Rollerführerschein (Klasse AM): Kosten, Voraussetzungen und mehr

Motorroller mit Verbrennungsmotor oder Elektroantrieb erfreuen sich steigender Beliebtheit. Doch vor dem Fahrspaß steht der Erwerb des Rollerführerscheins.

Der Preis für einen Rollerführerschein setzt sich aus verschiedenen, variablen Faktoren zusammen. Dazu gehören Anmeldegebühren, die Anzahl der Fahrstunden, Prüfungsgebühren etc. Es ist verständlich, dass Sie nach Möglichkeiten suchen, um Kosten zu sparen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie viel der Führerschein kostet, welches Mindestalter es gibt, für welche Fahrzeuge er gilt und mehr. Egal, ob Sie sich bereits mit dem Gedanken tragen, den Führerschein zu machen, oder einfach neugierig auf die finanziellen Aspekte dieses Vorhabens sind, wir liefern Ihnen alle relevanten Informationen, die Sie benötigen. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche Kosten beim Erwerb des Klasse AM Führerscheins anfallen und wie Sie möglicherweise sparen können.

Was ist ein Moped und für welche Fahrzeuge gilt der Rollerführerschein?

Die Führerscheinklasse AM nach der 3. Das Moped, dessen Bezeichnung sich aus Motor und Pedal zusammensetzt, gehört zur Fahrzeugklasse der Kleinkrafträder. Krafträder zeichnen sich durch eine bauartlich bedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h aus. Der Hubraum des Verbrennungsmotors besitzt eine maximale Größe von 50 Kubikzentimetern, wobei auch ein Elektromotor möglich ist.

Folgende Fahrzeuge sind in der Führerscheinklasse AM enthalten:

  • Krafträder
  • Zweirädrige Krafträder
  • Dreirädrige Krafträder (z.B. Minitrikes)
  • Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (sog. Minicars, Leermasse des Fahrzeugs max. 350 kg)

Zusätzlich zu den aufgezählten Fahrzeugen gibt es einige weitere. Diese werden ebenfalls vom Rollerführerschein abgedeckt.

Die Führerscheinklasse AM nach der 3. Am 19. Januar trat die sogenannte 3. EG-Richtlinie in Kraft. Im Gegensatz zu den anderen motorradspezifischen Fahrerlaubnisklassen ist AM kein Bestandteil des Stufenführerscheins. Wie bereits erwähnt, gibt es die Führerscheinklasse S seit der EU-Richtlinie 2013 nicht mehr.

Ähnlich dem S-Führerschein ist auch der Mofa-Führerschein in der heutigen Führerscheinklasse AM enthalten. Für das Mofa wird keine Fahrerlaubnis im eigentlichen Sinne benötigt. Hier genügt als Berechtigung eine Prüfungsbescheinigung der Fahrschule.

Mindestalter für den Rollerführerschein

Das Mindestalter für den Erwerb der Fahrerlaubnis nach Klasse AM wurde in Deutschland auf 15 Jahre gesenkt. Mit der Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung kann es schon ein halbes Jahr vorher losgehen. Einen Haken gibt es jedoch: Ist der Führerschein-Neuling erst 15 Jahre alt, wird ihm die Schlüsselnummer 195 in den Führerschein eingetragen. Damit gilt der Führerschein bis zum 16. Geburtstag ausschließlich in Deutschland. Ausflüge ins Ausland sind somit leider tabu.

In einigen deutschen Bundesländern ist der Erwerb eines Motorrollerführerscheins aufgrund einer neuen Bundesverordnung ab dem 28. Juli 2021 bereits im Alter von 15 Jahren möglich.

Bis zur bundeseinheitlichen Regelung im Juli 2021 bildeten einige Bundesländer also eine Ausnahme von der bis dahin gültigen Regelung mit einem Mindestalter von 16 Jahren. Nach dem Ende des Projektes beschloss der Bundestag eine einheitliche Regelungen, so dass seit dem 28.07.2021 in ganz Deutschland das Mindestalter bei 15 Jahren liegt.

Prinzipiell liegt das Mindestalter für die Führerscheinklasse AM also bei 15 Jahren. Demnach können 14-Jährige zumindest schon mit der Ausbildung zum Rollerführerschein beginnen. Es ist gestattet, bereits drei Monate vor dem 15. Hinsichtlich des Mindestalters definiert die FeV eine Ausnahme. Der Mopedführerschein darf aber erst ab dem 15. Geburtstag tatsächlich genutzt werden.

