Motorradfahren lernen: Tipps für Anfänger

Die Entscheidung, ein motorisiertes Zweirad beherrschen zu wollen, hast du bereits getroffen und du solltest wissen, was das bedeutet! Dir sollte klar sein, worauf du dich einlässt! Motorradfahren ist nicht etwas, das man einfach einmal so ausprobiert.

Es ist eben nicht so wie beim Hobby in der Billardwelt oder im Schachuniversum, dass du dir viele Fehler erlauben kannst bei deinen ersten Versuchen. Alle zu erlernende Fähigkeiten beim Motorradfahren bedeuten beim Beginnen in erster Linie Risiko und sie sind mit oft dramatischen, schmerzhaften Folgen bei Verfehlungen verbunden. Jeder kleinste Fehler hat unheimliche Folgen. Du musst unbedingt wissen, was du tust!

Das ist kein Computerspiel, du hast nur ein Leben. Alles, was du auf einem Motorrad oder Roller tust, spielt sich in einer Dimension von Kräften und deren Auswirkungen ab, die ungeschützt bisher nicht erlebte Größe erreichen. Der Mensch wurde von der Evolution für eine Wahrnehmung bis 36 km/h gerüstet und der menschliche Körper kann ohne Protektoren maximal Stürze in diesem Geschwindigkeitsbereich (bestenfalls) glimpflich wegstecken. Der Mensch wurde von der Evolution für eine Wahrnehmung bis 36 km/h gerüstet und der menschliche Körper verarbeitet ohne Protektoren Stürze in diesem Geschwindigkeitsbereich vielleicht irgendwie.

Die Bedeutung von Leistung und Kontrolle

Du hast es hier mit der Kraft von bis rund 15 Pferden zu tun, selbst wenn du in einer kleinen Motorrad-/Rollerklasse unterwegs bist. Du musst diese 15 Mustangs kontrollieren, sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen als auch in der Kurve! So nebenbei warten diese 15 Pferde (und oft auch viel mehr!) in einem Ding, das einmal mindestens um die 100 Kilogramm hat. Selbst durchtrainierte Körperkraft ist schwächer. Schon zu Beginn sollte also klar sein: das kannst du nicht mit Körperkraft kontrollieren.

Du musst lernen, all das mit der Bedienung der dafür vorgesehenen Bedieneinrichtungen zu steuern! Vielleicht dazu ein Gedanke: Niemand kommt auf die Idee, beim Bremsen eines Autos die Autotür zu öffnen und mit den Schuhen am Asphalt zu bremsen. Und genau so ist es am Motorrad, nur dass jeder Fehler wesentlich schmerzhaftere Konsequenzen haben kann. Du kontrollierst die grundlegendsten Aktionen über die Bedienhebel, den Lenker und den Gasgriff. Deine Körperkraft nützt dir überhaupt nichts, wenn du 170 Kilogramm aus 50 km/h oder höher stoppen willst.

Da hilft nur die richtige Handhabung der Bremse! Deshalb erinnere dich an das oberste Prinzip! Du probierst hier nichts, sondern du kontrollierst.

Zusammenarbeit mit Experten

Ein großes Projekt verlangt nach großen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt.

Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heißem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schließlich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen.

Erste Übung: Das Schieben

Hast du dich also für ein Fahrzeug zum Probieren entschieden, versuche die erste Übung! Nimm dein Gerät vom Ständer und schiebe es ohne Motor ein paar Meter. Du musst auch imstande sein, dein Eisen bei abschüssigen Parkplatzsituationen kontrolliert ohne Motor zu bewegen. Denn solche gibt es. Außerdem bekommst du auf diese Weise eine Dimension, ein Gefühl dafür, wie viel Masse du IMMER kontrollieren können musst. Nutze auch beim Schieben die Bremshebel zum kontrollierten langsamer Werden oder Stoppen der Fahrzeugmasse. Schon bei dieser Übung kannst du die Feinmotorik und Feinsensorik deiner Finger verbessern. Jede Bremsung sollte weich und bewusst erfolgen.

