Reifendruck Motorrad Tabelle: Sicherheit und Fahrspaß durch optimalen Luftdruck

Luft spielt beim Motorradfahren eine äußerst wichtige Rolle. Sie sorgt in Form von Fahrtwind für eine stets frische Brise und spielt darüber hinaus eine tragende Rolle in der Fahrwerkstechnik: Eingepresst in Schlauch oder Reifen ist Luft die Kraft, welche den Abstand des Motorrads zum Asphalt bestimmt. Klar, dass ihre Menge - ihr Druck - für die Fahreigenschaften eine entscheidende Rolle spielt.

Der Motorradreifen Luftdruck ist ein sehr wichtiges Thema und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Genau bei diesem Punkt handeln viele Motorradfahrer jedoch fahrlässig. Oftmals ist es die Unwissenheit, manchmal aber auch die Bequemlichkeit in Kombination mit Leichtsinn.

Die Luft in den Reifen trägt die Last, die sich aus dem Eigen­gewicht des Fahrzeugs plus dem der Besatzung und des Gepäcks zusammensetzt. Stimmt der Luftdruck im Reifen nicht, so macht sich das während der Fahrt bemerkbar. Ein falsch eingestellter Luftdruck nimmt dabei Einfluss auf die Fahrbarkeit, das Handling, den Verschleiß und in Summe auch auf die Fahrsicherheit.

Allgemeine Empfehlungen für den Reifendruck beim Motorrad

Es ist unbedingt notwendig, den Reifendruck beim Motorrad alle zwei Wochen und vor jeder längeren Fahrt zu kontrollieren. Prüfen Sie den Reifendruck immer im kalten Zustand (d. h. Reifen, die in den letzten 2 Stunden nicht benutzt wurden oder bei niedriger Geschwindigkeit weniger als 3 km zurückgelegt haben). Passen Sie den Reifendruck entsprechend an, wenn Sie den Druck nach dem Fahren prüfen, d. h. bei „heißen“ Reifen. Beachten Sie in diesem Fall die Empfehlungen des Herstellers. Entleeren Sie nie einen heißen Reifen.

Vergessen Sie nicht, die Ventilkappen wieder einzusetzen, nachdem Sie die Reifen geprüft haben. Mit Stickstoff gefüllte Reifen müssen weiterhin regelmäßig geprüft und nur mit Stickstoff angepasst werden. Halten Sie den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck für Motorräder ein.

Diese Empfehlungen gelten für Reifen, die auf der Straße eingesetzt werden. Es gibt zusätzliche Empfehlungen für den Reifendruck im Gelände und auf der Rennstrecke.

Reifendruck im Gelände

Die Reifendruck-Empfehlungen für Offroad-Reifen gelten nur für begrenzte Zeiträume, Geschwindigkeiten und Traglasten auf versiegelten Hochgeschwindigkeitsoberflächen wie Straßen. Ein höherer Reifendruck wird empfohlen, falls Straßen unvermeidlich passiert werden müssen. Ein längerer Einsatz auf Straßen sollte jedoch ganz vermieden werden.

Je nach Wetterbedingungen, Leistungsfähigkeit des Motorrads und Art der Steuerung empfiehlt Michelin die folgenden Reifendruck-Werte für Ihr Motorrad:

Reifendruck im Gelände - Empfohlene Mindestdruckwerte (bar)

Reifen Vorderreifen Hinterreifen Vorderreifen Hinterreifen
MICHELIN StarCross 6 0.9 0.9 0.8 0.8
MICHELIN StarCross 5 1.2 1.2 1.0 1.0
MICHELIN Enduro Xtrem (rear) 0.8 0.6
MICHELIN Enduro Medium 1.0 1.0 0.8 0.8
MICHELIN Enduro Hard (front) 1.0 0.8
MICHELIN Tracker 1.2 1.2
MICHELIN Desert Race 1.2 1.5 1.0 1.0
MICHELIN Desert Race BAJA (rear) 1.2 1.0
MICHELIN Trial Competition 0.39 0.35
MICHELIN Trial Competition X11 0.35 0.3
MICHELIN Trial Light 0.39 0.39

Sie sind Reifenpannen bei Ihren Geländetouren leid und möchten dieses Risiko vermeiden? Dann sollten Sie Ihre Reifen mit unserem Gummiring MICHELIN Bib MousseTM ausstatten.

