In den letzten Jahren ist die Anzahl von Wohnmobilen auf den Straßen der Welt gestiegen. Das eigene Auto oder Motorrad im Urlaub dabei zu haben wird immer populärer. In den letzten Jahren sieht man vermehrt Wohnmobile, die am Heck ein Motorrad mitführen oder auf einem kleinen Anhänger ein kleines Auto transportieren. Besonders leidenschaftliche Motorradfahrer möchten im Urlaub nicht auf ihre geliebte Maschine verzichten.
Wer nicht mit Motorrad und Zelt auf Tour gehen möchte, sondern den Luxus des eigenen Wohnraums in Form eines Wohnmobils haben möchte, der muss sich etwas einfallen lassen, wie die Maschine am Zielort ankommt. Und da hat der Markt einiges zu bieten. Neben Motorradträgern, die am Heck befestigt werden, gibt es auch Möglichkeiten für die Heckgarage (wenn ausreichend groß) oder die Nutzung eines Anhängers.
Transportmöglichkeiten für Motorräder
Um das geliebte Zweirad zu transportieren, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Anhänger: Ein Anhänger hinter dem Wohnmobil ist besonders geeignet, wenn man mehr als eine Maschine mitnehmen möchte, oder das Motorrad zu schwer für einen am Wohnmobil befestigten Träger ist.
- Motorradträger: Es gibt Motorradträger, die direkt am Wohnmobil befestigt werden, was meist durch eine Verbindung zum Rahmen geschieht. Manchmal ist die Anhängerkupplung beteiligt, manchmal nicht.
- Heckgarage: Auch in manchen Heckgaragen kann man ein Motorrad oder einen Roller transportieren, dafür gibt es spezielle Systeme.
- Campingbusse: Was es mittlerweile auch in verschiedenen Ausführungen gibt, sind Campingbusse, die eine Mitnahme von Motorrädern oder Rollern im Innenraum ermöglichen.
Sinn und Zweck eines Motorradträgers ist es also, das Motorrad oder den Roller sicher befestigt an den gewünschten Ort zu transportieren.
Wichtige Aspekte beim Transport
Doch es ist nicht damit getan, einfach ein Modell zu kaufen, zu befestigen und zu starten. So sei zunächst die Achslast erwähnt. Wohnmobile haben eine begrenzt zulässige Achslast. Das heißt, es darf nur ein maximales Gewicht auf eine Ache wirken. Die Kombination aus Motorradträger und Motorrad oder Roller darf mit der ohnehin schon vorhandenen Achslast des beladenen Wohnmobils die zulässige Achslast nicht überschreiten.
Die meisten Wohnmobile haben hinten einen recht großen Überhang, sodass ein montierter und bestückter Motorradträger zu einer Hebelwirkung führen kann. Die nächste Beschränkung ist das zulässige Gesamtgewicht. Auch wenn das Motorrad am Ziel abgeladen wird, so ist es doch während der Fahrt ein Teil des Wohnmobils. Das voll beladenen Wohnmobil mit dem Motorradträger und dem Motorrad darf also nicht mehr wiegen, als das zulässige Gesamtgewicht zulässt.
Auch wichtig zu erwähnen ist, dass ein Motorradträger am Heck das Fahrverhalten verändert. Diese einigen hundert Kilo am Heck spürt man bei jeder Kurve. Nicht jeder kann damit umgehen. Aber natürlich ist auch das Fahren mit Anhänger nicht für jeden ein Kinderspiel.
Bevor Du einen Kauf tätigst, solltest Du Dir sicher sein, was Du willst, brauchst und vor allem, was Du darfst!
Transportvarianten im Detail
Anhänger
Diese Variante eignen sich besonders, wenn mehr als ein Zweirad mitgeführt werden soll. Wer einen Anhänger fahren darf und sich dabei sicher fühlt, macht damit kaum einen Fehler. Anhänger für Motorräder gibt es in verschiedenen Größen und für unterschiedlich viele Maschinen. Aber auch hier gibt es Grenzen und die zulässige Anhängelast darf nicht überschritten werden.
