E-Scooter Kosten, Preise und Vergleich: Welcher Sharing-Dienst ist der Beste?

Der Sommer 2019 war der Sommer der E-Scooter und auch drei Jahre später ist Micro Mobility ein großes Thema. Die elektrisch angetriebenen Roller mit Straßenzulassung sind aktuell für Preise zwischen 200 und 2.000 Euro zu kaufen (CHIP-Bestenliste), zudem gibt es viele Sharing-Anbieter, bei denen man die Scooter für Einzelfahrten per App mieten kann.

CHIP hat im Juli und im August fünf verschiedene Anbieter getestet, die in München verfügbar sind - und alle haben ihr für und wider. Die Platzhirsche unter den Sharing-Diensten für E-Scooter sind momentan Lime, Bird, Voi und Tier. Auch die E-Scooter von Bolt, die es noch nicht lange in München gibt, wurden von unseren Testern unter die Lupe genommen.

Die US-Firma Lime war zunächst das größte Unternehmen im Bereich Micro Mobility. Und auch wenn andere Sharingdienste in den letzten Jahren nachzogen, bleibt Lime einer der dominierenden Anbieter und ist allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz in 71 Städten vertreten. Bird ist der zweite große Anbieter aus Amerika, Voi aus Schweden ist der aktuell größte europäische Anbieter.

Mit Tier ist auch eine deutsche Marke im E-Scooter-Geschäft. Zudem war das estnische Mobilitätsunternehmen Bolt im Test vertreten, deren Elektroroller man mittlerweile in zahlreichen europäischen Städten mieten kann. Seit des Booms der E-Scooter vor drei Jahren kamen und gingen noch weitere Anbieter. So wurde das E-Roller Start-up Circ vom Konkurrenten Bird übernommen und die E-Scooter von Uber Jump gehören nun zu Lime. Der Anbieter Spin hat sich derweil vollständig vom deutschen Markt zurückgezogen.

Zwischen den bestehenden E-Scooter-Sharingdiensten gibt es Unterschiede bei der Zahlungsmethode, den Kosten - und natürlich bei den Scootern selbst. Im Allgemeinen sind die Unterschiede jedoch eher klein, folglich sind die Abweichungen der Noten eher fein und alle Anbieter im Gesamtbild zufriedenstellend.

Im CHIP-Test wurden die in München verfügbaren E-Scooter von Lime, Bolt, Tier, Voi und Bird geprüft. Um sie an ihre Grenzen zu bringen, haben wir sie rund um unser Bürogebäude in Giesing sowie an einer 393 Meter langen Steigung am Nockherberg gefahren, und zudem in unserem CHIP-Testlabor einige Messungen - etwa zur Beleuchtung - durchgeführt.

Testergebnisse der E-Scooter Sharingdienste

Alle Sharingdienste hatten ihre Vor- und Nachteile. Während Lime mit einem sehr guten Gesamtpaket zu einem relativ hohem Preis überzeugte, waren die Modelle von Bolt zwar leistungstechnisch schwächer, dafür aber preislich unter den getesteten Anbietern ungeschlagen. Tier glänzte mit der Bestnote für Sicherheit und der besten Ausstattung im Test. Voi bewies zwar sehr gute Verfügbarkeit und preisliche Fairness, sammelte jedoch Minuspunkte beim Fahrverhalten. Und der Letztplatzierte - Bird - bewies solide Leistungen im preislichen Mittelfeld.

In puncto Sicherheit fiel vor allem auf, dass alle E-Scooter bei einer Vollbremsung nicht die Vorderreifen blockierten und so das Unfallrisiko erheblich niedriger ist. Einen Blinker vermissten die Tester bei Lime, Bolt und Bird. Vor allem beim Fahrverhalten gab es Unterschiede. Während der Testsieger mit der Bestnote glänzte, ließen andere Modelle an einigen Stellen zu wünschen übrig. So fiel das Bergauffahren mit dem Roller von Bird am schwersten und Tier war mit einem Wendekreis von 210 Zentimetern weniger wendig als die anderen Testobjekte. Das Gewicht der Scooter schwankte von rund 24 bis rund 32 Kilogramm.

