Mit dem Mountainbike sind Dir keine Grenzen gesetzt. Ob auf Straßen, unbefestigten Schotter- und Feldwegen oder mitten durchs Gelände: Das Bike fürs Gelände fühlt sich überall wohl. Es bringt Dich am Wochenende auf den Berg und am Montag wieder zur Arbeit. Schon in den 70er-Jahren wurden erste Räder entwickelt, die für fast jedes Terrain geeignet sein sollten. Neben der Bezeichnung „Mountain Bike“ wurde das geländegängige Rad darum lange auch All Terrain Bike (ATB) genannt. 1977 wurde dann das erste echte Mountainbike speziell für die Fahrt abseits befestigter Straßen und Wege gebaut. Heute existieren zahlreiche Spezialisierungen und Mountainbikes (MTBs) sind von unseren Straßen und Trails nicht mehr wegzudenken.
Das Mountainbike und seine Entwicklung
Dank der typisch breiten Reifen mit tiefem Profil bietet das Mountainbike Grip auf losem Untergrund. Die ursprünglich kleineren Felgen- und Reifengrößen von 26 Zoll sind im Lauf der Entwicklung des MTBs größeren Laufrädern gewichen. Heute sind Mountainbikes meist mit 27,5- oder 29-Zoll-Laufrädern ausgestattet. Sogar hybride Varianten, mit 27,5-Zoll hinten und 29-Zoll vorne sind zu finden - wobei sich die 29-Zoll-Laufräder (vorne/hinten) nahezu durchgesetzt haben.
Neben der Radgröße ist auch die Größe des Rahmens und dessen Geometrie an die speziellen Anforderungen des Mountainbikings angepasst. Der im Vergleich zu Stadt-, Touren- oder Rennrädern durchschnittlich um etwa 10 cm niedrigere Rahmen erleichtert das Handling des Mountainbikes und erlaubt schnelle Richtungswechsel. Die vor allem seit der Verwendung von Aluminium und Carbon im Rahmenbau steigenden Rohrdurchmesser bringen hohe Steifigkeit und mehr Stabilität auf die Piste - das wird deutlich spürbar bei rasanten Abfahrten und Sprüngen.
Die früher verbauten Felgenbremsen wie Cantilever- und V-Brakes sind bei aktuellen Modellen durch kräftig zupackende Scheibenbremsen verdrängt worden, die schnell reagieren und trotzdem leicht dosierbar sind. Nicht nur bei schnellen Downhill-Abfahrten braucht das Mountainbike hart zupackende Bremsen.
Die Anzahl der Gänge bei Mountainbikes
Die typische Kettenschaltung des Mountainbikes mit relativ kleiner Übersetzung umfasst meist 21 bis 30 Gänge. Damit erklimmt Ihr steile Anstiege, könnt bergab oder auf gerader Strecke aber auch ordentlich Tempo aufnehmen. Viele neuere Modelle kommen allerdings zugunsten eines geringeren Gewichts und selteneren Wartungsaufkommens mit nur 1 × 12 Gängen aus.
Im Lauf seiner Evolution hat sich das Mountainbike enorm weiterentwickelt. Heute ist es ein leichtes, oft vollgefedertes Sportgerät, gefertigt aus High-Tech-Materialien wie Carbon, mit stattlichen Disc-Brakes und automatischer Sattelstütze, für das man leicht so viel zahlen kann wie für einen kleinen Neuwagen - vor allem, wenn es sich um sehr hochwertige E-Mountainbikes handelt.
MTB-Spezialisierungen: Downhill, Fully, Down Country oder Hardtail Mountainbike und Fullsuspension Bikes
Ursprünglich selbst als Spezialist konzipiert, entwickelten sich aus dem klassischen Mountainbike schnell Bikes für verschiedene Disziplinen am Berg und im Gelände, aber auch für längere Touren.
Das einst als Trekking-Rad bezeichnete Reiserad war eines der ersten Kinder des klassischen Mountainbikes, selbst wenn es heute eine ganz eigene Kategorie von Bikes bildet. Weitere Spezialisten sind Downhill Bikes, speziell für schnelle Abfahrten konstruiert, sowie sogenannte Enduro Bikes. Bei fast allen Arten von MTB stellt sich heute die Frage: Fully oder Hardtail Mountainbike?
