Du fragst dich, wie schnell du mit deinem Fahrrad fahren kannst oder darfst? Die gute Nachricht vorweg: Für normale Fahrräder gibt es in Deutschland grundsätzlich keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Allerdings gibt es einige rechtliche Aspekte und viele Faktoren, die deine Geschwindigkeit beeinflussen.
Rechtliche Grundlagen
Grundsätzlich gibt es auf Fahrradwegen keine feste Höchstgeschwindigkeit. Du musst lediglich deine Geschwindigkeit so anpassen, dass du jederzeit sicher bremsen kannst und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdest. In Fahrradstraßen, wo Radfahrer Vorrang haben, gelten ebenfalls keine besonderen Tempolimits für Fahrräder. Kraftfahrzeuge dürfen hier maximal 30 km/h fahren, aber als Radfahrer bist du nicht an diese Grenze gebunden.
Wichtiger Hinweis: Bei E-Bikes sieht die Sache anders aus. Pedelecs mit Motorunterstützung bis 25 km/h gelten rechtlich als Fahrräder. E-Bikes sind in Europa auf 25 km/h gedrosselt.
Durchschnittliche Fahrradgeschwindigkeit
Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab. In der Stadt liegt die durchschnittliche Fahrradgeschwindigkeit zwischen 15 und 20 km/h. Wenn du gerade erst mit dem Radfahren beginnst oder wenig trainiert bist, sind 12 bis 16 km/h völlig normal. Erfahrene Freizeitradler erreichen auf längeren Strecken durchschnittlich 20 bis 25 km/h. Rennradprofis fahren bei Rennen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h.
Es kommt auf die Anzahl der Kilometer an, aber ein Untrainierter fährt normalerweise im Durchschnitt so zwischen 15 und 22 km/h. Auf dem E-Bike oder Pedelec sind das natürlich als Untrainierter im Durchschnitt mehr: Dort fährt man mit dem Rad zwischen 20 und 25 km/h. Wichtig ist auch die Wahl des Fahrrads. Mit einem Rennrad fährt man auch als Untrainierter seine Minimum 20-30 km/h in der Ebene (Durchschnittsgeschwindigkeit). Ein Gravelrad ist etwas schwerer und dazu fährt man vielleicht auf Schotter etwas langsamer.
Aus den Durchschnittsgeschwindigkeiten ergibt sich auch die Zeit, die man braucht. Für 10 Kilometer braucht man auf dem Trekkingrad eben ca. eine Dreiviertelstunde, für 5 Kilometer im Flachen evtl. nur 15-20 Minuten.
Hier ist eine Übersicht über verschiedene Zeiten, die man auf dem Rad so braucht. Wie gesagt, kann so eine Übersicht nur eine Annäherung sein, wie viel Zeit man braucht!
| Distanz | Zeit (gemütlich) | Zeit (schnell) |
|---|---|---|
| 10 Kilometer | ca. 45 Minuten | ca. 20 Minuten |
| 20 Kilometer | ca. 1,5 Stunden | ca. 40 Minuten |
| 30 Kilometer | etwas mehr als 2 Stunden | Etwas mehr als eine Stunde |
| 50 Kilometer | 3-4 Stunden | 2-2,5 Stunden |
| 60 Kilometer | 4-5 Stunden | - |
| 70 Kilometer | ca. - | - |
| 80 Kilometer | - | Ca. 3-3,5 Stunden |
| 120 Kilometer | - | Ca. - |
Faktoren, die die Geschwindigkeit beeinflussen:
- Streckenprofil: Bergauf oder bergab?
- Wind: Gegenwind oder Rückenwind?
- Fitnesslevel: Bist du trainiert oder untrainiert?
- Fahrradtyp: Rennrad, Trekkingrad oder E-Bike?
- Gruppe oder Alleine: Im Windschatten fährt man schneller.
Fahrradgeschwindigkeit messen
Es gibt verschiedene Methoden und Tools, um deine Fahrradgeschwindigkeit zu messen:
- Fahrradcomputer: Klassische Fahrradcomputer messen über Radsensoren deine aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und weitere Werte. Sie sind präzise und speziell für den Radsport entwickelt.
- Smartphone-Apps: Apps wie Strava, Komoot oder Runtastic nutzen GPS-Daten zur Geschwindigkeitsmessung. Der Vorteil: Du hast immer dein Smartphone dabei.
Leistungsvergleich
Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab: Bist du alleine gefahren? Steigung oder Gefälle? Streckenlänge und Dauer? Im Windschatten, Oberlenker oder Aero-Position? Wie stand der Wind auf der Strecke? Wie heiß war es an dem Tag?
Um dir eine bessere Einschätzung deiner Werte geben zu können, kannst du diese nachstehend mit denen eines Durchschnittsradlers und den Werten von Profis vergleichen.
| Durchschnittsradler | Rad-/Triathlon-Profi | |
|---|---|---|
| Durchschnittsgeschwindigkeit im Flachen | 28,9 km/h | 41,4 km/h |
| Durchschnittsgeschwindigkeit bei 5% Steigung | 15,3 km/h | 24,1 km/h |
| Durchschnittsgeschwindigkeit bei 8% Steigung | 11,3 km/h | 19,3 km/h |
| Spitzengeschwindigkeiten bergab | 75-92 km/h | 111-130 km/h |
| Durchschnittliche Schwellenleistung (FTP) | 200 Watt | 415 Watt |
| Durchschnittsleistung bei 180km-Zeitfahren im Ironman | 150-170 Watt | 250-270 Watt |
Bergan spielt natürlich auch das Systemgewicht (Summe aus Fahrer und Rad) eine Rolle bei der Durchschnittsgeschwindigkeit. Größere Fahrer können in der Regel eine höhere Leistung aufbringen, während kleinere Fahrer meist vom geringeren Gewicht profitieren. Im Flachen macht der Gewichtsunterschied kaum einen Unterschied. Hier können schwerere Fahrer häufig ihre größere Leistung ausspielen.
