Worauf muss ich beim E-Bike Kauf achten?

Um sicherzustellen, dass das gewählte Modell Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht, müssen Sie beim Kauf eines E-Bikes viele wichtige Aspekte berücksichtigen.

Einsatzzweck

Denken Sie darüber nach, für welche Zwecke Sie das E-Bike hauptsächlich nutzen möchten.

  • Soll es für den täglichen Pendelverkehr
  • sportliche Aktivitäten
  • Touren
  • oder vielleicht sogar für den Transport von Lasten genutzt werden?

Es existieren verschiedene Arten von E-Bikes, die je nach Zweck unterschiedlich sind, wie zum Beispiel City-E-Bikes, Trekking-E-Bikes, E-Mountainbikes oder Lasten-E-Bikes.

Motorleistung

Die Motorleistung ist entscheidend. Normalerweise besitzen E-Bikes Motoren mit einer maximalen Leistung von 250 Watt, da diese ist die gesetzliche Vorgabe zur Dauernennleistung eines elektrisch angetriebenen Bikes ist.

Ein 250-Watt-Motor ist in den meisten Fällen ausreichend für den Straßenverkehr und flaches Gelände, aber auch im Gebirge bietet er passende Unterstützung, wenn die Beine schwach werden.

Beim Antrieb eines Pedelecs gibt es drei Varianten: den Vorderrad-Nabenmotor, den zentralen Tretlagermotor und den Hinterrad-Nabenmotor. Durchgesetzt hat sich trotz des höheren Preises der zentrale Tretlagermotor, weil er ein stabiles und wendiges Fahren ermöglicht.

Durch die günstige Schwerpunktlage in der Mitte fährt sich das Pedelec bei diesem Antriebskonzept ähnlich wie ein herkömmliches Fahrrad. Auch ein Reifenwechsel ist wie gewohnt möglich.

Der Hinterrad-Nabenmotor eignet sich wegen der guten Traktion vor allem für sportliche Pedelecs, erschwert allerdings das Heben über Treppen oder in den Zug. Der Vorderrad-Nabenmotor ist besonders bei preisgünstigen Pedelecs verbreitet.

Diese Anordnung an der Fahrradfront kann vor allem auf rutschigem Untergrund, an Steigungen oder in Kurven zu einem Durchdrehen oder Wegrutschen führen.

Die Motoren von E-Bikes werden über Sensoren gesteuert. Hier gibt es zwei Typen: den Trittfrequenzsensor und den Drehmomentsensor.

Der Trittfrequenzsensor findet sich vorwiegend bei günstigeren Modellen und erkennt lediglich die Pedalbewegung. Die Intensität, mit der man in die Pedale tritt, erfasst dieser Sensor nicht.

Folglich kann die Motorleistung stärker oder schwächer ausfallen als gewünscht. Der Drehmomentsensor, der inzwischen in den meisten Pedelecs verbaut ist, misst dagegen die Kraft des Pedaltritts.

Dementsprechend wird in Verbindung mit der gewählten Stufe die Motorunterstützung gesteuert: viel Leistung bei kräftigem Treten, geringe Trethilfe bei schwachem Pedaldruck.

Akkukapazität

Die Reichweite Ihres E-Bikes wird durch die Akkukapazität beeinflusst. Größere Akkus sind schwerer, bieten jedoch eine längere Reichweite.

Wählen Sie die Akkukapazität somit basierend auf Ihrer Fahrstrecke aus. Wie weit fahren Sie durchschnittlich und welche auf welche Gegebenheiten trifft Ihr elektrischer Gefährte?

Beides sind die Hauptindikatoren für die Wahl der passenden Akkukapazität. Bei E-City - und E-Trekking-Rädern kann ein Akku zwischen 400 Wh bis 500 Wh ausreichend sein. Bei längeren oder anspruchsvolleren Fahrten empfiehlt es sich eher einen Akku mit einer höheren Kapazität ab 600Wh zu wählen.

Die Akkukapazität ist ein wichtiger Indikator für die Reichweite des E-Bikes. Je größer die Akkukapazität, desto weiter kommst du - aber auch Gewicht und Preis steigen.

Eine pauschale Antwort auf die Frage nach der Reichweite eines Akkus gibt es nicht. Denn diese Faktoren beeinflussen sie:

  • Kapazität des Akkus
  • Einsatzbedingungen wie Steigung, Treteinsatz, Temperatur, Geschwindigkeit, Gangwahl, Gegenwind, Beladung, Fahrergewicht oder gewählte Unterstützungsstufe

Mit einer Akkuladung können Sie - je nach Akkukapazität - bei gemischter Fahrweise zwischen 50 und 100 Kilometer fahren.

Danach muss der Akku an die Steckdose. Sollte der Akku bereits während der Fahrt komplett leer werden, können Sie das E-Bike immer noch mit Muskelkraft bewegen.

Beachten Sie aber, dass das höhere Gewicht des Gefährts deutlich mehr Kraftaufwand als ein normales Fahrrad verlangt.

