Fahrradfahren ist in Deutschland die beliebteste Outdoor-Aktivität, noch vor Schwimmen, Wandern und anderen Sportarten. Das hat gute Gründe, denn Radfahren bietet zahlreiche Vorteile für Körper und Geist.
Die positiven Auswirkungen auf die Psyche
Über den französischen Philosophen Jean-Paul Sartre wird berichtet, dass das Radfahren seine geistige Aktivität derart angeregt hat, bis er mitunter so tief in seinen Gedanken versunken ist, dass er alles um sich herum vergaß - und schließlich im Straßengraben landete. Dies sei ihm sogar mehrfach passiert. Die allermeisten haben die Stimmungsaufhellung durch das Radfahren bereits selbst erlebt. Wissenschaftlich erklärt wird dieser Vorgang durch die Ausschüttung von Serotonin und Endorphin durch den Körper. Auch in anderen Sportarten ist dieser Effekt zu beobachten, etwa beim „Läufer-High“.
Es ist ein besonderes Wohlgefallen, wenn man die nähere und weitere Umgebung auf dem Fahrrad entdecken und erleben kann. Auch hier belegen Studien, dass die psychische Gesundheit durch das Fahrradfahren befördert wird.
Fachleute schreiben dem Radfahren aufgrund seiner gleichmäßigen, zyklischen Bewegungsform eine hohe entspannende Wirkung zu: Es werden sogenannte Stressoren abgebaut - eine emotionale Harmonie und ein positives Körpergefühl breiten sich aus, manchmal sogar schon nach kurzer Fahrt. Bewegungsmangel, Übergewicht oder Fettleibigkeit können hingegen mit psychologischen Probleme einhergehen.
Bei Ausdaueraktivitäten wie Radfahren werden nach 30 bis 40 Minuten die Glückshormone Endorphin und Adrenalin ausgeschüttet. Wer oft Ausdauersport treibt, ist psychisch stabiler und weniger anfällig bei Stress.
Studien legen nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, besserer Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden ist. Besonders Pendler, die das Fahrrad für den Arbeitsweg nutzen, berichten von mehr Freude am täglichen Weg und einer besseren allgemeinen Gesundheit. Zudem sind Rad-Pendler seltener krankgeschrieben - im Schnitt fehlen sie rund einen Tag pro Jahr weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen, die andere Verkehrsmittel nutzen.
Radfahren tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch der Seele. Es sorgt dafür, dass Sie den Kopf freibekommen, sich erholen und ganz auf sich selbst konzentrieren können. Schalten Sie den Alltagsstress einfach ab und bringen Sie Ihren Körper in Schwung. Rauf auf's Bike!
Gesundheitliche Vorteile für Körper und Geist
Ein weiterer Vorteil des Radfahrens besteht darin, dass bis ins hohe Alter eine sportliche Betätigung möglich ist, ohne den Körper übermäßig zu belasten. Bei kaum einer anderen Freizeitaktivität lässt sich die Belastung so gut über einen weiten Bereich kontrollieren. Wer eine schonende Fahrt erleben will, kann sich ebene Streckenprofile aussuchen und dabei so langsam fahren, wie er oder sie möchte. Mit den heutigen Möglichkeiten dank E-Bikes lassen sich auf Wunsch noch feiner abgestimmte Belastungen erreichen.
- Herz und Kreislauf: Zahlreiche Studien haben bereits untersucht, wie sich das Radfahren auf Herz und Kreislauf auswirkt. Beispielsweise kommt eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Ergebnis, dass fünfmal wöchentlich eine halbe Stunde moderates Radfahren das Risiko eines Herzinfarkts um 50 Prozent reduziert. Radeln entlastet das Herz, senkt den Blutdruck und das Risiko von Gefäßverengungen. Auch die Cholesterinlevel werden durch die Bewegung auf dem Rad verbessert.
- Immunsystem und Lunge: Bei diesem Aktivitätslevel wird im gleichen Atemzug auch die Lunge samt Immunsystem gestärkt. Die verhaltene Betätigung an der frischen Luft regt die körpereigenen Abwehrkräfte an.
- Gelenke und Rücken: Zudem werden die Gelenke durch das Radfahren entlastet, da das Körpergewicht weitgehend vom Fahrrad getragen wird. Gerade wer gesundheitliche Probleme hat und hohe Belastung vermeiden soll, findet aus diesem Grund den Weg auf das Fahrrad. Insbesondere gilt dies bei vorhandenen Rückenbeschwerden.
