Fahrradkette spannen: Eine umfassende Anleitung

Die Fahrradkette ist ein wesentliches Element für die Kraftübertragung beim Treten. Eine korrekte Spannung ist entscheidend für ein reibungsloses Fahrerlebnis und die Lebensdauer der Kette.

Warum ist die richtige Kettenspannung wichtig?

Eine korrekt gespannte Fahrradkette ist entscheidend für den reibungslosen Lauf deines Fahrrads. Eine falsch eingestellte Kette kann nicht nur den Antrieb belasten, sondern auch die Leistung und Sicherheit beeinträchtigen. Ist die Fahrradkette zu locker, kann sie springen und im schlimmsten Fall sogar reißen. Dies führt nicht nur zu Stürzen, sondern kann auch langfristige Schäden an der Radmechanik verursachen.

Ist die Fahrradkette zu straff gespannt, entsteht neben einem höheren Kraftaufwand beim Fahren, auch ein höherer Verschleiß der Kette. Eine zu locker gespannte Kette hingegen kann schneller abfallen.

Indikatoren für eine falsche Kettenspannung

  • Die Kette rutscht öfter von den Ritzeln.
  • Das Treten in die Pedale ist mühsam.
  • Die Schaltung funktioniert nicht mehr sauber.
  • Die Kette hängt sichtbar durch.
  • Beim Anfahren oder bei höherer Belastung ist ein Knacken zu hören.

Kettenspannung prüfen

Bevor du daran gehst, die Kette zu spannen, ist es wichtig, dass du zunächst ihre aktuelle Spannung überprüfst. Hebe das Hinterrad vom Boden ab und drücke vorsichtig in der Mitte der Kette nach unten. Ziehe die Kette leicht in der Mitte nach oben. Dabei sollte sie sich ca. Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung sollte die Kettenspannung so eingestellt sein, dass sich die Kette bei mittlerem Fingerdruck um 1,5 bis 2 cm bewegt.

Fahrradkette spannen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Je nach Art der Schaltung gibt es unterschiedliche Methoden, um die Kette zu spannen.

1. Kettenspannung bei Nabenschaltung spannen

Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung oder mit einem Ritzel ohne Schaltwerk an der Hinterachse muss die Kette von Zeit zu Zeit nachgespannt werden. Du kannst in diesen Fällen die Kette spannen, indem du das Hinterrad löst und gleichmäßig nach hinten ziehst.

  1. Vorbereitung: Wir empfehlen, das Rad auf den Kopf zu stellen. So kannst du bequem an der Fahrradkette arbeiten.
  2. Hinterrad lösen: Mit dem Maulschlüssel lockerst du vorher die Schrauben rechts und links an der Hinterachse.
  3. Kette spannen: Um die Fahrradkette zu spannen, verschiebst du das hintere Rad im Ausfallende. Das Nachspannen der Fahrradkette geht schneller von der Hand, wenn du das Hinterrad gerade nach hinten bewegst und das Laufrad dabei gleichzeitig beim Spannen der Kette drehst.
  4. Kettenlänge prüfen: Die richtige Länge der Kette erkennst du, indem du sie ohne Kraftaufwand etwa 1,5 bis zwei Zentimeter nach oben und nach unten anheben kannst. Ist das nicht der Fall, ziehst du das Hinterrad so weit nach hinten, bis die richtige Kettenlänge vorliegt.
  5. Hinterrad fixieren: Mit dem Drehmomentschlüssel ziehst du die Schrauben hinten wieder fest.

Wichtig: Achte beim Spannen der Kette darauf, dass das Hinterrad mittig im Rahmen und zwischen den Bremsklötzen einer gegebenenfalls montieren Felgenbremse sitzt. Bei Scheibenbremsen musst du diesbezüglich nichts beachten.

2. Kettenspannung bei Kettenschaltung spannen

Bei einer Kettenschaltung besitzt das Schaltwerk eine Feder. Sie hält die Spannung der Kette hoch. Das Schaltwerk gleicht zusätzlich die Unterschiede in der Länge der Fahrradkette aus. Diese Funktion ist vor allem beim Schalten zwischen den Kettenblättern nützlich, wenn die Kette die Ritzel wechselt.