Die Wahl des richtigen Fahrzeugs

Vor der zweiten Übung: Passt du zum Fahrzeug? Passt das Fahrzeug zu dir? Wenn du nicht gut Fahrradfahren kannst (kannst du zum Beispiel nicht freihändig fahren), dann wist du vorsichtiger und mehr trainieren müssen. Du wirst anfangs noch länger brauchen um das Balancieren, also das Geleichgewicht Halten in langsamen Geschwindigkeiten, zu beherrschen. Und du wirst auch länger brauchen, die Sinneseindrücke in höheren Geschwindigkeiten richtig zu verarbeiten. Wenn sich dein Körper oder dein Kopf gegen das Fahren in Schräglage wehrt, dann musst du daran arbeiten, es ist nämlich absolut notwendig sich in die Kurve zu legen!

Deshalb sei empfohlen: Wenn du nicht Fahrradfahren kannst, probiere zu Beginn die kleinste Motorrad- und Rollerklasse, landläufig als Mopedklasse bezeichnet, also etwa mit einem Verbrennungsmotor bis 50 Kubikzentimeter! Diese Geräte sind leichter und der Motor nicht so gefährlich stark. Für absolute Anfänger reicht die Bauarthöchstgeschwindigkeit von 45 km/h vorerst aus. Wenn du so ein Gerät beherrscht, kannst du auf ein stärkeres umsteigen. Ob das Fahrzeug zu dir passt, hängt nicht nur von Gewicht und Motorleistung ab, sondern auch von der Sitzhöhe. Du solltest im Sattel zumindest mit beiden Fußballen den Boden berühren können. Automatik oder Gangschaltung.

Automatik oder Gangschaltung

Du hast den Motor noch nicht einmal gestartet. Aber schon jetzt sollten dir einige Punkte bewusst sein: Motorräder funktionieren meist mit einem Schaltgetriebe, Roller haben eine Art Automatikgetriebe, meist Variomatik genannt. Schaltgetriebe sind schwieriger zu bedienen, weil man während der Fahrt viel mehr zu tun und zu kontrollieren hat. Absolute Anfänger sollten vielleicht mit einem Automatikroller beginnen, um die grundlegenden Erfahrungen zu machen und sowohl das Hirn als auch den Körper an das kontrollierte Bewegen auf der Straße zu gewöhnen.

Zweite Übung: Das Wegfahren

Du weißt also, wie du dein Fahrzeug bedienst. Das erfährst du in der Betriebsanleitung oder es hat dir jemand erklärt oder du liest es hier in unserer Motorradfahren lernen-Serie. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass bei den meisten Rollermodellen (Vorsicht bei Elektromodellen!) die Vorderradbremse mit dem rechten Handhebel und die Hinterradbremse mit dem linken bedient werden. ALSO GENAU UMGEKEHRT ALS BEI DEN MEISTEN FAHRRÄDERN! Das kontrollierte Bremsen solltest du vor dem Wegfahren können.

Ab nun bist du in der Phase, wo du leichter und sicherer lernst, wenn jemand dabei ist, der dir hilft. Jede Beschleunigung kontrollierst du bei Automatikrollern in erster Linie über den Gasgriff, wobei du die Hinterradbremse als Unterstützung mit benutzen kannst. Es geht jetzt einmal nur darum, dass du kontrolliert aus dem Stillstand beschleunigst, in Balance bleibst und kontrolliert wieder stehen bleibst. Übe das so lange, bis jede Aktion absolut selbstverständlich passiert! Das heißt, du darfst nicht probieren und reagieren. Du solltest bald einmal vorwegnehmen: Wenn ich den Gasgriff so viel drehe, dann beschleunigt das so und so viel.

Da jedes Gerät die Beschleunigungskraft unterschiedlich entwickelt (das nennt man Gasannahme), kannst du dir angewöhnen, vor dem Wegfahren die Hinterradbremse fest zu ziehen. Du übst jetzt, dass du mit dem Gasgriff eine bestimmte Drehzahl halten kannst. Solltest du keinen Drehzahlmesser haben, bist du auf dein Gehör und deine Wahrnehmung der Vibrationen angewiesen. Bei Mopeds kannst du in der Ebene zum Beispiel die halbe Drehzahl anlegen, also über den Gasgriff einstellen. Bei stärkeren Motoren stellst du entsprechend weniger Drehzahl ein. Du bekommst so ein Gefühl für den Zusammenhang zwischen Gasgriffstellung und Drehzahl, auch das muss geübt werden und selbstverständlich passieren. Löst du jetzt vorsichtig die Hinterradbremse, bestimmst du durch die Art, wie langsam du das machst, wie viel das Fahrzeug beschleunigt.