Im allgemeinen Fahreindruck schaffte Voi lediglich die Note „befriedigend“, da die Vollgummi-Reifen kantig wirkten und insbesondere das Kurvenfahren schwerfiel. Mit Blick auf die Ausstattung unterschieden sich die Testobjekte nur wenig, wenn man mal vom Drittplatzierten absieht. Der Scooter von Tier verfügt sogar über eine Handyhalterung, in der das Gerät kabellos geladen wird. In die Modelle von Bolt, Tier und Bird ist ein praktischer Tacho integriert. Im Allgemeinen vermissten die Tester bei allen Anbietern einen höhenverstellbaren Lenker, der bei den variierenden Körpergrößen der Nutzenden hilfreich sein könnten. Über das praktische Zusatzfeature, welches den Scooter klingeln lässt und somit die Suche erleichtert, verfügten sowohl der Testsieger als auch die Modelle von Bolt und Tier.

Bei den Scootern von Bird zeigte sich im Test, zumindest unter der Stichprobe, dass die Roller sich stark in ihrer Qualität unterschieden und insgesamt eher schlecht gewartet waren. Keine Unterschiede im Testfeld gibt es bei der Höchstgeschwindigkeit, alle erreichen maximal die per Gesetz als Obergrenze festgelegten 20 km/h, zudem haben alle Modelle eine Klingel und alle E-Scooter zeigen den Akkustand an. Generell waren die Unterschiede im Test selten enorm.

Dennoch lohnt es sich auf die individuellen Vor- und Nachteile der E-Scooter-Sharingdienste zu achten, um die für Sie persönlich interessantesten Features und das beste Angebot zu ermitteln.

Lime: Testsieger mit überzeugender Leistung

Das Mobilitätsunternehmen Lime ist der weltweit größte Anbieter für Leih-E-Scooter. Seit 2019 versorgt der US-Amerikanische Sharingdienst auch deutsche Städte. In den letzten Jahren hat sich nicht nur Micro Mobility im Allgemeinen, sondern auch der neongrüne E-Roller von Lime bewährt, und das, obwohl er am teuersten ist. Wer die Scooter nutzen möchte, muss 1 Euro zur Entsperrung und 25 Cent pro Minute bezahlen. Der Minutenpreis von Lime war der teuerste im Test.

Dennoch entschieden die Tester: Es lohnt sich - und wählten die Lime-Scooter zum Testsieger. Er überzeugte unter anderem mit dem kürzesten Bremsweg, dem kleinsten Wendekreis und teilte sich in den ersten Platz im Bergauffahren mit den Modellen von Bolt. Des Weiteren bietet Lime ein Entsperrpaket und ein Minutenpaket, sowie eine Tagesflat an, die eine häufige oder lange Nutzung preiswerter gestalten können. Folglich können Sie für 5,99 Euro im Monat die Scooter immer gratis entsperren und das von Ihnen gewählte Fahrzeug für 30 Minuten statt 10 Minuten kostenlos reservieren. Mit dem Minutenpaket fahren Sie eine Stunde für 5,99 Euro. Knapp 10 Euro günstiger als ohne das Paket. Lime ist der einzige Sharingdienst, der einen Tagestarif anbietet.

Die Größe des Unternehmens macht sich auch auf den Straßen bemerkbar. Die Einschätzung der Tester ergab, dass Lime im Raum München mit Abstand den größten Ausleihbereich hat und als einziger Anbieter auch außerhalb des Stadtkerns auftaucht. Auch mit Blick auf die geschätzte Scooteranzahl und die daraus resultierende Verfügbarkeit des Sharingdienstes schnitt Lime am besten ab. Interessant ist zudem, dass die Lime-Scooter um einiges besser abschnitten als noch vor drei Jahren im letzten CHIP-Test.

Bolt: Der Preistipp

Zum Preistipp schafften es die E-Scooter von Bolt. Sie bekamen im Test die Note „sehr gut“ (1,6) und folgten somit dicht auf den Testsieger. In der Preiskategorie erhielt der Anbieter die Bestnote 1,0. Für die Sicherheit, das Fahrverhalten und Ausstattung erhielt er die Wertung „gut“.

