Schweren Herzens geht für die meisten Motorradfahrer bereits im Oktober die Saison zu Ende. Damit das Bike uns im nächsten Frühjahr gepflegt und in technisch einwandfreiem Zustand begrüßt, sind einige Maßnahmen vor der „Winterruhe“ notwendig. Doch nach der Saison ist vor der Saison! Stellen Sie Ihr Motorrad bei Wintereinbruch auf keinen Fall einfach so in die Garage. Für das Einwintern des Bikes gelten ein paar Grundregeln.
1. Vorbereitung zur Überwinterung
An einem ohne vorherige Pflege für längere Zeit abgestellten Motorrad können beträchtliche Schäden auftreten. Ein richtig konserviertes und gepflegtes Bike hingegen lässt sich sogar nach mehreren Jahren einfach und kostengünstig reaktivieren. Folgende Punkte sollten Sie daher auf alle Fälle beachten, wenn Sie Ihre Maschine einwintern wollen.
- Beachten Sie unbedingt auch die Wartungs- und Pflegehinweise in der Bedienungsanleitung sowie besondere Herstellerhinweise.
1.1. Die Gründliche Reinigung
Wie mache ich mein Motorrad winterfest? Wir starten mit der Grundreinigung des Bikes. Bevor du mit den technischen Vorbereitungen beginnst, solltest du dein Motorrad gründlich reinigen. Nach einer Geländefahrt völlig mit Schmutz verkrustete Bauteile mit Schmieröl behandeln zu wollen, ergibt keinen Sinn, der grobe Schmutz muss erst runter.
- Dafür sprühen wir es zunächst mit einem handelsüblichen Motorradreiniger ein. Achtung! Der Motor sollte dabei kalt sein.
- Nach angemessener Einwirkzeit kann der Wasserstrahl oder Dampfstrahler zum Einsatz kommen. Warmes Wasser beschleunigt dabei den Reinigungsvorgang.
- Wichtig ist, dass mit ausreichendem Abstand gearbeitet wird, da ansonsten Wasser in Lager und Steckverbindungen eindringen kann.
- Danach empfiehlt sich das Motorrad mit Spezialreiniger zu putzen. Der Spezialreiniger für Motorräder wird einfach auf die trockene und kalte Maschine aufgesprüht und nach maximal fünf Minuten Einwirkzeit vollständig mit Wasser abgespült. Dank ihrer hohen Reinigungskraft entfernen sie auch hartnäckige Verschmutzungen wie Insekten, Bremsstaub und Teerflecken.
- Wer einen Kompressor zur Hand hat, kann damit Wasserreste an schwer zugänglichen Stellen einfach wegpusten.
- Nun das Motorrad gründlich abtrocknen. Trocken wischen: Nach dem Waschen solltest du das Motorrad gründlich trocknen, um Rostbildung zu verhindern.
- Für alle weiteren Arbeiten sollte die Maschine ebenfalls trocken sein, also gut abledern und - falls zur Hand - mit Pressluft ausblasen, um die Feuchtigkeit auch von unzugänglichen Stellen zu entfernen.
1.2. Tank befüllen bzw. entleeren
Volltanken ist angesagt! Dadurch verhinderst Du das sogenannte Tankatmen. Im Freien können Temperaturunterschiede von +/- 10 C° das Ausdehnen und Zusammenziehen des Treibstoffes bewirken. Einen Motorradtank aus Blech sollten Sie bis zum oberen Rand befüllen, wenn das Motorrad auf dem Mittelständer abgestellt wird, ansonsten entsprechend den Herstellervorschriften befüllen. Tank vollständig füllen: Fülle den Tank bis zum Rand, um Kondensation zu vermeiden.
Bei Kunststofftanks hingegen sollte der Kraftstoff eher abgelassen werden. Kunststofftanks hingegen sollten möglichst leer sein, da Kraftstoffbestandteile durch die Tankwand diffundieren können. Bei Kunststofftanks sollten Sie den Sprit hingegen ablassen und in einem Kanister aufbewahren.