Du lernst auf diese Weise immer besser, die Aktionen deiner beiden Hände und das Ergebnis zu koordinieren. Du spürst auch, um wie viel mehr Motorleistung (also Gasgriffdrehung) du brauchst um zu beschleunigen, als im Gegensatz dazu um die Geschwindigkeit zu halten. Außerdem solltest du dir ziemlich bald abgewöhnen, die Füße zum Abstützen während der Fahrt zu verwenden! Die Füße gehören während der Fahrt beim Motorrad auf die Fußrasten oder beim Roller auf das Trittbrett! Beim Stehenbleiben musst du dich natürlich mit zumindest einem Fuß abstützen. Beobachte dich deshalb beim Stehenbleiben. Bist du gerade oder kippst du in eine Richtung? Mit entsprechender Übung wird auch das gerade Stehenbleiben immer selbstverständlicher gelingen. Wenn du grundsätzlich beim Stehenbleiben den Lenker gerade hältst, erhöhst du die Chance, dass du und dein Motorrad genau senkrecht sind, enorm.

Vertraue darauf, dass dein Gleichgewichtssinn nach und nach den Rest quasi automatisch erledigt! Es ist natürlich auf Motorrädern schwieriger, weil du dich zusätzlich zu den Herausforderungen, die bisher beschrieben wurden, auch noch um das gefühlvolle Einkuppeln und das Einlegen des richtigen Gangs kümmern musst. Außerdem: Wenn dein rechter Fuß mit dem Bremsen des Hinterrads beschäftigt ist und du beim Stehenbleiben nach rechts kippst, wirst du einen hektischen Moment erleben, weil du dich ja mit dem rechten Fuß nicht abstützen kannst, wenn er bremst. Deshalb ist das absolut kontrollierte Bedienen der Vorderradbremse noch wichtiger. Nimm dir beim Lernen für all das Zeit! Denke auch daran, dass du irgendwann auch bergauf wegfahren können musst. Dafür brauchst du natürlich wesentlich mehr Drehzahl und bereits eine kontrollierte Bedienung der Kupplung!

Kurvenfahren mit dem Motorrad

Serpentinen, Bögen, Knicke - für viele Biker sind kurvige Strecken das absolute Highlight. Allerdings besteht hier erhöhte Unfallgefahr. Beim Kurvenfahren mit dem Motorrad wirken unterschiedliche Kräfte auf Sie und Ihr Fahrzeug ein, beispielsweise die Fliehkraft. Mit Techniken wie Hinterschneiden, Drücken oder Legen schaffen Sie es beim Motorradfahren gut und sicher durch die Biegung.

Die vier Phasen beim Kurvenfahren

Wer mit dem Motorrad Kurven richtig fahren möchte, sollte den Ablauf in der Straßenkrümmung perfekt verinnerlichen. Wenn Sie sich einer Kurve nähern, müssen Sie die richtige Geschwindigkeit für die kurze Strecke in der Biegung wählen. wenden Sie die sogenannte Blicktechnik an, wenn Sie mit dem Motorrad in die Kurve fahren: Beim Einlenken richten Sie Ihren Blick auf den Ausgang der Biegung. Drücken Sie stärker am Lenker-Ende, das zum Inneren Rand der Kurve zeigt - handelt es sich um eine Rechtsbiegung, pressen Sie also rechts. Ihre Reifen sind nun in der Lage, hohe Seitenkräfte zu übertragen und ermöglichen so eine starke Schräglage. Sogar ein Neigungswinkel von über 50 Grad ist bei entsprechender Geschwindigkeit und geeignetem Motorrad möglich. Sobald Sie das Ende der Kurve sehen, beschleunigen Sie nur sanft, damit Ihr Vorderreifen weiterhin mit ausreichendem Druck auf der Straße haftet und das Hinterrad nicht driftet.