Ausbildung für den Rollerführerschein

Um den Rollerführerschein zu erwerben, sind sowohl Theorie- als auch Praxisstunden in der Fahrschule erforderlich. Hier hängt die Dauer bzw. Davon abgesehen gibt es die Möglichkeit, die Berechtigungen vom Rollerführerschein zu erhalten, indem eine Führerscheinklasse absolviert wird, die zugleich das Fahren von Mopeds und Kleinkrafträdern gestattet.

Jeder Fahrschüler bekommt theoretischen und praktischen Unterricht. 14 Theoriestunden von je 90 Minuten stehen auf dem Lehrplan. Davon befassen sich zwölf Stunden mit den Grundlagen des Straßenverkehrs und zwei Stunden mit der Rollertheorie.

Vorgaben für eine praktische Ausbildung gibt es hingegen nicht. Hier hängt die Dauer bzw. Anzahl der Übungsstunden von dem Fahrgeschick des Führerscheinanwärters ab. Üblicherweise führen die meisten Fahrschulen mindestens eine halbstündige Fahrübung durch. Dabei wird in der Regel das Anfahren und Abbremsen geübt, das Slalomfahren sowie das Ausweichen. Sonderfahrten, wie zum Beispiel Überlandfahrten oder Nachtfahrten, gibt es normalerweise nicht.

Hier sind die wichtigsten Schritte zum Erwerb des Rollerführerscheins:

  1. Anmeldung bei der Fahrschule: Wählen Sie eine Fahrschule in Ihrer Nähe und melden Sie sich für den Rollerführerschein (Klasse AM) an.
  2. Theoretischer Unterricht: Nehmen Sie an denTheoriestunden teil, um die Verkehrsregeln und das Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen. Die Theorie umfasst insgesamt 12 Doppelstunden mit dem Grundstoff sowie zwei zusätzlichen Doppelstunden, die spezifische Inhalte rund um die Führerscheinklasse AM vermitteln.
  3. Praktische Übungsstunden: Absolvieren Sie die praktischen Übungsstunden, um das Fahren auf einem Roller zu erlernen und sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Im praktischen Unterricht ist keine festgelegte Anzahl von Stunden gesetzlich vorgeschrieben.
  4. Theoretische Prüfung: Legen Sie die theoretische Prüfung ab, nachdem Sie den theoretischen Unterricht absolviert haben. Bei der etwa 30-minütigen Theorieprüfung müssen Sie 30 Fragen beantworten.
  5. Praktische Prüfung: Stellen Sie Ihre Fahrtauglichkeit in der praktischen Prüfung unter Beweis. Die praktische Fahrprüfung dauert etwa 30 Minuten und findet in der Regel innerhalb einer Stadt statt.

Ablauf der Fahrprüfung

Die Fahrschule meldet den Teilnehmer bei der Prüforganisation an, beispielsweise beim TÜV. Zum Prüfungstermin müssen ein Nachweis über einen Sehtest, die Bescheinigung für einen Erste-Hilfe-Kurs, der Personalausweis oder Reisepass sowie der Antrag auf die Führerscheinklasse AM mitgebracht werden.

In der theoretischen Prüfung werden 30 Fragen am Computer oder Tablet beantwortet. Es dürfen maximal 10 Fehlerpunkte gemacht werden. Das Prüfungsergebnis gibt es wenige Minuten nach dem Test.

Die praktische Prüfung dauert rund 45 Minuten. Immer geprüft werden das Anlassen des Fahrzeugs und das Anfahren. Außerdem muss man vier von sieben möglichen Grundaufgaben bewältigen:

  • 25 Meter Schrittgeschwindigkeit mit geradem Blick nach vorne fahren
  • mit 40 km/h einem Hindernis ausweichen ohne abzubremsen
  • aus 40 km/h abbremsen und einem Hindernis ausweichen
  • in einem Kreis mit neun Meter Durchmesser fahren
  • aus 40 km/h eine Vollbremsung machen
  • bei 30 km/h oder Schrittgeschwindigkeit Slalom mit sieben Meter Abstand fahren
  • bei 30 km/h Slalom mit neun Metern Abstand fahren

Wenn Sie die theoretische Prüfung bestanden haben, werden Sie zur praktischen Prüfung zugelassen. Außerdem werden zu Beginn der Prüfung technische Fragen zum Fahrzeug gestellt. Nach dem erfolgreichen Bestehen der theoretischen und praktischen Prüfung erhalten Sie die Fahrerlaubnis.

