Gewicht MotoGP Motorrad: Ein Überblick

Das Mindestgewicht eines MotoGP-Motorrads beträgt laut FIM-Reglement 157 Kilogramm. Gewogen wird das Motorrad in der Form, wie es auf der Strecke unterwegs war inklusive Kraftstoff, Öl, weiteren Flüssigkeiten und zusätzlichem Equipment wie dem Transponder für die Zeitnahme und die Kameras für die Fernsehübertragungen. Hauptsächlich wird das Gewicht nach den Trainings oder nach dem Rennen kontrolliert.

Die Bedeutung des Gewichts

Das Gewicht und die Gewichtsverteilung spielen eine wesentliche Rolle bei der Performance, denn das Motorrad muss beschleunigt und gebremst werden, der Fahrer muss es in Kurven legen und wieder aufstellen oder muss in engen Kurvenkombinationen rasch die Richtung wechseln können. Die Fitness der Fahrer wird auf die Probe gestellt. Und je leichter das Motorrad zu fahren ist, desto einfacher ist es für den Fahrer vor allem über die Renndistanz am Limit zu bleiben.

"Es ist schon eine brutale Entwicklung, auch am Gewichtslimit zu arbeiten, denn irgendwann redet man vom Thema Sicherheit", sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Der Deutsche betont: "Wir sind für die Gesundheit der Fahrer verantwortlich. Man kann nicht sagen, dass man viel Geld dafür ausgibt, ein leichteres Teil zu bauen, und dann fliegt es dir bei 350 km/h um die Ohren."

Mit einer Ausnahme sollen alle Hersteller etwas über dem Mindestgewicht liegen. Genaue Zahlen werden nicht verraten. "Ich kann die Gemüter beruhigen", sagt Beirer aus KTM-Sicht zu diesem Thema. "Ich habe die neuesten Gewichtsangaben und wir sind nicht mehr so weit vom Gewichtslimit entfernt.

Gewicht in den verschiedenen Klassen

Das beträgt 217 Kilogramm. Durch die Einheitsmotoren sollen vor allem größere und schwerere Fahrer kein Handicap haben. Das gilt auch für die Moto3-Klasse, wo Fahrer und Motorrad zusammen mindestens 152 Kilogramm auf die Waage bringen müssen. Das sorgt in beiden Klassen, wo die Performance der Motorräder ähnlich ist, für ein ausgeglichenes Feld.

Moto3

Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen.

Moto2

In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen. Mit Kalex, Boscoscuro und Forward gibt es drei Chassis-Anbieter. Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas.

MotoGP

Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen.

Fahrer und Gewicht

In der MotoGP-Klasse gibt es ein kombinierte Mindestgewicht nicht, obwohl sich die Fahrer sehr wohl mit dem Gewicht auseinandersetzen. Danilo Petrucci (181 cm/78 kg) hatte im Vergleich zu seinem kleineren und leichteren Ducati-Kollegen Andrea Dovizioso (167 cm/67 kg) vor allem im Vorjahr mit höherem Reifenverschleiß zu kämpfen.

Macht man das Motorrad leichter, dann kann man die Gewichtsverteilung optimieren, was wiederum der Performance hilft. "Wir geben viel Geld aus, um bei der Schwinge ein Kilogramm zu finden", sagt KTM-Fahrer Pol Espargaro und ergänzt: "Wenn ich um ein Kilogramm leichter werde, würde das auch etwas bringen. Wenn man sich ansieht wie eng es im Klassement zugeht, dann sind 0,05 Sekunden viel." Der Spanier wiegt 62 Kilogramm.

"Deswegen verwenden wir auch die Carbon-Schwinge. Sie ist nicht nur besser, sondern auch leichter." Trotzdem ist die Schwinge nur ein Puzzleteil beim komplexen MotoGP-Bike, wie Beirer sagt: "Alle glauben, wir haben jetzt eine Carbon-Schwinge eingesteckt und alle Probleme sind gelöst. Da waren natürlich viele, viele andere Teile, die da mitwirken. Da das Motorrad jetzt insgesamt leichter ist, tun sich die Fahrer auch leichter. Wir haben am Scheitelpunkt der Kurve immer Schwierigkeiten gehabt. Da werden wir jetzt besser, vom Chassis, vom Grip, vom Ansprechverhalten. Ein paar Kilo weniger Gewicht helfen natürlich auch, dass man im Scheitelpunkt die Linie hält. Es sind immer Details. Aber das Thema Gewicht können wir schon langsam beiseite schieben."

