Das Schalten eines Motorrads, insbesondere einer 125er, kann anfangs etwas Übung erfordern. Dieser Guide erklärt dir alles, was du zum Schalten wissen musst und wie es genau funktioniert!
Die Grundlagen des Schaltens
Die Kupplung trennt den Kraftschluss zwischen Motor und dem Rad. Wird die Kupplung gezogen, ist die Kraft vom Motor zum Getriebe unterbrochen. Somit lässt sich das Getriebe leicht schalten. Wird die Kupplung wieder los gelassen, greift der Motor wieder mit dem Getriebe und bringt die Kraft an das Hinterrad. Je höher nun der Drehzahlunterschied beim Starten aus dem Stillstand, desto mehr Kraft muss zwischen dem drehenden Motor und dem stehenden Getriebe geleitet werden.
Die Bedienelemente im Detail
Es geht um die Bedienelemente am Motorrad und wie man sie auf die individuellen Bedürfnisse optimal einstellt.
- Die Kupplung: Sie wird mittels Handhebel am linken Lenkerende bedient. Wie bei Autos mit Schaltgetriebe reguliert die Kupplung auch bei Motorrädern den Kraftschluss zwischen Motor und Antriebsrad, also dem Hinterrad. Beim dosierten Einkuppeln kontrollierst du also, wie viel Kraft vom laufenden Motor an das Hinterrad weitergegeben wird.
- Die Vorderradbremse: In den letzten drei Jahrzehnten ist die Vorderradbremse bei neuen Motorrädern und Rollern, die in der EU verkauft wurden und heute noch werden, serienmäßig immer am rechten Lenkerholm mittels Handbremshebel zu bedienen.
- Die Hinterradbremse: Heute hat ein Motorrad rechts Fußbremshebel für die Bedienung der Hinterradbremse und ein Roller links einen Handhebel am Lenker.
- Der Schalthebel: Wenn auf einem Motorrad ein Fußschalthebel montiert ist, dann funktioniert er in der Regel so: Aus der Leerlaufstellung legst du den ersten Gang ein, indem du den Hebel entschlossen mit dem Fuß nach unten bewegst. Ab nun gilt eine einfache Regel: Willst du einen Gang höher schalten, bewegst du den Hebel nach oben, wenn du einen Gang runter schalten willst, trittst du den Hebel nach unten.
- Die Steuerung des Reaktors am rechten Lenkerholm: Wenn die Kupplung regelt, wie viel Leistung ankommt, dann regelt der Gasgriff, wie viel Leistung zur Verfügung steht.
Der Schaltvorgang Schritt für Schritt
So schaltet man beim Motorrad:
- Kupplung ziehen: (linker Hebel am Lenker) Ganz gleich, wie beim Auto muss vor dem Schaltvorgang die Kupplung gezogen werden, damit das Einlegen des Ganges technisch richtig ist.
- Gas wegnehmen: Während des Schaltvorganges solltest du wenig Gas geben, da dies wirkungslos ist und gegebenenfalls eine zu schnelle Beschleunigung beim Schalten bewirkt.
- Kupplungspedal betätigen: (linkes Pedal) Drückt man diesen nach oben, so schaltet man einen Gang herauf, drückt man ihn nach unten, dann schaltet man herunter.
- Wenig Gas geben zum Einkuppeln: Zum Einkuppeln sollte wieder leicht Gas gegeben werden. Zu viel Gas sorgt für eine schnelle Beschleunigung.
- Kupplung langsam loslassen: (einkuppeln) Um das Motorrad einzukuppeln wird der Kupplungshebel langsam losgelassen, damit es richtig einkuppelt. Bei schneller Fahrt kann dies schneller gemacht werden.
Beim Motorrad solltest Du immer schalten, wenn die Drehzahl zu niedrig oder zu hoch ist. Das bedeutet, dass du bei sehr niedriger Drehzahl runterschaltest und bei hoher Drehzahl hochschaltest.
Anfahren mit einer 125er
Bei hubraumschwachen Motorrädern (125er) ist die Situation hingegen etwas anders. Da solche Motorrädern ihr nutzbares Drehmoment tendenziell in höheren Drehzahlen anzutreffen ist, muss speziell beim Anfahren an steilen Steigungen der Motor höher gedreht werden, da ansonsten die Kraft des Motors nicht ausreicht, um damit anzufahren zu können.
Tipps für Fahranfänger
Kleiner Tipp noch für alle Fahranfänger, da ich den Fehler jetzt schon so oft gesehen habe: Lasst beim runterschalten die Kupplung LANGSAM kommen vorallem wenn ihr zu früh runterschaltet!! Das nennt man Rev-Matching (anpassen der Drehzahl an den nächsten Gang) beim Hochschalten wird das glaub ich Zwischengas genannt ist irgendwie um mehr Drehzahl zu haben im nächsten Gang oder so...
Schalten ohne Kupplung: Geht das?
Ja, man kann ohne den Kupplungshebel schalten. Der Kupplungshebel sorgt dafür, dass die Getrieberäder vom Drehmoment frei sind. Man nimmt also das Gas weg, tippt den Kupplungshebel leicht an und gibt wieder Gas. Ist das Gas weg, springt diese nämlich an.
Wichtig: Saubere Schaltvorgänge sind wichtig, ebenso wie das Einprägen der Bewegungsabläufe zwischen Gashand und Schaltfuß. Dann muss man auch keinen Schaden am Getriebe befürchten, denn wie wir bereits geklärt haben, fällt nur die Verwendung der Kupplung aus, die lediglich die Last von den Zahnrädern nimmt.
Zusätzliche Bedienelemente
Natürlich finden sich darüber hinaus vor allem am Lenker noch allerhand andere Bedienelemente und Anzeigen. Ganz sicher gibt es irgendwo in Daumennähe einen Startknopf. Bei Motorrädern einen sogenannten Notaus-Schalter (dieser ermöglicht in Notfällen unabhängig von der Zündschlüsselstellung die sofortige Unterbrechung der Zündung). Dort befindet sich meist der Bedienhebel für den Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker), für die Beleuchtungsanlage (etwa: Begrenzungslicht/Tagfahrlicht, Abblendlicht, Fernlicht) und für die Hupe. Und natürlich der Kupplungshebel und bei Rollern der Hinterradbremshebel.
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