Zahnriemenwechsel bei Harley Davidson: Eine umfassende Anleitung

Der Zahnriemenwechsel bei einer Harley Davidson ist zwar nicht besonders kompliziert, erfordert aber spezifisches Werkzeug, da der Primärantrieb demontiert werden muss. Dies beinhaltet die Demontage des Gehäuses und der gesamten Primäreinheit.

Vorbereitung und Demontage

Um den inneren Primär zu entfernen, müssen neben den Schrauben auch der Anlasser gelöst werden. Wichtig: Vorher die Batterie abklemmen! Bei manchen Modellen muss der Öltank entfernt werden, um den Anlasser abzukriegen. Es ist ratsam, bei der Gelegenheit auch die Simmerringe mitzutauschen, insbesondere an Kurbelwelle, Getriebewelle und Anlasserwelle.

Achte auf die Anzugsmomente, um die Schrauben nicht zu beschädigen. Je nach Laufleistung sollte man auch die Primärkette, die Kettenzähne sowie das vordere Pullyrad überprüfen und gegebenenfalls austauschen.

Schwingenachse

Der Riemen muss über die Schwingenachse geführt werden. Dazu muss zumindest die Schwingachse herausgezogen werden. Oft reicht es, die Achse nur ein Stück herauszuziehen, abhängig davon, von welcher Seite die Achse eingesteckt ist.

Demontage des Primärantriebs

Ich habe mal einen Beitrag zum Einbau eines 25mm Versatzes geschrieben, den findest du bei vamos auf der Hompage. Da ist zwar zusätzlich der Getriebeumbau beschrieben, aber eben auch der Abbau des Primärantriebs.

Kupplung und Kompensator

Für den Zahnriemenwechsel wird kein Kupplungsspanner benötigt, da die Kupplung als Ganzes mit dem Korb und dem Antrieb entfernt wird. Achtung: Die Schraube für den Kupplungskorb hat ein Linksgewinde, geht also rechts herum auf. Der Kompensator am Sprocket vorne (Kurbelwelle) hat ein normales Gewinde und wird links herum geöffnet.

Prüfen Sie immer das Hauptwellenlager und den Simmering des Innenprimärs und ersetzen Sie diese gegebenenfalls.

Zeitaufwand

Der Zeitaufwand für den Wechsel beträgt etwa 3-4 Stunden, wenn alles parat liegt, alles gut geht und alle neuen Dichtungen vorhanden sind.

Antriebsriemen wechseln: Schritt-für-Schritt

Haben Sie den richtigen Zahnriemen gefunden, können Sie diesen selbständig wechseln und einstellen. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie es gelingt. Beachten Sie, dass sich der Vorgang von Motorrad zu Motorrad ein wenig unterscheiden kann.

  1. Entfernen Sie zunächst die Zahnriemenabdeckung, indem Sie die entsprechenden Schrauben lösen.
  2. Merken Sie sich die Spannung der Zahnriemen und bauen Sie diese dann aus.
  3. Stecken Sie dann die Feststellteile ein, um die Steuerzeiten korrekt einzustellen.
  4. Spannen Sie die Zahnriemen und überprüfen Sie die Spannung, indem Sie mit einem Finger am Zahnriemen ziehen. Es ist wichtig, dass Sie diesen genauso fest spannen, wie es zuvor der Fall war. Aus diesem Grund müssen Sie die Spannung auch im Vorfeld genau prüfen.
  5. Starten Sie den Motor Ihres Motorrads und prüfen Sie, ob dieser einwandfrei läuft.

Der Wechsel des Zahnriemens ist beim Motorrad nicht schwierig, das korrekte Einstellen des Riemens jedoch schon. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Sie sich vorab informieren, welche Einstellungen Sie bei Ihrem Modell treffen müssen. Auch die waagerechten und senkrechten Zylinder bedürfen unterschiedlicher Einstellungen.

Wenn Sie sich dafür entscheiden sollten, den Zahnriemen in einer Werkstatt wechseln zu lassen, sollten Sie sich verschiedene Angebote einholen. Die Preise in den Werkstätten variieren und hängen auch von Ihrem jeweiligen Motorradmodell ab. Es kann hilfreich sein, wenn Sie den Zahnriemen bereits vor dem Wechsel mitbringen. Für den eigentlichen Wechsel zahlen Sie je nach Modell zwischen 150 und 200 Euro.

