Der Sommer lockt mit traumhaften Temperaturen zu ausgedehnten Radtouren. Doch oft macht ein wunder Hintern diese Pläne zunichte. Ursachen hierfür können ein ungeeigneter Sattel, falsche Kleidung oder eine fehlerhafte Körperhaltung sein. Viele Radfahrer ziehen es vor, in Jeans zu fahren, was jedoch das Gesäß belastet und zu Wundstellen führen kann.
Vorbeugung von Wundreiben
In erster Linie sollte der Körper langsam an längere Touren gewöhnt werden. Auch Profisportler machen oft den Fehler, nach einer Pause gleich Vollgas zu geben, was zu Schmerzen führt. Es ist ratsam, mehrere kürzere Strecken zu fahren, um Probleme langfristig zu vermeiden.
Der richtige Sattel
So wie die richtige Pfanne für den Koch, ist der richtige Sattel ein wichtiges Werkzeug für Radfahrende. Ein ungeeigneter Sattel kann das beste Radfahren verderben. Dabei kann viel schiefgehen: Der Sattel kann zu weich, zu hart, zu breit, zu dünn, zu groß oder zu klein sein. Viele glauben fälschlicherweise, dass ein weicher Sattel automatisch mehr Komfort bietet. Doch das Gegenteil ist oft der Fall: Je weicher der Sattel, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Falten wirft. Diese Falten erzeugen Druckstellen und Reibung, was zu Hautverletzungen und einem wunden Po führt. Ein zu harter Sattel ist aber auch nicht ideal. Daher ist es wichtig, verschiedene Sättel auszuprobieren, bis der optimale gefunden ist. Alternativ kann der Sattel auch angepasst werden. Eine gute Beratung ist dabei sehr wertvoll.
Als Faustregel gilt: Je aufrechter die Fahrposition, desto breiter sollte der Sattel sein. Es gibt auch die Möglichkeit, den idealen Sattel "auszumessen", um Wundreiben vorzubeugen. Entscheidend ist der Abstand zwischen den Sitzbeinhöckern, der individuell variiert. Dieser Abstand kann im Fachhandel oder selbst bestimmt werden. Es kann 3-4 Wochen dauern, bis sich der Po an den neuen Sattel gewöhnt hat. Daher ist Geduld gefragt.
Die richtige Kleidung
Druckstellen durch Hose oder Unterwäsche, die nach einigen Kilometern drücken und pieken, sind ein häufiges Problem beim Radfahren. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem wunden Gesäß führen. Idealerweise sollte man nackt fahren, aber das ist nicht immer angebracht. Daher ist es wichtig, beim Kauf von Hosen auf einen guten Sitz und atmungsaktive Stoffe zu achten. Schlecht sitzende Hosen werfen Falten, die durch Reibung wunde Stellen verursachen können. Kaputte Hosen sollten aussortiert werden. Anatomisch geformte Radlerhosen aus elastischem Material sind eine gute Wahl. Sie sollten eng anliegen, um Reibung zwischen den Hautstellen im Schritt zu vermeiden. Weibliche Fahrer sollten darauf achten, dass die Hosen keine Mittelnaht im Polster haben, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Radlerhosen mit Sitzpolstern können zusätzlichen Komfort bieten, aber die Polster sollten hochwertig sein, da minderwertige Polster das Gegenteil bewirken können. Einige Radfahrer verzichten komplett auf Sitzpolster. Um die Hosenform und die Position der Druckstellen zu variieren, empfiehlt es sich, verschiedene Marken zu kaufen. Die Hosen sollten immer frisch gewaschen und trocken sein, um Infektionen durch Bakterien zu vermeiden. Bei anhaltenden Problemen kann Sitzcreme auf die Druckstellen und Sitzpolster aufgetragen werden. Alternativ können Melkfett oder Vaseline verwendet werden. Unterwäsche sollte unter der Radlerhose vermieden werden.
