Zoo Karlsruhe: Das innovative Laufrad-Konzept für Tiererlebnis und Artenschutz

Der Zoo Karlsruhe ist mit seinen vielen Tieren, Tier-Erlebniswelten und Erholungsmöglichkeiten eines der beliebtesten Ausflugsziele für die Bürger. Jährlich verbucht der Zoo Karlsruhe über eine Million Besucher. Auf einer Fläche von rund 22 Hektar bietet der Zoo eine grüne Idylle mitten in der Stadt.

Einblicke in das Laufrad-Konzept

Hoffnung macht an diesem Nachmittag allen voran der pfiffige Matthias Reinschmidt, Zoodirektor in Karlsruhe. Er setzt nicht nur konsequent das Ziel um, die Menschen so nah wie möglich in den (nachgestellten) Lebensraum der Zootiere zu bringen; er hat nicht nur eine Altersresidenz für ehemalige Zirkuselefanten eingerichtet.

Vor allem gründeten die Karlsruher eine Artenschutzstiftung, und sie kämpfen buchstäblich um jeden Euro, um ihn in Projekte zu investieren wie beispielsweise die Wiederaufforstung des Nebelwalds in Ecuador.

Artenschutz im Fokus

Zoobesucher in Karlsruhe begegnen Schildern wie: „Hier könnten Sie ein Quagga sehen, wenn es nicht ausgestorben wäre.“ Und sie, die Besucher, haben die Wahl, am Zooeingang die Zahlung eines „freiwilligen“ Artenschutz-Euros zu verweigern - wenn sie das ausdrücklich sagen. Mehr als 90 Prozent zahlen. Übrigens auch die Stadt und zahlreiche Sponsoren. Da zeigt sich, was gutgelaunter Artenschutz im Zoo hinkriegen kann.

Seit 4 Jahren richtet der Zoo am Ende der Sommerferien seinen Artenschutztag aus. Glücksrad, Button-Maschine, Quiz, Postkarten zum selber Gestalten oder gekühltes „Agua de Jamaica“ (Hibiskus-Eistee nach ecuadorianischem Rezept) - jedes Jahr gab es verschiedene Mitmach-Aktionen am Stand des Karlsruher Klimafonds.

Artenschutzprojekte der Stiftung Zoo Karlsruhe

  • Ecuador: Am Westhang der Anden bei Mindo werden auf 24 Hektar der Nebelwald mit seiner immensen Biodiversität geschützt und ehemalige Weideflächen wieder aufgeforstet.
  • Sri Lanka: Auffangstation für Elefanten-Waisen in Udawalawe.
  • Chile: Die Artenschutzstiftung unterstützt den Verein Sphenisco, welcher sich für den Schutz der Humboldt-Pinguine einsetzt.
  • Nepal: Das Netzwerk „Red Panda Network“ setzt sich für die Erhaltung der Lebensräume des Roten Pandas ein und fördert Projekte, um die lokale Bevölkerung für seine Bedrohungslage zu sensibilisieren.
  • Kenia: WWF-Projekt zum Erhalt der großen Tierwanderwege in der Masai-Mara.
  • Indonesien: Projekt für den Erhalt des Orangehaubenkakadus.
  • Australien: Koala-Hilfe nach der Brandkatastrophe.
  • Bangladesh: Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe finanziert seit 2021 den Aufbau und Betrieb einer Plumplori-Auffang- und Auswilderungsstation in Bangladesch.

Tierische Highlights und Besonderheiten

Neben vielen spannenden Tierarten gibt es einige Besonderheiten im Zoo Karlsruhe. Die Tierwelt wird in Themenbereichen präsentiert. Einzigartig ist das Konzept der Altersresidenz für asiatische Elefantenkühe: Für Zirkustiere, die nicht mehr reisen sollen, gibt es hier tiergerechte Plätze.

Die 3.000 Quadratmeter große Außenanlage wird tagsüber von den Elefanten und abends von den Flusspferden genutzt. Weitere Großtiere leben beispielsweise im Affenhaus. Hier hält der Zoo Karlsruhe unter anderem Schimpansen wie den beliebten Benny und Sumpfmeerkatzen.

Raubtier-Fans kommen nur wenige Meter weiter auf ihre Kosten: Im Raubtierhaus leben unter anderem Chinaleoparden und Salzkatzen. Die Anlage wird zum „Südamerikahaus“ ausgebaut und zeigt bereits Capybaras (Wasserschweine) und Tamanduas (kleine Ameisenbären), die schon Starqualitäten haben.

Weitere Raubtiere gibt es aber auch in der „Bergwelt Himalaya“. In einer rund 1.300 Quadratmeter großen Anlage am Fuße des Lauterbergs mit Felsen und Bach leben hier Schneeleoparden. Die Tiere sind ebenso vom Aussterben bedroht wie ihr Nachbar: der beliebte Rote Panda.

