Reifendruck Mountainbike Tabelle: Der Schlüssel zu optimaler Performance

Der richtige Reifendruck ist entscheidend für ein gutes Fahrgefühl, optimalen Grip und den Schutz vor Pannen beim Mountainbiken. Dabei hängt der perfekte Reifendruck besonders von der Felgenweite, der Reifenbreite, dem Fahrergewicht, dem Fahrstil und dem Untergrund ab.

Gibt es einen Richtwert für den Luftdruck bei Mountainbikes?

Ja, je nach Einsatzgebiet kannst du dich an den auf dem Reifen angegebenen Werte orientieren. Ein Mittelwert zwischen dem minimalen und maximalen Druck ist dabei immer ein guter Ausgangspunkt. Hiermit findest du ein gutes Verhältnis zwischen Grip, Geschwindigkeit und Komfort, ohne das Gefühl für den Untergrund und das Fahrwerk zu verlieren.

Wer auf sehr unterschiedlichen oder wechselnden Untergründen unterwegs ist, sollte sich ein Luftdruckmessgerät zulegen. Damit kannst du den Luftdruck auch unterwegs individuell an das Terrain anpassen. Viele Enduristen oder Trailfahrer starten am Fuße des Berges mit einem höheren Druck und senken diesen vor der Abfahrt wieder ab. So kann der Reifen bergauf mit weniger Rollwiderstand gefahren werden und bietet bergab Grip und Komfort.

Schnellstart-Hilfe

In der Regel hast Du mit 2,0bar/29psi bis 2,2bar/32psi genug Luft im Reifen, um Durchschläge zu verhindern und trotzdem ausreichend Traktion und Grip zu bekommen.

MTB-Luftdruck: Ausnahmen und Besonderheiten

Wer mit seinem Mountainbike auf ungewohntem Terrain unterwegs ist, kann und sollte vom üblichen Luftdruck abweichen. Auf Asphalt und gut befestigtem Untergrund kann der Druck schon mal um ein halbes oder sogar ein ganzes Bar erhöht werden. Aber Vorsicht - weniger Rollwiderstand bedeutet zwar höhere Geschwindigkeit, aber auch weniger Traktion. Weniger Haftung bedeutet wiederum einen längeren Bremsweg, da weniger Lauffläche auf dem Untergrund aufliegt.

Umgekehrt verhält es sich bei weichem Untergrund wie Schlamm oder Sand. Hier kann am unteren Ende des Mindestdrucks gefahren werden. Wer auf Sand fährt und sich sicher ist, dass der Reifen gut auf der Felge sitzt, kann diesen Wert sogar um 0,2 bar unterschreiten.

Wer nicht gerade ein All-Mountain-Bike in gemäßigtem Gelände fährt und vorne und hinten den gleichen Reifen hat oder ohnehin einen weichen Vorderreifen und einen härteren Hinterreifen fährt, kann am Vorderreifen etwas weniger Druck fahren als am Hinterreifen. Wir empfehlen auch hier mit 0,2 bar Unterschied zu beginnen. Wer zum Beispiel im Stadtverkehr fahren muss oder eine intensive Trainingseinheit auf der “Waldautobahn” absolviert, kann bis zu 0,5 bar Unterschied fahren. Dabei sollte der Vorderreifen weniger Druck haben, um möglichst viel Traktion und damit ausreichend Grip zum Kurvenfahren und Bremsen zu haben, während der Hinterreifen nur dem effizienten Vortrieb dient.

Auswirkungen des Reifendrucks auf den MTB-Reifen

Niedriger Luftdruck

  • Geringerer Rollwiderstand im Gelände
  • Höherer Komfort
  • Mehr Traktion

Hoher Luftdruck

  • Geringerer Rollwiderstand auf Asphalt
  • Höherer Durchschlagschutz
  • Mehr Stabilität des Reifens auf der Felge

Rollwiderstand, Traktion und Grip

Ja, es gibt ihn und er verhält sich im Gelände anders als auf asphaltierten Straßen. Allerdings spielt er bei modernen Mountainbikes zunächst eine sehr untergeordnete Rolle. Fahrwerk und Reifen moderner Bikes sind von den Herstellern bereits so gut aufeinander abgestimmt, dass es schon einiges an fahrerischem Können und Geschwindigkeit erfordert, um hier durch noch weniger Rollwiderstand wirklich schneller zu sein.

Je mehr Bodenkontakt, desto mehr Traktion. Viel Traktion ist die Grundvoraussetzung für Grip, aber viel Traktion bedeutet nicht immer mehr Grip. Der heilige Gral eines jeden Mountainbikers ist der richtige Grip zur richtigen Zeit. Greift der Reifen in den Untergrund ein und überträgt Lenkbewegung und Verzögerung ohne Übersteuern oder Rutschen, spricht man von Grip. Dies geschieht bei Vorder- und Hinterreifen unterschiedlich.