Trial-Reifen sind wegen ihrer Bauart schwer zu montieren. Drückt man zu hart, läuft man Gefahr, den Wulstdraht zu beschädigen. Halten Sie sich beim Einsetzen der Felgenhalter sorgfältig an die Montageanweisungen (einölen, Wulst fest in die entgegengesetzte Seite der Felgenvertiefung halten - keine übermäßige Kraft auf den Wulst ausüben). Um den Reifen aufzupumpen, positionieren Sie einen Gummiring zwischen Reifenwulst und Felge oder verwenden Sie einen fest angezogenen Riemen auf der Reifenkrone, um das erste Aufpumpen zu ermöglichen.

Der Grip des Reifens auf dem Boden wird hauptsächlich durch das Profil gewährleistet. Durch den Verschleiß lässt der Grip des Reifens nach. Denken Sie deshalb daran, Ihre Reifen regelmäßig auf Verschleißerscheinungen zu prüfen: Kontrollieren Sie die Profiltiefe und die Gleichmäßigkeit des Verschleißes. Der Reifendruck hat ebenfalls direkte Auswirkungen auf den Verschleiß.

Zwei mögliche Klassifizierungen für dieselbe Reifengröße

Achtung! Es gibt zwei mögliche Klassifizierungen für dieselbe Reifengröße:

  • Alte Klassifizierung: MICHELIN Enduro, Desert Race > die Größenbezeichnung stützt sich auf die Reifenbreite, die auf der Höhe des Profils gemessen wird
  • Neue Klassifizierung: MICHELIN StarCross, Tracker, AC10, Trial > die Größenbezeichnung stützt sich auf die Reifenbreite, die auf der Höhe der Flanke gemessen wird

Ein Beispiel: Ein 140/80-18 Enduro-Reifen entspricht einem 120/90-18 Motocross-Reifen.

Die Breite von Motocross-Reifen wird an der Unterseite der Stollen gemessen, während die Breite von Enduro-Reifen an der breitesten Stelle, d.h. an der Oberseite der Stollen, gemessen wird.

Reifendruck auf der Rennstrecke

Mit dem richtigen Druck kann das optimale Leistungsniveau erreicht werden. Der Luftdruck sollte bei Außentemperatur eingestellt werden und hängt von den Reifen ab, die Sie für Ihr Motorrad ausgewählt haben:

Mindestreifendruck im kalten Zustand (bar)

Reifen Vorderreifen Hinterreifen
MICHELIN Power Performance 2.1 1.3
MICHELIN Power Slick 2 2.1 1.5
MICHELIN Power Cup 2 (3) 2.1 1.5
MICHELIN Power Cup Evo (3) 2.1 1.5
MICHELIN Power Rain - Drying 2.3 1.8
MICHELIN Power Rain - Wet 2.4 2.2
MICHELIN Power Rain - Soaking wet 2.4 2.4
MICHELIN Power SuperMoto 1.8 1.6
MICHELIN Power SuperMoto Rain - Drying 2.3 1.8
MICHELIN Power SuperMoto Rain - Wet 2.4 2.2
MICHELIN Power SuperMoto Rain - Soaking wet 2.4 2.4
MICHELIN Power GP2 (3) 2.1 1.9

Solldruck im heißen Zustand (bar)

Reifen Vorderreifen Hinterreifen
MICHELIN Power Performance 2.3 to 2.5 1.5 to 1.7
MICHELIN Power Slick 2 2.4 1.7
MICHELIN Power Cup 2 (3) 2.4 1.7
MICHELIN Power Cup Evo (3) 2.4 1.7

Für Fahrer, die mit dem MICHELIN Power Performance Sortiment in den Wettbewerb treten, können die technischen Teams von Michelin Vor-Ort-Beratung bezüglich des richtigen Motorrad-Reifendrucks bereitstellen, und zwar abhängig von: Luft-/Bodentemperatur, Abrasivität der Strecke, Niveau des Fahrers.

Die Modelle MICHELIN Power Slick 2, MICHELIN Power Cup 2, MICHELIN Power Cup EVO und MICHELIN Power GP2 wurden im Hinblick auf eine kurze Aufwärmzeit entwickelt: die Verwendung von Reifenwärmern ist nicht zwingend erforderlich. Beim Einsatz von Reifenwärmern sollte der bei Außentemperatur eingestellte Druck der gleiche sein wie ohne Reifenwärmer.

Reifenwärmer sollten bei einer Temperatur von 90 °C mindestens eine Stunde vor der ersten Fahrt verwendet werden. Bei Supermoto-Slick-Reifen sollte eine Temperatur von 70-80 °C nicht überschritten werden.