Wenn eine Fahrradkette bei Zweirädern mit Kettenschaltung oder Nabenschaltung trotz Kettenspanner dennoch leicht durchhängt, ist der Kettenspanner entweder defekt oder verschmutzt. Abhilfe schafft dann, den Kettenspanner und die Fahrradkette zu reinigen. Bringt das keine Besserung, ist möglicherweise die Feder im Schaltwerk gebrochen.

3. Kettenspannung bei Nabenschaltung und Scheibenbremsen spannen

Wenn dein Fahrrad eine Nabenschaltung und Scheibenbremsen hat, kannst du die Kette auch spannen. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Spannen der Kette von Fahrrädern mit Rücktrittbremse.

  1. Anschraubpunkte prüfen: Stelle fest, welche die gesamte Einheit bewegen und lösen.
  2. Laufrad verschieben: Ziehe das Laufrad mit der kompletten Bremseinheit vorsichtig nach hinten und spanne die Kette.
  3. Laufrad ausrichten: Richte das Laufrad aus und ziehe die Schrauben leicht an.
  4. Spannschrauben anziehen: Drehe beide Spannungschrauben an den Ausfallenden mit dem 4er Inbusschlüssel.
  5. Kette spannen und Schrauben anziehen: Wenn das Laufrad ausgerichtet und die Kette gespannt ist, ziehe die Schrauben der jeweiligen Aufnahmeeinheiten an den Ausfallenden abwechselnd an, bis diese wieder fest sind.

Fahrradkette kürzen

Es hilft nicht immer, die Kette einfach nur zu spannen. Ist sie zu lang, musst du die Fahrradkette kürzen. Mit Werkzeug ist das eine leichte Aufgabe. Vor allem neue Fahrradketten in Standardgröße sind meist länger als notwendig.

1. Länge bestimmen

Nimm die alte Kette und zähle die einzelnen Glieder ab. Die neue Kette kürzt du so ein, dass genau dieselbe Anzahl an Gliedern vorhanden ist. Ist die alte Fahrradkette bereits entsorgt, nutzt du die zweite Variante. Lege die neue Kette auf das größte Kettenblatt und das größte Ritzel. Führe sie dabei nicht durch das Schaltwerk. Ziehe anschließend die auf dem Kettenblatt und Ritzel sauber aufliegende Kette straff.

2. Kette öffnen

Zuerst musst du zum Kürzen die Fahrradkette öffnen. Dazu benutzt du eine Zange, mit der du das Kettenschloss entriegelst. Es ersetzt die äußeren Laschen und Bolzen eines normalen Gliedes. Hake den Greifer der Zange rechts und links des Schlosses ein und drücke sie locker zusammen.

Falls deine Fahrradkette über kein Kettenschloss verfügt, nutzt du einen Kettennieter zum Öffnen. Lege die nicht gespannte Kette in den Träger des Kettennieters, der weiter weg ist vom Drehgriff. Nun drehst du solange am Griff, bis du einen Widerstand spürst. Der Bolzen hat jetzt Kontakt zum Nietstift. Rotiere vorsichtig weiter, bis der Bolzen am Kettennieter auf den Stift drückt und die Niete hinausschiebt. Entferne den Stift aus der äußeren Lasche und entsorge ihn.

3. Glieder entfernen

Im nächsten Arbeitsschritt entfernst du die überzähligen Kettenglieder. Verwende dazu den Kettennieter. Setze ihn an das entsprechende Glied und drehe den Bolzen des Nieters herein, bis sich der Stift in der Niete langsam nach außen schiebt.

4. Kette verbinden

Nachdem die Fahrradkette gekürzt ist, muss sie nun wieder verbunden werden. Bei einer Fahrradkette mit Kettenschloss schließt du das Schloss wieder. Bei einer Kette ohne Schloss legst du die Enden der Kette zusammen, um mit den Fingern einen neuen Nietstift in die Öffnung zu schieben. Stelle den Griff des Kettennieters zurück in die Ausgangsposition und lege die Enden der Kette auf den Träger. Führe den Bolzen nun so lange in das Kettenglied, bis der Nietstift wieder komplett festsitzt.

5. Beweglichkeit prüfen

Bevor du nun mit dem Rad wieder fahren wirst, prüfe abschließend noch einmal die Beweglichkeit der neu verbundenen Kettenglieder. Du kannst steife Glieder wieder beweglich machen, indem du sie mit den Fingern in alle Richtungen drehst.