Wenn man mit einem voll aufgepumpten Reifen über ein Hindernis fährt, wird der Reifen beim Überfahren angehoben. Dies kann auf unebenem Untergrund mehrmals pro Sekunde geschehen. Dadurch geht jedes Mal Traktion und damit Schwung verloren, der Vortrieb verschlechtert sich. Sinkt jedoch der Reifendruck, sinkt das Hindernis in den Reifen ein, was Traktion und Vortrieb begünstigt. Durch das Nachgeben des Reifens verbessern sich zudem die Dämpfungseigenschaften.

Stabilität und Durchschlagschutz

Die Ausführungen zeigen, dass aus fahrtechnischer Sicht ein niedriger Reifendruck anzustreben ist. Dieser sollte jedoch nicht beliebig abgesenkt werden, da sonst die Stabilität des Reifens auf der Felge leidet und es zu Durchschlägen auf Wurzeln oder Steinen kommen kann. Bei zu niedrigem Reifendruck besteht die Gefahr, dass sich der Mantel in Kurven und beim Driften seitlich über die Flanke biegt oder sogar aus dem Felgenbett rutscht. Ein schwammiges Fahrgefühl ist die Folge von zu viel oder zu wenig Druck. Beides führt nicht selten zu Pannen und Stürzen.

Dass der Reifendruck nicht zu niedrig sein darf, ist auch aus Gründen des Pannenschutzes ratsam. Denn bei einem Durchschlag wird der Reifen durch ein Hindernis so stark komprimiert, dass er schließlich auf die Felge gepresst wird. Pannen und Beschädigungen der Felge oder im schlimmsten Fall ein Riss in der Felgenwand können die Folge sein.

Wie sollte der Reifendruck bei Fatbikes sein?

Fatbikes bieten mit ihren überdimensionierten Ballonreifen eine hohe Traktion und hervorragende Dämpfungseigenschaften. Durch das große Volumen der Reifen ist nur ein geringer Luftdruck nötig, ohne dass es zu Durchschlägen oder einem instabilen Fahrgefühl kommt. So ist ein Luftdruck von unter einem Bar nicht nur möglich, sondern bringt erst das richtige Fatbike-Feeling.

Auch bei den dicken Reifen gibt es eine Herstellerempfehlung auf der Reifenflanke. Diese sollte nicht über- oder unterschritten werden. Schließlich haben sich die Laufrad- und Komponentenhersteller bereits gezielt auf die montierten Reifen eingestellt. Wir empfehlen, mit 0,5 bar/7,3 psi bzw. dem empfohlenen Mindestdruck zu beginnen. Je nach Fahrergewicht und Gelände kann dieser Druck dann vorsichtig um 0,05bar/0,07psi erhöht werden. Ab 1 bar ist jedoch Vorsicht geboten. Auch wenn der Reifen es noch zulässt, stößt die Felge irgendwann an die Grenzen des physikalisch Machbaren.

Wie finde ich den idealen Luftdruck beim MTB?

Wenn du bereits alle Schritte durchlaufen hast und immer noch das Gefühl hast “es muss noch besser gehen”, helfen wir Dir hier, den idealen Luftdruck für deinen Reifen zu finden. Wir gehen davon aus, dass dein Bike technisch in Ordnung ist, Gabel und Dämpfer nach Herstellerempfehlung auf dein Gewicht und deinen Fahrstil eingestellt sind. Die Lager in Rahmen und Laufrädern sind in Ordnung und die Reifen sind nicht älter als zwei Jahre und haben noch mindestens 70% des Originalprofils.

Anschließend solltest du folgende Checks durchführen:

  • Fährst du das richtige Pedal? Passt es zu deiner Schuhgröße und deinem Fahrstil? Stehen Deine Füße auch richtig für Deine Mountainbike-Disziplin?
  • Sitzt Du mittig auf dem Rad? Kannst du dein Gewicht vom Hinterrad auf das Vorderrad verlagern und dabei eine Hand vom Lenker nehmen?
  • Dein Reifen ist grundsätzlich dem Einsatzzweck angepasst und nicht älter als zwei Jahre?

Wenn du bisher alles mit “Ja” beantworten konntest, musst du hier einen Kompromiss eingehen. So kannst du den maximalen Grip ODER die maximale Geschwindigkeit erreichen und hast bereits den idealen Reifendruck. Nun kannst du den Druck vorsichtig in 0,1 bar Schritten erhöhen, bis der Vorderreifen in aggressiven Kurven leicht rutscht. Das passiert kurz bevor er ausbricht. Damit bist du auf der “Speed”-Seite. Wenn Du nun den Luftdruck schrittweise um 0,1 bar reduzierst, bis das Hinterrad den Minimalwert erreicht, bist Du auf der “Grip-” Seite. Der Unterschied zwischen Vorder- und Hinterreifen sollte nicht mehr als 0,5bar betragen. Dies gilt auch bei unterschiedlichen Reifen.