- Durch das Ergänzen des Treibstoffes mit einem Ethanol-Kraftstoffstabilisator wird der Alterungsprozess des Treibstoffes verzögert. Dies verhindert Folgeschäden am Motor.
- Wenn Du als Motorradfahrer 100% geben möchtest, um Deine Harley optimal einzulagern, solltest Du auch die Schwimmerkammer der Vergaser über die Ablassschraube entleeren oder den Benzinhahn rechtzeitig schließen.
2. Technische Wartung
Wer sein Motorrad einwintern will, steht vor der alten Frage: Ölwechsel vor dem Winter oder nicht? Wer sich richtig auskennt, kann die Wintermonate für eine intensive Analyse des technischen Zustands seiner Maschine nutzen.
2.1. Motoröl und Ölfilter Wechseln
Wir empfehlen, den Schmierstoff und den Ölfilter auf jeden Fall vor dem Einwintern zu wechseln. Es ist ratsam, einen Ölwechsel vor der Einlagerung durchzuführen. Altes Öl enthält aggressive Substanzen, die während der Standzeit Kolben, Laufflächen und Lager angreifen können. Altes Öl enthält aggressivere Substanzen, die über den Winter Kolben, Laufflächen und Lager angreifen können. Grund dafür sind die im Altöl gebundenen Stoffe wie Säuren, Wasser und Schmutz, die zu Korrosion im Motor führen können.
Um den Motor vor Verschleiß zu schützen, ist es wichtig, regelmäßig einen Ölwechsel zu machen. Da sich das Öl mit der Zeit mit Ruß, Wasser, Staub aus der Atmosphäre und mechanischem Abrieb vermischt, muss dies gewechselt werden. Das Motoröl aus dem warmen Motor ablassen, anschließend den Motor mit frischem Öl befüllen. Danach den Motor ein paar Minuten laufen lassen. Anschließend den Ölstand prüfen.
- Empfehlenswert wird der Ölwechsel, wenn das Schmiermittel schon 6.000 km oder länger im Motor ist (bei Rennmotorrädern ist der Wechselzyklus allerdings wesentlich kürzer).
- Einfüllschraube lösen: Das Motorrad - wie bereits erwähnt - vor dem Ölwechsel warmlaufen lassen (nicht heiß), so wird das Öl flüssiger und wirbelt Ablagerungen auf. Mit einer Wanne fängt man das alte Öl auf. Dann die Ablassschraube lösen, damit das Öl unten aus dem Motor herauslaufen kann.
- Ölfilter: Papierfilter befinden sich meistens an der Stirnseite des Motors. Nachdem der Deckel abgeschraubt wurde, tritt hier noch Öl aus. Also darauf achten, dass weiterhin eine Wanne darunter steht. Bei Bedarf den alten Filter herausnehmen und die Dichtung des Deckels dünn mit frischem Öl bestreichen.
- Befüllen: Ist der Filter getauscht und das Öl abgelaufen, kann die Ablassschraube nun wieder angezogen und der Motor mit neuem Öl befüllt werden.
- Drehen Sie den Motor mit dem Anlasser oder Kickstarter mehrmals durch, lassen Sie ihn aber nicht laufen.
2.2. Entsorgung des Altöls
Altöl darf in keinem Fall mit dem Hausmüll, Abfluss oder gar in der Umwelt entsorgt werden. Für eine kostenlose und umweltfreundliche Entsorgung können Privatpersonen haushaltsübliche Mengen in verschließbaren Behältern in den Geschäften abgeben, die Motoröl verkaufen. Wer Öl zum Kauf anbietet, muss es in gebrauchter Form auch zurücknehmen. Das gilt aber nur, wenn man den Kassenzettel vom Kauf vorzeigen kann - aus Kulanz kann der Händler aber auch ohne vorherigen Kauf gegen eine Gebühr Altöl annehmen. TIPP: Um alter Öl richtig zu entsorgen, bringe es zu einer örtlichen Sammelstelle, Motorradhändler oder Recyclingeinrichtung für Altöl. Es darf keinesfalls in die Kanalisation, den Hausmüll oder die Umwelt entsorgt werden.
