Das Mountainbiken erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Doch wo darf man eigentlich mit dem Mountainbike fahren? Die Antwort ist von Region zu Region unterschiedlich, da die Einzelheiten von den Bundesländern geregelt werden.
Wir haben Stefan Loibl, BIKE-Redakteur, überredet, die 14 besten Mountainbike-Trails in Deutschland herauszupicken. Im Jahr 2017 fuhr BIKE-Redakteur Stefan Loibl mithilfe der MTB-Community vom Alpenrand bis Hamburg.
Die 14 besten MTB-Trails in Deutschland
- Hasselbach-Graben-Trail - Eifel: Nicht weit von Aachen entfernt, sticht dieser Trail am Ende der Staumauer der Dreilägerbach-Talsperre in den Wald. Als eine Art Waalweg mit Wurzelteppichen und Absprungsteinen bespaßt er ganze drei Kilometer lang.
- Püttner Trail - Fichtelgebirge: Der Feierabend-Lieblings-Trail der Cube-Belegschaft. Nach 400 Höhenmetern folgt eine spaßige, sieben Kilometer lange Singletrail-Abfahrt nach Waldersdorf.
- Huber-, Kloster-, Larry-Trail - Würzburg: Das gesamte Maintal vor den Toren der Stadt ist durchzogen von kurvenreichen Flowtrails. Wer einen neuen Trail entdeckt hat, darf ihm seinen Namen aufstempeln.
- Steinwald-Singletrail - Naturpark Steinwald: Der längste Trail, den Stefan auf seinen beiden Deutschland-Querungen aufgespürt hat. Über sieben Kilometer windet sich der Pfad durch den Steinwald.
- Fellingshausen-Trail - Dünsberg: Direkt hinterm Keltentor, parallel zur Straße, rollt sich dieser Pfad in den Wald aus. Handtuchschmal und zwei Kilometer lang windet er sich um die Baumstämme.
- Kahler Asten, Hoher Knochen - Hochsauerland/Winterberg: Natürliches Gegenprogramm zum Trubel im Winterberger Bikepark bieten die Trails über den Kahlen Asten (842 m) und den Hohen Knochen.
- Jurasteig - Naabtal/Oberpfalz: Der perfekt ausgeschilderte Jurasteig dreht eine 237 Kilometer lange Runde unter anderem durchs Altmühl- und Naabtal.
- Altmühltaler Panoramaweg - Nordbayern: Entlang der Uferhänge der Altmühl fließen parallel die Trails. Es warten viele Wurzeln und Aussichtspunkte, aber auch böse Stiche bergauf.
- Niedere Bleick - Ammergauer Alpen: Die Niedere Bleick (1590 m) bei Füssen gehört zu diesen - wenn auch steilen - Ausnahmen. Und diese Mühe wird natürlich mit Alpen- und Seenblick belohnt.
- Nurtschweg - Oberpfälzer Wald: Der Nurtschweg ist ein alter Schmugglerweg entlang der tschechischen Grenze und wurde als Fernwanderweg lückenlos ausgeschildert.
- Hemmkoppe - Thüringer Wald/Saaletal: Über dem kleinen Städtchen Ziegenrück an der Saale erhebt sich die Hemmkoppe mit ihrem sensationellen Gratrücken.
- Mühlhäuser Landgraben: An manchen Stellen schießt dieser Trail heute genau durch diesen Graben. Die aufgeschütteten Wälle sind streckenweise noch gut zu erkennen.
- Eberhard-3-Trail - Steigerwald: Eine nicht enden wollende Pfadspur durch seltene Rotbuchen-Urwälder. Von allen Trails, die Stefan auf seinen zwei Deutschland-Durchquerungen erlebt hat, ist der Eberhard 3 sein Favorit.
- Deister-Trails - Calenberger Bergland bei Hannover: Kein Wunder also, dass sich die Biker-Gemeinde der Stadt hier ein kleines, aber feines Refugium geschaffen hat.
Gesetzliche Regelungen zum Mountainbiken in Deutschland
Viele Regelungen fürs Radfahren und Mountainbiken sind in den Waldgesetzen der einzelnen Länder festgeschrieben. Denn tatsächlich gibt es innerhalb Deutschlands starke Unterschiede, wer wo und auf welchen Wegen fahren darf. Wir haben ein paar Ausschnitte aus den Gesetzen für euch aufgelistet.