Das klassische Hardtail bietet Euch mit seinem starren Rahmen mehr Stabilität und eine direkte Kraftübertragung. Das Fully fängt harte Stöße und Landungen dank voll gefedertem Fahrwerk besonders gut ab - ideal für Trails und die Fahrt durch die Wildnis.
Die Wahl der richtigen Schaltung
Allgemein im Fahrrad-Bereich lässt sich zwischen Ketten- und Nabenschaltungen unterscheiden. Dabei handelt es sich bei einer MTB-Schaltung aber an sich immer um eine Kettenschaltung. Bei der Anzahl der Kettenblätter gibt es zwischen den verschiedenen MTB-Modellen Unterschiede. Immer üblicher werden Mountainbikes mit einem Kettenblatt (1-fach-Schaltungen). Auch MTBs mit zwei Kettenblättern (2-fach-Schaltungen) sind häufig anzutreffen. Nicht mehr so oft werden dagegen 3-fach-Schaltungen verbaut. An Ritzeln finden sich in der Regel zehn bis zwölf an einer Kassette.
Teilt man die Zahl der Zähne des Kettenblatts durch die Anzahl der Zähne des jeweiligen Ritzels, erfährt man die Übersetzung.
Mechanische vs. Elektronische Schaltungen
Funktionierten MTB-Schaltungen früher ausschließlich mechanisch, so sind mittlerweile auch elektronische Schaltungen auf dem Markt. Generell ist gegen eine mechanische Schaltung nichts einzuwenden, wobei elektronische Modelle sich als neuester Stand der Technik auch lohnen können. Handelt es sich bei einer elektronischen Schaltung zweifelsohne um die modernste Variante, haben mechanische Schaltungen dennoch einige Vorteile. Darüber hinaus sind mechanische Schaltungen deutlich günstiger als die technisch aufwendigen elektronischen Varianten. Wer also nicht gleich die State-of-the-art-Technik benötigt, kann hier viel Geld sparen.
Bei elektronischen Schaltungen, wo das Schaltsignal über Kabel oder gar kabellos weitergegeben wird, ist die Präzision beim Schalten sehr hoch. Außerdem lässt sich bei der elektronischen Variante aus verschiedenen Positionen am Lenker heraus schalten, so dass der Komfort - was sich vor allem bei langen, intensiven Fahrten bemerkbar macht - größer ist.
Beim Vergleich zwischen elektronischen und mechanischen Schaltungen geht es weniger um das Level des Fahrers als um den Komfort. So geht bei der elektronischen Variante vieles leichter, wobei allerdings auch viele Profis weiterhin auf das unanfälligere mechanische System vertrauen. Am Ende hängt es von einem selbst als Fahrer-Typ ab, für welches der beiden Systeme man sich entscheidet. Wer viel Wert auf Komfort und reibungslose Schaltvorgänge legt, entscheidet sich für das elektronische.
Schaltgruppen von Shimano und Sram
Als Marktführer in diesem Segment ist Shimano bei den MTB-Schaltgruppen ganz klar als erstes zu nennen. Der japanische Qualitätshersteller mischt überall im Fahrradteile-Bereich vorne mit und bringt es auch bei den MTB-Schaltungen auf die breiteste Auswahl. Shimano nutzt dabei die sogenannte Rapid-Fire-Technologie. Bei solch einer breiten Auswahl an verschiedenen Schaltgruppen hat man sprichwörtlich die Qual der Wahl. Wichtig zu wissen ist zunächst einmal, dass also Schaltungen zuverlässig funktionieren. Material (Aluminium vs. Titan vs.
Im Allgemeinen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Schaltungs-Technologien von Shimano. Neben der Performance, dem Preis und dem Grad der Sportlichkeit hängt die Wahl der richtigen Gruppe auch stark vom Einsatzzweck ab. So handelt es sich zum Beispiel bei der Shimano Saint um eine reine Gruppe für die Gravity-Disziplinen Downhill- und Freeride. In dieser Liga spielt auch die Shimano Zee. Die Spitze nimmt ganz klar die XTR-Technologie ein. Diese gibt es wahlweise mit 1×12 oder mit 2×12 Gängen. Als Material setzt Shimano hier eine Mischung aus Carbon, Titan sowie hochwertigem Aluminium ein.
