Wie viel PS hat eine MotoGP-Maschine Leistung?

Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht.

Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen.

Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Alle Teams fahren mit Bremsanlagen von Brembo. Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird.

Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.

In der Saison 2025 treten fünf Hersteller an: Honda, Ducati, Yamaha, KTM und Aprilia. Der Rennkalender umfasst 22 Rennen, beginnend mit dem Grand Prix von Thailand vom 28. Februar bis 2. März und endend in Valencia im November.

Vergleich mit anderen Klassen

Die Motorrad-WM 2025 verspricht eine spannende Saison in den drei Hauptklassen Moto3, Moto2 und MotoGP. Jede zeichnet sich durch spezifische technische Spezifikationen und Reglements aus.

Moto3

Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt. Mit einer Leistung von rund 60 PS erreichen die Maschinen einen Topspeed von bis zu 245 km/h. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen. Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt.

Moto2

In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Diese Motoren ermöglichen bis zu 300 km/h. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper ausgestattet, und der Tankinhalt ist auf 24 Liter begrenzt. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen. Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas.

Formel 1 gegen MotoGP

Kein Rennwagen ist auf einer Rundstrecke schneller als ein Formel-1-Auto. Keine Rennmaschine schneller als ein MotoGP-Bike. Deshalb sind beide Serien die Königsklassen. Die Formel 1 ist 20 Sekunden schneller. Und das, obwohl der Red Bull Ring nur 4.318 Meter lang ist und nur zehn Kurven hat. In jeder ist die Formel 1 schneller. Der Geschwindigkeitsunterschied reicht von 7,5 bis zu 130,7 km/h.

Ein MotoGP-Motorrad hat in etwa ein Viertel der Leistung eines F1-Autos, ist dafür viel leichter. Auf- und Abtrieb wechseln sich ab. Ein MotoGP-Bike wiegt ohne Fahrer 157 Kilogramm, denen 250 bis 290 PS gegenüberstehen. Rechnet man ihn heraus und legt ein Gewicht von 673 Kilo zugrunde, ergibt sich ein Leistungsgewicht von 0,67 kg/PS. In der MotoGP sind es 0,54 kg/PS, wenn man von 290 PS ausgeht.

Technische Details und Unterschiede

Einige technische Details und Unterschiede zwischen MotoGP-Bikes und Straßenmaschinen sind:

  • Rennmaschinen haben weder Katalysator noch Schalldämpfer verbaut.
  • Auf Rennmaschinen erfolgt die Bedienung des Gangwahlhebels mittels Umkehrschaltung.
  • In der MotoGP wird eine desmodromische Ventilsteuerung gesetzt.
  • Die MotoGP verwendet sogenannte „nahtlose Getriebe“.
  • Die heutigen Boliden sind im Vergleich zu den ersten MotoGP-Bikes schwerer.
  • Carbon-Bremsen vertragen höhere Temperaturen: 800° statt 600° Celsius ohne Fading.

Auktionen von MotoGP-Ducatis

Echte MotoGP-Ducatis wurden versteigert: eine gepflegte Desmosedici GP3 und eine neu aufgebaute Desmosedici GP7, originale Veteranen aus der Werks-Rennabteilung Ducati Corse.

  • Ducati Desmosedici GP6 LC2 von Loris Capirossi: Die Ducati Desmosedici GP6 ist - reglementbedingt - die letzte Version mit 990 Kubik großem V4-Motor und angeblich bis zu 250 PS Spitzenleistung sowie über 320 km/h Höchstgeschwindigkeit.
  • Ducati Desmosedici GP3 LC1 von Loris Capirossi: Werksfahrer Loris "Capirex" Capirossi gelang mit der Desmosedici GP3 der erste Sieg beim Grand Prix Barcelona-Catalunya. Der V4 hatte 989 Kubik und kolportiert wurden 220 bis 230 PS bei schrillen 16.000/min. Je nach Übersetzung erreicht die Ducati Desmosedici GP3 Höchstgeschwindigkeiten um 300 km/h.
  • Ducati Desmosedici GP7 von Casey Stoner: Dem damaligen MotoGP-Reglement entsprechend hat der V4-Motor der Ducati Desmosedici GP7 "nur" 799 Kubik. Mit seinen 16 desmodromisch gesteuerten Titanventilen kommt er trotzdem hochdrehzahlfest auf über 220 PS. Bei angeblich nur 148 Kilogramm Gesamtgewicht beschleunigt die GP7 damit heftigst auf über 300 km/h.

Zukunft der MotoGP

Beim neuen MotoGP-Reglement ab 2027 haben sich die Hersteller auf eine Reduzierung des Hubraums geeinigt. Von 1.000 Kubikzentimeter wird auf 850 verkleinert. Festgelegt ist außerdem, dass es Viertakter sein müssen. Die maximale Anzahl der Zylinder bleibt bei vier. Statt wie bisher 22 Liter darf der Tank nur noch 20 Liter umfassen. Für den Sprint gelten ab 2027 elf Liter statt derzeit zwölf. Das Mindestgewicht eines Motorrads wird von 157 auf 153 Kilogramm reduziert.

Ab 2027 wird mit Kraftstoffen gefahren, die zu 100 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen hergestellt sein müssen. Um den Topspeed auf Strecken wie zum Beispiel Mugello zu reduzieren, ist die Verkleinerung des Hubraums aber nicht alleine ausschlaggebend. Denn das Ride-Height-System wird komplett verboten.

Leistungsdaten verschiedener Hersteller (ungefähre Angaben)

Hersteller Leistung (PS) Anmerkungen
Ducati ca. 265 Oft als stärkster Motor im Feld angesehen
Honda ca. 261
Yamaha ca. 256
Kawasaki ca. 248
Suzuki ca. 248
KTM ca. 238

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