Ein 75 kg schwerer Radfahrer kommt mit 200 Watt Leistung bei einem Anstieg von 5 Prozent auf eine Geschwindigkeit von zirka 16 km/h. Ein 100 kg schwerer Fahrer schafft bei gleicher Leistung dagegen nur ein Tempo von knapp 13 km/h.
Geschwindigkeit steigern
Regelmäßiges Training ist wichtig, das Ihnen hilft, Tag für Tag an Ihrer Leistung zu arbeiten. Dabei wollen Sie wissen, ob Sie Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Fahrrad gesteigert haben.
Kontinuität ist die Basis für Ihren sportlichen Erfolg auf dem Fahrrad. Dies gilt besonders für Anfänger. Scheint Ihnen heute eine Ausfahrt mit dem Fahrrad von zehn Kilometern eine unerreichbare Streckenlänge, können Sie diese Streckenlänge bei regelmäßigem Training in wenigen Monaten spielend fahren. Sie beginnen mit einer niedrigen Reisegeschwindigkeit.
Tag für Tag werden Sie auf gleicher Strecke etwas schneller, und schon bald merken Sie, wie Ihr durchschnittliches Tempo beim Fahrradfahren steigt.
Sicherheit geht vor
Als Anfänger auf dem Rennrad sollte man daher der Fahrtechnik viel Aufmerksamkeit widmen. Beispiel: Beim Kurven fahren muss man den Schwerpunkt nach hinten verlagern, um nicht mit dem Vorderrad wegzurutschen. Hilfreich sind außerdem Reaktionsübungen und Ausweichübungen. Bezüglich der Geschwindigkeit setzt man sich zu Beginn besser kein bestimmtes Ziel - man wird durch das Training automatisch nach und nach schneller.
Nicht zuletzt hängt die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Rennrad davon ab, ob man allein oder in der Gruppe fährt: Im Rudel fährt man grundsätzlich schneller.
Rennrad Tipps für Beginner
Wer besonders viel Wert auf Aerodynamik legt, sollte ein Aero-Rennrad wählen. Wer vorhat, Rennen zu bestreiten, sollte sich für ein schlankes Race-Rennrad mit sportlicher Sitzposition entscheiden. Und wer gerne mal einen Ausflug ins Gelände macht, für den ist ein Gravel- oder Cyclocross-Rennrad ideal.
Das Touren-Rennrad gilt als perfekte Kompromisslösung. Es wiegt deutlich unter 10 Kilogramm, ist auf schlechten Untergründen fahrbar, überzeugt durch eine hohe Laufruhe und ermöglicht eine entspannte, aufrechte Sitzposition.
- Zweimal in der Woche je eine kurze Ausfahrt - das ist das Minimum. Auch kurze Ausfahrten von 60 Minuten Länge sind nützlich, um die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Kraft zu trainieren.
- Bei der Art des Terrains sollte man auf Abwechslung setzen - mal eine flache Strecke, mal durch hügeliges oder bergiges Gebiet.
- Bezüglich der Geschwindigkeit setzt man sich zu Beginn besser kein bestimmtes Ziel - man wird durch das Training automatisch nach und nach schneller.
Zu den wichtigsten Rennrad Tipps für Beginner gehört der Hinweis, dass man sich einer Trainingsgruppe anschließen sollte. Als Autodidakt kommt man im Ausdauersport zwar relativ weit, aber irgendwann stößt man zwangsläufig an seine Grenzen. Außerdem macht das Training in der Gruppe gerade an Tagen, an denen man wenig Lust auf Sport hat, besonders viel Spaß.
Je nach Länge der geplanten Strecke sollte man als Einsteiger auf dem Rennrad schon einen gewissen Proviant mitnehmen. Bei Touren unter 90 Minuten reicht ein Getränk - etwa verdünnter Apfelsaft -, bei längeren Touren darf es ruhig eine Banane, ein Energieriegel oder ein Energiegel sein.
Für Untrainierte macht es durchaus Sinn, mit Pulsmessgerät zu trainieren. Man lernt dadurch seinen Körper kennen und vermeidet eine zu hohe oder zu geringe Belastung. Aber Vorsicht: Man sollte sich vom Pulsmesser - das gehört ebenfalls zu den essenziellen Rennrad Tipps - nicht das Training diktieren lassen.
Die richtige Sitzposition ist für Einsteiger auf dem Rennrad von größter Bedeutung. Man sollte sich diesbezüglich Tipps von Fachleuten holen. Die Sattelhöhe und die Lenkerhöhe sind die wichtigsten Parameter, auf die man achten sollte. Stimmen sie nicht, drohen Rücken- und Knieschmerzen. Aber auch Sitzcreme erfüllt ihren Zweck. Durch sie vermeidet man wunde Stellen am Po.
Verwandte Beiträge:
- Wie schnell darf ein Fahrrad fahren? Geschwindigkeitsbegrenzungen & Tipps
- Wie schnell fährt man Fahrrad? Geschwindigkeitsrekorde & Durchschnittswerte
- Wie schnell darf ein Moped fahren? Geschwindigkeitsbegrenzungen & Infos
- Wie schnell sind Elektroroller? Geschwindigkeit & Gesetzgebung
- Shimano Baugruppen erklärt: Ultimative Übersicht für alle Fahrrad-Enthusiasten
- Harley-Davidson XLH 883 Sportster: Ultimative technische Daten & spannende Modellhistorie enthüllt!
Kommentar schreiben