Winterhose Radfahren Herren Test: Komfort und Leistung im Fokus

Wer im Winter gerne und viel mit dem Fahrrad, joggend oder auch zu Fuß unterwegs ist, wird gute wärmeisolierende, winddichte und mitunter regendichte Kleidung zu schätzen wissen. Insbesondere die perfekt belüfteten Modelle trägt man begeistert bei gemäßigtem Sommerwetter. Sie punkten zudem bei launischem Herbstwetter.

Materialien und Komfort

Der an allen getesteten Hosen eingesetzte Nylon-/Polyester-Elasthan-Mix beschert viel Bewegungsfreiheit, top Pedalierbarkeit und ein oft luftiges Tragegefühl. Unter dem Umwelt-/Nachhaltigkeitsaspekt ist erwähnenswert, dass Hersteller wie Ion, SQLab und Monserat ihre Hosen aus Recycling-Nylongarnen fertigen lassen, was deren Produktion ressourcenschonend gestaltet.

Eine entsprechende Jacke und wärmende Handschuhe sind in den Schränken vieler Sportler zu finden, aber besonders wichtig fürs Wohlempfinden ist auch Thermounterwäsche. Diese Baselayer-Schicht liegt direkt auf der Haut und sollte besonders weich und anschmiegsam sein.

Laut Hersteller besteht sie aus strapazierfähigem, wasserabweisendem Hypershell und ist von Innen mit weichem Fleece gefüttert. Die Knie sind für optimale Bewegungsfreiheit vorgeformt und sollte man doch mal etwas ins Schwitzen kommen, bietet die Hose eine Oberschenkelbelüftung mithilfe von Reißverschlüssen.

Passform und Einsatzbereich

Insgesamt betrachtet, tragen sich alle Bikehosen komfortabel, auch mit langen Enduro-Knieprotektoren darunter. Unterschiede werden bei der Passform deutlich, weshalb zur Anprobe vor dem Kauf geraten ist. Die für rauen (Renn-)Einsatz kreierte Hose punktet zudem mit praktischen Taschen plus effektiver Bundverstellung, verdient sich so eine Kaufempfehlung.

Nutzen lassen sich die getesteten, langen Bikehosen grundsätzlich im Frühjahr, Sommer und Herbst. Gymnastik, Yoga, Mountain-/Gravelbiken, Wandern? Unbedingt! Und getrost lassen sich die MTB-/Trail-Hosen ebenso auf Trekkingbike-Touren oder Pendlerstrecken fahren.

Andere Hosen wiederum sind weiter geschnitten und ähneln Lauf- oder Wandershorts. Sie wurden für Tourenradler, E-Biker und Touren-Mountainbiker entworfen. Die letzte Kategorie der hier getesteten Hosen sind robustere Hosen, die speziell für den härteren Mountainbike-Einsatz geschneidert wurden.

Besondere Modelle im Fokus

Van Rysel Radhose Winter RC100

Unter der Eigenmarke Van Rysel verkauft Decathlon Fahrradbekleidung, unter anderem auch die Thermohose Winter RC100 für winterliche Fahrten. Dabei soll das Material eine hohe Bewegungsfreiheit bieten, während das Medium Density-Sitzpolster Komfort für den Po bereithält. Dieses Polster soll eine Dichte von 100 kg/m3 und eine Dicke von 13 Millimetern aufweisen.

Abgerundet wird die Van Rysel Winter RC100 von neongelben Details und reflektierenden Elementen, die zu einer erhöhten Sichtbarkeit beitragen. Wer also als Anfänger in das winterliche Fahrrad-Training einsteigen möchte, macht bei einem Preis mit dieser Hose, die auch als Thermounterwäsche fungieren kann, sicher nichts falsch.

Schöffel: Wärmende Unterziehhose mit 3D-Polster

Die Unterziehhose Skin Pants Warm von Schöffel wurde speziell für kalte Tage entwickelt, um hohen Komfort zu bieten. Das 3D-thermogeformte Sitzpolster soll dabei durch gleichmäßige Druckverteilung für schmerzfreies Fahren sorgen. Das Material ist nach eigenen Angaben wärmend, atmungsaktiv, leitet Feuchtigkeit nach außen und trocknet schnell - ideal für lange Pendler oder lange Tagesausflüge.

