Wenn es beim Radfahren knarzt und knirscht und knackt, ist meistens die Kette schuld. Aber nicht nur das störende Geräusch der ungepflegten Kette spricht dafür, diese regelmäßig zu reinigen. Auch die Sicherheit und die Kraftübertragung leiden unter einer verschmutzen oder gar verschlissenen Kette.
Warum die Kettenschmierung wichtig ist
Kettenschmierung erfüllt folgende Zwecke:
- Sie reduziert Reibungswiderstände im Antrieb und hält so den Verschleiß gering.
- Sie sorgt für einen geschmeidigen Antrieb.
- Sie ermöglicht leichtgängiges Schalten.
- Sie schützt vor Korrosion, da Öle und Fette bekanntermaßen wasserabweisend sind.
Reibung und Verschleiß hängen dabei eng miteinander zusammen.
Bei Kettenverschleiß ist oft von „Längung“ die Rede. Vor allem bekommen die Gelenke der Kette mit der Zeit Spiel, das sich zu einer sichtbaren Längung addiert. Das geschieht durch Reibung bei Rotation der Gelenke, da sich die Nietstifte, Innen- und Außenlachen sowie die Röllchen gegeneinander bewegen.
Vorbereitung für die Kettenreinigung und Schmierung
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete - das gilt auch fürs Kette Reinigen. Bevor du dich ans Werk machst, solltest du einige Dinge bereithalten, die für eine intensive Kettenpflege nötig sind.
Für die Grobreinigung der Kette - die der eigentlichen Feinreinigung stets vorangehen sollte - kannst du entweder eine spezielle Kettenbürste oder einen Kupferlappen verwenden. Kettenbürsten haben den Vorteil, dass sie über eine angepasste Form für eine präzise Reinigung verfügen. Mit einem schlauchförmigen Kupferlappen besitzt du etwas mehr Kontrolle über die Reinigung, da du den Lappen und die Kette direkt spürst.
Die Wahl des richtigen Schmiermittels
Welcher Schmierstoff der beste für Dich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Für eine staubige Langstrecken-Tour mit dem Gravelbike beispielsweise brauchst Du eine Mischung mit langer Schmierfähigkeit und geringer Schmutzanhaftung. Für eine Mountainbike-Runde an einem verregneten Tag hingegen sollte die Schmierung möglichst standfest sein und Wasser abweisen.
Kettenöle sind der Klassiker. Viele dieser Öle sind universelle Rezepturen, die als guter Kompromiss in allen Bedingungen funktionieren. Die meisten bestehen aus Mineralöl, synthetischem Öl, pflanzlichem Öl oder Paraffin. Dazu werden verschiedene Additive beigemischt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen, zum Beispiel Silikon, PTFE oder andere Polymere und Keramik. Flüssige Schmierstoffe bekommst Du entweder in kleinen Kunststoffflaschen, die eine genaue Dosierung erlauben, oder als Kettenspray.
Kettenwachs ist unumstritten der mit Abstand leistungsfähigste Schmierstoff für Fahrradketten. Wachs erzeugt einen trockenen Schmierfilm, den man anfassen kann, ohne fettige oder schmutzige Hände zu bekommen. Gewachste Ketten bleiben sauberer und können leicht ein Mehrfaches der Fahrleistung von geölten Ketten erreichen.
Anleitung zur richtigen Kettenpflege
Kurz gefasst, besteht der Prozess aus zwei Schritten: Reinigen und Schmieren.
Schritt 1: Reinigung
Willst Du Deine Kette lediglich ölen, wird sie zuerst gereinigt. Das ist wichtig, damit der neue Schmierstoff den Weg in die Kettenglieder auch finden kann, dadurch direkt auf dem Metall einen Schmierfilm bildet und sich nicht mit alten Verunreinigungen zu einer Art Schleifpaste verbindet.
Die schnellste Methode ist das Abwischen der Kette mit einem Lappen. Drücke ihn fest um die Kette (am besten unterhalb der Kettenstrebe) und drehe die Kurbel rückwärts.
Wenn Du etwas gründlicher vorgehen willst oder die Kette sehr stark verschmutzt ist, kannst Du sie vorher mit einem Kettenreiniger behandeln und mit Bürsten oder Pinseln etwas gezielter arbeiten als nur mit einem Lappen. Spezielle Kettenreinigungsgeräte erleichtern diesen Arbeitsschritt.
Schritt 2: Schmierung
Drehe auch dazu wieder die Kurbel langsam rückwärts und gib das Öl oder Tropfwachs auf die Kettenröllchen und Übergänge der seitlichen Kettenlaschen. Lass Dir etwas Zeit, sodass wirklich jedes Kettenglied ein Tröpfchen abbekommt.
Nachdem Du die Kette komplett geschmiert hast, ist es ratsam, sie mit der Kurbel noch ein paar Umdrehungen durch den Antrieb laufen zu lassen, damit der Schmierstoff durch die Rotation der Kettenröllchen noch besser eindringen kann.
