Top Matschreifen im Test: Schwalbe, Continental & Maxxis

Für Mountainbiker, die auch bei widrigen Bedingungen nicht auf den Trail verzichten wollen, ist die Wahl des richtigen Reifens entscheidend. Matsch- und Winterreifen bieten den nötigen Grip, um auch auf nassen, schlammigen oder winterlichen Strecken sicher unterwegs zu sein.

Dieser Frage sind wir im Labor und auf dem Trail genauestens nachgegangen. Die Ergebnisse in der Übersicht:

Hintergrund: So haben wir Matschreifen getestet!

In enger Abstimmung mit den Herstellern wählten wir passende Reifenmodelle für unseren Test aus. Unser Testteam unter der Leitung von "Reifenflüsterer" Thomas Schmitt prüfte intensiv deren Seitenhalt, Grip, Antriebstraktion und Bremsverhalten.

Auch die Montagefreundlichkeit wurde getestet, jedoch nicht bewertet, da diese je nach Felge unterschiedlich ausfallen kann.

40 Minuten Testloop pro Reifen

Der von uns definierte Testloop, der sich über rund 40 Minuten erstreckte, bot eine Vielzahl anspruchsvoller Herausforderungen: Neben steilen Schotterauf- und -abfahrten beinhaltete die Runde auch einen losen, lehmigen Trail.

Nach anspruchsvollen Wurzel-Uphills folgten steile, rutschige Kurven. Im weiteren Verlauf mussten sich die Testreifen auf einem Trail mit hartem Boden sowie einem sandigen, steinigen Abschnitt mit Wurzeln bewähren.

Zum Abschluss sorgte eine Treppen-Batterie für aufschlussreiche Eindrücke hinsichtlich der Pannenschutzqualitäten der Pneus.

Im Labor auf den Gummi gefühlt

Parallel dazu führten wir eine Untersuchung im Labor der Ralf Bohle GmbH (Hersteller von Schwalbe) durch. Auf den Prüfständen wurden die Reifen in den Bereichen Rollwiderstand, Gewicht, Durchschlagschutz und Durchstichresistenz sowohl auf der Lauffläche als auch an der Seitenwand geprüft.

Die Ergebnisse aus den praktischen Tests sowie der Laboranalyse haben wir je nach Kategorie gewichtet und bewertet.

Fünf Matschreifen für Mountainbikes im Test

  1. Continental Hydrotal Downhill Super Soft 29 x 2,4" (💰 Kauftipp Matsch)

    Speziell für nasse und schmierige Angelegenheiten konzipiert, beeindruckt der Hydrotal dort so richtig: Tiefe Böden oder verschlammte Trails sind sein Metier, ebenso nasse Wurzeln. Eine Schwäche leistet sich der relativ leichte, zäh montierbare Pneu im Durchschlagschutz.

    Note Sehr gut (💰 Kauftipp Matsch)

    Preis 90 Euro

    Breite 59,1 mm

    Gewicht 1280 g

  2. Maxxis High Roller III DH Maxx Grip 29 x 2,4" (💰 Kauftipp Allround)

    Als Allrounder für tiefe Böden schickt Maxxis den legendären High Roller in dritter Generation. Im Labor punktet der schwere Reifen sehr gut. Extreme Nässe und Matsch bringen ihn an seine Grenzen, in losen Kurven und auf Schotter ist er hingegen top. Prima Alleskönner!

    Note Sehr gut (💰 Kauftipp Allround)

    Preis 80 Euro

    Breite 59,3 mm

    Gewicht 1394 g

  3. Michelin DH Mud Racing Line 29 x 2,3"

    Rutschige Schotterkehren scheut der DH Mud nicht, dafür eher den Matsch: Hier setzt er sich früher zu und geizt so etwas an Brems- und Antriebstraktion. Passabel im Durchschlag, schwächer im Durchstich. Cool: Das Profil lässt sich per nach schneidbaren Cutouts feintunen.

    Note gut

    Preis 62 Euro

    Breite 59,5 mm

    Gewicht 1327 g

  4. Schwalbe Dirty Dan Super Downhill Ultrasoft 29 x 2,35" (🏆 Testsieger 2024)

    Beim Pannenschutz brilliert der sehr breite, schwere Dirty Dan, auch beim Rollwiderstand ist er top. Im Gelände greift er in jeder Traillage beherzt zu, Wurzeln, aber auch tiefe Böden liebt er ebenso wie Kehren - Grip und Traktion sind stets super. Auch für fitte Tourenfahrer prima.

    Note Sehr gut (🏆 Testsieger 2024)

    Preis 75 Euro

    Breite 64 mm

    Gewicht 1392 g

  5. Specialized Hillbilly Grid Gravity T9 29 x 2.3"

    Die US-Antwort auf lose und tiefe Böden begeistert vor allem mit ihrem klebrigen Gummi: Auf (nassen) Wurzeln grippt der Hillbilly vorzüglich, ebenso ist der Pannenschutz sehr hoch. Im Matsch schwächer unterwegs, zudem setzt sich sein Profil schneller zu als bei den Spezialisten.