Techniken für das Kurvenfahren

  • Drücken: Dabei bleiben Sie fast aufrecht, drücken das Bike zum Inneren der Kurve und von sich weg. So können Sie besonders schnell die Richtung wechseln.
  • Legen: Bei diesem Kurventechnik-Klassiker bilden Fahrer und Maschine eine Linie in Schräglage. Dabei hat Ihr Knie festen Kontakt zum Motorrad, das kurveninnere Knie ist um etwa 2 Zentimeter in Fahrtrichtung versetzt. Dieser Fahrstil ist für alle Arten von Kurven und jedes Tempo geeignet.
  • Hängen: Bei dieser Technik verlagern Sie Ihren Schwerpunkt weit nach innen, indem Sie sich zur Kurvenmitte hängen lassen und dabei das kurveninnere Knie abspreizen. Für diese Methode, Kurven mit dem Motorrad zu fahren, ist Üben Pflicht.
  • Hinterschneiden: Beim Hinterschneiden lenken Sie erst spät in die Biegung ein. Dabei fahren Sie mit relativ niedrigem Tempo die Kurve von weit außen an. Dann nähern Sie sich dem Scheitelpunkt einer Kurve.

Mentale Aspekte des Motorradfahrens

Motorradfahren passiert zu 90 Prozent im Kopf. Umso wichtiger ist es also, dass die „Regierungschefin“ zwischen unseren Ohren, wie es meine geschätzte Kollegin Astrid auszudrücken pflegt, frei ist von Stressoren und Blockaden. Ein freier Kopf beim Motorradfahren garantiert uns, den Fokus auf das zu legen, was wichtig ist. Und was ist das? Natürlich der Spaß am Motorradfahren selbst. Mit Spaß lässt sich jede Herausforderung meistern. Und Herausforderungen gehören dazu.

Umgang mit Stressoren und Blockaden

Gerade in den ersten Jahren mit Motorradführerschein, wenn die gesammelten Erfahrungs-Kilometer, auch im Hinblick auf Gruppen-Fahrten, noch recht überschaubar sind, macht man sich gerne jede Menge Gedanken. Man will mit „den Großen“ mithalten, nicht abfallen von der Gruppe und man will beweisen was man kann. Eigentlich weiß jede von uns, dass das Humbug ist. Jede Mutter hat ihren Kindern vermutlich schon einmal den „Du bist nicht die Anderen“-Vortrag gehalten und vermutlich haben wir alle von unseren Eltern diesen Vortrag gehört. Jetzt ist es Zeit sich daran zu erinnern. Jeder Mensch lernt auf seine eigene Weise, jeder Mensch hat seine Talente und seine Herausforderungen. Sich drängen zu lassen, führt zu Fehlern. Fehler, die du vermeiden kannst, wenn du deinen Weg auf deine Weise gehst. Es ist keine Schwäche, offen zu sagen, dass es dir zu schnell geht. Es ist eine Stärke, zu dir selbst zu stehen.

Entspannungstechniken

Irenes Tipp mit der 8-4-8 Atemtechnik hätte mir vermutlich damals viel Stress erspart. Diese Atemtechnik ist eine aktive Entspannungsmethode, die Blockaden lösen kann. Im Endeffekt basiert sie auf tiefem Ein- und Ausatmen. Für eine bestimmte Anzahl von Sekunden atmet man bewusst ein, hält für einen Moment inne (oder auch nicht) und atmet bewusst für eine bestimmte Anzahl von Sekunden wieder aus.

  • Entkopple alle deine Bewegungen, mache jeden Schritt bewusst und getrennt vom Nächsten.
  • Führe bewusst jede Bewegung aus.
  • Fahre langsam zur Parkfläche, werde bewusst langsamer.
  • Stell die Füße ab.
  • Mach das Motorrad aus.
  • Vergiss den Seitenständer nicht.