Radfahren ist gut für den Rücken
Häufige Ursache für Rückenleiden kann sowohl Bewegungsmangel als auch eine ständige, falsche Belastung der Rückenmuskulatur sein. Radfahren gehört zu den rückenschonenden Aktivitäten. Es kräftigt die Rückenmuskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule durch Stärkung der kleinen Stützmuskeln um die einzelnen Wirbelkörper herum. So werden Verspannungen gelöst. Wenn der Rücken schmerzt, kann Radfahren helfen. 15 bis 20 Grad Oberkörperneigung reichen, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt über die Pedalposition zu bringen.
Die Tretbewegung kräftigt dann vor allem die untere Rückenmuskulatur und den Bereich der unteren Wirbelsäule. Je stärker der Rücken geneigt wird, desto mehr Kraft kann auf die Pedale gebracht werden - dafür muss aber die Rückenmuskulatur entsprechend ausgebildet sein.
Die Neigung des Oberkörpers mit aktiver Rückenmuskulatur schützt auch die Bandscheiben vor Überlastung, und die Fahrbahnstöße können durch das Einfedern mit den Beinen abgefangen werden.
Radfahren ist gut für Herz und Kreislauf
Regelmäßiges Radfahren kann Herz-Kreislauf-Störungen vorbeugen und verringert das Risiko einer im mittleren Lebensalter häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankung um das 20-fache. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt fünfmal in der Woche 30 Minuten Bewegung, um dem Bewegungsmangel und den daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten entgegenzuwirken.
Es geht dabei nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um mäßige, aber regelmäßige Bewegung. Der Effekt: Bei Radfahrerinnen und Radfahrern kann das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen um bis zu 50 Prozent sinken.
Regelmäßiges Radfahren bringt den Blutkreislauf auf Trab. Herz und Kreislauf werden weniger belastet und arbeiten fortan ökonomischer. Auch die Durchblutung des Herzmuskels in den Koronararterien wird positiv beeinflusst. Vor allem wer länger als 30 Minuten Rad fährt, verbessert seine Herzfunktionen.
Zudem wird Cholesterin abgebaut, das die Blutgefäße verkalken lässt. Die Adern werden wieder flexibler, das Herz-Kreislauf-System insgesamt wird trainiert und erreicht eine höhere Leistungsfähigkeit. Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert die Gefahr eines Herzinfarktes um bis zu 50 Prozent.
Radfahren befreit die Atemwege
Auch die Lunge profitiert vom Rhythmus des Radfahrens und wird gleichmäßig mit Sauerstoff gefüllt. Weitere Vorteile: kräftigere Atemmuskulatur, bessere Ventilation der Lunge und Schutz vor Infekten.
Für Betroffene von dauerhaften Atemwegserkrankungen kann moderates Radfahren eine wichtige Therapie-Ergänzung sein. So empfehlen Mediziner:innen bei chronischer Bronchitis ein mäßiges Ausdauertraining zu Fuß oder per Rad, ohne Steigungen bei geringer bis mäßiger Belastung. Auch für Asthma-Patient:innen wird Radfahren als Ausdauersportart mit gleichmäßiger Belastung empfohlen, um die Gefahr von Asthma-Anfällen, die bei körperlicher Anstrengung auftreten, zu reduzieren.
Radfahren ist gut für die Gelenke
Wer viel sitzt, kann beim Radfahren einen Bewegungsausgleich für die großen Hauptgelenke an Knien, Hüften und Schultern schaffen. Schon relativ kurze Belastungszeiten ab zehn Minuten helfen den Gelenken.
Durch seine zyklischen Bewegungsabläufe ist Radfahren besonders gelenkschonend. Weil das Gewicht des Körpers zu 70 bis 80 Prozent im Sattel lagert, werden die Kniegelenke beim Radfahren wesentlich weniger belastet als etwa beim Joggen. Durch die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung können die Gelenkknorpel optimal mit Sauerstoff versorgt werden - und werden vor Arthrose geschützt.
