Wie hoch ist die Sterberate bei Motorradfahrern?

Aktuell sind in Deutschland 4,7 Millionen Motorräder zugelassen - davon knapp 15 Prozent auch in Frauenhand. Doch Motorradfahrerinnen und -fahrer haben ein deutlich höheres Risiko als Autofahrende: Es fehlen Knautschzonen, Sicherheitsgurte und meist auch ABS. Bei einem Unfall hat dies oft fatale Folgen, ganz besonders bei Kollisionen mit einem Pkw.

Allein schon auf Basis der durchschnittlichen Fahrleistungen haben motorisierte Zweiräder gegenüber allen Verkehrsteilnehmern ein vierfach höheres Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein. Die Verunglücktenrate ist sogar siebenmal so hoch. Das bedeutet: Für alle anderen Verkehrsbeteiligten hat sich die Verkehrssicherheit noch deutlich stärker gesteigert.

Insgesamt verzeichnet das Statistische Bundesamt jährlich mehr als 500 tödlich und fast 10.000 schwerverletzte Motorradfahrer und -fahrerinnen auf deutschen Straßen. Danach machen die motorisierten Zweiradfahrer 18 Prozent aller Schwerverletzten und 21 Prozent der Getöteten im Straßenverkehr aus.

Ursachen und Wirkung von Motorradunfällen

Um Potenziale zur Vermeidung von Unfällen mit motorisierten Zweirädern zu identifizieren, wurde eine Analyse auf Basis der ADAC Unfalldatenbank durchgeführt. Dafür werteten die Fachleute des Clubs ca. 2.500 schwere Verkehrsunfälle aus, die sich außerhalb von Ortschaften ereigneten und an denen Motorradfahrende beteiligt waren.

Das Ergebnis: Insgesamt sind Kradfahrerinnen und -fahrer bei fast jedem vierten Verkehrsunfall außerorts beteiligt. Bei etwas mehr als einem Drittel handelt es sich um Alleinunfälle, bei knapp zwei Dritteln der Unfälle kollidieren die Motorradfahrenden mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Risikogruppen

Ein erhöhtes Unfallrisiko haben junge Motorradfahrerinnen und -fahrer im Alter von 15 bis 24 Jahren. Die Verletzungsschwere steigt dagegen mit dem Alter. Am häufigsten erleiden die Motorradfahrerinnen und -fahrer Schädel-Hirn-Traumata, Thorax-Traumata und Traumata an den Extremitäten. Verletzungen am Kopf, Thorax, Abdomen, Becken und Beinen führen am häufigsten zu schweren bis tödlichen Traumata.

Arten von Unfällen

  • Alleinunfälle: Bei Alleinunfällen, also rund einem Drittel aller Motorradunglücke, verlieren die Motorradfahrenden oftmals auf kurvigen Streckenabschnitten die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Sie verbremsen sich, sind unaufmerksam, stürzen und/oder kommen von der Straße ab. Mit 47 Prozent sind solche Fahrfehler die häufigste Unfallursache. Die zweithäufigste Ursache von Alleinunfällen ist mit 39 Prozent eine überhöhte Geschwindigkeit, die oft in einer Kurve zum Unfall führt.
  • Kollisionen: Bei knapp zwei Dritteln der Unfälle prallen die Motorradfahrenden mit anderen Fahrzeugen zusammen. Von Kradfahrerinnen und -fahrern verursachte Kollisionen treten am häufigsten aufgrund von Fehlern beim Überholen, einer unangepassten Geschwindigkeit und einem ungenügenden Abstand auf. Bei fast der Hälfte der Fälle waren die Kradfahrenden nicht die Unfallverursachenden.

Bei mehr als der Hälfte aller Crashs davon handelt es sich um Abbiege- und Kreuzungsunfälle. Zu 80 Prozent kollidieren Motorradfahrer mit Pkw.

Technische Möglichkeiten zur Unfallvermeidung

In Bezug auf die Fahrzeugtechnik gilt es neben den Sicherheitssystemen für Motorräder auch die für Pkw zu betrachten, ist der ADAC überzeugt: "Bei Motorrädern hätte ein Kurven-ABS in Kombination mit einer Traktionskontrolle ein hohes unfallvermeidendes Potenzial. Dadurch könnte ein großer Teil der Fahrunfälle verhindert werden." Aber auch ein Abstandsregeltempomat (ACC) und ein Totwinkelassistent könnten die Sicherheit der Motorradfahrerinnen und -fahrer erhöhen. Ein eCall-System würde die Hilfeleistung nach dem Crash verbessern.