Wann sollte die Fahrradkette gewechselt werden?

Bei jeder Fahrt ist eine Fahrradkette beachtlichen Zugkräften ausgesetzt. Über die Zeit dehnt sich das Material und die Kette wird länger. Das Resultat: Die Kette passt nicht mehr in die Ritzel und die Schaltvorgänge werden unsauber. Gibt es also Probleme im Antrieb und beim Schalten der Gänge, ist es möglicherweise Zeit für einen Wechsel.

Um Verschleiß zu vermeiden und die Fahrsicherheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Kettenspannung regelmäßig zu überprüfen. Der beste Zeitpunkt für eine Kettenkontrolle ist zwischen den Jahreszeiten, da sich das Material durch den Temperaturwechsel von der Ausdehnung ändert.

Wie lange hält eine Fahrradkette?

Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Kette abhängig von Fahrradtyp und Nutzung. Eine wenig beanspruchte Fahrradkette kann bis zu 5.000 Kilometer halten. Bei intensiverer Nutzung, etwa bei einem Rennrad, steht der Wechsel in der Regel früher an. Ist man bei Wind und Wetter oder gar im Winter unterwegs, verschleißt die Fahrradkette noch schneller.

Folgeschäden bei zu spätem Wechsel

Eine alte Fahrradkette kann bei Belastung reißen. Wer seine Kette zu spät wechselt, riskiert außerdem kostspielige Folgeschäden. Eine unsauber laufende Kette beansprucht auch die Ritzel. Dann kann es passieren, dass nicht nur die Kette, sondern auch die Zahnräder gewechselt werden müssen.

Werkzeuge und Materialien

Mit den folgenden Hilfsmitteln und Fahrradwerkzeugen kannst du deine Kettenspannung richtig einzustellen:

  • Maulschlüssel in der Größe 15 mm oder größer
  • Schraubenzieher und kleiner Maulschlüssel in Größe 10 mm
  • Inbus- oder Sechskant-Schlüssel bei Fahrrädern mit Scheibenbremse
  • Montageständer (optional)
  • Kettennieter
  • Kettenschloss (optional)
  • Neue Nietstifte (optional)

Regelmäßige Fahrradwartung

Um sicherzustellen, dass Ihre Fahrradkette lange hält und reibungslos läuft, ist eine regelmäßige Fahrradwartung unerlässlich.

  • Überprüfen Sie die Kettenspannung vor jeder Fahrt.
  • Schmieren Sie die Kette regelmäßig mit einem hochwertigen Fahrradkettenfett.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Verschleiß wie gestreckte Glieder oder Risse.

Häufige Fehler beim Kettenspannen vermeiden

Leider können beim Spannen der Kette einige Fehler passieren, die später zu Problemen führen können. Um diese Fehler zu vermeiden, ist es wichtig, die Kettenspannung regelmäßig zu überprüfen und entsprechend nachzujustieren.

Arbeite immer sorgfältig und ruhig, wenn du die Fahrradkette kürzen oder nachspannen willst. Gerade die sensiblen Teile wie Nieten und Kettenglieder sind sehr empfindlich. Achte bei einer alten Kette immer mit auf den Zustand.

Schaltung einstellen

Wenn die Kette beim Fahrradfahren schleift oder rattert, sobald man zu treten beginnt, ist häufig eine falsch eingestellte Schaltung das Problem. Was nach einem teuren Werkstattbesuch klingt, lässt sich meist mit wenigen Handgriffen selbst beheben. So geht's.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Fahrrad am Montageständer fixieren
  2. Obere Begrenzung einstellen
  3. Unteren Anschlag einstellen
  4. Zugspannung erhöhen oder senken
  5. Abstand überprüfen

Überprüfung des Schaltauges

Um festzustellen, ob das Schaltauge verbogen ist, kann eine Sichtprüfung von hinten auf das Schaltwerk hilfreich sein. Dabei sollte die Leitrolle des Schaltwerks in einer Linie mit den Ritzeln stehen.

Richten oder Austausch des Schaltauges

Ist das Schaltauge nur leicht verbogen, kann es mit einem speziellen Richtwerkzeug vorsichtig zurückgebogen werden. Achtung: Das Material kann brechen, insbesondere wenn es bereits vorgeschädigt ist. In vielen Fällen ist es jedoch empfehlenswert, das Schaltauge auszutauschen.

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