Nun solltest Du noch ein paar Minuten warten, bis die Schmierung eingezogen ist und kannst die Kette anschließend außen gründlich abwischen. So entfernst Du überschüssiges Öl, das außen an der Kette sonst nur Dreck sammeln würde. Beim Abwischen empfehlen wir, mit dem Lappen, ähnlich wie beim Säubern der Kette, richtig fest um die Kette zu greifen, während Du die Kurbel rückwärts drehst. So entfernst Du zuverlässig das überflüssige Öl.
Wie oft sollte man die Kette reinigen und schmieren?
Die Reinigung findet im Idealfall nach jeder Ausfahrt, mindestens aber alle ein bis zwei Monate statt - bei Vielfahrern häufiger. Je nach Verschmutzungsgrad kannst du vor der nächsten Ausfahrt auch einfach neues Öl auf die Fahrradkette anbringen.
Während im Sommer vor allem Staub deiner Kette zu schaffen macht, kommen im Winter Schneematsch, Feuchtigkeit und Streusalz hinzu. Du solltest dem Thema Fahrradkette pflegen deshalb zwischen den Monaten Dezember und März besonders viel Aufmerksamkeit widmen. Häufiges Reinigen und Ölen sind Pflicht.
Es ist nicht unbedingt notwendig, nach jeder Fahrt die Fahrrad Kette zu reinigen. Du solltest sie aber zumindest von grobem Schmutz befreien. Hierzu verwendest du am besten einen einfachen Reinigungslappen. Diesen kannst du zudem für die Trocknung der Kette nach einer Regenfahrt einsetzen.
Idealerweise wird die Kette nach jeder längeren Tour gereinigt und geschmiert, damit sie immer im Topzustand ist. Findest Du direkt nach der Tour nicht die Muße, ist der Abend vor der nächsten Ausfahrt auch ein guter Zeitpunkt für die Kettenpflege. Wenn Du nur eine kurze Feierabendrunde in trockenen, aber nicht staubigen Bedingungen gefahren bist, reicht die Schmierung meist noch für die nächste Runde.
Knirscht Deine Kette nach einer schlammigen Ausfahrt mit dem Mountainbike regelrecht, dann solltest Du ihr besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Kettenöl und Dreck bilden eine Schleifpaste, die ins Ketteninnere wandert und dort den Verschleiß stark beschleunigt.
Am Ende hängt die Frage, ob Du für jede Ausfahrt neu schmieren solltest, stark von den folgenden Punkten ab:
- In welchen Bedingungen fährst Du?
- Welche Distanzen legst Du pro Tour zurück?
- Welchen Schmierstoff verwendest Du und wie sorgfältig trägst Du ihn auf?
Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, wie lange eine Schmierung bei Dir reicht.
Die Dosierung des Öls
Bringe Öl oder Kettenspray für das Fahrrad auf der Kette an. Das Öl trägst du sorgfältig an der Innenseite der Kette punktuell auf.
Dabei solltest du es allerdings nicht übertreiben - zu viel dickflüssiges Öl zieht Schmutz geradezu magisch an. Du solltest deine Kette auf jeden Fall nach jeder Reinigung ölen.
Weitere Tipps und Hinweise
- Benutze am besten spezielles Kettenöl für das Fahrrad. Dieses ist im Handel zu günstigen Preisen verfügbar und eignet sich ideal für eine gute Schmierung der Kette.
- Achte beim Schmieren der Kette unbedingt darauf, dass kein Öl auf die Bremsen, Felgen oder Bremsscheiben gelangt. Die Bremswirkung lässt sonst extrem nach.
- Viele Radfahrer schwören auf Silikonspray, wenn es darum geht, die Fahrradkette zu pflegen. Das Spray sollte jedoch keinesfalls das traditionelle Kettenöl ersetzen. Silikon hält mittels Hydrophobierung Schmutz von der Kette fern.
Zusammenfassung
Die regelmäßige Reinigung und Schmierung der Fahrradkette ist entscheidend für eine optimale Leistung, lange Lebensdauer und sicheres Fahrvergnügen. Achten Sie auf die richtige Vorbereitung, die Wahl des passenden Schmiermittels und eine sorgfältige Durchführung der Pflegearbeiten.
Verwandte Beiträge:
- Fahrradkette fetten: Hausmittel & Tipps zur Pflege
- Fahrradkette Reinigen und Fetten: Ultimative Anleitung für Langlebigkeit und Perfekte Geschmeidigkeit!
- Fahrradkette fetten oder ölen? Der ultimative Guide für geschmeidiges Fahren!
- Kennzeichenpflicht für 125ccm Motorräder in Deutschland: Alles, was du wissen musst!
- Honda Motorrad Ölfilter: Kaufberatung & Wechselanleitung
Kommentar schreiben