Auch wenn das Tragen von Fahrradhelmen im Straßenverkehr nicht verpflichtend ist, ist es doch unbestritten, dass Radhelme lebensgefährliche Kopfverletzungen vermeiden oder zumindest stark abmildern können. Erfreulicherweise ist zu beobachten, dass immer mehr Menschen diesen Nutzen wertschätzen und einen Helm tragen. Dabei ist der richtige Sitz ausschlaggebend für den Schutz des Kopfes.
Es ist nicht nur wichtig, dass Sie überhaupt einen Helm beim Fahrradfahren tragen. Es ist auch wichtig, dass der Helm perfekt auf Ihren Kopf passt, in der richtigen Position sitzt und ideal eingestellt ist. Nur so kann er Schutz bieten.
Wir möchten Ihnen hier eine kleine Anleitung geben, damit Sie erstens den richtigen Helm für Ihren Kopf finden und zweitens ihn auch perfekt aufsetzen bzw. anpassen.
1. Die richtige Größe finden
Ein Fahrradhelm kann nur schützen, wenn er richtig sitzt. Dafür muss die Größe stimmen. Und er darf weder drücken noch scheuern!
Definieren Sie also als erstes Ihre Kopfform und messen sie dann Ihren Kopfumfang. Das Messen geht am einfachsten mit einem Maßband, das über Hinterkopf, oberhalb der Ohren und ca. 2 cm über den Augenbrauen verläuft. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Helm gut auf euren Kopf passt und keine Druckstellen verursacht.
Probieren Sie Fahrradhelme von unterschiedlichen Marken und Modelle entsprechend Ihrer Kopfgröße. Helme werden in 2 oder 3 Größenskalen angeboten oder aber in Universalgröße. Sie merken selbst am besten, welcher Helm perfekt mit Ihrem Kopf matcht.
2. Helmpositionierung
Der Fahrradhelm muss waagerecht auf dem Kopf sitzen - nicht tief in den Nacken oder in die Stirn ziehen! Der Fahrradhelm sollte nun ca. 1-2 cm über den Augenbrauen und über den Ohren sitzen. Das Drehrad zur Weiteneinstellung sollte sich am Übergang zum Nacken befinden. Die Faustregel besagt, der Helm sollte parallel zum Boden bzw. horizontal sitzen.
Oft sitzt der Helm jedoch nicht korrekt waagerecht auf dem Kopf, sondern verrutscht zur Seite oder in den Nacken. Zuerst sollte der Helm wie beschrieben waagerecht auf eurem Kopf sitzen und nicht vorne weit hinuntergezogen sein. Oft kommen zwei bekannte Fehlpositionen des Helms vor.
Dein Fahrradhelm darf nicht auf den Augenbrauen kleben und sollte nicht zu weit im Nacken sitzen.
Merke: Der Helm muss waagerecht sitzen und den Großteil der Stirn bedecken.
3. Anpassung und Feineinstellung
- Anpassung der Helmweite: Meist per Drehrad am Hinterkopf. Der innenliegende Kopfring wird damit millimetergenau um den Kopf gespannt.
- Einstellung der Gurtlänge: Schließen Sie die Gurte und passen Sie die Länge an: Nicht zu fest, nicht zu locker, es haben sich 2 Fingerbreit Platz unter dem Kinn bewährt. Überhängendes Gurtband kann per Gummiband fixiert werden oder abgeschnitten und mit einem Feuerzeug kurz abgeflammt werden, damit es nicht franst.
In der richtigen Position wird der Kopfring festgezogen, bis der Helm fest ist. Danach wird der Kinnriemen geschlossen. Zwischen Riemen und Kinn sollten circa 1,5 cm Platz sein. Der Verschluss sollte nicht direkt unterm Kinn, sondern etwas seitlich sitzen. Zu lange Gurtenden können abgeschnitten werden.
Nachdem die Position und die Einstellung des inneren Kerns des Helms optimal eingestellt sind, kommen wir zu den Bändern. Wir wollen euch nun erklären wir ihr die Bänder eures Fahrradhelms richtig einstellt. Wie auf dem Bild oben sollten die Bänder am Kinn anliegend sein und nicht locker sitzen.
Dabei empfehlen wir, dass ihr einen bis zwei Finger zwischen Hals und Bänder stecken könnte, um bei Anstrengung und anschwellendem Hals ausreichend mit Luft versorgt zu sein. In keinen Fall solltet ihr die Bänder über das Kinn ziehen können, da der Helm sonst im Falle eines Sturzes verrutscht oder gar ganz vom Kopf rutscht.