Das Gewicht von MotoGP-Fahrern spielt eine wichtige, aber oft unterschätzte Rolle bei der Gesamtleistung auf der Strecke. Leichtere Fahrer haben oft den Vorteil, dass sie weniger Belastung auf die Maschine bringen, was zu besseren Beschleunigungswerten führt.

Mindestgewicht für Fahrer und Maschine

Während in Moto2 und Moto3 eine Mindestkombination aus Fahrer- und Motorradgewicht gilt, existiert in der MotoGP-Klasse bisher keine solche Regelung.

Die Gewichtsunterschiede der Fahrer sind relativ gering. Einige Fahrer setzen sich für eine Einführung eines kombinierten Mindestgewichts in der MotoGP ein, ähnlich wie in der Moto2 und Moto3.

Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei der Grand Prix Commission, die Hersteller, Teams, Veranstalter und den Weltverband FIM vereint.

Technische Aspekte und Regeln

Die neuen Regeln, die am 06. Mai 2024 gefasst wurden, bringen einige Änderungen mit sich. Ab 2027 werden die Motoren erstmals seit 2007 verkleinert. Statt der 1.000-ccm-Motoren kommen dann nur noch 850-ccm-Motoren zum Einsatz. Das Mindestgewicht der Motorräder sinkt von 157 kg auf 153 kg, während der Tankinhalt auf 20 Liter im Grand Prix (bisher 22 Liter) beziehungsweise 11 Liter im Sprint (bisher 12 Liter) angepasst wird.

Auch die zu 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels, werden ab der MotoGP-Saison 2027 zur Pflicht. Aktuell besteht der Sprit bereits zu 40 Prozent aus nachhaltigen Materialien. Sämtliche Ride Height Devices, darunter die für den Start genutzten Holeshot-Vorrichtungen, sind ab 2027 zudem verboten.

MotoGP Saison 2025

In der Saison 2025 treten fünf Hersteller an: Honda, Ducati, Yamaha, KTM und Aprilia. Der Rennkalender umfasst 22 Rennen, beginnend mit dem Grand Prix von Thailand vom 28. Februar bis 2. März und endend in Valencia im November.

Gewicht MotoGP Motorrad: Ein Schlüsselfaktor für Leistung

Das Mindestgewicht eines MotoGP-Motorrads beträgt laut FIM-Reglement 157 Kilogramm. Gewogen wird das Motorrad in der Form, wie es auf der Strecke unterwegs war inklusive Kraftstoff, Öl, weiteren Flüssigkeiten und zusätzlichem Equipment wie dem Transponder für die Zeitnahme und die Kameras für die Fernsehübertragungen.

Das Gewicht und die Gewichtsverteilung spielen eine wesentliche Rolle bei der Performance, denn das Motorrad muss beschleunigt und gebremst werden, der Fahrer muss es in Kurven legen und wieder aufstellen oder muss in engen Kurvenkombinationen rasch die Richtung wechseln können. Die Fitness der Fahrer wird auf die Probe gestellt.

Und je leichter das Motorrad zu fahren ist, desto einfacher ist es für den Fahrer vor allem über die Renndistanz am Limit zu bleiben.

"Es ist schon eine brutale Entwicklung, auch am Gewichtslimit zu arbeiten, denn irgendwann redet man vom Thema Sicherheit", sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Der Deutsche betont: "Wir sind für die Gesundheit der Fahrer verantwortlich. Man kann nicht sagen, dass man viel Geld dafür ausgibt, ein leichteres Teil zu bauen, und dann fliegt es dir bei 350 km/h um die Ohren."

