Rennrad-Laufräder für Felgenbremsen im Test

Beim Kauf eines Laufradsatzes gibt es viele Fragen - erst recht, wenn man rund 1000 Euro zahlen will: Alu- oder Carbon-Felge? Marke oder Newcomer? Handel oder Direktvertrieb? Tubeless?

ROADBIKE hat Felgenbrems-Laufräder von acht Herstellern zum Vergleichstest eingeladen, um dabei Orientierung und Hilfestellung zu geben.

Das Testfeld im Überblick

  • DT Swiss PR 1400 Dicut 32 Oxic
  • Easton EA90 SL
  • Fulcrum Racing Zero
  • Hunt 36 Carbon Wide Aero
  • Mavic Ksyrium Pro UST
  • Venn (Modell nicht spezifiziert)
  • Zeal (Modell nicht spezifiziert)
  • Zipp 303 Firecrest

Wer einen neuen Laufradsatz kauft, gibt dafür oft um die 1000 Euro aus, wie Leserbefragungen und Recherchen bei Händlern und Laufradbauern zeigen. Keine reine Vernunftlösung also - man gönnt sich was, macht sich selbst eine Freude und wertet damit natürlich auch das eigene Rennrad auf.

Denn gegenüber den werkseitig an vielen Rädern montierten (Einstiegs-)Laufrädern bedeutet diese Investition: geringeres Gewicht, spritzigere Beschleunigung und, nicht zuletzt, aufregendere Optik.

Bei den renommierten Fachhandels-Marken bekommt man im Regelfall High-End-Laufradsätze aus Aluminium - mit aufwendig bearbeiteten Alu-Felgen, hochwertigen Leichtlauflagern und schicken Nabenkörpern. In der Preisklasse rund um die magischen 1000 Euro werben die Hersteller mit ganz unterschiedlichen Konzepten um Kunden.

Konkurrenz bekommen die „Etablierten“ jedoch zunehmend von Newcomern, die zu diesem Preis bereits leichte Carbon-Felgen anbieten und ihre Laufräder per Direktvertrieb via Internet zu den Kunden bringen.

All diese Fragen wollen vor einem Kauf beantwortet werden - ganz individuell, nach eigenem Anspruch, Einsatz und Geschmack: Alu- oder Carbon-Felge? Bekannter Markenname oder Newcomer? Fachhandel oder Direktkauf beim Hersteller?

Hohes Niveau im Test

Sowohl die Alu-Modelle von DT Swiss, Easton, Fulcrum, Mavic und Zipp als auch die Carbon-Laufräder von Hunt, Venn und Zeal überzeugten in Labor und Praxis: Wer so viel Geld für Laufräder ausgibt, bekommt auch viel Gegenwert.

Insgesamt liefern die Laufräder aber Leistungen auf hohem Niveau: Natürlich ergeben sich Unterschiede in den Messwerten und im Fahrverhalten.

  • Mit Ausnahme eines Hinterrades (Hunt) waren alle Modelle ausgesprochen seitensteif aufgebaut, und selbst der genannte Ausreißer bleibt noch im grünen Bereich.
  • Sechs der acht Laufräder sind sehr leicht, vier Sets wiegen weniger als 1500 Gramm.
  • Alle Laufräder sind mittig und sehr sauber aufgebaut, nur ein einziges Hinterrad (Venn) erlaubt sich einen minimalen Seitenschlag.
  • Sieben von acht Laufrädern können auch tubeless gefahren werden.
  • Und alle Laufräder machen - mit je ganz eigenen Stärken und Schwächen - auf der Straße richtig viel Spaß.

Manche Hersteller liefern ihre Laufräder nur mit dem allernötigsten Zubehör wie Schnellspannern oder speziellen Speichenmagneten aus, andere packen großzügig Ersatzspeichen, Spezialwerkzeug und Bremsbeläge obendrauf: Große Unterschiede gibt’s bei den Zugaben „on top“.

Die Franzosen liefern ein komplettes Tubeless-Kit inklusive Reifen, Ventilen, Dichtmilch und Spritze mit, was dem Hersteller letztlich den Preis-Leistungs-Tipp sichert: Mavic schießt hier den Vogel ab.

Auch was Garantiebestimmungen, Crash-Replacement und Gewichtslimit angeht, zeigen sich ganz unterschiedliche Herstellerphilosophien. Hier stechen insbesondere die Versender hervor: Hunt bietet seinen Kunden eine 60-tägige Rückgabefrist an, um das Produkt unverbindlich zu testen, und Zeal gewährt satte sechs Jahre Garantie, die sogar bei Weiterverkauf der Laufräder übertragbar ist.