Heckgarage
Wer sein Motorrad oder seinen Roller sauber und trocken transportieren möchte und über eine ausreichend große Heckgarage im Wohnmobil verfügt, kann sich entsprechende Schienen einbauen und das Motorrad darauf befestigen. Doch die Maschine muss erst mal in die Heckgarage kommen. Dafür gibt es unterschiedliche Auffahrschienen. Die einfachsten Modelle zieht man einfach heraus, hakt sie ein und muss das Zweirad mit Muskelkraft hinaufschieben. Oben angekommen wird es dann gesichert.
Motorradträger am Heck
Möchte man ein Motorrad oder einen Roller am Heck des Wohnmobils transportieren, so muss man auf einiges achten. Zunächst muss man wissen, wie schwer das Zweirad ist und einen dafür passenden Motorradträger mit der entsprechenden Nutzlast auswählen. Dann ist es auch wichtig, für welche Art der Montage das eigene Wohnmobil geeignet ist. Das erfährt man am besten beim Hersteller oder Händler vor Ort. Je nach Modell werden die Träger mit der Grundgerüst des Wohnmobils verbunden, indem sie direkt daran montiert werden, oder es einer Verlängerung bedarf. In einigen Fällen wird auch noch die Anhängerkupplung mit einbezogen.
Campingbusse mit Innenraumtransport
Wer noch kein eigenes Wohnmobil hat oder mit dem Gedanken spielt, sich zu verkleinern, kann sich über Campingbusse informieren, bei denen im Innenraum Platz für Motorrad oder Roller ist. Diese Campingmobile sind meist Kastenwagen oder kleinere Busse und innen so aufgebaut, dass sie eine Doppelnutzung ermöglichen. Besonders geeignet ist das für Leute, die ihr Motorrad oft auch außerhalb des Urlaubs transportieren müssen. Aber auch im Urlaub ist das durchaus eine Lösung.
Motorradträger mit Rädern
Ein Zwischending zwischen Anhänger und Heckträger ist ein Motorradträger, der über zwei Räder verfügt. Im Prinzip ist es ein Anhänger und wird auch an der Anhängerkupplung befestigt, aber er fährt ganz dicht am Heck des Wohnmobils und hat nur die Tiefe, die er tatsächlich braucht.
Wetterschutz
Wenn das Motorrad oder der Roller am Heck oder auf dem Anhänger transportiert wird, macht es durchaus Sinn, es vor den Einflüssen des Wetters zu schützen. Für Motorräder und Roller gibt es universelle aber auch spezifische Abdeckplanen oder Schutzhüllen, die ein Eindringen von Feuchtigkeit oder Nässe verhindern sollen. Wichtig ist allerdings, dass die Schutzhülle über eine geeignete Befestigungsmöglichkeit verfügt, sodass das Ganze so fest gezurrt werden kann, dass man es nicht unterwegs verliert.
Kosten und Anbieter
Der Preis eines Motorradträgers variiert je nach Art der Installation und Nutzlast erheblich. So gibt es Träger für leichtere motorisierte Zweiräder für Busse ab knapp 400 €. Je mehr der Motorradträger leisten muss und je komplizierter die Anbringung, desto teurer wird er. Für Menschen, die ihr Motorrad oder ihren Roller in der Heckgarage transportieren wollen, gibt es spezielle Auffahrschienen, die preislich zwischen 150 € und nach oben hin ohne Grenze liegen.
Die Auswahl an Anbietern ist nicht gering. Einen Motorradträger für das Heck des Wohnmobils bekommt man beispielsweise beim Campingausstatter oder im Geschäft, das Motorräder und Roller verkauft. Aber auch Anbieter von Wohnmobilen haben meist einige Modelle im Sortiment.
Natürlich bietet das Internet eine große Auswahl, allerdings ist der Kauf eines Motorradträgers nicht zu unterschätzen, man bedenke, was man alles berechnen und beachten muss. Daher ist eine Beratung das absolut Sinnvollste, um nicht das falsche Produkt zu kaufen, mit Überlast zu fahren oder am Hang nach hinten zu kippen und saftige Strafen zu kassieren.