Die richtige Sitzhaltung
Der beste Sattel nützt nichts, wenn der Fahrer eine falsche Sitzhaltung einnimmt. Generell sollte vermieden werden, das gesamte Gewicht auf den Sattel beziehungsweise den Po zu verlagern. Auf Trekkingrädern, Mountainbikes, Reise- oder Rennrädern empfiehlt sich eine geneigte Sitzposition. Die Arme sollten leicht angewinkelt sein, um Krämpfe in Handgelenken und Schultern zu vermeiden. Wer lieber aufrecht sitzt, sollte ein Hollandrad wählen, wobei der Lenker nicht zu hoch eingestellt werden sollte, um einen Rundrücken zu vermeiden.
Behandlung von Wundreiben
Wer bereits unter einem schmerzenden Gesäß leidet, sucht nach Abhilfe. Erlaubt ist, was hilft. Wer weiter trainieren möchte, kann einen Schutzbalsam auf die gefährdeten Stellen auftragen. Dieser bildet einen Schutzfilm über der Haut, der die Reibung zwischen Haut und Kleidung verhindern kann. Gegen die Schmerzen können auch spezielle Gesäßcremes, Pferdesalbe oder Wundschutzcreme aus der Baby-Apotheke helfen. Auch Zinksalbe oder schwarzer Tee haben sich bei wundem Po bewährt. Bei offenen, nässenden Wunden sollte auf das Radfahren verzichtet werden. Die Wunde sollte ausgewaschen und entzündungshemmende Cremes aus der Apotheke verwendet werden.
Produktempfehlungen
- Sixtus - Sport Gesäßcreme
- Akileine Sports Nok Schutzcreme
- Pferdesalbe
- EMLA Salbe
- Wundschutzcreme aus der Baby-Apotheke
- Zinksalbe
Summersaver Anti-Wundreib-Stick
Der Summersaver Anti-Wundreib-Stick aus "Die Höhle der Löwen" wurde entwickelt, um Hautprobleme wie wunde Oberschenkelinnenseiten, gereizte BH-Konturen und Blasen an den Füßen zu verhindern. Es gibt zwei Varianten: den Summersaver mit Pfirsichduft und den Summersaver Sport mit Bergamotte- und Minzeduft. Beide sind dermatologisch getestet, vegan, aluminium-, PEG- und tierversuchsfrei und enthalten pflegende Zutaten wie Allantoin, Vitamin E, Kokos- und Mandelöl.
Der Balsam bildet einen unsichtbaren Gleitfilm auf der Haut, der die Reibung reduziert. Beim Laufen wird verhindert, dass die Oberschenkel aneinander scheuern. An den Füßen kann der Balsam jedoch dazu führen, dass die Fersen aus den Schuhen rutschen.
Hautpflege für Radfahrer
Die Haut ist unser größtes und vielseitigstes Organ und benötigt besonderen Schutz und Pflege. Bei Radfahrern ist es wichtig, die Haut vor UV-Schädigung zu schützen. Vor dem Radfahren in der Sonne sollte man sich unbedingt eincremen. Es gibt verschiedene Gels, Cremes, Milch und Sprays, die speziell für sportliche Aktivitäten entwickelt wurden. Der Lichtschutzfaktor sollte sich nach der Stärke der Sonneneinstrahlung richten. Auch die Lippen müssen vor Sonne geschützt werden. Nach dem Sport helfen Apres-Sun-Produkte, die die Haut beruhigen.
Auch bei kaltem und windigem Wetter benötigt die Haut zusätzlichen Schutz. Hierfür eignen sich sogenannte Cold Creams. Die Lippen sollten mit fettenden Cremes oder Pflegestiften geschützt werden.
Nach längeren Touren können Muskelverspannungen und Muskelkater auftreten. In diesem Fall helfen wärmende beziehungsweise durchblutungsfördernde Cremes, die mit Arnika, Latschenkiefer oder Beinwell angereichert sind. Ein Klassiker ist die Pferdesalbe, die Extrakte aus Arnika, Kampfer, Rosmarin und Menthol enthält.