Wer dagegen preislich nicht gleich bis zum Maximum gehen möchte, erhält mit der XT-Gruppe immer noch eine herausragende Performance. Als Beispiel für eine gute Mittelklasse-Technologie von Shimano fungiert die Deore. Diese bildet klassischerweise den Einstieg in das sportliche Segment im MTB-Bereich. Somit hat die Gruppe Shimano Deore den Vorteil eines breiten Übersetzungsbereichs. Außerdem verhindert hier die Clutch-Technologie, dass das Schaltwerk an die Kettenstrebe schlägt.
Geht es weniger um das sportliche Fahren eines Mountainbikes als um das Tourenfahren mit günstigen MTBs oder ATBs, sind auch die Schaltgruppen Acera, Alivio und Altus gute Wahlen.
Der US-amerikanische Hersteller Sram ist sehr sportlich und innovativ ausgelegt. Er bietet eine Vielfalt an unterschiedlichen Schaltkomponenten an, die nicht ausschließlich als Gruppe erhältlich sind, sondern auch miteinander kombiniert werden. Bei Sram wird per „Grip Shift“ (Drehgriff) bzw. Bekannt ist Sram für den 2- und 1-fach-Antrieb, wobei auf der Weiterentwicklung der eigens herausgebrachten 1-fach-Variante derzeit der Fokus liegt. Diese Gruppen sind neben der mechanischen auch in der elektronischen Variante erhältlich und spiegeln den aktuellen Stand der Technik wider.
Das Top-Modell XX1 Eagle richtet sich mit seinem sehr geringen Gewicht und seiner bemerkenswert hohen Präzision zum Beispiel an Cross-Country-Fahrer aus dem Elite- und Rennbereich. Doch unabhängig von den absoluten Top-Gruppen hat Sram zahlreiche weitere Modelle im Angebot. Da fällt bei der Fülle an unterschiedlichen Schaltgruppen die Auswahl natürlich schwer. Auch bei Sram muss es nicht immer ein Top-Produkt wie die X01 Eagle sein. So hat für eine möglichst hohe Vielseitigkeit eine Schaltgruppe wie die Sram GX durchaus viel Sinn.
Preiswerter als eine der Top-Gruppen lässt sich die GX mit elf Ritzeln sowohl für Cross Country und Marathon als auch für den Bereich Allmountain einsetzen. Als Variante mit sieben Ritzeln passt die GX dann auch zur Kategorie Downhill. Für Innovationen und State-of-the-Art-Technik bekannt, hat Sram aber auch vielversprechende, preisgünstige Schaltgruppen zu bieten. Vergleichbar mit einer Shimano SLX, handelt es sich bei der Sram X9 um eine solide Schaltgruppe für sportliche Zwecke. Die 2-fach-Gruppe hat ein geringes Gewicht und weist ein präzises Schaltverhalten auf.
Übersetzung und Kurbelarmlänge
Die Berechnung der richtigen Übersetzung und die Auswahl derselben für den MTB-Antrieb ist für viele keine einfache Aufgabe. Zunächst hat man beim Antrieb die Wahl zwischen 1-fach-, 2-fach- und 3-fach-Exemplaren. Dabei schwören viele Biker auf Antriebe mit nur einem Kettenblatt. Diese haben den Vorteil, dass durch das Wegfallen eines Umwerfers Gewicht gespart wird. Außerdem generieren 1-fach-Antrieb heutzutage bereits eine große Bandbreite an Übersetzungen. 2-fach- und 3-fach-Antrieb bieten dagegen den Vorteil, dass bei ihnen die Abstände zwischen den verschiedenen Gängen kleiner ausfallen. Man findet hier also leicht den perfekt passenden Gang für sich.
Die Bandbreite der Kassette sollte groß genug sein. Indem man die Anzahl der Zähne des größten Ritzels mit jener des kleinsten Ritzels ins Verhältnis setzt, berechnet man sie. Diese Bandbreite ist mehr als vorzeigbar. Quintessenz: Wer es mehr auf das Klettern anlegt, wählt ein möglichst kleines Kettenblatt.