Große Unterschiede zeigen sich auch bei den Naben- und Lagerdimensionen.

Die Letzten ihrer Art?

Der Test zeigt auch, dass trotz des Hypes um die Scheibenbremse hochwertige Produkte für Felgenbremsen eine Daseinsberechtigung haben: Die getesteten Laufräder sind allesamt leichter und somit spritziger als ihre - mitunter deutlich teureren - Pendants für Scheibenbremsen (sofern verfügbar).

Und die Modelle mit klassischer silberner Bremsflanke bremsten im Test in Kombination mit Standardbelägen von Campa und Shimano herausragend gut - zumindest bei trockenen Bedingungen. Fans der Felgenbremse finden in den getesteten Produkten also starke Argumente für ihre Präferenz - und viel Tuningpotenzial für ihren Renner.

Trotzdem ist zu befürchten, dass bahnbrechende technologische Entwicklungssprünge für Felgenbrems-Laufräder nicht mehr zu erwarten sind. „Wir werden Felgenbremsvarianten sicher nicht aus unserem Sortiment verbannen, solange eine Nachfrage besteht“, heißt es etwa von DT Swiss, „das Feedback aus dem Markt und seitens der Fahrradhersteller spricht jedoch ganz klar für eine Konzentration auf die Entwicklung von Scheibenbremslaufrädern.“ Campagnolo/Fulcrum verspricht, Bremsoberflächen und -beläge weiterzuentwickeln, „solange Felgenbremsen relevant sind“, ähnlich äußert sich Mavic.

Detaillierte Testergebnisse

DT Swiss PR 1400 Dicut 32 Oxic

  • Steifster Laufradsatz im Test
  • Präzises Lenkverhalten
  • Keine Garantie bei Verwendung in Wettkämpfen

Die schwarze, Oxic genannte Keramik-Oberflächenbeschichtung erwies sich schon im ROADBIKE-Dauertest als sehr haltbar: Wer auf die Optik schwarzer Bremsflanken steht, deswegen aber nicht auf Carbon bremsen möchte, sollte sich die Alu-Bremsflanke von DT Swiss mal genauer anschauen.

Die höchsten Steifigkeitswerte im Testfeld, ein vergleichsweise großzügiges Gewichtslimit sowie der sorgfältige Aufbau der Räder ohne Seiten- und Höhenschläge sind gute Argumente für einen Kauf. Und auch sonst überzeugt der Laufradsatz aus der Schweiz.

Das Lenkverhalten ist präzise, die Laufräder machen stets exakt das, was sie sollen. Seitenwind stellt kein Problem dar.

Insgesamt gibt sich der Laufradsatz aber eher ruhig als spritzig. Grund dafür ist die 32 Millimeter hohe Aluminiumfelge, deren Gewicht bei Antritten deutlich zu spüren ist. Einmal auf Touren gebracht, rollt die Kombination jedoch sehr gut.

Verbesserungswürdig: Crash-Replacement gewährt DT Swiss nur für Carbon-Laufräder, und die derzeitigen Garantiebestimmungen (zwei Jahre) schließen Wettkämpfe aus. Wer es sportlicher mag oder leichtfüßig durch die Berge klettern will: Optional ist der Laufradsatz mit leichterer, flacher Felge erhältlich.

Technische Daten:

  • Gewichte: VR 768 g/HR 889 g
  • Preis: 998 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 18 mm/21 mm/32 mm
  • Speichen: v 20 rad./h 24 je 1x gekr.
  • Lieferumfang: Bremsbeläge, Schnellspanner, Tubeless-Zubehör, Werkzeug u.a
  • Gewichtslimit: 130 kg Systemgewicht
  • Wertung: SEHR GUT (75 Punkte)

Easton EA90 SL (Testsieger Aluminium)

  • Leicht, steif, komfortabel
  • Tolles Bremsverhalten
  • Kein Gewichtslimit
  • Garantie nur ohne Rennen

Eastons EA90 SL überzeugt im Labor und in der Praxis und schnappt sich den Testsieg bei den Alu-Modellen. Angesichts der massiven Naben und der - neben Zipp - breitesten Alu-Felge im Testfeld überrascht es, dass der EA90-SL-Satz locker unter der magischen Gewichtsgrenze von 1500 Gramm für das Set aus Vorder- und Hinterrad bleibt.

Im Sattel macht sich all das positiv bemerkbar: Die Laufräder begeistern mit sattem Vortrieb und spritziger Beschleunigung, gefühlt kommt die investierte Kraft des Fahrers ohne Verluste auf der Straße an. Das Lenkverhalten ist wendig-agil und, nicht zuletzt dank des seitensteifen Vorderrades, ausgesprochen präzise. Da der Reifen hier sehr breit baut, stimmt auch der Komfort.