Spannen des Zahnriemens

Es gibt verschiedene Methoden, um die Spannung des Zahnriemens zu überprüfen und einzustellen:

  • Federwaage: Normalerweise wird die Zahnriemenspannung mit einer Federwaage gemessen.
  • Inbus-Schlüssel-Methode: Man kann auch mit einem an entsprechender Stelle unterlegten 6er Inbus-Schlüssel diese Spannung einstellen.
  • Frequenzmessungs-App: Alternativ kann man eine Frequenzmessungs-App auf dem Handy verwenden, um die Spannung zu messen.

Die Spannung kann auch durch Drehen des Riemens um 45 Grad nach oben geprüft werden, dies ist jedoch ungenau. Für das Spannen gibt es ein spezielles Werkzeug, da der Riemen weder zu locker noch zu fest sein darf.

Wartung von Kette, Kardan und Zahnriemen im Vergleich

Der sogenannte Endantrieb eines Motorrades leitet die Kraft vom Getriebeausgang zum Hinterrad. Kette, Kardan und Zahnriemen haben je eigene Vor- und Nachteile und unterscheiden sich auch beim Thema Wartung und Pflege.

Kette

Die Kette ist der Standardantrieb im Motorradbau: effizient, leicht, günstig - aber wartungsintensiv. Der größte Nachteil ist ihre aufwendigere Pflege (Schmieren, Reinigen und Spannen) sowie die begrenzte Lebensdauer.

Kardanwelle

Bei einer Kardanwelle wird die Kraft über eine Gelenkwelle zum Hinterrad übertragen. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, ist der Kardanantrieb ein ebenso sauberes wie wartungsfreundliches Konzept und außerdem sehr langlebig. Die Nachteile sind das hohe Gewicht, ein höherer Leistungsverlust und je nach Bauart eventuell auch stärkere Lastwechselreaktionen. Wartungsarm und langlebig, aber schwer und teuer. Ein Kardan ist die erste Wahl bei Tourern.

Zahnriemen

Ein Zahnriemen arbeitet ähnlich einer Kette, muss aber nicht geschmiert werden - saubere Sache. Sein größter Vorteil ist der geringere Wartungsaufwand. Er muss nicht geschmiert werden, ist leiser, hat aufgrund der Elastizität des Riemens geringere Lastwechselreaktionen und eine Lebensdauer von ca. 40.000 km. Allerdings ist er breiter, benötigt daher mehr Platz und hat einen etwas höheren Leistungsverlust als ein Kettenantrieb.

Laufleistung und Lebensdauer

Die Lebensdauer eines Zahnriemens kann stark variieren. Einige Fahrer berichten von über 100.000 km mit dem ersten Riemen, während andere bereits nach 20.000 km einen Wechsel benötigen. Es ist wichtig, den Riemen regelmäßig zu prüfen und auf Verschleißerscheinungen zu achten. Ein Austausch des Zahnriemens ist nach ca. 40.000 Kilometern vorgesehen und erfordert einen Ausbau der Schwinge. Je nach Modell werden neben dem Riemen auch die Riemenscheiben sowie die Ruckdämpfer gewechselt.

Tabelle: Vergleich von Kette, Kardan und Zahnriemen

Merkmal Kette Kardan Zahnriemen
Wartung Hoch (Schmieren, Reinigen, Spannen) Gering (Ölwechsel) Gering (Spannungskontrolle)
Lebensdauer Begrenzt (ca. 40.000 km) Sehr hoch Mittel (ca. 40.000 km)
Gewicht Gering Hoch Mittel
Leistungsverlust Gering Hoch Mittel
Kosten Günstig Teuer Mittel

Kosten und Reparatur

Die Kosten für einen Zahnriemenwechsel können variieren. Der Riemen selbst kostet etwa 352€, das hintere Pulley 463€, und zusätzliche Teile wie Schrauben und Dichtungen können weitere Kosten verursachen. Der Arbeitslohn in einer Werkstatt liegt oft bei 4-5 Stunden à 110€.

Es ist auch möglich, gebrauchte Teile zu verwenden, um Kosten zu sparen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Teile in gutem Zustand sind.

Zusätzliche Tipps

  • Prüfen Sie regelmäßig die Spannung und den Zustand des Zahnriemens.
  • Achten Sie auf Beschädigungen durch Steinschläge oder andere Fremdkörper.
  • Vermeiden Sie ruckartige Lastwechsel, um die Lebensdauer des Riemens zu verlängern.

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