Häufige Anfängerfehler und wie man sie vermeidet

Natürlich träumen viele Anfänger auf dem Motorrad von einem fehlerfreien Start ins neue Hobby. Wer will nicht einfach aufsteigen, seine Maschine perfekt beherrschen und mit bester Haltung die Kurven nehmen, um ein anerkennendes Kompliment von erfahreneren Bikern zu hören? Wenn ihr wie ein Profi im Sattel sitzen wollt, hilft vor allem eins: viel Übung und Routine! In diesem Artikel sind die acht häufigsten Anfängerfehler zusammengestellt sowie Tipps, wie ihr sie vermeiden könnt.

  • Falsche Kurvengeschwindigkeit: Anfänger passen Kurvengeschwindigkeit oft nicht korrekt an oder sie wählen Fahrtlinie und Blickführung nicht optimal.
  • Mangelnde Schutzkleidung: Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung.
  • Motorrad nicht rangieren können: Ein falscher Winkel und das Motorrad verliert seine Balance.
  • Blinker vergessen: Fahranfänger auf dem Motorrad sollten unbedingt darauf achten, sich das korrekte Blinken anzugewöhnen.
  • Überschätzung der eigenen Fähigkeiten: Auch wenn die Fahrstunden gut liefen und die Prüfung bestanden ist, solltet ihr nun zunächst Erfahrungen in der Fahrpraxis sammeln, bevor ihr lange Touren auf eurem Motorrad plant.
  • Falsche Körperhaltung: Motorrad-Neulinge verkrampfen schnell in einer unbequemen Position, weil sie nicht an ihre Sitzposition denken.
  • Fahren mit Beifahrer ohne Übung: Auch das Fahren mit Beifahrer sollte trainiert werden, bevor ihr zu einer längeren Ausfahrt startet.
  • Unsicherheit im Kreisverkehr: Um die nötige Lockerheit im Kreisverkehr zu erreichen, sollten Anfänger auf eine flüssige Linie achten.

Motorradführerscheine in Deutschland

In Deutschland gibt es verschiedene Ausführungen der Fahrerlaubnis für Motorräder. Die meisten davon werden mit Fahrstunden und Prüfung in Fahrschulen angeboten. Diese kannst du ab verschiedenen Altersklassen von 16 Jahren bis 24 bestehen. Die Fahrerlaubnis gibt vor, welche Fahrzeuge du fahren darfst. Damit du vorab schon einmal einen Überblick bekommen kannst, findest du hier die unterschiedlichen Klassifikationen mit erlaubten Fahrzeugen und Mindestalter aufgelistet.

Klassifikationen der Motorradführerscheine

Fahrerlaubnis Mindestalter Fahrzeugtypen
AM 16 Jahre Leichte Zweiräder bis 45 km/h, Dreirädrige Kleinkrafträder bis 45 km/h, Leichte vierrädrige Straßen Quads
A1 16 Jahre Krafträder bis 125 cm³ Hubraum und max. 11 kW Leistung
A2 18 Jahre Krafträder bis 35 kW Leistung
A 24 Jahre (Direkteinstieg) Alle Krafträder

Technische Daten und ihre Bedeutung

  • Fremdzündung: Kraftstoff (Beispielsweise Benzin) & Luft werden bereits vor der Zündung im Motor vermischt
  • Hubraum: Volumen, das ein Kolben im Zylinder eines Motors herunterdrückt um Leistung zu erzeugen
  • Kleinkraftrad: Motorisierte Zwei- & Dreiräder
  • Leermasse: Gewicht des Motorrads ohne Zubehör und Tankfüllung
  • Leistung/Leergewicht-Verhältnis: Wie viel Leistung benötigt wird, um einen kg des Leergewichts zu bewegen
  • Motorleistung in kW: Beschreibt die Zeit, in der ein Antrieb ein Gewicht in einer bestimmten Zeit bewegen kann
  • Nutzleistung: Einheit um die Leistung von Motoren zu beschreiben
  • Selbstzündung: Kraftstoff & Luft werden ohne Zündquelle entflammt, beispielsweise durch Verdichtung im Motor
  • Zweirad: Fahrzeug mit zwei Rädern hintereinander