Das Dreieck in dem sich das Ohr befindet lässt sich bei vielen Helm ebenfalls aufklappen und verstellen. Wir empfehlen, dass dieses ca. 1-2cm unterhalb des Ohrläppchen sitzt, um dem Helm Halt gegen seitliches Verrutschen zu geben.
Grundsätzlich sollte der Helm auch ohne geschlossene Bänder beim nach vorne Beugen nicht vom Kopf fallen. Dafür ist es wichtig, dass der innere Kern den Kopf umgibt und in die Kuhle am Hinterkopf greift. Sitzt der Helm richtig, greift er dabei in die Vertiefung am Hinterkopf.
Wenn du das Gefühl haben solltest, dass dein Helm, deinen Hinterkopf hin richtig umschließt oder zu weit unten greifen, kann man bei hochwertigen Fahrradhelm die Höhe regulierten. Dafür muss man teilweise unterhalb der Poster den Verstellbereich in andere Positionen führen.
Bei der Einstellung der Gurte solltest Du sehr sorgfältig vorgehen. Die Weitenverstellung ist bei Fahrradhelmen längst Standard. Drehe sie so weit zu, bis Du merkst, dass der Helm eng anliegt. Setze den Helm auf und bediene die Umfangseinstellung, bis Du merkst, dass der Helm eng wird. Danach solltest Du den Helm nicht mehr vom Kopf abheben können, ohne einen deutlichen Widerstand zu spüren.
Es gibt auch einige Helmmodelle, bei denen das Einstellsystem in der Höhe verstellt werden kann, was je nach Kopfform oder zum Beispiel bei Frauen mit Zopf praktisch sein kann. Um den Helm auszuziehen, musst Du die Einstellung dann erst wieder lösen.
Achtung: Zu lange Gurtbänder können eine Gefahr darstellen.
4. Überprüfung des Sitzes
Der richtige Sitz kann durch Rütteln und Anheben des Helmes getestet werden. Grundsätzlich empfehlen wir bei jeder Ausfahrt einen Fahrradhelm aufzusetzen, da uns dieser im Ernstfall das Leben retten kann.
Wackelt der Helm trotz sorgfältiger Einstellung noch auf dem Kopf, kann es eigentlich nur daran liegen, dass der Helm zu groß ist die Helmpolster zu dünn sind. Bei den meisten Helmen liegen Helmpolster in 2 Dicken bei oder sie sind nachträglich als Ersatzteil zu kaufen.
Weitere wichtige Aspekte
- Normen beachten: Achten Sie zudem auf die EU DIN Norm: CE EN-1078. Sie enthält u. a. Anforderungen an das Material, Konstruktion, Stoßdämpfungsvermögen, Haltbarkeit und das Anpassungssystem.
- MIPS-System: Insbesondere sollten sie über die Mips Protektion nachdenken - in unserem Blogartikel zum Thema erfahren Sie, ob Sie sich einen Fahrradhelm mit Mips oder nicht zulegen sollten. Systeme wie MIPS sind in hochwertigen Helmen verbaut und sollen die Schutzfunktion erhöhen. Insgesamt bieten aber auch günstige Helme bereits einen guten Schutz.
- Nach Sturz austauschen: Bitte beachten Sie noch: Nach einem schweren Aufprall muss der Fahrradhelm unbedingt ausgetauscht werden! Der stoßabsorbierende EPS-Innenschaum kann brechen, ohne dass dies mit bloßem Auge erkennbar wäre. Grundsätzlich empfehlen wir einen Helm nach einem Sturz auf dem Kopf oder spätestens nach 2-3 Jahren auszutauschen.
Tabelle: Wichtige Punkte für den richtigen Sitz
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Größe | Helm muss zum Kopfumfang passen |
| Position | Waagerecht, ca. 1-2 cm über den Augenbrauen |
| Gurte | Fest, aber nicht einschnürend; 1-2 Finger Platz |
| Überprüfung | Helm darf nicht wackeln oder verrutschen |
Wir hoffen diese Anleitung hilft euch den passenden Helm zu finden. Die richtige Einstellung des Fahrradhelms garantiert einen guten, angenehmen Sitz und optimalen Schutz im Ernstfall.
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