    Note Sehr gut

    Preis 60 Euro

    Breite 60,1 mm

    Gewicht 1396 g

Wichtig: Verhalten auf nassen Trails

Eine der wichtigsten Benimmregeln für Bikerinnen und Biker ist die Beachtung des Wetters: Sind die Böden nach tagelangem Regen durchgeweicht und vollgesogen, heißt es, entsprechend feuchte Trails zu meiden. Egal mit welcher Bereifung!

Reifenmodell Note Preis (Euro) Breite (mm) Gewicht (g)
Continental Hydrotal Downhill Super Soft Sehr gut 90 59,1 1280
Maxxis High Roller III DH Maxx Grip Sehr gut 80 59,3 1394
Michelin DH Mud Racing Line Gut 62 59,5 1327
Schwalbe Dirty Dan Super Downhill Ultrasoft Sehr gut 75 64 1392
Specialized Hillbilly Grid Gravity T9 Sehr gut 60 60,1 1396

Bei der Frage, welche Reifenart oder welcher Fahrstil besser für den Untergrund sind, scheiden sich die Expertenmeinungen. Matschreifen, die mit ihren groben Stollen etwas tiefer ins Erdreich greifen, hinterlassen punktuell mehr Spuren als ein Allround-MTB-Reifen. Dafür wälzt dieser schon beim leichten Wegrutschen mehr Boden um und fördert somit das Auswaschen von Trails.

Im Winter gibt es genug Ausreden, um nicht aufs Mountainbike zu steigen. Kurze Tage, widriges Wetter mit Matsch und der erhöhte Pflegeaufwand fürs Bike sind nur ein paar Gründe.

Mit den richtigen MTB-Reifen sieht die Winter-Welt jedoch schon wieder anders aus.

Denn obwohl moderne MTB-Reifen echte Allrounder sind und auf vielen Trails sehr starken Grip liefern, sind sie doch immer ein Kompromiss. Besonders im Winter, wenn auf den meisten Hometrails monatelang nasse und matschige Bedingungen herrschen, geraten Allrounder oft an ihre Grenzen.

Gerade bei mehreren Monaten schlechten Wetters, die viele von uns jedes Jahr erleben, ist es eine kluge Entscheidung, auf grobstolligere MTB-Reifen umzusteigen.

Diese speziellen Modelle sollen genau die Kontrolle und Traktion bieten, die auf nassen, rutschigen und matschigen Trails den Unterschied ausmachen.

Diese drei MTB-Reifen haben wir über Wochen hinweg durch klebrigen Schlamm, über nasse Wurzeln und durch steinige Passagen sowie (Schnee-)Matsch manövriert.

Mit einem geeigneten Winterreifen könnt ihr das Beste aus den winterlichen Trail-Bedingungen herausholen - und das mit weniger Aufwand und Materialeinsatz, als viele denken.

Im Prinzip reicht ein einzelner Winterreifen fürs Vorderrad aus, da dieser entscheidend für Kontrolle und Sicherheit auf dem Trail ist.

Falls ihr keine Lust habt, gleich zwei neue Reifen zu kaufen, könnt ihr euren alten Vorderreifen einfach nach hinten umziehen. So spart ihr nicht nur Geld, sondern recycelt gleichzeitig bewährtes Material und dafür eignet sich der angefahrene Vorderreifen wunderbar.

Unser Test hat eindeutig gezeigt: Der Umbau-Aufwand lohnt sich!

Wenn ihr ohnehin beim Umbau seid, könnt ihr die Gelegenheit gleich nutzen, euren MTB-Reifen etwas Pflege zukommen zu lassen: frische Tubeless-Milch einfüllen, das Ventil gründlich reinigen oder gegebenenfalls freiblasen.

Mit einer Investition von rund 100 € für Reifen und Dichtmilch und einer halben Stunde Arbeitszeit seid ihr für fünf Monate Winterspaß auf dem Bike bestens gerüstet.

Wir haben drei MTB-Reifen von den führenden Herstellern getestet, die speziell in winterlichen Bedingungen funktionieren sollen: Continental Hydrotal, MAXXIS Shorty und Schwalbe Shredda Front.

Alle Reifen wurden in der weichsten Gummimischung getestet, die die jeweiligen Hersteller anbieten - ein Muss für den Winter, um auch auf nassen Wurzeln, Matsch und rutschigen Trails optimale Kontrolle zu gewährleisten.