2.3. Schwimmerkammern der Vergaser entleeren
Bei Motorrädern mit Vergasern unbedingt die Schwimmerkammern leeren, da diese durch längere Standzeit mit vollen Kammern verharzen. Kleine Harzpartikel können dann später Düsen und kleine Bohrungen verstopfen. Wenn möglich schließen Sie auf der letzten Fahrt den Benzinhahn rechtzeitig vor dem Abstellen des Motors. Andernfalls können Sie die Schwimmerkammern bei stehendem Motor mittels Ablassschraube leerlaufen lassen.
Das Benzin fließt dann über lange Schläuche an der Motorradunterseite ab. Fangen Sie das Benzin dort auf, und schütten Sie es in den Tank. Nicht vergessen: Ablassschrauben der Vergaser-Schwimmerkammern wieder verschließen.
2.4. Kühlflüssigkeit prüfen
Checken Sie die Kühlflüssigkeit und gegen Sie bei Bedarf noch Frostschutzmittel dazu. Überprüfen Sie den Flüssigkeitsstand und die Konzentration des Frostschutzmittels. Optimal ist es, wenn das Bike in einem trockenen Raum überwintern kann, in dem es keine Frosttemperaturen gibt. Ansonsten gilt: Die Konzentration des Frostschutzmittels in der Kühlflüssigkeit prüfen (ausspindeln), Kühler öffnen und prüfen, ob die Kühlflüssigkeit am oberen Rand steht und den Stand im Ausgleichsbehälter prüfen.
Bei einigen Harley-Davidson Modellen mit dem Milwaukee-Eight Motor sind die Auslassventile flüssigkeitsgekühlt. In diesem Fall gilt bei Bedarf: Kühlflüssigkeit wechseln und/oder mit Frostschutzmittel befüllen.
Rennmotorräder werden ohne Frostschutz gefahren und daher lautet hier die Empfehlung, das Kühlwasser abzulassen und im Frühjahr wieder frisch aufzufüllen. Ansonsten kann es im Winter eine böse Überraschung geben.
2.5. Batteriepflege
Da viele Motorräder über elektrische Dauerverbraucher wie Uhr oder Alarmanlage verfügen, empfiehlt es sich, den Minuspol im Winter abzuklemmen. Batterien entladen sich, wenn das Motorrad über einen längeren Zeitraum nicht benutzt wird. Batterie ausbauen: Am besten baust du die Batterie aus und lagerst sie an einem kühlen, aber frostfreien Ort.
Dazu beide Batteriepole abklemmen - zuerst den Minuspol, damit kein Kurzschluss entsteht, wenn man mit dem Pluspol versehentlich ein Metallteil berührt - und mit einem Lappen und feinem Schmirgelpapier reinigen. Danach die Batterieklemmen wieder fest anschrauben (Pluspol zuerst). Wer sein Motorrad in einer frei stehenden Garage überwintert, in der zweistellige Minusgrade keine Seltenheit sind, sollte die Batterie ausbauen und dunkel im Keller lagern. Die Batterie schließt man am besten an ein handelsübliches Frischhaltegerät an. Dafür muss die Batterie nicht zwingend ausgebaut werden.
Herkömmliche Blei-Säure-Akkus werden bis zur oberen Markierung mit destilliertem Wasser aufgefüllt, damit die Bleiplatten nicht oxidieren. Wartungsfreie Batterien dagegen nicht öffnen! Achtung! Bei den Lade- und Frischhaltegeräten dann ggf. darauf achten, dass diese auch kompatibel mit wartungsfreien und Lithium-Ionen-Batterien sind. Ansonsten drohen Batterieschäden. Optimal ist es, wenn die Batterie ausgebaut ans Frischhaltegerät angeschlossen wird und in einem normal temperierten Raum überwintert.