Kosten für den Rollerführerschein

Der Rollerführerschein verursacht Kosten, das liegt in der Natur der Sache. Bei einem AM-Führerschein hängen die Kosten zusätzlich davon ab, wie viele Fahrstunden benötigt werden. Das heißt, beim Führerschein der Klasse AM variiert der Preis je nach Person und auch von Bundesland zu Bundesland sind die Preise uneinheitlich. Die Kosten für den Roller-Führerschein sind von der Region, der Fahrschule und den eigenen Vorerfahrungen abhängig.

Hier ist eine Übersicht der ungefähren Kosten:

Posten Kosten (ungefähr)
Anmeldegebühr bei der Fahrschule 70 - 150 Euro
Übungsfahrt (pro Stunde) 30 - 48 Euro
Übungsmaterial für die theoretische Prüfung ca. 30 Euro (oder kostenfrei über Smartphone-Apps)
Sehtest 6 - 9 Euro
Erste-Hilfe-Kurs 15 - 30 Euro
Vorstellung bei der Fahrschule für die theoretische Prüfung ca. 60 Euro
Theorieprüfung beim TÜV ca. 22 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung ca. 190 Euro
Praktische Prüfung 90 - 100 Euro

Insgesamt beläuft sich beim Mopedführerschein der Preis auf ca. 500 bis 1200 Euro. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Grundgebühr, die die Fahrschule erhebt, sowie den Kosten für die Theorie- und Praxisstunden. Lehrmittel kosten extra. Ebenfalls extra schlagen die Kosten zur Anmeldung für Theorie- und Praxisprüfung zu Buche, außerdem sind ein Sehtest und ein Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen-Kurs Pflicht.

Zu bedenken sind außerdem Gebühren, die anfallen, falls die Prüfung beim ersten Mal nicht bestanden wird. In so einem Fall müssen Nachholstunden genommen werden.

Versicherung für den Roller

Als Nachweis für eine bestehende Haftpflichtversicherung dient dabei das Versicherungskennzeichen , das wie ein Kfz-Kennzeichen am Fahrzeug angebracht werden muss. Wichtig: Das Roller-Kennzeichen muss jedes Jahr neu beantragt und gewechselt werden.

Das Versicherungsjahr beginnt am 1. März. Dann gibt es immer ein neues Kennzeichen. Wer das vergisst, fährt ohne gültigen Versicherungsschutz und macht sich strafbar. Bei einem Unfall müssen die Kosten für den Schaden dann selbst übernommen werden. Eine Haftpflichtversicherung kostet zwischen 35 und 80 Euro, eine Haftpflichtversicherung plus Teilkasko gibt es ab 60 bis 140 Euro im Jahr.

Tipps zum Sparen beim Rollerführerschein

Hier sind einige Ansätze, um Ihre Ausgaben in diesem Prozess zu optimieren:

  • Vergleichen Sie die Preise der Fahrschulen: Die Gebühren für den Mopedführerschein können je nach Fahrschule variieren. Recherchieren Sie gründlich, um die beste Kombination aus Qualität und Preis zu finden.
  • Bereiten Sie sich gründlich auf die Fahrstunden vor: Wenn Sie bereits Erfahrung mit dem Fahren eines Fahrrads oder Rollers haben, können Sie Ihre Fertigkeiten verbessern, bevor Sie mit den offiziellen Fahrstunden beginnen.
  • Wählen Sie einen gebrauchten Roller: Gebrauchte Roller können in der Anschaffung oft deutlich günstiger sein als neue Modelle und dennoch in gutem Zustand sein.
  • Vergleichen Sie die Preise verschiedener Händler: Achten Sie auf Angebote oder Sonderaktionen. Es kann sich lohnen, auch außerhalb Ihrer unmittelbaren Region nach einem geeigneten Händler zu suchen.

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