Überragend ist - wie bei allen Laufrädern mit Alu-Flanke - das Bremsverhalten, zumindest unter trockenen Bedingungen. Hohes Tempo hält der Satz nicht ganz so gern wie mancher Konkurrent.

Positiv: Ein Gewichtslimit gibt’s hier nicht. Rabatte beim Neukauf nach einem Crash gewährt Easton nicht, dafür aber zwei Jahre Garantie - solange man keine Wettkämpfe bestreitet.

Technische Daten:

  • Gewichte: VR 653 g/HR 829 g
  • Preis: 1098,80 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 20 mm/25 mm/27 mm
  • Speichen: v 20 rad./h 24, li 1x, re 2x
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Ventilschlüssel
  • Gewichtslimit: keins
  • Wertung: ÜBERRAGEND (95 Punkte)

Fulcrum Racing Zero

  • Beste Torsionssteifigkeit
  • Toller Fahreindruck
  • Nicht tubeless-fähig
  • Überschaubarer Lieferumfang

Der günstigste Laufradsatz in diesem Testfeld ist - nach Punkten - der drittbeste. Den Platz auf dem Podium verdient sich Fulcrums Racing Zero mit fast schon klassischen Tugenden: Obwohl die Felge ungelocht kommt, ist sie nicht tubeless-tauglich, sondern muss mit eingelegtem Schlauch gefahren werden, zudem fällt sie im Vergleich zur Konkurrenz eher schmal aus.

Das sorgt - in Kombination mit der höchsten Torsionssteifigkeit im Test - aber dafür, dass der Racing Zero abgeht, wie der Name vermuten lässt: Der Vortrieb ist beeindruckend, gemeinsam mit Mavics Ksyrium und Zeals Randa ist der Satz der spritzigste im Test. Das gefällt sportlichen Fahrern, die häufig beschleunigen oder am Berg antreten.

Die Räder reagieren schnell und präzise auf Lenkbefehle, ohne je nervös zu werden, die Bremsleistung ist auf den Punkt dosierbar. Die Seitensteifigkeiten der Räder reichen dafür locker aus, auch wenn andere in dieser Hinsicht noch mehr zu bieten haben.

Kleiner Wermutstropfen: Alle Konkurrenten liefern ihre Räder mit mehr Zubehör aus. Die Garantie umfasst zwei Jahre und erlaubt auch die Verwendung bei Wettkämpfen. Hohes Tempo halten die Laufräder dafür nicht ganz so bereitwillig, wohl auch wegen der breiten Alu-Speichen.

Technische Daten:

  • Gewichte: VR 656 g/HR 860 g
  • Preis: 916 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 17 mm/23 mm/v 24, h 27 mm
  • Speichen: v 16 rad./h 21, li rad., re 2x
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Speichenmagnet, 10-fach-Distanzring
  • Gewichtslimit: 109 kg Fahrergewicht
  • Wertung: SEHR GUT (83 Punkte)

Hunt 36 Carbon Wide Aero

  • Leichteste Laufräder im Test
  • Großer Lieferumfang
  • 60 Tage Rückgaberecht
  • Hinterrad könnte seitensteifer sein

Im ROADBIKE-Test gefiel der Laufradsatz mit dem etwas sperrigen Namen 36 Carbon Wide Aero mit dem geringsten Gesamtgewicht, tollen Trägheitswerten und einem sehr guten Aufbau. 2014 beschlossen zwei radsportverrückte Brüder aus England, sich in der Fahrradindustrie selbstständig zu machen - heute verschickt die in Sussex ansässige Firma Hunt Rennrad-, Cross-, Gravel- und Mountainbike-Laufräder versandkostenfrei in alle Welt.

Licht und Schatten auch bei der Seitensteifigkeit: Das steife Vorderrad ist über jeden Zweifel erhaben und trägt zum sportlich-direkten, jederzeit vorhersehbaren Lenkverhalten bei, das Hinterrad (HR) fällt deutlich ab und bleibt mit 74 Nm/° vergleichsweise knapp im grünen Bereich (ab 70 Nm/°). Dem steht der zweitschwächste Wert bei der Torsionssteifigkeit gegenüber.

Toll sind die Rahmenbedingungen: Hunt gewährt 60 Tage Rückgaberecht bei voller Nutzung, dazu kommen zwei Jahre Garantie ohne Rennausschluss und Crash-Replacement. Auf der Straße gefallen der satte Vortrieb und die gute Kraftübertragung, zudem rollen die Laufräder bei hohem Tempo top, Seitenwind lässt sie unbeeindruckt. Die Bremsleistung ist gut, Beläge gehören zum Lieferumfang.

