Grundsätzlich gilt offenbar: Je kleiner der Durchmesser, desto erheblich geringer die angegebene Maximallast. Aber was ist der physikalische Hintergrund? Liegt es am Luftvolumen? An der Reifenbreite? Oder wirklich nur am Durchmesser?
Physikalische Hintergründe der Maximallast
Bei z.B. 28" könnte die Aufstandsfläche mehr in die Länge gehen, während diese bei z.B. Mit höherem Druck würde die Aufstandsfläche wieder schmaler werden. Ein kleines Rad beult etwas stärker ein als ein großes, von 28" zu 20" muss man daher mit 10-15% mehr Druck bei gleicher Breite fahren, oder man kann dem Reifen halt nur 10% weniger Auflast zumuten.
Die Erwärmung der Reifen ist ein weiterer Grund, warum die Traglasten so differieren. Es geht bei der Maximallast ja um zwei Dinge: Einmal darum, ob der Reifen im Normalbetrieb nicht zu weit eingedellt ist. Die Maximale Traglast ist dann etwa die Aufstandsfläche * Reifendruck. Zum zweiten darf der Reifen beim maximalen Stoß/Fahrt über eine Kante nicht bis zur Felge eingedrückt werden (Snakebite). Als maximale Belastung wird wohl mit 5g gerechnet. Das kann auch grob über die Aufstandsfläche kurz vor dem Snakebite * Druck abgeschätzt werden.
Einfluss des Reifendrucks und der Felgenbreite
Die maximale Tragfähigkeit eines Reifens hängt auch von der Felgenbreite ab. Die am MTB üblichen Felgen/Reifen-Kombinationen (60mm Reifen auf Felgen mit 17-19mm Maulweite) sind im Hinblick auf die Tragfähigkeit eigentlich ziemlich sinnfrei. Mit höherem Druck würde die Aufstandsfläche wieder schmaler werden.
10% über Maxdruck sind legitim, das sind die Toleranzen, die der Hersteller immer lässt, auch wenn der angegebene Maxdruck mal richtig sein sollte. Praktisch alle vulkanisierten Reifen im Massensegment (extreme Rennreifen mal ausgenommen) vertragen auch 30% über Maxdruck. So ein Reifen ist mit 5facher Sicherheit geplant. Bei Maxdruck und dem 5fachen der vorgesehenen Auflast sollte er bis ganz knapp an die Felge einbeulen.
Sicherheitsaspekte und Qualität
Ein Konstrukteur bei Schwalbe meinte, dass die Qualität gleich bleibt oder sogar besser wird, aber zu viele mit zu wenig Luft gefahren sind, deshalb muss die Sicherheitsspanne vergrößert werden. Sprich es werden nur 85 kg erklärt. 100 kg sind trotzdem möglich, wenn der Druck 10% über dem Maximaldruck liegt.
Es wird zwar von den Herstellern in der Regel nicht mit angegeben, aber die maximale Tragfähigkeit eines Reifens hängt auch von der Felgenbreite ab. Deshalb sind die am MTB üblichen Felgen/Reifen-Kombinationen (60mm Reifen auf Felgen mit 17-19mm Maulweite) im Hinblick auf die Tragfähigkeit eigentlich ziemlich sinnfrei.
Probleme und Lösungen bei kleinen Reifendurchmessern
Bei 12 Zoll würde mich auch die Tragfähigkeit vom Rad in Frage kommen. Die sind meist für Kinder gebaut!
Es gilt also das extreme Walken der Reifen zu vermindern. Hier sind Reifen mit kleinem Durchmesser im Nachteil, weil sie sich durch den kleineren Durchmesser viel stärker verformen müssen, um die gleiche Aufstandsfläche zu bieten, der "Latsch" ist bei einem 20" Reifen zunächst einmal viel kürzer als bei einem 28" Reifen. Während schmalere Felgen den Federungscomfort des Reifens erhöhen, erhöhen diese auch den Rollwiderstand und vergrößern die Walkarbeit.
Unsere Empfehlung: Bei kleineren Reifengrößen und hoher Last sollten breite Reifen und möglichst passende breite Felgen genutzt werden. Hohe Seitenwände der Felge verhindern das Abspringen des Reifens. Der Luftdruck sollte so gewählt werden, dass der Reifen gerade eben noch keine Beulen vom Aufpumpen bekommt, dann kann er ohne Gefahr oft deutlich mehr als vorgesehen tragen, das gleiche gilt für große Räder auch: Breite Felgen und ein grenzwertig hoher Luftdruck schützten den Reifen, in der Praxis kann es allerdings dann auch Probleme mit den Felgen geben.
Weitere Einflussfaktoren und Tipps
Reifenkonstruktion, Druck, Temperatur, Felgenbreite und Bauart, Untergrund beeinflussen die maximale Belastung. Viele Laufräder haben auch eine Höchstlast. Aufstandsfläche des Reifens mal Innenüberdruck des Reifens entspricht mit kleiner Abweichung in Abhängigkeit der Steifigkeit des Reifens der Traglast. Zum Beispiel bei 10 Quadratzentimetern Aufstandsfläche des Reifens und 5 bar Überdruck (alt: atü) trägt der Reifen etwa 50 kg.
Wer den Luftdruck immer peinlich kontrolliert, kann guten Reifen in der Regel wesentlich mehr zumuten als die Hersteller angeben. Es gibt viele Hersteller, die gar keine Maximallastangaben machen. Dann hat man auch keine Probleme.
Beispiel: Schwalbe Marathon Plus
Der Marathon Plus ist Schwalbes meistverkauftes Modell und gilt als der pannensicherste pneumatische Reifen. Er zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- ROLLWIDERSTAND: Die patentierte, 5 mm starke SmartGuard Einlage hat gegenüber allen Nachahmer-Produkten einen deutlichen Vorteil im Rollwiderstand.
- RECYCLING: Auch im SmartGuard verwenden wir einen Anteil an recyceltem Gummi aus alten Latexprodukten.
- „ANTI-AGING“ SEITENWAND: Erträgt die typischen Überlastungen durch zu geringen Luftdruck deutlich länger, bevor sie hässliche Risse bekommt.
- E-BIKE READY: Der Marathon Plus ist durch seine hervorragenden Eigenschaften eine ideale Wahl für E-Bikes (E-25). Die wichtigsten Größen sind zudem für schnelle E-Bikes bis 50 km/h getestet und zugelassen (E-50).
Bei allen Marathon Plus unbedingt ein Manometer zum Einstellen des Luftdrucks benutzen.
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