Schlechte Schaltfunktion trotz richtiger Einstellung? Prüfen Sie doch mal Ihre Kette auf Verschleiß. Aber warten Sie damit nicht zu lange! Wenn Sie nämlich auch noch die Kassette und im schlimmsten Fall noch Kettenblätter ersetzen müssen, wird es richtig teuer - vor allem bei den Top-Gruppen à la XTR und XX1.
Anzeichen für eine abgenutzte oder defekte Fahrradkette
Wenn die Kette beim Schalten nicht mehr richtig rüber auf das nächste Ritzel springt oder beim Treten vibriert, ist es Zeit für eine neue Kette. Manchmal ist auch ein lautes Knacken zu hören, wenn du stärker in die Pedale trittst. Dieses Problem tritt anfangs nur vereinzelt und in bestimmten Gängen auf und wird mit der Zeit immer häufiger.
Ob eine E-Bike Kette verschlissen ist, erkennt man an Kettenspringen, lauten Geräuschen oder schwergängigen Gliedern. Laute Laufgeräusche zeigen mangelnde Passung zwischen Kette und Antrieb. Auch feste Glieder sind ein klares Zeichen.
Lässt sich die Kette leicht vom Kettenblatt abheben, liegt starker Verschleiß vor, oft sichtbar an spitzen oder deformierten Zahnprofilen. Über drei Millimeter bedeuten Austausch. Ruckartiges Schalten, Kettenspringen oder Geräusche sind weitere Anzeichen.
Wie oft muss man die Fahrradkette wechseln?
Wie lange halten eigentlich Fahrradketten? Wie oft solltest du die Fahrradkette wechseln? Die Lebensdauer einer Kette hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zu berücksichtigen sind die Material- und Verarbeitungsqualität sowie die Kilometerlaufleistung. Entscheidend ist aber auch, wie das Fahrrad genutzt wird.
Wenn es auch bei starkem Niederschlag und in unwegsamem Gelände zum Einsatz kommt, beschleunigt sich die Korrosion, und die Kette hält weniger lange. Ist man hingegen nur bei gutem Wetter im Stadtverkehr unterwegs, ist die Fahrradkette weniger Belastungen und Verschleiß ausgesetzt. Darüber hinaus hängt die Häufigkeit des Kettenwechsels von der Wartung ab.
Gesäuberte und gut geölte Ketten sind besser vor Umwelteinflüssen und Korrosion geschützt. Ein hochwertiges Schutzblech hält Feuchtigkeit, Schmutz und Steinschlag ab und verlängert ebenso die Lebensdauer einer Fahrradkette. Wer öfter und länger fährt, muss die Fahrradkette auch öfter wechseln.
Die wichtigsten Faktoren auf einen Blick:
- Material- und Verarbeitungsqualität der Kette
- Kilometerlaufleistung
- Nutzung des Fahrrads
- Wartung
- Schutzblech
Empfohlene Intervalle für den Kettenwechsel am E-Bike / Fahrrad
Der Zeitpunkt, wann du deine Fahrradkette wechseln solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Kette überträgt die Kraft von den Pedalen auf das Rad. Eine Person, die schwerer ist und mehr Kraft beim Fahren aufwendet, erzeugt mehr Reibung und verschleißt die Kette schneller als eine Person, die leichter ist. Auch das Schaltverhalten und der Fahrstil haben Einfluss auf die Abnutzung der Kette und der anderen Antriebskomponenten.
Generell lässt sich sagen: Ab 1500 bis 2000 Kilometern sollte der Verschleiß der Kette bei Fahrrädern, die hauptsächlich auf der Straße fahren, mit einer Kettenlehre überprüft werden. Hier empfiehlt es sich, die Kette an mehreren Stellen zu überprüfen. Ist eine der gemessenen Stellen länger als der vorgegebene Toleranzbereich, sollte die Kette gewechselt werden.
Bei Mountainbikes oder E-MTBs ist es notwendig die Kette schon nach 500 Kilometern zu überprüfen. Der Grund hierfür ist eine höhere Anzahl von Umdrehungen im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern. Die Kette verdreckt stärker und es entsteht hierdurch mehr Abrieb zwischen den Kettengliedern und Zahnrädern.