Radfahren ist gut für die Muskeln
Schon eine Woche Inaktivität kann die Kraft der Muskulatur um die Hälfte herabsetzen. Ab 30 Jahren schrumpfen Muskeln. Radfahren kann das aufhalten. Schon zehn Minuten Radfahren haben einen positiven Effekt auf die Muskulatur.
Wer richtig radelt, kann fast die gesamte Muskulatur des Körpers trainieren: Die fürs Treten zuständige Beinmuskulatur, die den Körper stabilisierende Rumpfmuskulatur an Bauch und Rücken sowie die Schulter-Arm-Muskulatur, die den Körper am Lenker abstützt.
Durch regelmäßiges, moderates Ausdauertraining steigt die Fettverbrennungskapazität der Muskulatur. Neue Blutgefäße wachsen in die Muskulatur ein, die dadurch besser durchblutet und leistungsfähiger wird.
Radfahren kurbelt den Fettstoffwechsel an
Wer viel im Sitzen arbeitet, hat oft mehr Fettreserven als notwendig. Mit Radfahren ist es möglich, diese Reserven als Energiequelle anzuzapfen. Wer sportlich aktiv ist, erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin, das als Schutzfaktor vor Herz-Kreislaufkrankheiten gilt. Das gefährliche LDL-Cholesterin - verantwortlich für die Verkalkung der Blutgefäße - wird hingegen abgebaut.
Leichtes Radfahren verbraucht rund vier bis fünf Kalorien pro Minute. Wer 45 bis 60 Minuten moderat Rad fährt, kann den Fettstoffwechsel ankurbeln.
Radfahren als soziale Aktivität und Naturerlebnis
Natürlich kann man alleine Rad fahren, aber es ist auch sehr schön, eine gemeinsame Radtour zu machen. Während des Radfahrens können Sie sich unterhalten, lachen und zuhören. Es beginnt alles mit dem Schulbesuch; Kinder fahren selten allein zur Schule. Wenn sie gemeinsam durch Wind und Wetter radeln, schaffen sie schnell eine Verbindung. Um sich emotional gut zu entwickeln, ist es wichtig, soziale Kontakte zu haben. Eine Fahrradtour mit Freunden kann Ihnen dabei helfen!
Am anderen Ende des Radfahrspektrums steht die sportliche Betätigung auf dem Rad. Das Fahrrad lässt sich natürlich beliebig intensiv nutzen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich richtig auspowern, die eigenen Leistungsgrenzen ausloten und immer weiter ausdehnen. Über die Jahre lässt sich der Körper über die gesetzten Trainingsreize nach den eigenen Vorstellungen formen. Wer sich im Wettkampf mit anderen Athleten messen will, findet nicht nur viele neue Freunde und Gleichgesinnte, sondern steigert sein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Auch hier gibt es ein unglaublich großes Spektrum, in dem jeder Interessierte sein passendes Angebot finden kann.
Manchmal merkt man erst, wie schön die Natur ist, wenn man durch sie radelt. Vom Auto aus geht die Landschaft viel schneller an Ihnen vorbei. Auf dem Fahrrad sieht man noch viel mehr. Es ist auch gesund, regelmäßig in der Natur zu sein, die Stimmung verbessert sich, Sie haben weniger negative Gedanken und Sie erleben weniger Stress. Auch Ihre mentale Müdigkeit nimmt ab. Im Freien zu sein, stellt sicher, dass Sie genügend Vitamin D aufnehmen.
Selbstverständlich gibt das Fahrrad auch im Urlaub einen wertvollen Begleiter ab. Nicht umsonst haben sich Radreisen als eine beliebte Urlaubsbetätigung etabliert. Kein anderes Fortbewegungsmittel erlaubt eine solche direkte, unmittelbare Erfahrung der Natur, ist dabei derart flexibel und bietet gleichzeitig eine große Reichweite.
Radfahren und Umwelt
Rad fahren ist Mobilität ohne schädigende Klimagase. Es spart Platz und ist geräuscharm. Deutschland hat sich in seinem Klimaschutzgesetz verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen um bis 2030 um 65 % gegenüber dem Jahr 1990 zu mindern. Um die Treibhausgas-Emissionen zu senken ist es daher sinnvoll, Fahrten des Pkw-Verkehrs auf den Umweltverbund zu verlagern.