Laden Sie den Akku ausschließlich entsprechend der Herstellervorgabe mit dem dazugehörigen Ladegerät im Trockenen und bei den vom Hersteller bestimmten Temperaturen.

Schützen Sie den Akku beim Abstellen des E-Bikes und insbesondere beim Laden vor Hitze z.B. durch direkte Sonneneinstrahlung. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sollten Sie den Akku während des Parkens abnehmen und in einem Raum mit Zimmertemperatur lagern, um Schäden zu vermeiden. Trennen Sie den Akku nach dem Laden vom Ladegerät. Übrigens: Eine Fahrt im Regen oder Schnee beeinträchtigt den Akku nicht.

Der ideale Ladezustand des Akkus beträgt je nach Hersteller zwischen 20 und 80 Prozent und ist der Bedienungsanleitung zu entnehmen.

Falls der Akku einmal herunterfällt, sollte ein Fachhändler kontrollieren, ob er ausgetauscht werden muss. Der gebrauchte Akku muss zum Tauschen oder zur Entsorgung immer zum Fachhändler gebracht werden.

Moderne Li-Ion-Akkus von Pedelecs haben zwar eine vergleichsweise geringe Selbstentladung, dennoch kann es bei einer längeren Ruhephase ohne Aufladung zu einer sogenannten Tiefenentladung der Batterie kommen.

Diese schädigt den Akku und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass er sich nicht mehr aufladen lässt.

Deshalb empfehlen die meisten Hersteller eine regelmäßige (jeden Monat bis alle drei Monate), zumindest kurzzeitige (circa eine Stunde) "Auffrischungsladung" für den ungenutzten Akku.

Einzelne Akkus können nach Angaben der Hersteller für längere Zeit in einen sogenannten Schlafmodus versetzt werden.

Akku-Integration

Prüfen Sie die Integrierung des Akkus am E-Bike. Die integrierten Akkus sind nicht nur besser vor Diebstahl geschützt, sondern bieten auch häufig einen ästhetischeren Look.

Teilweise ist für den Laien nicht mehr ersichtlich, ob es sich bei dem Rad um ein E-Bike oder ein klassisches Fahrrad handelt.

Während in den Anfängen der E-Bikes Gepäckträgerakkus üblich waren, wird der Akku heute meist im Rahmen integriert.

In-Tube-Akkus ermöglichen eine elegante, unauffällige Integration des Akkus in den Rahmen. Es gibt dabei entweder herausnehmbare oder fest im Rahmen verbaute Akkus.

Der Vorteil bei fest verbauten Akkus ist eine schlankere Form der Rahmenrohre, der größte Nachteil ist, dass der Akku zum Laden nicht entnommen werden kann.

Das wiederum ist bei herausnehmbaren In-Tube-Akkus nicht möglich. Die Akkus beim E-Bike sind in der Regel Lithium-Ionen-Akkus.

Lithium-Ionen-Akkus haben eine lange Lebensdauer und können hunderte Lade- und Entladezyklen durchlaufen, bevor sie als defekt gelten.

Rahmenart und Größe

Die Art und Größe des Rahmens ist ein weiterer wichtiger Faktor. Berücksichtigen Sie die richtige Rahmengröße für Ihre Körpergröße - für eine grobe Bestimmung können Sie ein Online-Tool nutzen oder direkt den Fachhändler vor Ort befragen.

Es gibt eine Vielzahl von Rahmenformen für E-Bikes, darunter Diamant, Trapez und Wave.

Am verbreitetsten sind E-Bikes mit tiefem Einstieg - auch Tiefeinsteiger, genannt - die auch als „Damenräder“ bekannt sind. Diese Rahmenform bietet ein besonders bequemes Aufsteigen.

Oftmals gelten E-Bikes mit tiefem Einstieg als weniger stabil. Bei E-Bikes mit Diamantrahmen, also den „klassischen“ Herrenrädern, ist der Aufstieg durch das Rohr zwischen Sattel und Lenker beschwerlicher als beim Tiefeinsteiger.

Federung

Je nach geplanter Verwendung kann eine Federung von Bedeutung sein. Vollgefederte E-Bikes sind ideal für Fahrten auf unebenen Straßen, während eine Vordergabel-Federung für den zusätzlichen Komfort sorgt.

Letzteres wird in der Regel an E-Trekking-Bikes verbaut.

Bremsen

Für Ihre Sicherheit sind hochwertige Bremsen erforderlich. In der Regel bieten hydraulische Scheibenbremsen die beste Bremsleistung und sind bei E-Bikes die beste Wahl.

Durch höhere Geschwindigkeiten und das größere Gewicht im Vergleich zum normalen Fahrrad ist beim E-Bike eine gute Bremsleistung außerordentlich wichtig. Daher sind insbesondere bei hohem Körpergewicht oder häufigem Gepäcktransport hydraulische Felgen- oder Scheibenbremsen empfehlenswert.

Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h bedürfen gute Bremsen. Im Idealfall setzt man auf Scheibenbremsen oder Rollerbrakes.