In der „Tierwelt Australiens“ leben Kängurus und Emus. Durch Panoramascheiben haben die Besucher im Karlsruher Zoo Blick auf die Schneeleoparden in der „Bergwelt Himalaya“.

Die neue Afrika-Savanne wurde 2023 eröffnet. In der in knapp vier Jahren umgestalteten Anlage leben nun Giraffen, Zebras und Co. in einer Savannenlandschaft gemeinsam. Am Giraffenhaus können Besucher den besonderen Tieren von einer Plattform aus auf Augenhöhe begegnen.

Im „Lebensraum Wasser“ geht es zu weiteren besonderen Tieren. Hier zeigen sich den Besuchern Eisbären, Seehunde, Seelöwen und Pinguine.

Mit dem Exotenhaus hat der Zoo seit 2015 eine Allwetter-Attraktion. Es beherbergt 2.000 Tiere in 100 Arten - Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische.

Tickets und Besuchsinformationen

Für den Zoo gibt es Tageskarten für Einzelpersonen und Jahreskarten. Ein Tagesticket für Erwachsene kostet 15 Euro, für Kinder 7 Euro, ermäßigte Tickets gibt es für 13 Euro. Außerdem können Tickets für die Gondoletta sowie Familienjahreskarten und Kombikarten (inklusive Zoo Landau und Zoo Heidelberg) gekauft werden. Inkludiert ist der sogenannte Artenschutz-Euro.

Wer den Karlsruher Zoo besucht, kann beim Ticketpreis freiwillig den sogenannten Artenschutz-Euro dazugeben. Er wird an der Kasse des Zoologischen Stadtgarten automatisch erhoben, allerdings kann man darauf hinweisen, ihn nicht bezahlen zu wollen.

Der Zoo Karlsruhe liegt mitten in der Stadt zwischen dem Karlsruher Hauptbahnhof und dem Kongresszentrum. Ausgänge gibt es zudem an der Bahnhofstraße, an der Beiertheimer Allee (Ausgang West) sowie an der Ettlinger Straße (Ausgang Ost). Auskünfte rund um den Zoo gibt es unter der Telefonnummer 0721-1336815.

Eine Dependance hat der Karlsruher Zoo mit dem „ Tierpark Oberwald“, der bei freiem Eintritt besucht werden kann.

Anfahrt und Parken

Wer mit dem Auto zum Zoo kommt, verlässt die Autobahn A5 oder A8 an der Anschlussstelle Karlsruhe-Mitte. Anschließend folgt man den Schildern in Richtung „Zentrum“, später „Hauptbahnhof“ oder „Kongresszentrum“.

Autofahrer haben verschiedene Parkmöglichkeiten. Am besten eignet sich eine der beiden Tiefgaragen am Kongresszentrum mit insgesamt 820 Plätzen. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Eingang Nord.

Mit dem ÖPNV ist der Karlsruher Zoo mit den Linien S1, S4, S7, S8 und S11 sowie den Tramlinien 2 und 3 zu erreichen. Im Norden des Zoologischen Stadtgartens ist der Hauptbahnhof in direkter Nähe, im Süden ist die Haltestelle Kongresszentrum am nächsten.

Das Gondoletta-Erlebnis

Die rund 50 Gondolettas auf dem Stadtgartensee im Karlsruher Zoo bieten ein besonderes Erlebnis für die Besucher. Anlegestellen gibt es in der Nähe der beiden Eingänge im Norden und Süden des Zoos. Von da aus geht es auf den kleinen Booten über den Stadtgartensee durch einen Kanal zum Schwanensee.

Bei der Bootsfahrt mit der Gondoletta können die Gehege der Tiere und die Themengärten aus einer anderen Perspektive erlebt werden. Eine Rundfahrt dauert 40 Minuten. Gruppen ab 25 Personen bezahlen für die Rundfahrt 4 Euro pro Person, Kinder 3 Euro.

Wappentiere und Botschafter

Wappentiere des Karlsruher Zoos sind die Eisbären und Hyazinth-Ara Henry ist Botschafter. Moderiert werden die „Zoo-Einblicke“ rund um Elefanten, Eisbären und Co. von Zoodirektor Matthias Reinschmidt. Immer als Botschafter an seiner Seite ist Henry, den der Zoochef von Hand aufgezogen hat.

Neues Highlight im Zoo ist das Eisbärenjungtier Mika. Im November 2024 brachte Eisbärin Nuka den kleinen Mika zur Welt. Seit dem 12. März 2025 können Besucherinnen und Besucher das Jungtier in Aktion sehen.

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