KTM mittlerweile nahe am Mindestgewicht

Mit einer Ausnahme sollen alle Hersteller etwas über dem Mindestgewicht liegen. Genaue Zahlen werden nicht verraten.

"Ich kann die Gemüter beruhigen", sagt Beirer aus KTM-Sicht zu diesem Thema. "Ich habe die neuesten Gewichtsangaben und wir sind nicht mehr so weit vom Gewichtslimit entfernt."

Durch die Einheitsmotoren sollen vor allem größere und schwerere Fahrer kein Handicap haben. Das gilt auch für die Moto3-Klasse, wo Fahrer und Motorrad zusammen mindestens 152 Kilogramm auf die Waage bringen müssen. Das sorgt in beiden Klassen, wo die Performance der Motorräder ähnlich ist, für ein ausgeglichenes Feld.

Carbon-Schwinge leichter, aber nur ein Puzzleteil

In der MotoGP-Klasse gibt es ein kombinierte Mindestgewicht nicht, obwohl sich die Fahrer sehr wohl mit dem Gewicht auseinandersetzen.

Danilo Petrucci (181 cm/78 kg) hatte im Vergleich zu seinem kleineren und leichteren Ducati-Kollegen Andrea Dovizioso (167 cm/67 kg) vor allem im Vorjahr mit höherem Reifenverschleiß zu kämpfen.

Macht man das Motorrad leichter, dann kann man die Gewichtsverteilung optimieren, was wiederum der Performance hilft.

"Wir geben viel Geld aus, um bei der Schwinge ein Kilogramm zu finden", sagt KTM-Fahrer Pol Espargaro und ergänzt: "Wenn ich um ein Kilogramm leichter werde, würde das auch etwas bringen. Wenn man sich ansieht wie eng es im Klassement zugeht, dann sind 0,05 Sekunden viel."

Der Spanier wiegt 62 Kilogramm. "Deswegen verwenden wir auch die Carbon-Schwinge. Sie ist nicht nur besser, sondern auch leichter."

Trotzdem ist die Schwinge nur ein Puzzleteil beim komplexen MotoGP-Bike, wie Beirer sagt: "Alle glauben, wir haben jetzt eine Carbon-Schwinge eingesteckt und alle Probleme sind gelöst. Da waren natürlich viele, viele andere Teile, die da mitwirken. Da das Motorrad jetzt insgesamt leichter ist, tun sich die Fahrer auch leichter. Wir haben am Scheitelpunkt der Kurve immer Schwierigkeiten gehabt. Da werden wir jetzt besser, vom Chassis, vom Grip, vom Ansprechverhalten. Ein paar Kilo weniger Gewicht helfen natürlich auch, dass man im Scheitelpunkt die Linie hält. Es sind immer Details. Aber das Thema Gewicht können wir schon langsam beiseite schieben."

Das Gewicht von MotoGP-Fahrern spielt eine wichtige, aber oft unterschätzte Rolle bei der Gesamtleistung auf der Strecke. Leichtere Fahrer haben oft den Vorteil, dass sie weniger Belastung auf die Maschine bringen, was zu besseren Beschleunigungswerten führt.

Während in Moto2 und Moto3 eine Mindestkombination aus Fahrer- und Motorradgewicht gilt, existiert in der MotoGP-Klasse bisher keine solche Regelung.

Einige Fahrer setzen sich für eine Einführung eines kombinierten Mindestgewichts in der MotoGP ein, ähnlich wie in der Moto2 und Moto3. Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei der Grand Prix Commission, die Hersteller, Teams, Veranstalter und den Weltverband FIM vereint.

Technische Spezifikationen und Reglements der Motorrad-WM 2025

Die Motorrad-WM 2025 steht in den Startlöchern und verspricht eine spannende Saison in den drei Hauptklassen Moto3, Moto2 und MotoGP. Jede zeichnet sich durch spezifische technische Spezifikationen und Reglements aus, die sowohl für Fahrer als auch für Teams einzigartige Herausforderungen darstellen.

Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt.

Mit einer Leistung von rund 60 PS erreichen die Maschinen einen Topspeed von bis zu 245 km/h. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen.

Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt. Diese Spezifikationen fördern enge Wettbewerbe und ermöglichen es jungen Fahrern, ihr Können unter Beweis zu stellen.

In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Diese Motoren ermöglichen bis zu 300 km/h.

Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper ausgestattet, und der Tankinhalt ist auf 24 Liter begrenzt. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen.

Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen.

Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen.

Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht. Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt.

Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen.

Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Alle Teams fahren mit Bremsanlagen von Brembo. Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird.

Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen.

Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.

In der Saison 2025 treten fünf Hersteller an: Honda, Ducati, Yamaha, KTM und Aprilia. Der Rennkalender umfasst 22 Rennen, beginnend mit dem Grand Prix von Thailand vom 28. Februar bis 2. März und endend in Valencia im November.

Die Grand Prix Kommission hat am Samstag in Valencia beschlossen, dass es in der Moto2 mit sofortiger Wirkung ein Minimalgewicht für Fahrer und Maschine gibt. Festgelegt wurde es vorerst bei 215 Kilogramm, das inkludiert das Gewicht der Maschine, des Fahrers, seiner Schutzausrüstung, der Onboard-Kamera und aller weiteren Dinge, die im normalen Einsatz mitgeführt werden.

Um dieses Minimum zu erreichen, dürfen Ballastgewichte an der Maschine angebracht werden.

Die neuen Regeln der MotoGP ab 2027

Am 06. Mai 2024 wurden die neuen Regeln gefasst, die einige Änderungen mitbringen. Eine wichtige Änderung umfasst die Motoren. Denn ab dem Jahr 2027 werden die Motoren erstmals seit 2007 verkleinert. Statt der 1.000-ccm-Motoren kommen dann nur noch 850-ccm-Motoren zum Einsatz.

Das ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Motorräder mittlerweile Geschwindigkeiten von über 360 km/h erreichen, was zu enormen Sicherheitsrisiken auf verschiedenen aktuellen Strecken führt.

Gleichzeitig wird ab 2027 die Aerodynamik verringert: Die maximal zulässige Größe des vorderen Aero-Körpers wird angepasst, während die Nase um 50 mm zurückversetzt wird. Teile am Heck des Motors werden zudem homologiert.

Auch die Motorenanzahl pro Saison wird von 7 Motoren auf sechs bei 20 Rennen, beziehungsweise von 9 auf 7 bei 21 bis 22 Rennen reduziert.

Das Mindestgewicht der Motorräder sinkt von 157 kg auf 153 kg, während der Tankinhalt auf 20 Liter im Grand Prix (bisher 22 Liter) beziehungsweise 11 Liter im Sprint (bisher 12 Liter) angepasst wird. Auch die zu 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels, werden ab der MotoGP-Saison 2027 zur Pflicht.

Aktuell besteht der Sprit bereits zu 40 Prozent aus nachhaltigen Materialien. Sämtliche Ride Height Devices, darunter die für den Start genutzten Holeshot-Vorrichtungen, sind ab 2027 zudem verboten.

Das aktuelle Konzessionssystem bleibt beibehalten, wird allerdings etwas angepasst. Gleichzeitig soll, um das Niveau des Fahrerfeldes anzugleichen, jedes Bike mit einem GPS ausgestattet sein, dass sämtliche Daten in allen Sitzungen wie Freien Trainings, Qualifyings und Rennen sammelt und allen Teams zugänglich macht.

Entwicklung der MotoGP-Regeln

Das technische Regelwerk der MotoGP wird in Abschnitten von 5 Jahren festgelegt. Der aktuelle Abschnitt trat 2022 in Kraft und dauert demnach bis 2026.

Im Jahr 2012 wurde der Hubraum in der MotoGP auf 1000 ccm erhöht. Zwei Jahre später beschloss der Verband, einerseits die sechs Werksmaschinen von Honda, Yamaha und Ducati mit 20 Litern, fünf Motoren und eigener Software zuzulassen, und andererseits eine Open-Klasse einzuführen, in der alle mit der neuen standardisierten ECU von Magneti Marelli, 24 Liter Kraftstoff und zwölf Motoren an den Start gehen durften.