Übrigens: Der Unsicherheitsfaktor Brexit soll keine Abstriche beim Service oder Preiserhöhungen mit sich bringen.

Technische Daten:

  • Gewichte: VR 644 g/HR 775 g
  • Preis: 1070 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19 mm/27 mm/35 mm
  • Speichen: v 20 rad./h 24 li rad., re 3x
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile, Ersatzspeichen, Werkzeug u.a.
  • Gewichtslimit: 100 kg Fahrergewicht
  • Wertung: SEHR GUT (79 Punkte)

Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)

  • Sehr leicht und sportlich
  • Großer Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung
  • Geringste Torsionssteifgkeit

Im ROADBIKE-Test gefällt das sehr niedrige Gewicht - nur das Carbon-Set von Hunt ist noch leichter: Seit 1999 sind die optisch auffälligen Ksyrium-Laufräder des französischen Herstellers Mavic im Profi- und Hobby-Peloton unterwegs, nicht weniger als elf Ausführungen bieten die Franzosen aktuell an. Das Ksyrium Pro UST mit Alu-Felge und -Speichen rangiert dabei preislich in der Mitte.

In Verbindung mit den leicht laufenden Lagern bedeutet das: Bestwert bei der Trägheitsmessung. Die Seitensteifigkeit ist absolut ausreichend, allerdings verwindet sich kein Modell stärker bei der Torsionsmessung.

Den Preis-Leistungs-Tipp sichern sich die Franzosen nicht zuletzt durch den großen Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung - Reifen und Ventile sind schon montiert, nur noch Dichtmilch einfüllen und losfahren! Im Sattel begeistert der unbändige Vortrieb, bergauf scheinen die Laufräder zu fliegen. Dazu passt das agile Lenkverhalten. Kurz: Mavic schnürt ein Paket für Sportler.

60 Tage Rückgaberecht gewähren die Franzosen dabei für unbenutzte Produkte, zudem zwei Jahre Garantie ohne Rennausschluss sowie ein weiteres Jahr bei Produktregistrierung.

Technische Daten:

  • Gewichte: VR 596 g/HR 842 g
  • Preis: 949 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 17 mm/21 mm/ v 17, h 20 mm
  • Speichen: v 18 rad./h 20 re rad., li 2x
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Tubeless-Reifen und Zubehör, Werkzeug, 10-fach-Distanzring
  • Gewichtslimit: 120 kg Systemgewicht

Zipp 303 Firecrest

Zipp hat die komplette Range der Laufradsätze für Rennrad-Felgenbremsen überarbeitet. Hier den nagelneue Zipp 303 Firecrest. Seitdem ich Rennrad fahre, habe ich Laufradsätze von Zipp stets bewundert. Viele Hersteller fokussieren ihre Innovationsarbeit nur noch auf Disc-Laufräder. Nicht aber Zipp, denn für 2018 wurde die komplette Palette der Carbon-Laufradsätze für Felgenbremsen geupdated und neben den Topmodellen der NSW-Serie wurden auch die Firecrest-Modelle komplett überarbeitet.

Für die neue Serie der Firecrest-Laufräder werden nun die 2017er NSW-Felgen verwendet. Zipp spendiert der Firecrest-Range hier also ein Update und hebt die ohnehin schon in der Topliga spielenden Firecrest auf ein neues Level, während die 2018er NSW sogar nochmals kleinste Verbesserungen im Bereich der im Radrennsport so beliebten „marginal gains“ erhalten. NSW steht für „Nest Speed Weaponry“ und repräsentiert den state of the art hinsichtlich der Entwicklung von Carbon-Laufradsätzen im Hause Zipp.

Im Zentrum der neuen Firecrest 303 drehen sich die Zipp 77/177 Naben, welche seidenweich laufen und durch jahrelange Erfahrungen im Einsatz bei den Frühjahrsklassikern auch extrem haltbar sind. Die 45mm hohen Felgen haben eine Innenweite von 17mm und sind vollgepackt mit den besten Technologien von Zipp: AeroBalance Felgenprofil, ABLC SawTooth Dimples und Showstopper Bremsfläche - aber dazu später mehr. Die Verbindung zu den in Indianopolis handgefertigten Felgen wird mit Sapim CX-Ray Speichen hergestellt.