Laden Sie die Batterie von Zeit zu Zeit kurzfristig oder dauerhaft an einem speziellen Ladegerät (nur, wenn vom Ladegerät-Hersteller für dauerhaften Anschluss vorgesehen). Bei herkömmlichen Batterien, deren Kammern nicht versiegelt sind, sollten Sie den Säurestand prüfen und sie gegebenenfalls bis zur oberen Füllhöhe mit destilliertem Wasser auffüllen. Alle wartungsfreien Batterien dürfen nicht geöffnet oder gar befüllt werden!
- Warum ein Batterietender die beste Wahl ist: Um die Batterie im Winterschlaf zu schonen, empfiehlt sich ein Batterietender. Dieser simuliert während der Standzeit eine Nutzung, durch Laden und Entladen der Batterie.
2.6. Kette, Ritzel und Kettenblatt
Nun sind Kette, Ritzel und Kettenblatt an der Reihe. Bei Maschinen mit Kettenantrieb verteilt sich das Kettenfett gerne im Bereich des Ritzels auf dem Motorgehäuse und der Schwingenlagerung. Das Kettenfett nimmt im Lauf des Betriebs Schmutzpartikel auf, die den Rollen, O-Ringen und den Zahnflanken von Kettenrad und Kettenritzel stark zusetzen. Im Winter sollten Sie Kette und Ritzel mit einem Reinigungsset säubern. Anschließend müssen die geputzten Teile mit Kettenspray geölt werden.
Bei diesen Arbeiten empfiehlt es sich, eine große Pappe oder ähnliches unterzulegen, um den Boden nicht zu verschmutzen. Grobe Fettrückstände lassen sich zunächst am besten rein mechanisch mit einem alten Lappen oder einer Bürste entfernen. Anschließend Kette und Kettenblatt und - wenn gut zugänglich - auch das Ritzel mit einem Kettenreiniger einsprühen und den Fettentferner einwirken lassen. Wer möchte, kann bei Bedarf mit einer Bürste nachhelfen.
Anschließend die gelösten Fettreste mit einem Lappen abwischen und die Kette mit Kettenpflegespray einsprühen. Erst danach wird bei rotierendem Hinterrad die Innenseite der Kette ausreichend und gleichmäßig mit Kettenspray eingesprüht. Bei diesem Arbeitsgang kann dann auch direkt die Kettenspannung überprüft und - wenn nötig - korrigiert werden. Wer sich dann noch die Mühe macht, die Steckachse herauszunehmen, diese zu reinigen und zu fetten, hat alles richtig gemacht. Das gilt natürlich auch für die Vorderachse.
Kontrollieren Sie die Ritzel auf Verschleiß. Sind die Zähne spitz und haben asymmetrische Flanken, am besten Kette und Ritzel im Set erneuern. Das gelingt auch Nicht-Profis mit etwas Geschick.
2.7. Bewegliche Teile Schmieren
Bewegliche Teile und Gelenke müssen geschmiert werden. Hierfür empfiehlt sich ein Universalschmiermittel, das Feuchtigkeit unterwandert, verdrängt und einen hochwirksamen Schutzfilm hinterlässt. Welche Teile im Einzelnen betroffen sind, hängt vom Motorradmodell ab. Deshalb seien hier nur Teile wie Haupt- und Seitenständer, Gelenke von Schalthebel, Schaltgestänge und Fußbremse, Handhebel, bewegliche Verbindungen bei mechanisch betätigten Kupplungen und Drosselklappensteller am Vergaser genannt. Auch Zündschloss, Sitzbank- und Helmschloss profitieren von einem Tropfen Öl.
Nun werden alle beweglichen Teile am Motorrad (Ständer, Rasten, Schaltgestänge, Umlenkungen usw.) mit ausreichend Öl und Fett versorgt. Auch die Bowdenzüge sollten dabei nicht vergessen werden. Bitte Sprühöl immer mit der Sprühöllanze (kleines Röhrchen am Sprühkopf) aufbringen, damit umliegende Bereiche des zu schmierenden Teiles nicht mit eingeölt werden.