Ein weiterer Aspekt ist auch die richtige Kettenpflege. Wird die Kette regelmäßig gereinigt und geölt, verlängert dies die Lebensdauer einer Kette enorm.
Kettenverschleiß prüfen
Am einfachsten lässt sich der Verschleiß der Kette mit einer speziellen Messlehre prüfen. Ein solches Teil sollte wirklich jeder Biker haben! Sie sind von zahlreichen Herstellern verfügbar und funktionieren alle ähnlich. Legen Sie die Kettenverschleißlehre dazu auf die Kette auf. Je tiefer der Prüfzapfen in das Kettenglied eintaucht, desto verschlissener ist die Kette.
Fällt der Prüfzapfen ohne Widerstand komplett hinein, wird es Zeit, die alte Kette zu ersetzen. Wenn die Verschleißlehre nicht komplett ins Glied rutscht (wie im Bild), können Sie die Kette noch weiterfahren.
Stark gebrauchte Antriebe lassen sich oft aufgrund verschlissener Ketten und Ritzel nicht mehr korrekt einstellen. Deshalb sollte man unbedingt die Verschleißteile wie Kette, Kassette und Schaltzüge vorher überprüfen!
Die meisten Lehren wie die im Bild haben sogar mindestens zwei Prüfzapfen, die in unterschiedlichen Abständen zueinander liegen. Fällt der eine Zapfen (entspricht 0,075 mm Verschleiß pro Kettengelenk) durch die Kette, ist die Kette so weit gelängt, dass viele Hersteller zum Tausch raten, um dem Verschleiß von Kassetten mit Alu- oder Titan-Ritzeln vorzubeugen.
Ritzel aus Stahl sind härter und verkraften auch stärker gelängte Ketten, bevor auch ihre Zähne angegriffen werden. Fällt aber auch die andere Seite der Lehre auf die Kette (0,1 mm Verschleiß pro Kettengelenk), sollte auch hier die Kette einer neuen weichen.
Auch ohne Werkzeug kann man den Verschleiß der Kette grob ermitteln: Greifen Sie die Kette an einem Gelenk, und versuchen Sie, die Kette vom großen Kettenblatt abzuheben. Entsteht ein Spalt von mehr als 2 Millimetern, sollte die Kette getauscht werden.
Ein bisschen Spiel ist immer drin. Diese Kette ist noch in Ordnung. Ist der Spalt größer als 2 Millimeter, empfehlen wir den Wechsel.
Werkzeug für den Wechsel der Fahrradkette
Wer selbst die Fahrradkette wechseln will, braucht dafür das passende Werkzeug. Einige der benötigten Dinge sollten in einer kleinen Werkzeugtasche mitgeführt werden, damit du die Kette notfalls auch unterwegs austauschen kannst. Achte darauf, ob die Ersatzkette die passende Größe hat und für den Fahrradtyp geeignet ist.
Von der Art der Kette hängt auch ab, welches und wie viel Werkzeug man benötigt:
- Kettennieter
- neue Fahrradkette
- Schraubendreher
- Blechschere oder Seitenschneider
- Schraubenschlüssel
- Kettenöl
- Arbeitshandschuhe
Fahrradkette wechseln: Kosten
Die Kosten für den Wechsel einer Fahrradkette können stark variieren, je nachdem, ob der Wechsel selbst durchführt wird oder eine Werkstatt beauftragt wird. In einer Werkstatt, liegen die Kosten für einen Fahrradketten-Wechsel in der Regel zwischen 20 und 50 Euro. Dieser Preis beinhaltet sowohl das Material als auch die Arbeitszeit. Die genauen Kosten können je nach Fahrradtyp und Region unterschiedlich ausfallen.
Wird die Fahrradkette selbst gewechselt, fallen lediglich die Materialkosten an. Eine neue Fahrradkette kostet in der Regel zwischen 10 und 30 Euro. Werkzeuge wie ein Kettennieter oder eine Kettenverschleißlehre, die möglicherweise zusätzlich benötigt werden, können einmalige Anschaffungskosten von etwa 10 bis 20 Euro verursachen. Auf lange Sicht sind die Kosten für das Wechseln der Fahrradkette also günstiger.