Der Preis für die Scooter von Bolt ist mit Abstand am niedrigsten, da für die Entsperrung kein Kosten anfallen. Die 19 Cent pro Minute können sowohl mit der Kreditkarte als auch PayPal bezahlt werden. Die große Besonderheit bei Bolt ist, dass man nichts für die Entsperrung des Scooters bezahlen muss.

Tier: Beste Ausstattung und Sicherheit

Die E-Scooter vom Sharingdienst Tier glänzten mit der „besten Ausstattung“ und der Bestnote „1,0“ in der respektiven Kategorie. Und auch in der Testkategorie Sicherheit schnitt Tier „sehr gut“ (1,0) ab. Zusätzlich punkten konnte der Dienst mit einem Blinker, die Ausleuchtung jedoch ließ auch hier zu wünschen übrig.

Nicht ohne Grund erhielt der E-Scooter von Tier den Titel „beste Ausstattung“. Er verfügt über einen Tacho, die Klingel ist gut erreichbar und eine Handyhalterung mit Qi-Ladegerät ist dabei. Zudem gibt es besondere Features wie den Scooter zur Suche klingeln zu lassen. Nur ein Trinkflaschenhalter fehlt.

Auffallend praktisch bei den Scootern von Tier ist die Handyhalterung mit Qi-Ladegerät, welche besonders, wenn man die Stadt mit dem Roller erkunden oder den Weg navigieren muss, von Vorteil ist.

Kostenübersicht und Zahlungsmethoden

Sämtliche Anbieter verlangen vor jeder Fahrt eine Aktivierungsgebühr beziehungsweise Entsperrungsgebühr. Diese liegt meist bei 1 Euro. Voi fordert nur 0,49 Euro für die Entsperrung und Bolt verzichtet ganz darauf. Die zusätzlich anfallenden Minutenpreise hingegen sind unterschiedlich und verändern sich aktuell auch recht schnell, zum Teil sind sie sogar von Stadt zu Stadt verschieden, da die Anbieter auf die jeweilige Nachfrage vor Ort reagieren.

Beispiel München: Während Voi, Bird und Bolt 19 Cent pro Minute verlangen, zahlen Sie bei Tier 24 Cent und bei Lime sind es sogar 25 Cent. Werfen Sie regelmäßig einen Blick in die App, um nicht von deutlich höheren Preisen überrascht zu werden, wenn es mal schnell gehen soll.

In der Regel kann die Fahrt mit der Kreditkarte bezahlt werden. Die meisten Sharingdienste bieten zusätzlich die Zahlung über PayPal an. Bei Lime, Tier, Voi und Bird können Sie in vielen Städten auch mit GooglePay bezahlen.

Mindestalter und Helmpflicht

Das Mindestalter für die Benutzung eines E-Scooters beträgt laut E-Scooter-Verordnung 14 Jahre. Allerdings muss jeder, der einen Sharing-Dienst in Anspruch nehmen möchte, mindestens 18 Jahre alt sein. Ein Helm liegt den Scootern ebenfalls nicht bei.

E-Scooter Kaufen: Was Sie Beachten Sollten

Tretroller mit Elektromotor, kurz E-Scooter genannt, liegen im Trend. Sie sind klein, leicht, klappbar und ähnlich schnell wie ein Fahrrad. Mit dem Unterschied, dass zur Fortbewegung keine Muskelkraft erforderlich ist. E-Scooter sind nur etwa einen Meter lang, wiegen 10 bis 15 kg und lassen sich mit wenigen Handgriffen zusammenfalten. So kannst Du Deinen Scooter mit in die Bahn nehmen oder in den Kofferraum legen. Damit sind die Geräte sehr gut zur Überbrückung der "last mile" geeignet, also den letzten Kilometern im Stadtverkehr.

Reichweite, Gewicht und Ladezeit

  • Reichweite: Typisch ist eine Reichweite von mindestens 20 km. Je nach Belastung und Streckenbedingungen fällt die Reichweite geringer aus, als angegeben.
  • Gewicht: Je leichter der Roller, umso geringer die Belastung für den Motor und umso höher die mögliche Reichweite.
  • Ladezeit: Achte beim Kauf auf die angegebene Ladedauer.
  • Reifen: E-Scooter mit Luftreifen haben durch ihre Dämpfung eine gute Bodenhaftung, selbst auf unebenen Wegen.