An Kupplungs- und Bremshebeln können über längere Nutzungsdauer die Gleitlager verschleißen. Dadurch lockern sich die Hebel, und gelegentlich leidet darunter auch die Dosierbarkeit.
2.8. Rostanfällige Bauteile warten
Sprühen Sie rostanfällige Bauteile wie Auspuff, Felgen, Speichen etc. sparsam mit Konservierungsmittel ein, und verteilen Sie dieses mit einem Lappen. Metallteile sind im Winter besonders anfällig für Korrosion, da kalte und feuchte Umgebungen den Rostprozess beschleunigen. Korrosionsschutzspray: Sprühe alle freiliegenden Metallteile, wie Auspuff, Rahmen und Motor, mit einem speziellen Korrosionsschutzspray ein. Reiben Sie blanke Metallteile mit einem ölgetränkten Lappen (es eignet sich auch dünnflüssiges Petroleum), Gummiteile mit einem entsprechenden Pflegemittel aus dem Zubehörhandel ein.
Ist die Lackierung des Stahlrahmens beschädigt, kann dieser schnell Rost ansetzen. Besonders häufig tritt dies auf der Rahmenunterseite z.B. durch Steinschlag und am Heckrahmen unter der Sitzbank auf. Auch die Bereiche, an denen Kabelbäume, Bowdenzüge oder Motorradstiefel reiben, sind gefährdet. Nach dem Reinigen der Korrosionsstellen tragen Sie eine Grundierung und den Lack auf.
2.9. Reifendruck erhöhen und Motorrad aufbocken
Die Reifen werden anschließend auf Verschleiß und Beschädigungen überprüft. Auch das Alter der Reifen sollte anhand der DOT Nummer gesichtet werden. Das Herstellungsdatum steht auf der Reifenflanke. Beispiel: DOT 2317 - Der Reifen wurde also in der 23. Kalenderwoche 2017 produziert.
Erhöhen Sie den Reifendruck um ca. 0,5 bar und/oder unterbauen Sie Ihr Motorrad, zum Beispiel mit Getränkekisten, sodass kein Rad den Boden berührt. Der Reifenluftdruck sollte vor der Einlagerung um ca. 0,5 bar erhöht werden, um Druckstellen am Reifen zu vermeiden. Alternativ kann Deine Harley-Davidson auf eine Hebevorrichtung gestellt werden, sodass die Reifen während der Wintermonate entlastet sind.
Wenn das Motorrad den ganzen Winter auf denselben Reifen steht, können sich sogenannte Standplatten bilden. Motorrad aufbocken: Verwende einen Montageständer, um das Motorrad vom Boden zu heben, sodass die Reifen keinen Kontakt mehr haben. Beim Überwintern sollten beide Räder möglichst entlastet werden. Das ist nicht nur gut für die Reifen, sondern auch für das Fahrwerk und die Federelemente. Hilfreich sind hierbei zentrale Montageständer, die es in vielen Variationen im Fachhandel gibt.
Wenn das Bike einen Hauptständer hat, geht es nur noch um die Entlastung des Vorderrads. Hier können zwei Holzklötze unter den Gabelholmen schon helfen. Den Reifendruck um ca. Falls die Entlastung der Räder über den Winter nicht möglich ist (Motorrad nur mit Seitenständer) sollten alle paar Wochen die Räder etwas gedreht werden.
3. Optische Pflege
Ist das Bike technisch auf den Winter vorbereitet, kommt die Optik an die Reihe. Die Einwinterungszeit ist auch für putzmuffelige Motorradfahrer eine gute Gelegenheit, den inneren Schweinehund zu überwinden und zu diversen Reinigungs- und Pflegemitteln zu greifen.