Idealer ReifendruckTabelle

Grundsätzlich kannst du dich beim idealen Luftdruck an den vom Hersteller empfohlenen Werten orientieren. Meist liegt der ideale Luftdruck zwischen dem minimal und maximal zulässigen Reifendruck. Dieser Wert ist in der Maßeinheit bar oder psi auf der Seitenwand des Reifens - direkt neben der Reifengröße - angegeben. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Richtwerte handelt, da der optimale Reifendruck von der Reifengröße, der Beschaffenheit des Untergrunds und dem Gewicht des Fahrers abhängt. Wenn du also den richtigen Reifendruck für dein Fahrrad noch nicht kennst, achte während der Fahrt auf Rollwiderstand und Komfort - und variiere gegebenenfalls den Luftdruck. Wichtig: Achte darauf, dass der Reifen nicht zu weich wird, da dies das Pannenrisiko erhöhen kann. Als Faustregel gilt: Je breiter der Reifen, desto weniger Druck braucht er. So benötigen sehr schmale Rennrad-Reifen einen sehr hohen Luftdruck, um schnell über den Asphalt zu rollen. Da die robusten Mountainbike-Reifen härteren Bedingungen ausgesetzt sind und auch über Stock und Stein fahren, benötigen diese Fahrradreifen weniger Druck.

Fahrradreifen Druck: Tabelle für die verschiedenen Fahrradtypen

Damit du schneller weißt, welchen Druck dein Fahrradreifen braucht, haben wir eine Tabelle mit den empfohlenen Reifendruckwerten für verschiedene Fahrradtypen und deren Einsatzgebiete zusammengestellt.

Fahrradtyp Reifenbreite Reifendruck in bar Reifendruck in psi
Mountainbike 50 mm 3,0 44
Mountainbike 59 mm 2,0 29
Rennrad 25 mm 7,0 100
Rennrad 28 mm 6,0 87
Gravel Bike 35 mm 4,5 65
Trekkingrad 35 mm 4,5 65
Trekkingrad 40 mm 4,0 58
Trekkingrad 50 mm 3,0 44

Wichtig: Die empfohlenen Reifendruckwerte sind Richtwerte, die für eine durchschnittlich schwere Person (70 Kilogramm) und ein durchschnittlich schweres Fahrrad (12 Kilogramm) gelten. Du solltest daher den Luftdruck anhand verschiedener Faktoren an deine persönlichen Vorlieben anpassen. Bist du zum Beispiel schwerer, braucht der Reifen mehr Druck. Viele Reifenhersteller geben hier die Empfehlung: 1% pro Kilogramm. Bei E-Bikes solltest du wegen des zusätzlichen Gewichts von Motor und Akku ein halbes Bar dazurechnen.

Was ist der richtige Reifendruck beim Mountainbike?

Beim Mountainbiken kann der ideale Reifendruck stark variieren - je nachdem wo du fährst und welchem Bike du unterwegs bist. Bist du vor allem auf rauen Trails unterwegs, bietet ein niedrigerer Mountainbike-Reifendruck von etwa 2,0-2,5 bar (30-40 psi) eine bessere Traktion und Dämpfung auf unebenem Untergrund. Auf Asphalt und bei schneller Fahrt empfehlen wir einen Reifendruck von 2,5-3,0 bar (40-45 psi), um den Rollwiderstand zu verringern.

Mountainbiker, die besonders sportlich unterwegs sein wollen, sollten auf Tubeless-Systeme umsteigen. Da diese MTB-Reifen ohne Schlauch auskommen, ist die Gefahr eines Plattens geringer und du kannst mit weniger Druck fahren. So bist du nicht nur komfortabler, sondern auch mit mehr Traktion unterwegs.

Reifendruck für das Pedelec oder E-Bike

In der Regel unterschieden sich die Reifen auf Pedelecs oder E-Bikes nicht von Reifen bei Fahrrädern, die ausschließlich mit Muskelkraft betrieben werden. Auch bei Rädern mit Elektrounterstützung ist der minimal bis maximal zulässige Luftdruck an der Seite des Fahrradreifens abzulesen. Die Belastung der Reifen ist bei Pedelecs oder E-Bikes allerdings durch ihr größeres Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm - aufgrund von Motor und Akku - höher. Deshalb sind diese Räder oftmals auch mit robusteren und breiteren Reifen ausgestattet.

Für Trekkingfahrräder mit elektrischer Unterstützung gibt es zudem Spezialreifen. Diese haben dann einen verstärkten Aufbau und einen reduzierten Rollwiderstand.

Durch das Mehrgewicht von Akku und Motor bei Pedelecs oder E-Bikes brauchen diese Fahrräder in jedem Fall einen höheren Reifenruck. Auf den jeweiligen Richtwert in der Tabelle oben sollten nochmals rund zehn Prozent addiert werden.

Faustformel für den Reifendruck bei Pedelecs und E-Bikes:

Tabellenwert oben + prozentualer Zuschlag der Körpergewichtabweichung = Richtwert für Reifendruck + rund zehn Prozent Zuschlag für Gewicht von Motor und Akku.

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