Der Verkehrsträgervergleich des Umweltbundesamtes zeigt, dass durch Rad- und Fußverkehr rund 166 g Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer gegenüber dem Pkw eingespart werden können. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Berufspendlerin oder Berufspendler, die oder der je 5 km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt, durch Verzicht auf die Autonutzung im Jahr durchschnittlich rund 365 kg CO2-Emissionen einsparen kann. Der Radverkehr ist somit gemeinsam mit dem Fußverkehr die klimaschonendste Fortbewegungsart.
Auch bei Luftschadstoffen wie Feinstaub (PM10), Stickoxiden (NOx) etc. gilt der Straßenverkehr als einer der Hauptverursacher. Neben den Problemen, die durch den fließenden Autoverkehr verursacht werden, stellt auch der ruhende Verkehr in vielen Fällen einen kritischen Punkt für die Umwelt dar. Der Flächenverbrauch von Fahrrädern ist in dieser Hinsicht um ein Vielfaches geringer, was dazu beiträgt die Umwelt zu schonen und damit auch die Lebensqualität der Menschen zu steigern, vor allem in den größeren Städten. Auf jedem einzelnen Autoparkplatz kann man gut acht Fahrräder abstellen.
Ebenso beeinträchtigt der vom Verkehr erzeugte Lärm die Umwelt und die Menschen. Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad leistet einen deutlichen Beitrag, den durch den Personenverkehr verursachten Lärm zu verringern und so Umwelt und Mensch zu entlasten.
Die Wirtschaftlichkeit des Radfahrens
Der Kauf und Unterhalt eines Verkehrsmittels verursacht sowohl der Nutzerin oder dem Nutzer als auch der Allgemeinheit Kosten. Wer jedoch mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann sparen!
Die Nutzungskosten eines Fahrrades liegen bei rund 10 Cent je zurückgelegtem Kilometer. Darin sind Anschaffung, Reparaturen, sowie ein Zuschlag für fahrradspezifische Ausstattung, wie z. B. Fahrradschloss, Regenhose und regendichte Tasche berücksichtigt. Im Vergleich dazu liegen die Nutzungskosten eines Pkw um ein Vielfaches höher. Ein durchschnittlich genutzter Mittelklassewagen verursacht unter Berücksichtigung des Wertverlustes, Reparatur, Versicherung, Stellplatzkosten und Betriebsmittel 21-218 Cent Kosten je gefahrenem Kilometer.
Eine Fahrt mit dem Pkw verursacht im Durchschnitt zwischen 6 und 19 (Benzin) bzw. 8 und 19 (Diesel) Cent pro gefahrenem Kilometer an Umweltkosten. Radverkehr verursacht hingegen keine nennenswerten umweltrelevanten externen Kosten.
Radfahren im Alltag integrieren
Radfahren ist sehr zugänglich. Weil es so einfach zu bedienen ist, können Sie das Fahrrad auch schneller verwenden. Sie können Radtouren zu Zeiten planen, in denen Sie bereits irgendwo hingehen, so dass Sie Ihre Bewegung ohne (viel) zusätzliche Zeitverlust erhalten. Sie können auch viel mehr Orte mit dem Fahrrad als mit dem Auto erreichen.
Es gibt zahllose Möglichkeiten, das Vergnügen Radfahren noch angenehmer, schneller, komfortabler und sicherer zu machen. Daran ist nichts auszusetzen, immerhin gibt es zahllose Produkte, die nahezu jedes vorhandene und jedes noch nicht entdeckte Bedürfnis befriedigen können. Für den Anfang aber genügt eine Minimalausstattung. Ein technisch einwandfreies Gebrauchtrad und Straßenbekleidung reichen aus, um die ersten Erfahrungen zu sammeln. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für die eigenen Vorlieben und Bedürfnisse.
Wer sich grundsätzlich für das Fahrrad begeistern kann, findet schnell heraus, dass auf einem guten Fahrrad die ganze Aktivität noch viel mehr Spaß bereitet. Radfahren ist eine Betätigung, die auf vielfältige Weise das eigene Leben bereichern kann.
Um die gesundheitlichen Vorteile des Fahrradfahrens voll auszuspielen, lohnt sich ein Besuch beim lokalen BIKE&CO-Fachhändler, der dafür sorgen kann, dass alle Fragen rund um das Rad, die richtige Ausrüstung und Ergonomie beantwortet werden.
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