Da überdies die Hälfte aller Kollisionen beim Abbiegen, Einbiegen oder Kreuzen passieren, könnten Linksabbiegeassistenten und Kreuzungsassistenten bei Pkw das Sicherheitsniveau deutlich erhöhen. Denn durch eine Notbremsung könnten diese einen Zusammenstoß verhüten.

Die Rekonstruktion von Abbiege- und Kreuzungsunfällen ergab, dass das ab- oder einbiegende Fahrzeug ca. 15 km/h bis 25 km/h schnell ist, wenn es auf den bevorrechtigten Motorradfahrenden trifft, der zu diesem Zeitpunkt noch mit Tempo 60 bis 80 fährt.

Empfehlungen zur Erhöhung der Sicherheit

Der ADAC empfiehlt Motorradfahrern, passende Schutzkleidung zu tragen, regelmäßige Sicherheitschecks der Maschine durchzuführen und sich und die Technik zu Beginn der Fahrt "warm" zu fahren. Regelmäßige Fahrsicherheitstrainings helfen, um das perfekte Bremsen und die Kurvenfahrt zu trainieren sowie die physikalischen Grenzen des eigenen Motorrads kennen zu lernen.

Motorradfreundliche Straßeninfrastruktur

Maßnahmen, die die Sicherheit von Motorradfahrenden erhöhen könnten, finden sich im Merkblatt "MVMot" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Als große Probleme werden dort eingeschränkte Einsehbarkeit des Streckenverlaufs, ein mangelnder Grip auf der Fahrbahn oder fehlende Linksabbiegestreifen beschrieben.

"Schon durch kostengünstige Maßnahmen wie das Zurückschneiden der Bepflanzung, das Entfernen von Hindernissen neben der Fahrbahn, das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit oder das Aufstellen von Richtungstafeln in Kurven können Unfallschwerpunkte entschärft werden", sagt der ADAC. Der Nachteil von infrastrukturellen Maßnahmen liege darin, dass ihre Wirkung örtlich begrenzt ist.

Eigenverantwortung der Motorradfahrer

Motorradfahrerinnen und -fahrer können sich selbst am besten schützen, etwa indem sie passende Schutzkleidung, idealerweise sogar eine Airbag-Weste, tragen, sich und die Reifen zu Beginn jeder Fahrt "warm" fahren und einen Sicherheitscheck durchführen. Und indem sie in regelmäßigen Abständen Fahrsicherheitstrainings absolvieren, um die physikalischen Grenzen ihres Motorrads und die eigenen fahrerischen Fähigkeiten kennenzulernen sowie Letztere zu erweitern.

Da die meisten Unfälle auf ein Fehlverhalten von Fahrerinnen und Fahrern zurückzuführen sind, haben Bikerinnen und Biker, aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmenden die Möglichkeit, Unfälle durch ein vorausschauendes, defensives Fahrverhalten zu vermeiden. Neben der Geschwindigkeit ist die Summe anderer Fehler - wie z.B.

TraumaRegister DGU®: Altersbezogene Analyse von Motorradunfällen

Seit dem Jahr 1993 werden in Deutschland die Daten von unfallverletzten Patienten im TraumaRegister DGU® (TR-DGU) durch die behandelnden, zertifizierten Traumazentren wissenschaftlich erfasst und in einer Datenbank ausgewertet. Das TR-DGU gilt als eines der größten Schwerverletztenregister weltweit. Im klinischen Alltag hat sich gezeigt, dass vermehrt „ältere“ Patienten mit dem Motorrad verunfallen und somit die behandelnden Ärzte vor Schwierigkeiten stellen. Diese Patienten sind für die behandelnden Ärzte eine therapeutische Herausforderung, da häufig der Gesundheitszustand nicht dem der Gruppe der Jüngeren entspricht.

Aus diesem Grund haben wir eine altersbezogene Analyse der Daten von verunfallten Motorradfahrern durchgeführt. Die zugrundliegende These unserer Studie war, dass ältere Patienten ein verschlechtertes Risikoprofil haben als jüngere.