Das Gesamtgewicht beträgt übrigens selbst gewogene 1518 Gramm, was für einen 45mm hohen Clincher-Laufradsatz durchaus konkurrenzfähig ist wie ich finde - zumal Zipp hier den Anspruch hat, einen alltagstauglichen Allrounder anzubieten. Im Sprint sind die Räder super reaktionsfreudig!

Aerodynamik

Das „AeroBalance“ - Felgenprofil soll laut Zipp zu einem sehr stabilen, schnellen Fahrverhalten ohne Windanfälligkeit führen und das kann ich bestätigen. Natürlich war ich nicht Im Windtunnel mit den Laufrädern - das haben die Ingenieure von Zipp ja bereits erledigt. Die Seitenwindanfälligkeit ist gleich Null und die Beschleunigung ist nahezu explosiv- man hat das Gefühl, dass die Felgen jedes Watt direkt auf die Straße übertragen.

Dazu trägt auch die „ABLC SawTooth-Technologie“ bei - der Name für die „Dimples“, der Golfball-ähnlichen Oberfläche auf den Felgen. Der charakteristische Sound der Zipp-Felgen verstärkt das Feeling nochmals und es macht einfach Spaß mit diesen Laufrädern schnell zu fahren. Diese wurden nochmals optimiert und helfen dabei, bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten den Luftstrom gekonnt um die Felge zu führen und Luftverwirbelungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Bremsleistung

Zipp hat hier eine Menge Entwicklungsarbeit geleistet, was in der einzigartigen „Showstopper-Technologie“ resultiert: Eins der meist diskutiertesten Themen rund um Carbonfelgen ist die Bremsperformance.

Die Bremsfläche ist hier nicht aus gewöhnlichen Carbonfasern, sondern aus Silikon Carbid und erlaubt eine hervorragende, vorhersehbare Modulation der Bremse. Der Anspruch war hier nicht bloß eine Bremsleistung zu erzielen, die „für eine Carbonfelge sehr gut“ ist, sondern Bremsperformance auf allerhöchstem Niveau - ungeachtet des Werkstoffs.

Die kleinen Querrillen auf der Showstopper-Bremsfläche transportieren Nässe hervorragend ab. Charakteristisch sind dabei die 317 Querrillen in Rotationsrichtung auf der Bremsflanke, die Nässe schnell abtransportieren und speziell auf die Interaktion mit den Zipp Tangente Platinum Pro EVO Bremsbelägen hin entwickelt wurden.

Zipp 302

Mitte dieses Jahres hat Zipp seinen neuen Laufradsatz Zipp 302 vorgestellt. Der 302 ist ein Vollcarbon Clincher, der sowohl in einer Version für Scheibenbremsen als auch für klassische Felgenbremsen und natürlich mit Freilaufversionen für Shimano, Sram als auch Campagnolo erhältlich ist. Es handelt sich hierbei um einen 1645 g schweren Carbonlaufradsatz für Drahtreifen. Mit einem Verkaufspreis von 1299 € stellt der 302 den Einstieg ins Zipp Sortiment dar.

Erster Eindruck

Der Zipp 302 machte auf mich direkt einen soliden und hochwertigen Eindruck - eben ganz genau so, wie man es auch von höherpreisigen Zipp Laufrädern gewohnt ist. Schnellspanner, Ventilverlängerungen und zwei Felgenbänder sind im Lieferumfang enthalten. Zusätzlich werden noch zwei Reifen, zwei Schläuche, eine Kassette und Carbon-Bremsgummis benötigt.

Die Montage ist unkompliziert. Nach kurzer Zeit waren die Laufräder fahrbereit und ich konnte diese endlich zum ersten Mal in einer Trainingsausfahrt testen. Ich spürte sofort, dass ich mit keinem 0815-Laufradsatz unterwegs bin. Das Fahrverhalten ist direkt und auch das Beschleunigen nach Kurven macht einfach Spaß.

Fahreigenschaften

Bei Laufrädern mit einer Carbonbremsflanke spielt das Bremsverhalten eine wichtige Rolle. Auch hier kann ich nur Positives berichten. Im Trockenen sowie im Nassen sind die Bremsen gut dosierbar. Auch die aerodynamischen Vorteile konnte ich bei schneller Fahrt feststellen. Der Zipp 302 generiert einen super Vortrieb.

Als Feuertaufe diente hierzu ein Rennen vor unserer Haustüre: „Rund um Dom und Rathaus“! Auf einer 900 Meter langen Kopfsteinpflasterrunde konnte ich den Laufradsatz bei strömendem Regen zum ersten Mal so richtig auf die Probe stellen. Hier bestätigten sich voll und ganz die Fahreindrücke der ersten Ausfahrten. Steif, agil und gutes Bremsverhalten.

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