MotoGP Hubraum: Technische Details, Änderungen ab 2027 und Auswirkungen

Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. In der höchsten Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft treten in der MotoGP-Klasse die leistungsstärksten Motorräder gegeneinander an.

Technische Spezifikationen der MotoGP-Motorräder

MotoGP-Motorräder sind Prototypen mit der aktuell besten Technik, welche im Schnitt 300 PS stark sind, 157 Kilo wiegen und eine Geschwindigkeit von über 350 km/h erreichen können. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen.

  • Motor: Viertakt-Saugmotoren, maximal vier Zylinder, bis zu 1.000 ccm Hubraum
  • Leistung: ca. 300 PS
  • Gewicht: Mindestgewicht 157 kg
  • Getriebe: Sechsgang-Getriebe (vollautomatische Getriebe sind verboten)
  • Chassis: Hauptsächlich Aluminiumlegierungen (KTM setzt auf Carbon)

Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen.

Neue MotoGP-Regeln ab 2027

Beim neuen MotoGP-Reglement ab 2027 haben sich die Hersteller auf eine Reduzierung des Hubraums geeinigt. Von 1.000 Kubikzentimeter wird auf 850 verkleinert. Die Grand-Prix-Kommission der MotoGP hat am Montag das neue Regelwerk für 2027 bestätigt.

Festgelegt ist außerdem, dass es Viertakter sein müssen. Die maximale Anzahl der Zylinder bleibt bei vier. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass es extrem hochdrehende Motoren wie in der 800er-Ära gibt.

Auswirkungen der Hubraumreduzierung

Der Aprilia-Rennmanager nennt konkrete Zahlen: "Wir gehen zwischen 25 und 35 PS weniger Leistung aus. Der Topspeed wird auch geringer werden." Bonora findet: "Man kann die gleiche Show haben, wenn man um 20 km/h langsamer fährt. Es geht um die Sicherheit und war die richtige Entscheidung."

"850 Kubikzentimeter ist eine gute Änderung", lautet die Einschätzung von KTM-Fahrer Jack Miller. "Alle diese wunderschönen Rennstrecken werden kontinuierlich zu klein." Die 850er-Motoren müssen weniger eingeschränkt werden. Sie werden also immer noch sehr schnell sein.

Der Wechsel von 1.000 cm³ zu 850 cm³ wird, wenn er bestätigt wird, die vierte Hubraumänderung in der Geschichte der Meisterschaft sein. Mit der Einführung der MotoGP-Ära im Jahr 2001 wechselte die Königsklasse von Zweitaktmotoren mit 500 cm³ zu Viertaktern mit 990 cm³.

Der längere Arbeitstakt limitiert die Drehzahl und die ultimative Leistung, die der Motor produzieren kann", erklärt Crafar. "Wenn man die Kolbengröße um sechs Millimeter verringert, werden die Motoren insgesamt kleiner gebaut werden können. Ein Reihenvierzylinder wird um 24 Millimeter schmäler", rechnet Crafar vor.

Weitere Änderungen im Reglement 2027

Statt wie bisher 22 Liter darf der Tank nur noch 20 Liter umfassen. Für den Sprint gelten ab 2027 elf Liter statt derzeit zwölf. Das Mindestgewicht eines Motorrads wird von 157 auf 153 Kilogramm reduziert.

Um den Topspeed auf Strecken wie zum Beispiel Mugello zu reduzieren, ist die Verkleinerung des Hubraums aber nicht alleine ausschlaggebend. Denn das Ride-Height-System wird komplett verboten. "Für mich ist diese Änderung größer als die Hubraumreduktion", findet Crafar.

Nachhaltigkeit und Kraftstoff

Ab 2027 wird mit Kraftstoffen gefahren, die zu 100 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen hergestellt sein müssen. Die Anzahl der pro Saison erlaubten Motoren wird von sieben auf sechs gekürzt. Dazu ist wie bereits früher angekündigt ab 2027 nur noch fossilfreier Kraftstoff erlaubt.

Aerodynamik und Ride-Height-Devices

Denn die aerodynamische Entwicklung hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Schlachtfeld in der MotoGP entwickelt, obwohl dieser Vorstoß im Allgemeinen einen negativen Effekt auf das Rennspektakel hatte. Dies wird durch eine Verringerung der zulässigen Größen für den vorderen Teil des Aero-Körpers unter Kontrolle gebracht.

Alle Teile, die am Heck des Motorrads hinzugefügt werden, müssen als Teil des gesamten Aero-Körpers homologiert werden. Ein Aero-Update pro Saison ist auch im neuen Reglement erlaubt. Alle Ride Height Devices, einschließlich der Holeshot-Vorrichtungen für den Start, werden verboten.

Noch bessere Rennen und noch mehr Überholmanöver" verspricht sich die Serie von den jetzt angekündigten Veränderungen. Derzeit purzeln in der WM Jahr für Jahr die Rundenrekorde, Spitzengeschwindigkeiten von fast 370 km/h wurden schon erreicht - damit soll Schluss sein.

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