Lackierte Flächen, Chrom und Metallteile können mit einem Pflegespray behandelt werden: Teile einsprühen, kurz einwirken lassen und mit einem sauberen Tuch abreiben. Pflegesprays, die ölig sind, sollten nicht auf Griffe, Sitzbank oder Reifen gesprüht werden. Auch Ledersitze und Satteltaschen sollten imprägniert werden. Auch die Fahrerausrüstung wie Stiefel, Jacken und Hosen sollten vor dem Winter neu imprägniert werden.
4. Der Richtige Stellplatz
Ideal steht das winterfest gemachte Motorrad in der (eigenen) Garage. Bei vollverkleideten Maschinen zählen hierzu besonders die Vorderseite des Motors und die Unterseite der Auspuffanlage. In diesem Fall eine luftdurchlässige Indoor-Abdeckhaube eingesetzt werden. Ein guter Stellplatz ist trocken und gut belüftet.
Optimal ist es, wenn das Bike in einem trockenen Raum überwintern kann, in dem es keine Frosttemperaturen gibt. Stellen Sie das Motorrad in einem trockenen, gut belüfteten, nicht zu warmen Keller- oder Garagenraum ab, und decken Sie es mit einer Decke oder Stoffbahn ab. Verwenden Sie keine luftundurchlässige Plane, da sich darunter Schwitzwasser sammeln kann. Wer nicht über einen derartigen Stellplatz verfügt, sollte mit seinem Motorradhändler sprechen. Einige Firmen bieten für den Winter Abstellplätze an, teilweise sogar in Verbindung mit speziellen Pflegeprogrammen.
Wenn kein ausreichend temperierter Stellplatz zur Verfügung steht, sollte eine atmungsaktive oder mit entsprechend dimensionierte Belüftungsöffnungen versehene Haube das Bike den Winter über abdecken. Bitte keine simple und billige Plastikhaube einsetzen. Am besten wird es dann mit einer wasserdichten, undurchsichtigen, bis zum Boden reichenden Pelerine geschützt. Verwenden Sie gegebenenfalls eine spezielle Motorradplane, die sich mit einem kleinen Bügelschloss anschließen lässt. Weil sich darunter leicht Feuchtigkeit verstecken kann, sollten Sie an trockenen Tagen den Wetterschutz abnehmen und die Maschine gut auslüften lassen. Bei derartiger Überwinterung sind die Rostschutzmaßnahmen besonders wichtig.
Schließlich stellt sich die Frage nach einer Abdeckung. Wenn das Motorrad den Winter über im Trockenen steht, reicht sicher ein einfaches Leintuch. Soll das Motorrad aber im Freien überwintern, kommt man um eine wasserdichte Plane kaum herum. Etwas teurer sind atmungsaktive Abdeckplanen. Diese haben aber den Vorteil, dass Feuchtigkeit, die unter der Plane verdunstet, wieder entweichen kann.
Wichtig ist, dass die Motorradplane atmungsaktiv und im Außenbereich wasserundurchlässig ist. Somit wird die Bildung von Staunässe durch kondensiertes Wasser auf dem Motorrad verhindert.
Achtung: Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen dürfen außerhalb des Zulassungszeitraums nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden. Deswegen werden auch vermehrt Abdeckplanen angeboten, die im Bereich des Kennzeichens durchsichtig sind. Damit kann der Zulassungsstand jederzeit auf einen Blick erfasst werden, ohne an der Plane oder dem Motorrad hantieren zu müssen.
5. Zusammenfassung
Das Einwintern deines Motorrads ist eine wichtige Maßnahme, um es vor den rauen Winterbedingungen zu schützen und die Lebensdauer zu verlängern. Tun Sie Ihrem Bike was Gutes und sparen Sie nicht an der Pflege. Wer sein Motorrad regelmäßig pflegt und inspiziert, entdeckt z. B. auch schneller kleinere Beschädigungen oder fehlende und lockere Schrauben.
Und nun: Angenehmen Winterschlaf, du treues Bike! Freuen Sie sich auf Ihre nächste Tour und genießen Sie das Gefühl der Freiheit auf zwei Rädern.
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