Methoden

Es handelt sich um eine retrospektive multizentrische Querschnittsstudie. Die Daten wurden aus dem TR-DGU entnommen und analysiert. Diese werden prospektiv in vier aufeinanderfolgenden Phasen gesammelt:

  1. Präklinische Phase
  2. Schockraum und anschließende OP-Phase
  3. Intensivstation
  4. Entlassung

Die Dokumentation ist pseudonymisiert. Das Einschlusskriterium ist die Aufnahme in das Krankenhaus über den Schockraum mit anschließender Intensivüberwachung, oder Ankunft in der Klinik mit Vitalzeichen und Versterben vor Aufnahme auf die Intensivstation.

Für dieses Projekt wurden alle Daten von Patienten analysiert, die zwischen dem 1. Januar 2002 und dem 31. Dezember 2015 als verunglückte Motorradfahrer mit einem Injury Severity Score (ISS) größer 8 (MAIS 3 +) im TR-DGU erfasst wurden. Die Patienten wurden über eine deutsche Klinik mit dokumentiertem Unfallhergang aufgenommen. Nach Einschluss in die Studie wurden die Patienten klinisch - inhaltlich anhand der analysierten Kohorte - in vier Altersgruppen aufgeteilt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse des TR-DGU werden aufgeteilt in vier Altersgruppen in Tabelle 1 dargestellt. In allen Altersgruppen unseres Patientenkollektivs waren die verunfallten Motorradfahrer hauptsächlich männlichen Geschlechts. Das durchschnittliche Alter zum Unfallzeitpunkt lag bei 38,7 Jahren (Median: 42,0 Jahre, Standardabweichung [SD]: 17,3 Jahre; 10-84 Jahre), 10,3 Jahre unter dem Altersdurchschnitt (49 Jahre) aller, im TR-DGU erfassten Patienten von 2007-2016. Die Analyse des prätraumatischen Gesundheitszustandes der Unfallopfer im TR-DGU erfolgte durch eine Aufteilung der ASA-Klassifikation in ASA < 3 vs ASA ≥ 3. Auffallend ist hierbei vor allem die Gruppe der über 65-Jährigen.

Das älteste Patientenkollektiv (> 64 Jahre, n = 892) wurde deutlich länger invasiv beatmet (+ 1,2 Tage). Gleiche Verhältnismäßigkeiten konnten bezüglich der Dauer des gesamten Krankenhausaufenthalts (+ 1,8 Tage) und der Intensivstation (+ 1,7 Tage) festgestellt werden. Im Median lagen ältere Patienten durchschnittlich drei Tage länger in der Klinik, obwohl sie eine ähnliche beziehungsweise leicht schwächere anatomische Verletzungsschwere nach ISS boten. Bei der Mortalität imponiert die älteste Gruppe mit einer mehr als doppelt so hohen Mortalität wie die nächst jüngere Gruppe (65-84 Jahre: 15,8 % Patienten verstorben, 45-64 Jahre: 7,2 % Patienten verstorben). Zwar ist die errechnete, prognostizierte Mortalität (RISC II) auch deutlich größer als beim übrigen Teil der untersuchten Patienten der Studie, aber im Verhältnis kleiner als die reale Mortalität. Im Vergleich der jüngsten und ältesten Gruppen zeigt sich ein signifikanter Unterschied (p < 0,05) auch über den im RISC-II-Score bereits berücksichtigten Alterseffekt hinaus. Für die Altersgruppe über 64 Jahre ergibt sich eine jährliche Übersterblichkeit von 7.

Die Analyse der unterschiedlichen Liege- und Beatmungsdauern der verstorbenen Unfallopfer des TR-DGU zeigt, dass jüngere Patienten (4,5 Tage) deutlich früher den Folgen des Traumas erliegen als ältere (13,3 Tage).Es konnte erhoben werden, dass jüngere Motorradfahrer (35,6 %) deutlich häufiger bei dunklen Lichtverhältnissen verunfallen als ältere (11,5 %).

Die logistische Regressionsanalyse bezüglich des Unfallmechanismus hat keinen signifikanten Unterschied für das Überleben im Vergleich des Motorrad- zum Autounfall ergeben (Odds Ratio: 0,93; [95-%-KI: 0,84; 1,04]). Bezüglich der Dunkelheit, des Transportmediums, der Zeit zwischen Unfall und Aufnahme in der Klinik sowie der Art des Traumazentrums gab es keine signifikante Korrelation zur Sterblichkeit.