Mit Gewichten von 1.207 g (MAXXIS), 1.314 g (Continental) und 1.421 g (Schwalbe) zählen die getesteten Modelle zwar nicht zu den leichtesten Reifen, was aber auch zum größten Teil an der robusten Karkasse liegt.

Preislich liegen alle drei Modelle dicht beieinander und zwar zwischen 80 und 90 €.

Der Vorteil der robusten Karkassen: Ihr könnt den Luftdruck deutlich absenken, ohne dass ihr euch Sorgen um Durchschläge oder Pannen machen müsst.

In Sachen Breite gibt es auf dem Papier kaum Unterschiede. MAXXIS und Continental kommen in 2,4”, Schwalbe in 2,5”. Nachgemessen zeigen sich jedoch Differenzen: Die Modelle von MAXXIS und Schwalbe kommen jeweils auf 60 mm, während der Conti mit einer deutlich schmaleren Breite von 58 mm aufwartet.

Der MAXXIS Shorty hat sich in unserem Test als solider Reifen für winterliche Bedingungen entpuppt, zeigt jedoch Schwächen im tiefen Matsch. Besonders in Kurven fehlt es ihm im Vergleich zur Konkurrenz an Grip.

Beim Bremsen schlägt er sich hingegen besser, bleibt aber dennoch ein Reifen, der besser für intermediäre Bedingungen als für reinen Matsch gemacht ist, da die Seitenführung für nasse Rinnen oder tiefen Matsch nicht besonders stark ausgeprägt ist.

Wegen der kürzeren Stollen bietet der Shorty zwar nicht den maximalen Grip im Matsch, jedoch knicken diese auch nicht ein, wenn ihr mal auf trockeneren bzw. härteren Trails unterwegs seid, oder auch auf Steinplatten lenken wollt.

Das macht den MAXXIS Shorty zu einem guten Mittelding zwischen einem reinen Matschreifen und einem Sommerreifen.

Der Schwalbe Shredda bietet im Matsch ein sehr hohes Gripniveau und vermittelt dadurch viel Sicherheit. Auf festeren Böden, insbesondere auf Hard Pack wie Steinen, Wurzeln oder auch auf sandigeren Trails, die weniger matschig sind, zeigen sich allerdings die Grenzen des Designs.

Auf weichen Trails hingegen spielt der Shredda seine Stärken voll aus. Er bietet viel Sicherheit und überzeugt mit viel Kontrolle über das Vorderrad sowie eine sehr starke Selbstreinigung.

Der Continental Hydrotal bietet im Matsch hervorragenden Grip und vermittelt dadurch ein hohes Maß an Sicherheit. Die Stollen des Hydrotal sind stabiler als die des Shredda und sorgen für eine verbesserte Seitenabstützung.

Eine weitere Stärke des Hydrotal ist seine ausgezeichnete Selbstreinigung. Der große Abstand zwischen den Stollen verhindert das Festsetzen von Schlamm und sorgt dafür, dass der Reifen auch unter extrem matschigen Bedingungen effektiv bleibt.

Alle drei getesteten Modelle - der MAXXIS Shorty, Schwalbe Shredda und Continental Hydrotal - bieten ein spürbares Upgrade im Vergleich zu Standard-Allround-Reifen, insbesondere bei nassen und matschigen Bedingungen.

Doch wie schlagen sie sich, wenn der Untergrund härter wird? Auf Hardpack, wie Steinplatten, trockenen Böden oder sandigen Abschnitten, kämpfen alle drei Modelle mit der gleichen Herausforderung: Die langen Stollen sorgen für ein schwammiges Fahrgefühl, was die Kontrolle am Vorderrad reduziert.

Aber Steine und Wurzeln auf dem Trail bleiben auch im Winter hart und so müssen die Reifen auch hier noch ausreichend Kontrolle bieten. Der MAXXIS Shorty ist in dieser Kategorie der beste Allrounder. Seine kürzeren Stollen knicken weniger schnell ab, bieten aber dennoch eine gute Performance auf nassen Trails.

Die beiden anderen Modelle fühlen sich auf festeren Trail-Segmenten deutlich schwammiger an. Ihre längeren Stollen bieten dort wenig Seitenführung. Dafür punkten sie, sobald die Bedingungen richtig matschig werden. Hier setzt sich der Continental Hydrotal an die Spitze: Mit seinen schmaleren Abmessungen schneidet er sich besser in den Boden ein, während die stabileren Stollen für weniger Einknicken sorgen.

Der Unterschied mit MTB-Reifen für den Winter ist enorm: mehr Grip, Kontrolle und Spaß auf rutschigen Trails - und das bei minimalem Aufwand.

Der MAXXIS Shorty ist ein guter Allrounder und auch auf trockenen Böden noch solide. Im Matsch übernehmen jedoch Schwalbe Shredda und Continental Hydrotal die Führung, wobei der Conti mit mehr Grip und stabileren Stollen punktet.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0