Verschiedene Arten von Fahrradketten
Es ist zwischen Fahrradketten mit Kettenschloss und mit Kettenstift zu unterscheiden. Für das Öffnen und Schließen des Kettenschlosses ist kein zusätzliches Werkzeug erforderlich. Für Ketten mit Kettenstift brauchst du hingegen einen Kettennieter, mit dem du den Nietstift in die Verbindung drücken kannst.
Wie geht man beim Wechseln der Fahrradkette vor?
Um die Fahrradkette zu wechseln, entfernst du als erstes das Schutzblech, um vollen Zugriff auf die Kette zu haben. Dann demontierst du die alte Kette. Dafür öffnest du den Sicherungssplint des Kettenschlosses an einer verstellbaren Öse oder an einem Kettenglied. Das funktioniert durch seitliches Drücken auf das Kettenglied sowie durch leichtes Zusammenschieben der Kette.
Wenn die Kette kein Schloss hat oder es verschmutzt, beschädigt oder korrodiert ist und sich nicht öffnen lässt, brauchst du einen Nietstift. Du setzt ihn an einem beliebigen Kettenglied an und fixierst ihn mit Hilfe der Stellschraube. Drehe das Gewinde von der anderen Seite ein und schiebe den Nietsift heraus, damit die Kette aufspringt.
Einlegen der neuen Fahrradkette
Lege die neue Fahrradkette in der vorgeschriebenen Laufrichtung ein. Achte darauf, dass der Schriftzug sich auf der Radaußenseite befindet. Beginne mit dem vorderen Zahnkranz und ziehe die Kette auf das Ritzel, auf dem sich zuletzt die alte Kette befand. Führe dann die neue Kette durch den Umwerfer ins hintere Schaltwerk.
Platziere die Fahrradkette wieder auf demselben Ritzel, auf dem die alte Kette lag. Es kann hilfreich sein, mit dem Handy einige Bilder von der richtig montierten alten Kette zu machen. So weißt du im Ernstfall, wie die neue Kette geführt werden muss.
Das Schließen der Kette
Um die Kette mit einem Kettenschloss zusammenzuführen, steckst du das Verbindungsglied über die freien Innenlaschen der Kette. Achte darauf, dass es einrastet. Zum Verschließen muss die Kette so geführt werden, dass sich das Kettenschloss auf der Fahrradoberseite befindet. Wenn das Fahrrad wieder auf den Rädern steht, tritt einmal kräftig in die Pedale, um zu bewirken, dass sich das Schloss mit einem hörbaren Klicken komplett verschließt.
Wenn die Kette mit einem Nietstift anstatt eines Schlosses ausgestattet ist, führe die Kettenenden zusammen und verwende einen Kettennieter zum Eindrücken des Nietstifts.
Die richtige Kettenlänge ermitteln
Als Referenz für die benötigte Kettenlänge kann die alte Kette dienen. Im Handel erhältliche Kettenmodelle unterscheiden sich nach Bauart und Anzahl der Kettenglieder. Herkömmliche Modelle weisen 108 bis 126 Glieder auf. Die Länge der Glieder ist genormt und bei allen Ketten gleich.
Die neue Kette sollte dieselbe Anzahl an Kettengliedern aufweisen wie die alte Kette. Zu lange Kette müssen gekürzt werden. Bedenke aber, dass die Länge der alten Kette dafür kein Maßstab ist, weil sie sich durch Abnutzung mit der Zeit verlängert.
Welche Kette ist die richtige für mein Fahrrad?
Um unnötige Kosten beim Wechsel der Fahrradkette zu vermeiden, musst du bei der Auswahl der neuen Kette auf die korrekten Innenmaße und die Abstände zwischen den Kettengelenken achten. Die Maße von Fahrradketten sind mit zwei unterschiedlichen Angaben gekennzeichnet. Angegeben werden der Abstand zwischen den Kettengelenken und das Innenmaß der Breite. Während der Abstand der Kettenglieder genormt ist und in der Regel 1/2 Zoll beträgt, hängt das benötigte Innenmaß von der Art der Schaltung ab.
Für Fahrräder ohne Schaltung benötigst du ein Innenmaß von 1/8 Zoll. Für Modelle mit Nabenschaltung oder mit Kettenschaltung bis zu neun Gängen brauchst du eine 3/32 Zoll Kette. Für Fahrräder mit mehr Gängen ist ein Innenmaß von 11/128 Zoll erforderlich.