Zusätzliche Tipps
- Radhosen mit Polster sollten nach jeder Tour gründlich ausgewaschen werden.
- Nach der Dusche sollten hautpflegende Produkte auf gefährdete Stellen aufgetragen werden.
- Wunde Stellen sollten nicht berührt werden. Stattdessen sollte eine entzündungshemmende Salbe aufgetragen und die Hautstelle mit Luft versorgt werden.
- Bei großflächigen Entzündungen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Die richtige Anwendung von Gesäßcreme
Gesäßcreme kann Wundreiben verhindern. Es gibt verschiedene Arten von Sitzcremes, die sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkung unterscheiden. Einige basieren auf Vaseline, andere enthalten pflanzliche Stoffe wie Hamamelis, Ringelblume, Sheabutter, Sonnenblumenöl oder Aloe vera. Wieder andere enthalten Menthol und haben einen kühlenden Effekt. Es gibt auch Gesäßcremes speziell für Frauen, die die Schleimhäute nicht angreifen.
Die Creme kann entweder auf die Radhose (Sitzpolster und Nähte) oder direkt auf die Haut aufgetragen werden. Schwerpunkt sollten die Druck- und Scheuerpunkte am Gesäß beziehungsweise am inneren Oberschenkel sein. Auch beim Rollentraining empfiehlt es sich, Sitzcreme zu verwenden.
Pflege nach der Tour
Nach der Tour sollte die Radhose gereinigt werden, um Rückstände von Schweiß oder Sitzcreme zu entfernen. Auch der Po sollte mit Wasser und milder Seife abgewaschen und gründlich abgetrocknet werden. Sitzcreme sollte ausschließlich mit gewaschenen Händen aufgetragen werden.
Wundscheuern vermeiden durch richtige Radfahrkleidung
Bereits durch die richtige Kleidung beim Radtraining können Sie in vielen Fällen wunde Haut vermeiden. Was sollten Sie bei der Wahl der richtigen Trainingskleidung beachten?
- Die Radtrikots und -hosen sollten möglichst eng anliegen und besonders im Schritt nicht zu locker sitzen, sodass die gefährdeten Hautstellen nicht aneinander reiben können.
- Es ist wichtig, dass die Sportkleidung atmungsaktiv ist, damit sich kein Schweiß auf der Haut staut und Feuchtigkeit leicht verdampfen kann.
- Am besten wählen Sie eine spezielle Radlerhose aus elastischem Material, die sich der Körperform perfekt anpasst. So sind alle Hautpartien perfekt geschützt.
- Trainieren Sie nicht in Radlerhosen, die zerrissen sind oder Falten werfen, da besonders an diesen Stellen schmerzhaftes Wundscheuern entstehen kann.
- Für ein effektives Training ist es wichtig, nur gewaschene, trockene Radlerhosen zu verwenden. In feuchten oder bereits mehrfach getragenen Hosen können sich einfacher Bakterien ansiedeln, die die Haut zusätzlich belasten können.
Fallbeispiele und Anekdoten
Der ehemalige Radrennprofi Rudi Altig sagte einmal: „Ein Radrennfahrer muss seinen Hintern besser pflegen als sein Gesicht.“ Dies unterstreicht die Bedeutung der richtigen Pflege und Vorbeugung von Wundreiben beim Radfahren.
Tabelle: Produkte zur Vorbeugung und Behandlung von Wundreiben
| Produkt | Anwendung | Vorteile |
|---|---|---|
| Schutzbalsam | Vor dem Training auf gefährdete Stellen auftragen | Bildet Schutzfilm, verhindert Reibung |
| Gesäßcreme | Vor dem Training auf Haut oder Sitzpolster auftragen | Reduziert Reibung, wirkt antibakteriell |
| Zinksalbe | Bei bereits wundem Po auftragen | Wirkt entzündungshemmend |
| Pferdesalbe | Nach dem Training auf Muskeln auftragen | Wirkt durchblutungsfördernd und schmerzlindernd |
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