Bei kaltem Wetter sollten Reifenwärmer nicht auf eine zu hohe Temperatur eingestellt werden. Je kälter es ist, desto niedriger sollte die Temperatur des Reifenwärmers sein. So wird verhindert, dass die Reifen bei der Fahrt abkühlen. Reifen, die während der Fahrt abkühlen, können beim Fahrer zu einer verzerrten Wahrnehmung des tatsächlichen Leistungsniveaus führen.

Beim Reifenmodell MICHELIN Power Rain ist die Verwendung von Reifenwärmern nicht zwingend erforderlich. Falls doch, sollte bei diesem Modell eine Temperatur von 40 °C eingestellt werden.

Diese Druckempfehlungen gelten für den Einsatz bei Rennen. Für Straßen gelten die Reifendruck-Empfehlungen des Herstellers. Bei Rennreifen, die auch für Straßen zugelassen sind, oder Straßenreifen, die gelegentlich bei Rennen genutzt werden, muss sichergestellt werden, dass der Reifendruck nach dem Gebrauch auf Rennstrecken wieder auf das richtige Druckniveau eingestellt wird.

Weitere wichtige Aspekte

  • Regelmäßig kontrollieren: Vor längeren Touren sollte der Reifendruck immer überprüft werden.
  • Qualitätsmanometer verwenden: Ein präzises Druckmessgerät ist eine kleine, aber sinnvolle Investition.
  • Reifenverschleiß: Denken Sie daran, Ihre Reifen regelmäßig auf Verschleißerscheinungen zu prüfen: Kontrollieren Sie die Profiltiefe und die Gleichmäßigkeit des Verschleißes. Der Reifendruck hat ebenfalls direkte Auswirkungen auf den Verschleiß.
  • Einwintern: Wer sein Motorrad einwintert und dabei nicht auf Montageständer stellt, sollte den Reifendruck erhöhen. So lassen sich Standplatten vermeiden. Wir raten den Reifendruck beim Motorrad um 0,5-1,0 bar über den Winter zu erhöhen.

Die vom Fahrzeug- oder Reifenhersteller vorgeschriebenen Reifenluftdrücke sind je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich, sie liegen bei Straßenmotorrädern meist zwischen 2,25 bis 2,5 bar vorne und 2,5 bis 2,9 bar hinten. Je nach Reifen bzw. Motorradmodell kann der ideale Luftdruck jedoch unterschiedlich ausfallen.

Da sich in den letzten Jahren aber der sogenannte Norm-Luftdruck etabliert hat, findet man bei so gut wie allen Motorradmodellen und Reifen (für die Straße) eine Druckangabe von 2,5 bar an der Vorderachse und 2,9 bar an der Hinterachse. Dieser wird in Absprache zwischen Reifenlieferant und Motorradhersteller festgelegt und zielt auf einen sicheren Betrieb im Straßenverkehr unter allen Bedingungen ab. Je nach Fahrzeug, Reifen und Einsatzgebiet muss der Norm-Luftdruck aber keinesfalls dem Luftdruck entsprechen, welcher am besten funktioniert / die besten Fahrleistungen bietet.

Wer sein Motorrad einwintert und dabei nicht auf Montageständer stellt, sollte den Reifendruck erhöhen. So lassen sich Standplatten vermeiden. Gerade bei Motorradreifen können sich Standplatten besonders stark bemerkbar machen, die Reifen sind dann in der Regel zu erneuern. Wir raten den Reifendruck beim Motorrad um 0,5-1,0 bar über den Winter zu erhöhen.

Bis vor wenigen Jahren wurden für die meisten Motorräder (oftmals Touring-Modelle) zwei Luftdrücke angegeben. Ein niedriger Wert für den Einmann-Betrieb und ein hoher Wert für Fahrten mit Sozius bzw. Gepäck. In der heutigen Zeit ist meist nur noch ein hoher Wert im Fahrerhandbuch aufgeführt, der jedoch individuell verändert werden kann.

Supermotos sind extrem leichte Motorräder, die somit auch einen geringeren Luftdruck benötigen. So wird zum Beispiel bei Modellen wie der KTM 690 SMC R, Gas Gas 700 SM oder Husqvarna 701 ein deutlich geringerer Luftdruck empfohlen, als die Standardwerte bei größeren Bikes. Generell raten wir bei Supermotos zu einem Luftdruck von 2,0 bar an der Vorderachse und 2,0-2,2 bar an der Hinterachse.

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