Die Fahrradkette kürzen
Wenn die neue Fahrradkette zu lang ist, kannst du sie kürzen. Achte aber darauf, dass einige Kettenmodelle mit abwechselnd breiten und schmalen Gliedern ausgestattet sind. Wenn die Fahrradkette mit einem Kettenschloss zusammengeführt werden soll, müssen an beiden Seiten der gekürzten Kette schmale Glieder übrigbleiben.
Wenn die Fahrradkette mit einer Niete verschlossen werden soll, muss die gekürzte Kette innen liegend ein schmales Glied und auf der Außenschale ein breites Glied aufweisen.
Das begünstigt den Verschleiß des Antriebs
Schräglauf Kette
Weder klein-klein noch Groß-Groß! Das betrifft Schaltungen mit zwei oder drei Kettenblättern. Die Kette sollte immer so gerade wie möglich laufen, um die Reibung zwischen den Kettengliedern zu minimieren. Daher sollte man das kleinste, innere Kettenblatt nur mit den größeren Ritzeln nahe der Speichen kombinieren.
Schalten unter Last
Um Ihre Kette möglichst lange fahren zu können, sollten Sie mit Gefühl schalten. Reduzieren Sie den Druck aufs Pedal, kurz bevor Sie den Schalthebel drücken, und kurbeln ohne Last weiter. Dann kann die Kette sauber in die Steighilfen der Ritzel greifen und den Gang zuverlässig wechseln. Achtung: Beim Schalten unter hohem Pedaldruck kann es sogar direkt zum Kettenriss kommen.
Auf die Wartung warten
Gerade am Mountainbike leidet die Kette permanent unter der abrasiven Wirkung der Elemente. Staub, Sand und Wasser sowie deren Kombination (Matsch) reiben und schmirgeln zwischen den Kettengliedern und den Zähnen der Ritzel sowie der Kettenblätter. Befreien Sie Ihre Kette daher regelmäßig von Schmutz und gönnen Sie ihr ein paar Tropfen Kettenschmierstoff.
Wartungsintervalle MTB-Antrieb
Wir empfehlen, das Bike nach jedem Einsatz mit dem Wasserschlauch grob abzuspritzen. So kann sich der Dreck vom Trail gar nicht erst am Antrieb festsetzten. Vermeiden Sie den harten Strahl von Hochdruckreinigern! Er befördert Dreck und Feuchtigkeit erst dort hin, wo er nichts zu suchen hat: hinter Lagerdichtungen und in die feinen Zwischenräume der Kettenglieder.
Ist das Gröbste getan, reiben Sie die Kette mit einem Tuch trocken. Danach noch ein paar Tropfen Öl und die Kette läuft geräuschlos und ohne großen Widerstand. Alle sechs Monate sollten Sie Ihren Antrieb auf Verschleißsymptome überprüfen und gegebenen Falls handeln.
Verschleiß der Kettenblätter prüfen
Mit der neuen Kette lässt sich auch der Zustand der Kettenblätter prüfen. Fallen die Rollen der Kette sauber zwischen die einzelnen Kettenblattzähne, ist alles im grünen Bereich. Ist das nicht der Fall, und es hakt beim Auflegen, kommt man um einen Tausch der Kettenblätter nicht herum.
Kassettenverschleiß prüfen
Den Zustand der Kassette prüft man am besten nach dem Kettenwechsel. Springt die Kette, sobald sie mit maximaler Kraft in die Pedale treten, ist das jeweilige Ritzel verschlissen.
Der Verschleiß der Kassette lässt sich mit dem Werkzeug Rohloff HG-Check prüfen. Das Gerät verlangt aber etwas Erfahrung und rät eher zu früh zum Wechsel. Wechselt man regelmäßig die Kette, kann eine Kassette etwa fünf bis acht Kettenwechsel überstehen. Manche Kassetten lassen sich in Teilen ersetzen. Denn am schnellsten geht es den kleinsten Ritzeln an den Kragen. Ansonsten wird eine neue Kassette fällig. Gerade die aus einem Stück gefrästen Stahlkassetten der Top-Gruppen bei Sram sind sehr teuer.
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