Straßenzulassung und Technische Anforderungen

Grundlage dafür ist die sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) vor, die am 15. Juni 2019 in Kraft getreten ist. Dort ist aufgelistet, welche Voraussetzungen für die Straßenzulassung eines E-Scooters gelten.

Außerdem muss das Fahrzeug die technischen Anforderungen erfüllen, was die Bremsen, die Beleuchtung und sonstige Sicherheitsanforderungen betrifft.

Empfehlungen

Hersteller und Händler von E-Scootern empfehlen, dass man beim Fahren unbedingt einen Helm tragen sollte. Gute Fahrradhelme gibt es schon für unter 50 € zu kaufen.

Ausgewählte E-Scooter Modelle

Unter den neuen eKFV-konformen Modellen zählt der IO Hawk Sparrow-Legal zu den preiswerteren Modellen. Etwas teurer ist der IO Hawk Exit Cross, der mit seinen 10-Zoll-Luftreifen gut für holprige Wege geeignet ist. Neue Modelle für den Straßenverkehr gibt es außerdem von der Firma Walberg Electrics aus Hamburg zu kaufen. Sie ist mit den Marken Egret und The-Urban am Start. Den preislichen Einstieg der StVO-Versionen bildet der Egret Eight V3. Das Flaggschiff von Egret ist der Egret-Ten V4 . Zur oberen Preisklasse gehört der Metz Moover.

Elektromobilität im Trend

Elektromobilität ist einer der großen Zukunftstrends unserer Zeit. Diese Art der Fortbewegung könnte dem Fahrrad oder dem Moped schon bald den Rang ablaufen. Denn Elektroroller sehen nicht nur gut aus, sondern verbrauchen auch keinen Sprit, stinken nicht und sind äußerst leise.

Der Roller muss zwischen vier und sieben Stunden aufgeladen werden, kostet keine Steuern und kann ohne Zulassung gefahren werden. Haben können Sie einen Elektroroller schon ab 200 Euro.

Vorteile von Elektrorollern

  • Umweltschonend: Besonders dann, wenn Du sie mit Strom aus erneuerbaren Energien lädst.
  • Geringe Unterhaltskosten: Weniger als einem Euro pro 100 Kilometer.
  • Ideal für den Stadtverkehr: Die Strecken sind meist relativ kurz, sodass Du mit den üblichen Reichweiten zwischen 30 und 100 km auskommt.

Akku-Technologie

Die meisten E-Roller werden entweder mit Blei- oder Lithium-Akkus angetrieben. Letztere sind zwar etwas kostspieliger, dafür aber deutlich leichter und punkten zudem mit kürzeren Ladezeiten. Von der Höhe der Ladekapazität in Amperestunden (Ah) hängen Reichweite und Durchzugskraft ab.

Leistung und Führerschein

Sehr einfach aufgebaute und günstige Elektroroller gibt es zum Beispiel von der Firma Forca. Sie sind sehr kompakt und lassen sich zumeist zusammenklappen. Einige Modelle sind mit einem Sattel ausgestattet, andere sind als Stehroller konzipiert. Trotzdem erreichen sie Geschwindigkeiten von 20 bis 45 km/h. Bis 25 km/h reicht eine Prüfbescheinigung aus, darüber ist ein Führerschein der Klasse B oder AM notwendig.

Größere Roller, die in ihrer Optik eher den Motorrollern gleichen und auch deren Alltagstauglichkeit bieten, haben meist eine Leistung von über 1 kW. Sie erreichen Geschwindigkeiten von 25 bis 45 km/h. In flachen Regionen bist Du in der Regel schon mit 2 kW ausreichend motorisiert. Musst Du häufiger Steigungen bewältigen, solltest Du ein Exemplar mit etwas höherer Leistung kaufen, zum Beispiel Elektroroller des Herstellers Kreidler.

Mit einigen Modellen - unter anderem mit den Rollern der L-Reihe von Kumpan Electric - lassen sich auch 2 Personen befördern.

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