Diskussion

Die Anzahl bereits publizierter klinischer Studien über Motorradfahrer ist gering. Die existierenden Studien beziehen sich häufig auf ortstypische Fragestellungen und sind zum Großteil im nichteuropäischen Ausland durchgeführt worden. Diese Studie liefert einige neue Erkenntnisse in Bezug auf Motorradunfälle.

Es konnte erhoben werden, dass jüngere Motorradfahrer deutlich häufiger bei dunklen Lichtverhältnissen verunfallen. Ein vergleichbares Phänomen wurde auch von anderen Autoren beschrieben. Ältere Motorradfahrer scheinen also erfahrener zu sein, gehen weniger unnötige Risiken ein und neigen seltener dazu, ihre fahrerischen Fähigkeiten in Bezug auf die aktuellen Gegebenheiten zu überschätzen. Wenn es aber zum Unfall kommt, präsentierte das älteste Patientenkollektiv (65-84 Jahre) des TR-DGU die höchste innerklinische Mortalitätsrate.

Auch die errechnete Mortalitätsprognose, der RISC-II-Score, war beim ältesten Patientenkollektiv am höchsten. Der standardisierte Mortalitätsratio (SMR), bei dem die beobachtete Mortalität durch die zu erwartende Mortalität geteilt wird, ist im ältesten Patientenkollektiv (65-84 Jahre) 1,14, und ist dadurch die einzige Gruppe > 1, bei der die beobachtete Mortalität größer ist als die erwartete. Somit hat die Kohorte der ältesten Opfer eines Motorradunfalls ein im Vergleich zum „durchschnittlichen“ Polytraumapatienten erhöhtes Sterblichkeitsrisiko und ein im Vergleich zum jungen Motorradfahrer signifikant höheres Risiko zu versterben.

Auffallend ist die große Differenz der Aufenthaltsdauer bei den Verstorbenen. So versterben die jungen Patienten vor allem frühzeitig, wohingegen ältere erst nach durchschnittlich 13,3 Tagen sterben. Ältere Unfallopfer hingegen haben mit zunehmendem Alter das Risiko, im weiteren stationären Verlauf zu versterben. Dies kann auf die bereits berichtete höhere Inzidenz an prätraumatischen Begleiterkrankungen und das erhöhte Risiko für Sekundärereignisse zurückgeführt werden.

Unfallstatistik 2019

2019 verunglückten 28.426 Motorradfahrer auf deutschen Straßen, wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts (Desatis) hervorgeht. Bei den Kleinkrafträdern zählten die Statistiker 2019 insgesamt 14.213 Unfälle. Im Vergleich zu 2018 ging die Zahl der 2019 verunglückten Motorradfahrer damit um 11,1 Prozent zurück, bei den Kleinkrafträdern ist es ein Minus von 5,8 Prozent. Ums Leben kamen 542 Motorradfahrer, 63 tödlich Verunglückte waren es mit einem Kleinkraftrad. Damit ging die Zahl der getöteten Kraftradfahrer um 12,4 Prozent zum Vorjahr zurück, die Zahl der Kleinkraftradfahrer um 19,2 Prozent.

Bezogen auf 1.000 zugelassene Krafträder mit amtlichem Kennzeichen verunglückten im Jahr 2019 sechs Motorradfahrer. In der Pkw-Statistik kommen auf 1.000 Pkw fünf Verunglückte. Das Risiko als Motorradfahrer getötet zu werden, war im Jahr 2019 also mehr als viermal so hoch wie das Risiko für Autofahrer.

Risikofaktoren und Prävention

Die Bilanz der Polizei Baden-Württemberg zur Motorradsaison 2024 zeigt, dass die Unfall- und Opferzahlen auf Vorjahresniveau liegen. Geschwindigkeit war erneut die Hauptunfallursache Nummer eins bei schweren Verkehrsunfällen: 41,9 Prozent (896) der Motorradunfälle mit Personenschaden waren auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen, bei tödlichen Motorradunfällen war der Anteil mit 48,6 Prozent (18) noch höher.

