf eine Distanz, die ungefähr 50 Prozent der des Rennens am Sonntag entspricht.
Allerdings ersetzen die MotoGP-Sprints nicht das Qualifying, was früher am entsprechenden Samstag des Rennwochenendes stattfindet und die Startaufstellung für das Sprintrennen und den Grand Prix am Sonntag bestimmt. Im Sprint gilt dasselbe Reglement, das auch für einen Grand Prix der vollen Länge gilt. Allerdings sieht die Punkteverteilung anders aus.
Qualifying-Format in Moto2 und Moto3
Für die Klassen Moto2 und Moto3 gibt es ab der Saison 2019 ein neues Qualifying-Format. Es gibt beim neuen Format für das Zeittraining Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.
Die drei Freien Trainings werden nun zusätzlich aufgewertet. Nach dem dritten Freien Training am Samstagvormittag ist das Gesamtergebnis der drei Sessions ab sofort wichtig. Die 14 schnellsten Fahrer nach den Freien Trainings ziehen direkt ins Q2 ein. Die vier schnellsten Fahrer von Q1 ziehen dann ebenfalls ins Q2 ein. In Q1 werden somit die Startplätze ab Platz 19 festgelegt. In Q2 kämpfen schließlich 18 Fahrer um die Pole-Position beziehungsweise um die ersten 18 Startplätze.
Q1 und Q2 dauern jeweils 15 Minuten. Bisher waren im Qualifying der Moto2 (45 Minuten) und Moto3 (40 Minuten) alle Fahrer gemeinsam auf der Strecke. Das sorgte vor allem in der Moto3 oft für Chaos, Konfusion und Diskussionen. Die Startaufstellung wurde oft erst Sonntagmorgen veröffentlicht und häufig sah sie ganz anders aus als das Qualifying-Ergebnis.
Für die Moto2-Klasse will man das Qualifying mit dem neuen Format spannender machen. Häufig wurden im Zeittraining der mittleren Klasse die schnellsten Rundenzeiten in den ersten Minuten gefahren, wenn die Strecke der MotoGP-Klasse mehr Grip hatte. Die restliche halbe Stunde gestaltete sich für die Fans oft zäh.
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