Die Frage nach der durchschnittlichen Geschwindigkeit eines Motorrads ist komplex und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Es gibt keine allgemeingültige Antwort, da die tatsächliche Geschwindigkeit von den jeweiligen Umständen abhängt. Geschwindigkeiten müssen Situationsangemessen sein und der Erfahrung des Fahrers.
Es gibt kein schnell fahren und langsam fahren, es gibt nur ein zu schnell fahren oder ein zu langsam fahren. Nicht die Geschwindigkeit ist gefährlich, die Geschwindigkeitsdifferenz ist es. Lern fahren.
Gesetzliche Bestimmungen und Richtgeschwindigkeiten
Grundsätzlich gelten für Motorräder die gleichen Geschwindigkeitsbegrenzungen wie für Autos. Somit dürfen Sie innerorts in der Regel höchstens 50 km/h und außerorts 100 km/h fahren. Für Autobahnen gibt es lediglich eine empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, sofern keine Verkehrsschilder ein anderes Tempolimit vorgeben.
Sind Sie mit einem Motorradanhänger unterwegs, gilt dafür in Deutschland außerorts eine gesonderte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. In diesem Fall ist die Beschränkung allerdings auch auf Autobahnen verbindlich.
Da Motorradfahrer den gleichen Tempolimits unterliegen wie PKW-Fahrer, fallen auch die Sanktionen für etwaige Geschwindigkeitsüberschreitungen gleich aus. Waren Sie mit Ihrem Motorrad zu schnell unterwegs und wurden dabei geblitzt, bedeutet das für Sie die gleichen Konsequenzen, die für Autofahrer vorgesehen sind.
Fallen Ihnen bspw. Straßenschäden auf oder Ihre Sicht verschlechtert sich aufgrund etwaiger Witterungsbedingungen, fahren Sie im Zweifelsfall lieber mit geringerer Geschwindigkeit. So können Sie Fehlern vorbeugen und das allgemeine Unfallrisiko verringern.
Eine separate Beschränkung der Motorrad-Geschwindigkeit für Leichtkrafträder gibt es jedoch nicht. Da Sie die bauartbedingte Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h problemlos erreichen können, sind Sie auch uneingeschränkt auf allen deutschen Autobahnen zugelassen.
Durchschnittliche Fahrleistungen und Erfahrungswerte
Bei mir liegt der Durchschnitt knapp über 60 km/h. Je nach Strecke ist das mal etwas weniger, mal etwas mehr, ohne BAB, meist kleine Straßen, z. B. Eifel, Hunsrück, Alpenländer.
Die Faustregel der ADAC Motorradexperten für die richtige Streckenlänge pro Fahrtag lautet:
- auf Autobahnen maximal 700 Kilometer
- auf Bundesstraßen maximal 450 Kilometer
- auf Landstraßen maximal 350 Kilometer
- im Gebirge mit Pässen maximal 250 Kilometer
- auf Enduro-Strecken mit viel Schotter maximal 200 Kilometer
Dies gilt auch nur für gutes Motorrad-Wetter: Besonders große Hitze, niedrige Temperaturen oder extreme Temperaturschwankungen sowie Dauerregen erfordern eine Reduzierung der Teilstücke. Gleiches gilt für Fahrten auf Routen mit erheblicher Verkehrsbelastung.
Die Rolle der Fahrpraxis und Tourenplanung
Als Fahranfänger auf dem Motorrad wirst Du vermutlich etwas schneller ermüden, was dann zum Abfall der Konzentration und Fahrfehlern führen kann.
Bei so einer Fahrt soll ja kein persönlicher Rekord aufgestellt werden, sondern es steht der Besuch bzw. Urlaub im Vordergrund. Entsprechend relaxt sollte man das angehen, sich lieber kleinere Ziele stecken und evtl. auch die durchaus reizvolle Landschaft mit einbeziehen.
Am schlimmsten ist es abends gegen die Uhr zu fahren um ein Quartier noch zu erreichen. Dann ist es oft angenehmer so zu planen, daß man auch bei Regen noch gut ankommen kann.
Jahresfahrleistung: Ein Blick auf den Durchschnitt
Motorradfahrer in Deutschland fahren durchschnittlich immer weniger. Tatsächlich fahren Mann oder Frau durchschnittlich bescheidene 2.172 Kilometer pro Jahr (Stand 2020). Im Jahr 2012 waren es gerundet noch 3.000 Kilometer, 2017 dann 2.300 Kilometer, 2018 und 2019 jeweils nur rund 2.200 Kilometer.
Das Kraftfahrt-Bundesamt wirft in seinen Zählungen 125er bis 15 PS und Motorräder zusammen - alles, was echte weiße Nummernschilder mit Plakette trägt, im Unterschied zu den 50ern mit Versicherungs-Kennzeichen. Vereint sind das in Deutschland rund 4,62 Millionen Maschinen über 50 Kubik. Sie verteilen sich auf rund 950.000 125er und knapp 3,7 Millionen Motorräder.
Für sie geht das KBA von durchschnittlich rund 1.800 Kilometer jährlich aus. Kompliment - da sitzen die FahrerInnen bei maximal 45 km/h am längsten im Sattel!
Durchschnittliche Fahrleistung der Fahrzeuge in Deutschland
Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Fahrleistung verschiedener Fahrzeugtypen in Deutschland.
| Fahrzeugtyp | Durchschnittliche Fahrleistung pro Jahr |
|---|---|
| Motorräder (inkl. 125er) | 2.172 km |
| Pkw (gesamt) | 13.323 km |
| Pkw (Diesel) | 19.630 km |
| Pkw (Benziner) | 9.571 km |
| 50er mit Versicherungs-Kennzeichen | 1.800 km |
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