- Bayern: "Das Radfahren [...] ist im Wald nur auf Straßen und geeigneten Wegen zulässig."
- Baden-Württemberg: "[...] Das Radfahren [...] [ist] nur auf Straßen und hierfür geeigneten Wegen gestattet. [...] Nicht gestattet [ist][...] das Radfahren auf Wegen unter 2 m Breite [...]"
- Berlin: "Radfahrer dürfen alle Waldwege (Straßen und Wege) benutzen."
- Brandenburg: "Auf Wegen [ist] das Radfahren [...] gestattet. [...]. In der freien Landschaft darf jede Person private Wege und Pfade [...] befahren [...]"
- Bremen: "Straßen und Wege in Wald und Flur dürfen, soweit sie sich dafür eignen, mit Fahrrädern ohne Motorkraft [...] befahren werden".
- Hamburg: "Das Radfahren (ohne Motorantrieb) [...] im Wald ist nur auf Straßen und Wegen gestattet"
- Hessen: "Radfahren [...] ist im Wald auf befestigten oder naturfesten Wegen gestattet [...]"
- Mecklenburg-Vorpommern: "Das Fahren mit [...] Fahrrädern ohne Motorantrieb sowie elektromotorunterstützten Fahrrädern bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 26 Kilometern pro Stunde ist nur auf Waldwegen und privaten Straßen im Wald auf eigene Gefahr gestattet [...]"
- Niedersachsen: "Das Fahren mit Fahrrädern ohne Motorkraft [...] ist auf tatsächlich öffentlichen Wegen gestattet."
- Nordrhein-Westfalen: "(2) Absatz 1 gilt sinngemäß auch für das Radfahren, ausgenommen die Benutzung motorgetriebener Fahrzeuge [...] auf Straßen und festen Wegen".
- Rheinland-Pfalz: "Radfahren [...][ist] im Wald nur auf Straßen und Waldwegen erlaubt"
- Saarland: "Das Radfahren [...] ist nur auf Straßen und Wegen gestattet."
- Sachsen: "Das Radfahren [...] ist nur auf Straßen und Wegen gestattet."
- Sachsen-Anhalt: "Das Befahren der freien Landschaft mit Fahrrädern [...] ist außer in den Fällen des Absatzes 3 nur auf Wegen gestattet."
- Schleswig-Holstein: "Das Betreten in der Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis zu einer Stunde vor Sonnenaufgang (Nachtzeit) ist auf Waldwege beschränkt. Auch bei Tage auf Waldwege beschränkt ist das Radfahren [...]".
- Thüringen: "[...]Radfahren ist auf dafür geeigneten, festen und befestigten Wegen sowie Straßen, auf denen forstwirtschaftliche Maßnahmen nicht stattfinden, gestattet. [...] Motorsport im Wald ist grundsätzlich verboten. Innerhalb des Waldes sind [...] das Rad fahren, insbesondere das Mountainbiking, abseits fester Wege und Straßen nur mit Zustimmung des Waldbesitzers zulässig."
Die Singletrail-Skala (STS)
Die Trails werden auf Grundlage objektiver Charakteristika unter idealen Bedingungen wie ausreichendem Tageslicht und trockenem Untergrund eingestuft.
- Leicht (blau) = S0 - S1: Auf dem Trail gibt es voraussichtlich kaum Tragestrecken und keine exponierten Passagen. Fahrtechnik für leichtes Gelände sollte vorhanden sein.
- Mittel (rot) = S2: Hier kann es passieren, dass ihr euer Rad tragen müsst. Außerdem solltet ihr auf exponierte Passagen vorbereitet sein.
- Schwer (schwarz) = S3 - S5: Auf diesen Trails kann es lange Tragepassagen und ausgesetzte Stellen geben.
Mountainbike verkehrssicher machen
Ein geländegängiges Mountainbike ist eigentlich nicht für den Stadtverkehr gedacht. Damit ein Mountainbike den gesetzlichen Vorschriften entspricht, müssen Sie diverse Beleuchtungseinrichtungen und Reflektoren anbringen. Darüber hinaus ist eine Klingel vorgeschrieben.
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