Tipps für die erste Motorradtour

  • Langsam und besonnen anfangen
  • Heftiges Beschleunigen/Abbremsen in Kurven vermeiden
  • Abstände beachten
  • Nicht hetzen lassen
  • Kuppeln nicht vergessen
  • Zügiger Spurwechsel

Planung der ersten Tour

  • Fähigkeiten aller beachten
  • Für längerer Strecken: mehr Erfahrung
  • Navigation & Route abklären

Offroad-Motorradfahren für Einsteiger

Offroad-Motorradfahren bietet ein einzigartiges Abenteuer, das Freiheit, Adrenalin und Natur miteinander verbindet. Für Einsteiger kann der Gedanke an steile Hänge, unwegsames Gelände und unvorhersehbare Bedingungen jedoch auch einschüchternd sein. Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Tipps gelingt jedoch ein sicherer und spaßiger Start ins Gelände!

Tipps für den Einstieg ins Offroad-Fahren

  1. Wahl des richtigen Motorrads: Nicht jedes Motorrad ist für Offroad-Fahrten geeignet. Gerade für Einsteiger sind leichtere und handliche Modelle empfehlenswert.
  2. Körperliche Vorbereitung: Offroad-Fahrten verlangen nicht nur deinem Bike, sondern auch dir selbst einiges ab.
  3. Grundlegende Fahrtechniken: Das Fahren im Gelände unterscheidet sich grundlegend vom Fahren auf der Straße.
  4. Gleichgewicht: Beim Offroad-Fahren ist das Gleichgewicht entscheidend.
  5. Leichte Strecken für den Anfang: Für den Einstieg ist es sinnvoll, mit leichteren Strecken zu beginnen.
  6. Offroad-Training: Für Neulinge ist es oft sinnvoll, ein Offroad-Training zu absolvieren.
  7. Fahren in der Gruppe: Es kann verlockend sein, auf eigene Faust die Wildnis zu erkunden, doch gerade für Anfänger ist das keine gute Idee.
  8. Geduld und Übung: Offroad-Fahren kann anfangs herausfordernd sein, und es ist normal, dass nicht alles sofort klappt.

Sicherheits- und Fahrtipps der ADAC Experten

Jeder Biker möchte nicht nur unbeschwert Motorrad fahren, sondern dabei auch noch gesund und unversehrt sein Ziel erreichen. Entwickeln Sie persönliche Strategien, um besser Motorrad zu fahren. Dabei helfen die Fahrtipps der ADAC Experten.

Vor der Fahrt

  • Sorgen Sie für ausreichende körperliche Fitness
  • Was gehört zu einer guten Ausrüstung?
  • Einige Tipps zum besseren Motorradfahren
  • Mensch und Motorrad - beide müssen fit sein
  • Halten Sie sich körperlich mit Sportarten fit, die Ausdauer und Schnelligkeit trainieren.
  • Die Technik des Motorrads muss zu 100 Prozent funktionieren: Bremsanlage, Reifen, Feder-Dämpfer-Elemente, Fahrwerklager (Schwingen-, Lenkkopf-, Radlager), Beleuchtungsanlage, Antrieb (z.B. Kette) und Motor sollten in optimalem Zustand sein.
  • Stellen Sie alle Bedienelemente passend ein, dazu zählen Hand- und Fußhebel, Lenker und ggf. Sitzbankhöhe.

Während der Fahrt

  • Aufwärmen
  • Motorradfahren ist Sport, und Sport braucht eine Aufwärmphase.
  • Fahren Sie sich und das Motorrad deshalb zu jedem Fahrtbeginn "warm".
  • Volle Konzentration
  • Wenn Sie Motorrad fahren, fahren Sie nur Motorrad.
  • Lassen Sie keine Ablenkungen und Störungen zu.
  • Gesammelte Sitzhaltung
  • Achten Sie auf eine entspannte und gesammelte Sitzhaltung, besonders wenn es zur Sache geht.
  • Auf Signale des Körpers achten
  • Fahren Sie so zügig, dass Sie immer noch entspannt und ausreichend konzentriert bleiben bzw. bleiben können.
  • Bremsen, bremsen, bremsen
  • Überwinden Sie die Angst vor dem Bremsen, trainieren Sie es bis zum Maximum.

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