S Essential Thermal Long Tight von Pas Normal Studios

Laut Hersteller soll sie sogar bei Temperaturen bis minus zehn Grad warm halten. Selbst bei eisigem Wind und einstelligen Temperaturen machte das Radfahren Spaß damit, dabei kann sie auch als Thermounterwäsche unter einer anderen Hose getragen werden. Die Essential Thermal Long Tight ist in drei Farben verfügbar.

Cyclist Thermo-Fahrradhose von Vaude

Die wattierte Cyclist Thermo-Fahrradhose von Vaude sieht aus wie eine Steppjacke für die Beine: Zwar leicht auftragend, aber dafür warm. Dabei kann sie laut Vaude praktischerweise über einer Jeans getragen werden und ist damit anders als die anderen Hosen kein Baselayer. Laut Hersteller wärmt die Thermohose mit einer leichten 60 Gramm-Isolierung und soll zudem eine winddichte Vorderseite ausweisen.

Revolution Race Hiball Pants

Nicht nur zum Fahrradfahren, sondern allgemein für sämtliche Outdoor-Aktivitäten eignet sich die Thermohose Hiball von Revolution Race, die ebenfalls kein Baselayer ist, aber viel Wärme verspricht. Das Kleidungsstück soll sich sogar auch zum Skifahren eignen. Für diesen Zweck lassen sich die Beinabschlüsse per Reißverschluss erweitern.

Weitere Aspekte beim Kauf

Es gibt unzählige Marken, Formen, Einsatzbereiche. Und doch haben sie alle eines gemeinsam: Sie müssen gut sitzen. Flachnähte treffen auf filigrane Silikon-Applikationen, Stretch-Materialien auf robuste, abriebfeste Stoffe, auch bei den Details greifen die Hersteller tief in die Trickkiste. Fahrradhose ist nicht gleich Fahrradhose.

Das Thema Sitzpolster ist so eine Sache. Die einen mögen es dick, die anderen dünn. Die einen wollen einen breiten, die anderen einen schmalen Sitz-Einsatz. Am Ende ist jedes Hinterteil anders. Wir haben im Test auf einen gesunden Mittelweg Wert gelegt.

Bodymapping bedeutet, dass die Hosen an unterschiedlichen Bereichen wie Trägern, Gesäß, an der Seite und an den Beinen aus verschiedenen Materialien gefertigt werden, um den unterschiedlichen Anforderungen wie Schweißtransport, Luftdurchlässigkeit oder Abriebfestigkeit gerecht zu werden.

Enge oder weite Passform?

Wir wollten wissen, welche Winterhose Biker am besten wärmt und haben sechs Modelle mit weiter und sechs mit enger Passform zum Test geladen.

Ob für Frauen oder Männer - die Anforderungen an Winterhosen sind auf jeden Fall komplex, denn die Unterschiede zwischen Körper- und Umgebungstemperatur sind im Winter besonders groß. Dafür verarbeiten die Hersteller innen angeraute Softshell- oder Windstopper-Materialien.

Wichtige Details für Schutz und Komfort

Wer eine neue Radhose für den Winter kaufen möchte, sollte dabei auf wichtige Details achten, die für Schutzfunktion und Tragekomfort entscheidend sind. Viele tragen unter der warmen Winter-Bib nämlich am liebsten ihre Lieblings-Sommerhose wegen des darin gewohnten Lieblingspolsters.

Nicht jede Fahrrad-Winterhose ist automatisch mit einer Membran ausgestattet, obwohl sich diese teildurchlässige Schicht, die Wind und Wasser aussperrt und gleichzeitig Schweiß in Form von Wasserdampf von der Haut nach draußen transportiert, als wirksamste Barriere gegen schnelles Auskühlen bewährt hat. Winterhosen ohne diese, manchmal etwas steife, Schutzschicht sind zwar günstiger und tragen sich entsprechend komfortabler, schützen dafür bei plötzlich aufkommendem Regen oder Graupel kaum.

Preisspanne und Material

Je besser und hochwertiger die Winterhose ausgestattet ist, desto teurer ist sie - wobei die Preisrange von Marke zu Marke extrem schwanken kann. Winterhosen fürs Rad haben mehr Material pro Quadratzentimeter, sind dichter gewebt und bieten mehr Spannkraft als eine klassische Sommerhose. Durch das größere Luftpolster können sie mehr Wärme speichern und gleichzeitig ein vorhandenes Sitzpolster perfekt in Position halten.

Wie dick und warm die neue Winterhose sein darf, hängt ab vom Einsatzzweck und dem persönlichen Wärmeempfinden. Wer schnell friert und lediglich ab und zu eine gemütliche Winterrunde drehen möchte, wählt entsprechend eine dickes und flauschiges Modell.