Die Polizei setzt auf:

  1. Überwachungsoffensive - Raser und Lärm stoppen
  2. Gefahrenbewusstsein schaffen
  3. Gutes Equipment - Motorrad und Ausrüstung checken
  4. Offensive Öffentlichkeitsarbeit - Verkehrsteilnehmer erreichen

Statistiken zeigen, dass Motorradfahrer besonders gefährdet sind. Die meisten Unfälle passieren im Juni. Junge Fahrer sind besonders gefährdet, und der Pkw ist der häufigste Unfallgegner. Unfallursache Nummer eins ist die Geschwindigkeit.

Sicherheitsmaßnahmen und Tipps für Motorradfahrer und Autofahrer

ADAC Experten analysierten die Verkehrsunfälle im Jahr 2021 und stellten fest, dass es 16.435 Mal zwischen Pkw und Motorrädern krachte. Dabei verletzten sich fast 10.000 Motorradfahrende schwer und 529 verunglückten infolge von Verkehrsunfällen tödlich.

Wichtige Tipps für mehr Sicherheit auf den Straßen:

  • Geschwindigkeit von Motorradfahrern wird leicht unterschätzt
  • Nicht auf die eigene Vorfahrt vertrauen
  • Vorsicht vor allem an Einmündungen und Kreuzungen
  • Vorsicht bei haltenden Pkw am Straßenrand
  • Vor Kreuzungen Tempo reduzieren, bremsbereit sein, Augenkontakt suchen

Für Auto- und Motorradfahrende gilt: Fahren Sie defensiv, respektieren Sie die Verkehrsregeln. Und machen Sie sich fit für Gefahrensituationen. Neben einem ausgiebigen Technik-Check ist auch die persönliche Vorbereitung entscheidend, denn nicht nur das Motorrad, sondern auch der Fahrer sollte gut vorbereitet in die Saison starten.

Vorbereitung auf die Motorradsaison

Reinigung und Sichtkontrolle: Das Motorrad gründlich reinigen und auf Mängel oder Roststellen überprüfen.Den Ladezustand der Batterie kontrollieren und sicherstellen, dass sie ausreichend geladen ist.Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittelstände prüfen und bei Bedarf nachfüllen.Lichtanlage und elektronische Systeme bei laufendem Motor testen.Spannung und Schmierung der Antriebskette gemäß Herstellerangaben überprüfen.Zustand der Bremsscheiben und -beläge kontrollieren und auf Ablagerungen achten.Profiltiefe und Luftdruck der Reifen überprüfen; bei weniger als 1,6 mm Profiltiefe oder einem Reifenalter von über sechs Jahren müssen die Reifen erneuert werden. Eine kurze Probefahrt hilft, die Funktionsfähigkeit aller Komponenten sicherzustellen.

Die Motorradbekleidung sollte ebenfalls auf Beschädigungen und Vollständigkeit überprüft werden. Für eine optimale Sicht das Motorradvisier überprüfen und reinigen. Mit einem Fahrsicherheitstraining können Einsteiger, aber auch routinierte Fahrer ihre Fahrfertigkeiten auffrischen und sicher in die Saison starten.

Aktuelle Entwicklung und Ausblick

Mit den ersten warmen Tagen beginnt für viele Motorradfahrer die neue Saison - und mit ihr steigt leider auch das Unfallrisiko. Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer im Jahr 2024 um knapp zwei Prozent gestiegen ist. Besonders alarmierend: Das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, ist für Motorradfahrer mehr als viermal so hoch wie für Autofahrer (10,6 vs. 2,34 Todesfälle pro 100.000 Fahrzeuge). Erfahrungswerte aus den Vorjahren und die Unfallstatistiken bis 2023 zeigen, dass Motorradunfälle besonders bei schönem Wetter und an Wochenenden zwischen April und Oktober auftreten. Da sich sowohl die Jahresfahrleistung als auch der Fahrzeugbestand 2024 leicht erhöht haben, könnte sich dieser Trend fortsetzen.

Tabelle: Wichtige Aspekte zur Sicherheit von Motorradfahrern

Aspekt Details
Schutzkleidung Passende Kleidung, Airbag-Weste
Fahrzeugcheck Regelmäßige Sicherheitschecks
Fahrweise Defensiv, vorausschauend
Fahrsicherheitstraining Regelmäßige Teilnahme
Technische Assistenzsysteme Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Abstandsregeltempomat

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