Motorradanhänger bekommt man ebenfalls im Motorradfachhandel, aber auch im üblichen Anhängerverkauf. Möchte man das Motorrad oder den Roller in der Heckgarage transportieren, bekommt man alles nötige Zubehör beim Motorradhändler oder beim Campingausstatter, aber auch bei den Herstellern von Wohnmobilen.
Checkliste für den Kauf
Zunächst zu den Anhängern. Auch relevant ist die Nutzlast, die ein Motorradträger hat. So variieren die Modelle zwischen 150 kg bis zu 400 kg Nutzlast. Das bedeutet, dass das Motorrad oder der Roller entsprechend der Nutzlast wiegen darf.
Als nächstes sollte man die Gegebenheiten des Wohnmobils checken, also wie viel man noch zuladen darf, ohne das zulässige Gesamtgewicht zu überschreiten, wie hoch die maximale Achslast der Hinterachse ist und ob das Wohnmobil überhaupt geeignet ist, um einen Motorradträger direkt daran zu befestigen. Je größer der Überhang hinten, desto problematischer wird es.
Dann spielt natürlich die bevorzugte Transportvariante eine Rolle. Hat man eine große Heckgarage, in die das Motorrad oder der Roller passt, dann kann man sich für ein Transportsystem für Heckgaragen entscheiden. Da stellt sich dann noch die Frage, ob dann das Gefährt von Hand oder mithilfe eines Motors in die Heckgarage fahren will.
Wer lieber mit einem Anhänger unterwegs ist und dies auch darf, kann sich einen Anhänger zulegen, auf den ein oder mehrere Motorräder passen. Ein Zwischending bilden ganz schmale Anhänger, die direkt hinter der Anhängerkupplung quasi als Verlängerung des Wohnmobils mitfahren. Was für wen das richtige ist, muss man selbst entscheiden.
- Beim Kauf eines Motorradträgers muss auf die Nutzlast geachtet werden. Diese gibt an, welches Gewicht das zu transportierende Motorrad / Roller haben darf.
- Beim Transport auf Motorradträgern oder in Heckgaragen spielt die zulässige Achslast des Wohnmobils eine zentrale Rolle. Diese ist vor dem Kauf zu prüfen.
- Beachte das zulässige Gesamtgewicht.
Beispiele für Wohnmobile mit Motorradtransport-Lösungen
Aufgrund der großen Hecktüren und viel Staufläche im Fond sind Campingbusse prädestiniert für die Motorrad-Mitnahme.
promobil stellt 11 Hersteller und ihre optimierten Transport-Camper vor:
- Citroën Biker Solution
- Dipa Biker
- Dreamer Fun D60
- Flexebu Sport & Fun
- Ka-Mobile MotoCamper
- Karmann Davis 630
- Köhler Sunvan S10
- Motorrad-Camper
- Schwabenmobil Florida Multitalent
- VR-Motorhomes Black Edition
Beispiele für Wohnwagen für den Motorradtransport
Für die, die beim Campingurlaub nicht auf ihr Zweirad verzichten möchten, haben sich die Kollegen von CARAVANING fünf aktuelle Campinglösungen angeschaut:
- Knaus Deseo 400 TR
- Knaus Sport & Fun 480 QL
- Kip Shelter
- Mini Freestyle 270
- Sportcaravan Cube 4 und Cube 5
Verwandte Beiträge:
- Die besten leichten Motorräder für Wohnmobile im Test – Perfekt für deine nächste Reise!
- Japanische Motorräder: Qualität, Zuverlässigkeit & Modelle im Vergleich
- Carbonteile für Motorräder: Vorteile, Hersteller & Kaufberatung
- Garmin Zumo XT Motorradhalterung: Test & Kaufberatung
- Ultimativer Mountainbike Werkzeugkoffer Test & Vergleich – Die Top Sets für Profis und Einsteiger!
Kommentar schreiben