Diese offene Klasse wurde 2016 mit der Einführung der Einheitselektronik und der Umstellung auf eine maximale Kraftstoffmenge von 22 Litern für alle Motorräder abgeschafft. Im selben Jahr (2016) übernahm Michelin die Reifenversorgung und löste damit Bridgestone ab.

Ab 2027 muss der Treibstoff dann vollständig nachhaltig sein. Ob die MotoGP-Bikes künftig in eine Hybrid-Ära übergehen, oder am Verbrennungsmotor festhalten werden, ist aktuell noch unklar.

Klar ist hingegen, dass die Königsklasse des Motorradsports auch das Thema Nachhaltigkeit nicht außer Acht lässt. Das Bike von KTM, Vize-Weltmeister der MotoGP-Saison 2022, kann beispielsweise zu über 90 Prozent recycelt werden.

Eine weitere Regeländerung der MotoGP-Saison 2024 betrifft die Sessions. Die kombinierten Zeitnahme der Freitags-Sessions entfällt. Stattdessen wird das 1. Training wieder zu einem Freien Training, während die einstündige zweiten Einheit am Freitagnachmittag über die Aufteilung in Q1 und Q2 entscheidet.

Formel 1 gegen MotoGP: Ein Vergleich

Es ist der ultimative Vergleich der beiden Königsklassen: Formel 1 gegen MotoGP, vier gegen zwei Räder, 1.000 gegen 290 PS.

Kein Rennwagen ist auf einer Rundstrecke schneller als ein Formel-1-Auto. Keine Rennmaschine schneller als ein MotoGP-Bike. Deshalb sind beide Serien die Königsklassen.

Die Formel 1 ist 20 Sekunden schneller. Und das, obwohl der Red Bull Ring nur 4.318 Meter lang ist und nur zehn Kurven hat. In jeder ist die Formel 1 schneller. Der Geschwindigkeitsunterschied reicht von 7,5 bis zu 130,7 km/h.

Die MotoGP wirkt dafür spektakulärer. Selbst solche, die in der Formel 1 arbeiten. "In der MotoGP sieht man viel besser den Kampf Mensch gegen Maschine", sagt Red Bulls Sportdirektor Helmut Marko anerkennend. "In der Formel 1 sieht der Zuschauer nur in einer Extremsituation, wie der Fahrer kämpft. Aber dieses Unmittelbare, Bremsen auf einem Rad, Zweikämpfe in Schräglage, das macht die MotoGP aus. Solange es Zweikämpfe gibt, ist der Speed zweitrangig."

Die Zweirad-Fraktion macht fehlende Geschwindigkeit mit mehr Bewegung im und auf dem Motorrad wett. Es rutscht viel mehr.

Ein Rennmotorrad generiert Anpressdruck nur in gewissen Fahrzuständen. Auf- und Abtrieb wechseln sich ab.

Ein Formel-1-Auto klebt wie Kaugummi auf der Straße - aber nur in sauberer Luft. Der Hintermann klagt bei einer Wagenlänge Abstand über einen Abtriebsverlust von rund 45 Prozent.

Im Gegensatz dazu suchen Fahrer in der MotoGP bewusst auch mal das Hinterrad des Gegners, um sich auf einer schnellen Runde anzusaugen. Die Motorräder und ihre Fahrer sind auf künstliche Hilfsmittel nicht angewiesen.

Die Michelin-Reifen der MotoGP sind keine Dauerbrenner. Auch die Zweirad-Helden müssen in den Rennen, die um die 40 Minuten lang sind, Reifen schonen. Reifenwechsel gibt es bei Trockenrennen nicht.

Reifenmanagement spielt in beiden Serien eine Rolle. Ebenso der Spritverbrauch. Die Formel 1 darf über die Renndistanz etwa 148 Liter verbrennen. Die Motorräder 22 Liter.

In den Kurven spielt die Formel 1 ihre Vorteile gnadenlos aus: mechanischer Grip und Aerodynamik.

In Schräglage schrumpft die Kontaktfläche des Reifens einer Rennmaschine auf fünf bis zehn Zentimeter. Die Reifen sind so konstruiert, dass sie auf der Flanke maximalen Grip liefern.