Man berechnet die Übersetzung einer Schaltung unter Einflussnahme des Kettenblatts, indem die Anzahl der Zähne des Kettenblatts durch die Anzahl der Zähne des jeweiligen Ritzels teilt. Die Laufradgröße nimmt Einfluss darauf, wie viele Meter man im jeweiligen Gang und mit dem jeweiligen Kettenblatt zurücklegt. Da ein 27,5″-Laufrad einen geringen Durchmesser als ein 29″-Laufrad aufweist, legt man mit diesem pro Kurbelumdrehung weniger Meter zurück.
Die meisten Radfahrer machen sich um die richtige Kurbelarmlänge auf Anhieb herzlich wenig Gedanken. Oft stehen Fragen wie jene zur passenden Rahmenhöhe mehr im Vordergrund.
Der Hintergrund ist der, dass man mit einer längeren Kurbel mehr Kraft aufbringen muss. Außerdem haben sich kürzere Kurbellängen in den Disziplinen Downhill und Freeride durchgesetzt, da sie mehr Bodenfreiheit bieten. Ohne komplizierte Formeln anzuwenden, kann man sich an folgender Faustregel orientieren: Größere Menschen mit mehr als 190 cm Körperlänge, sollten 180 mm lange Kurbeln verwenden. Kleinere Menschen von weniger als 160 cm sollten 165 bzw. 170 mm lange Kurbeln benutzen.
Bremsen und weitere Komponenten
An Mountainbikes sind Scheibenbremsen mittlerweile Standard. Was die Schaltgruppe angeht, unterscheiden sich die Wege bei den beiden Herstellern Shimano und Sram stark. Während Shimano die Gruppen auch als Komplettpaket plus Bremsen anbietet, tut Sram dies nicht. Lässt sich bei Scheibenbremsen zwischen hydraulischen und mechanischen Varianten unterscheiden, so haben die hydraulischen Scheibenbremsen an modernen MTBs eindeutig Vorrang. Schließlich sind mechanische Systeme deutlich anfälliger für Verschleiß, Rost und Dreck.
Für eine hohe Bremskraft kommt es dabei auf die Größe der Bremsscheibe an. Hier sind 180-mm-Scheiben ein weit verbreiteter Standard. Einen weiteren Faktor bildet die Hitzebeständigkeit. Besonders bei starker dauerhafter Belastung, laufen die Bremsen schnell heiß. Besonders schwerere Fahrer und solche, die die Bremsen oft schleifen lassen, haben damit Probleme. Deshalb bietet Shimano zum Beispiel Bremsscheiben mit einer Vorrichtung an, die Wärme ableitet.
Typen von Fahrrädern
- Mountainbikes: Gangschaltungen mit bis zu dreißig Gängen, dicke Reifen, stabile Bauweise mit einem breiten Rahmen - für Herausforderungen im unwegsamen Gelände gibt es das Mountainbike.
- Cityräder: Typisch für moderne Cityräder ist eine aufrechte Sitzhaltung, da so ein besserer Überblick möglich ist.
- Tourenräder: Tourenräder sind das, was man früher als ein „ganz normales“ Herren- oder Damenrad bezeichnete.
- Crossrad: Das Crossrad mutet wie eine Kreuzung aus Mountainbike und Rennrad an.
- E-Bikes: E-Bikes gibt es in unterschiedlichen Leistungsstufen. Sie werden unterteilt in E-Bikes und sogenannte Pedelecs.
Schaltungstypen im Überblick
Wer sich auf dem Fahrradmarkt umsieht, stößt auf eine große Anzahl verschiedener Schaltungstypen.
- Kettenschaltung: Mit ihrer hohen Verbreitung handelt es sich bei der Kettenschaltung um einen sehr wichtigen Schaltungstypen.
- Nabenschaltung: Nabenschaltungen begegnen uns besonders oft an City- und Alltagsrädern.
- Tretlagerschaltung: Dieser Schaltungstyp ist noch recht neu und unbekannt. Es handelt sich hier allerdings um ein sehr interessantes Konzept, dem einige Beachtung zu schenken ist.
Mit dem Aufkommen akkubetriebener Schaltungen vor einigen Jahren ist eine Diskussion entfacht. Die mechanische Schaltung hat schon lange ihre Daseinsberechtigung, wird aber stark von akkubetriebenen Systemen herausgefordert. In der elektronischen Schaltung findest du das augenscheinlich überlegende System vor. Zweifelsohne ist die Technologie fortschrittlicher, präziser und komfortabler als eine mechanische Schaltung.
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