Träger, Bund und Kniepartie

Bei den Trägern haben sich Modelle aus einheitlich elastischem Material durchgesetzt und bewährt. Ein sehr hoher Bund wärmt die empfindliche Nierenpartie besser als ein flacher Bund, der lediglich bis zur Hüfte reicht. Um die empfindlichen Knie gegen Kälte und Nässe zu schützen, ist eine Membran an dieser Stelle sinnvoll, wenngleich dies die Kniepartie etwas steifer macht und ein Scheuergefühl entstehen kann.

Abschlussbund und individuelle Passform

Eine Winterhose an- oder auszuziehen, kann schweißtreibend sein und nerven, je widerspenstiger der Abschlussbund über die Knöchel rutschen will. Abgesehen von der individuellen Passform und den grundsätzlichen Entscheidungen pro und contra Sitzpolster und Ausstattung mit wind- und wasserabweisender Membran, sind die folgenden Kriterien entscheidend auf dem Weg zur passenden Winterhose.

Die Gorewear Distance Winter Trägerhose+

Die Gorewear Distance Winter Trägerhose+ wurde für sehr kalte Touren im Winter entwickelt. Sie schmiegt sich eng an die Haut an und trägt sich vor allem dank des weichen Fleece-Stoffs sehr angenehm. Zudem hielt das Thermo-Gewebe auch bei sehr niedrigen Temperaturen immer warm - auch während sehr langer Rennradtouren. Die Hose schützte im Test effektiv vor Spritzwasser und sogar länger anhaltenden Regenschauern.

Die mehrschichtige Schaumstoffkonstruktion des Sitzpolsters ist vergleichsweise dünn und fest, war auch bei sehr langen Ausfahrten sehr bequem. Die Gorewear Distance Winter Trägerhose+ ist ideal geeignet für lange Trainingseinheiten bei sehr kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt - und sogar darunter.

Vielseitigkeit im Frühjahr

Ein Vorteil dieser - teils leicht, teils stärker gefütterten - Langarmtrikots, der Thermo-Bib-Shorts und der Beinlinge: ihr enorm großes Einsatzgebiet. Im Winter können die langen Trikots etwa auch als „Midlayer“ zwischen dem Unterhemd und einer Thermo- oder Regenjacke eingesetzt werden. Die Passformen der in diesem Testfeld vertretenen Thermo-Bib-Shorts sind in den meisten Fällen mit jenen von Sommermodellen vergleichbar.

Lange MTB-Hosen für Herbst/Winter

Wenn sich das Wetter zwischen warm und kalt, trocken und feucht mal wieder nicht entscheiden kann, machst du mit einer dieser neun Longpants alles richtig. Herbsttauglich müssen sie sein, sollen also bei kühlerem oder feuchtem Wetter warm halten, dürfen aber dabei nicht zu schwitzig werden.

Die Palette der getesteten Modelle reicht von der ultrabequemen Multisporthose mit Merino-Anteil von Supernatural bis hin zur hochtechnischen Norrøna mit Gore-"Infinium"-Material und getapeten Nähten. Neben den Unterschieden haben die Hosen aber auch eine Gemeinsamkeit: Sie wärmen. Wer vollen Windschutz wünscht und zusätzlich Wert auf Nässeschutz legt, sollte die beiden Modelle aus Gore-"Infinium"-Material (Gore und NorrØna) checken.

Die Wärmeleistung der Testmodelle staffelt sich wie folgt: Alle, die Wärme wünschen, aber schnell ins Schwitzen geraten, sollten die leichteren Hosen von Supernatural, Rapha und Pearl Izumi ins Auge fassen. Sie bieten mittlere Isolierung und bleiben auch bei höherer Belastung überwiegend schwitzfrei. Einen Tick wärmer wird es mit den Modellen von Cube, Monserat und Mons Royale sowie der preiswerten Endura.

Die Endura beweist, dass eine vielseitige, ausreichend warme Herbsthose kein Vermögen kostet. Als Allrounder für Trailrides, Bikepacking-Touren und zum Pendeln ist sie prima geeignet. Wer das Augenmerk auf stärkeren Nässeschutz legt, wird mit der sportlich geschnittenen Gore glücklich, noch mehr Allwettertauglichkeit bietet die sündteure, toll gemachte Norrøna, die sich dafür minimal schwitziger trägt.

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