Die schnellen Kurven gibt es in Spielberg im hinteren Streckenteil. In Kurve 6 ist der Red Bull um 93,2 km/h schneller. In Kurve 7 sind es 121,6 km/h, in Kurve 9 130,7 und in Kurve 10 dann 88,1 km/h.

Ein MotoGP-Motorrad hat in etwa ein Viertel der Leistung eines F1-Autos, ist dafür viel leichter. Auf- und Abtrieb wechseln sich ab.

Bei starker Verzögerung aus hohen Geschwindigkeiten löst sich auch mal das Hinterrad vom Asphalt, weil sich die Last nach vorne verschiebt. Im Motorrad-Rennsport spricht man dann von einem Stoppie. Beim Herausbeschleunigen lupft es das Vorderrad. Das nennt man einen Wheelie.

Bei Verzögerungen aus sehr hohen Geschwindigkeiten erreichen die MotoGP-Raketen Kräfte von 1,3 g. In den Kurven, in der Querbeschleunigung, wirken maximal Kräfte zwischen 1,4 und 1,6 g. Kein Vergleich zur Formel 1, wo es auch schnell mal über 5 g sein können.

Ein MotoGP-Bike wiegt ohne Fahrer 157 Kilogramm, denen 250 bis 290 PS gegenüberstehen. Das Mindestgewicht eines F1-Autos beträgt 743 Kilogramm (2019) - inklusive Fahrer, der mit 80 Kilo eingeht.

In der Formel 1 bringen sie zwei 405 Millimeter breite Hinterreifen auf die Straße. In der MotoGP ist der Hinterreifen viel schmaler. Eine Traktionskontrolle unterstützt, um die Leistung zu verarbeiten.

In der Formel 1 ist es vor allem der Fahrer. Ein Ausnahmekönner kann die Schwächen seines Arbeitsgeräts umfahren. In der Formel 1 würde selbst ein Hamilton in einem Haas kein Rennen gewinnen.

In der MotoGP aber sind die Piloten einem höheren Risiko ausgesetzt. Es schützt sie bei Stürzen keine Karosserie, sondern neben dem Helm nur noch ein Airbag im Renn-Overall.

Die Teams können ihren Fahrern Nachrichten auf das Dashboard senden. Der Fahrer kann jedoch nicht antworten.

In der Formel 1 ist der Funk zu beiden Seiten offen. "Wir geben praktisch fahrschulartige Anweisungen", kritisiert Marko. "Bei uns heißt es: Pass auf die Vorderreifen auf. Brems eine Spur früher. Lass das Auto in die Kurve rollen. Fahr in einer schnellen Kurve so, dass die Reifen nicht überbelastet werden."

Die MotoGP-Teams beschränken die Kommunikation bewusst. "Wir senden maximal zwei bis drei Nachrichten pro Rennen. Der Fahrer wäre sonst in seiner Konzentration gestört. Würde es bei uns Funkverkehr geben, wären die meisten Fahrer überfordert, weil sie 100 Prozent ihrer Konzentration aufwenden müssen, um die Maschine am Limit zu fahren."

Ein Topteam investierte jährlich etwa eine halbe Milliarde Euro. Ein Hersteller in der MotoGP wie Honda nur ein Zehntel davon, sagen Branchenkenner. Doch das ändert sich. Schon 2020 und noch mehr ab dem kommenden Jahr. Dann deckelt die Formel 1 erstmals die Jahresausgaben auf 145 Millionen Dollar - exklusive Motorkosten und Fahrergehälter.

Tabelle: Vergleich der technischen Daten von Moto3, Moto2 und MotoGP

Klasse Motor Hubraum Leistung Mindestgewicht (Fahrer & Motorrad)
Moto3 Einzylinder-Viertakt 250 ccm ca. 60 PS 148 kg
Moto2 Dreizylinder-Viertakt (Triumph) 765 ccm ca. 145 PS 215 kg
MotoGP Viertakt-Saugmotor 1.000 ccm ca. 300 PS 157 kg

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