Schaltung

Wenn es um die Schaltung geht, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie eine Kettenschaltung oder eine Nabenschaltung bevorzugen.

Kettenschaltungen bieten eine größere Bandbreite an Gängen und erfordern weniger Wartung als Nabenschaltungen. Einzelne E-Bikes kommen sogar mit einer Automatikschaltung daher.

Reifen

Auch die Wahl der richtigen Reifen hängt von Ihrem Fahrstil und den geplanten Straßenbedingungen ab. Breitere Reifen bieten mehr Stabilität und Komfort, während schmalere Reifen für höhere Geschwindigkeiten geeignet sind.

Zubehör

Berücksichtigen Sie Ausstattungen wie Beleuchtung, Schutzbleche, Gepäckträger und Schloss. Diese können Ihre Reise einfacher und sicherer machen.

Budget

Erstellen Sie ein realistisches Budget für Ihr E-Bike und beachten Sie, dass der Preis häufig mit der Qualität und Leistung korreliert.

Probefahrt

Machen Sie eine Probefahrt, bevor Sie eine Entscheidung treffen. So haben Sie die Möglichkeit, das ausgewählte E-Bike auf Bequemlichkeit, Handhabung und Ergonomie zu prüfen.

Ihr Fahrradhändler vor Ort kann Ihnen außerdem Fragen zur Technik beantworten und weitere Tipps zur Handhabung geben.

Wartung und Service

Erfahren Sie, ob in Ihrer Umgebung Wartungsdienste und Ersatzteile für das E-Bike verfügbar sind. Es ist wichtig, eine gute Kundenbetreuung zu haben.

E-Bike-Varianten: 25 km/h oder schneller

Vor dem Kauf sollte man genau überlegen, wie und für was man das E-Bike nutzen möchte.

Generell gibt es zwei Varianten, mit denen man nicht nur unterschiedlich schnell unterwegs ist, sondern sich auch bei einer etwaigen Helmpflicht, der Benutzung von Radwegen und der Versicherungsplicht unterscheiden.

Pedelec 25

Bei diesen Modellen - die mehrheitlich gemeint sind, wenn von E-Bikes gesprochen wird - endet die elektrische Unterstützung bei 25 km/h. Die Unterstützungsleistung darf maximal 250 Watt betragen.

Einige Modelle verfügen über eine zusätzliche Anfahr- und Schiebehilfe bis 6 km/h, die besonders am Berg hilfreich ist. Rechtlich werden diese Pedelecs als Fahrräder behandelt.

Pedelec 45

Diese Modelle werden auch schnelles Pedelec oder Speed-Pedelec genannt. Sie unterstützen den Fahrer bis zu 45 km/h und können ohne Treten bis auf etwa 20 km/h beschleunigen.

Rechtlich sind sie Kleinkrafträder, für den Betrieb sind eine Fahrerlaubnis und ein Versicherungskennzeichen erforderlich. Die maximale Unterstützungsleistung beträgt üblicherweise ein Kilowatt (1000 Watt). Es besteht Helmpflicht. Pedelecs 45 dürfen die Radwege nicht benutzen.

Auch sonst gelten für das Fahren alle Vorschriften wie für Kraftfahrzeuge, also z.B. entsprechende Alkoholgrenzwerte.

Kauftipps für das E-Bike

Überlegen Sie sich, welche Ausstattung und Eigenschaften das E-Bike haben soll. Reichweite, Gewicht und Akkuladezeit sind die zentralen Kriterien für die Wahl eines Modells.

Wichtig ist auch das eigene Fahrprofil, für das das Pedelec genutzt werden soll: Kurze Einkaufsfahrten oder auch Touren mit Gepäck.

Achten Sie auch auf fahrstabile Rahmen, besonders bei Tiefeinsteigern.

Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Punkten, auf die Sie beim Kauf eines E-Bikes achten sollten:

Aspekt Beschreibung
Einsatzzweck Überlegen Sie, wofür Sie das E-Bike hauptsächlich nutzen möchten.
Motorleistung Die Motorleistung ist entscheidend für die Unterstützung beim Fahren.
Akkukapazität Die Akkukapazität beeinflusst die Reichweite des E-Bikes.
Rahmenart und Größe Wählen Sie die passende Rahmenart und Größe für Ihren Körperbau.
Bremsen Hochwertige Bremsen sind wichtig für Ihre Sicherheit.
Schaltung Überlegen Sie, ob Sie eine Kettenschaltung oder eine Nabenschaltung bevorzugen.
Reifen Die Wahl der richtigen Reifen hängt von Ihrem Fahrstil und den Straßenbedingungen ab.
Zubehör Berücksichtigen Sie Ausstattungen wie Beleuchtung, Schutzbleche und Gepäckträger.
Budget Erstellen Sie ein realistisches Budget für Ihr E-Bike.
Probefahrt Machen Sie eine Probefahrt, um das E-Bike auf Bequemlichkeit und Handhabung zu prüfen.
Wartung und Service Stellen Sie sicher, dass Wartungsdienste und Ersatzteile verfügbar sind.

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