Der Zughundesport erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es bieten sich heutzutage vielseitige Möglichkeiten und Varianten der aktiven Freizeitgestaltung mit deinem Hund bei der Zugarbeit an, u.a. beim Canicross, Bikejöring, Dogscootern, Dogtrekking und Skijöring. Ein Zuggeschirr brauchst du immer dann, wenn dein Hund beim Sport die Zugarbeit erbringen muss. Mit einem Zuggeschirr für Hunde stellst du sicher, dass dein Hund stets eine maximale Bewegungsfreiheit genießt. Außerdem bietet ein solches Geschirr eine optimale Druckverteilung.
Welche Zuggeschirr-Arten gibt es?
Es gibt drei gängige Arten von Zuggeschirren, die sich - je nach Einsatzgebiet - besser oder weniger gut für deinen Hund eignen:
- Das X-Back: Es kommt aus dem Schlittenhundesport und heisst so, da sich die Bänder über dem Rücken wie ein X kreuzen. Das X-Back ist ein echter Allrounder und ist deshalb in allen Sparten vertreten. Ein X-Back-Geschirr ist optimal für einen Schlittenhund wie einen Malamute oder Husky. Hervorzuheben ist bei diesen Zuggeschirren die ideale Kraftübertragung und -verteilung. Das X auf dem Rücken sorgt für eine Stabilisierung deines Hundes und unterstützt ihn somit bei seinem Zugsport. Beachte bei diesem Geschirr, dass sich die Größe nicht verstellen lässt. Das Dragrattan X-Back und das Axaeco X-Shirt sind super Allrounder und beide passen vielen Rassen und Mixen. Absolute Bestseller. Es ist einfach, es passt sehr oft und ist einfach gut. Vor allem für lange Hunde geeignet und eher normale Körperproportionen.
- Das H-Back: Es verläuft auf beiden Seiten parallel zur Wirbelsäule entlang und ist an einer Stelle miteinander verbunden. Das bekannteste H-Back Geschirr ist das Freemotion von Non-stop dogwear. Da die Bänder sich nicht über dem Rücken kreuzen, kann sich der Rücken deines Hundes bei der Zugarbeit frei wölben. Beim H-Back, wie z.B. dem Freemotion von Non-stop dogwear, verlaufen die Bänder parallel zum Rücken. Die Seitenbänder dürfen nicht an den Achseln scheuern.
- Das V-Back: Von oben betrachtet ergibt dieses Geschirr ein “V”. Es eignet sich vor allem für Sprints, da sich auch hier der Rücken deines Hundes frei bewegen kann. Anders als beim H-Back, fehlen hier unterstützende Bänder.
Wie sitzt ein passendes Zuggeschirr?
Vor allem am Anfang ist es für viele Kunden nicht einfach einzuschätzen, ob das gekaufte Zuggeschirr deinem Hund nun passt oder nicht. Häufig werden zu große Geschirre bestellt, da man sich am Halsumfang des Führgeschirrs orientiert. Das ist für den Zughundesport jedoch nicht richtig, da du ja nicht willst, dass die größte Belastung auf den Schultern liegt. Ist das Zuggeschirr vorne schon zu weit, wird es auch an anderen wichtigen Stellen meist nicht passen. Ein passendes Zuggeschirr wirkt auf den ersten Blick oftmals zu klein, sitzt auf Zug dann aber perfekt.
Das Brustbein verbindet bei deinem Hund, wie beim Menschen auch, die Rippen miteinander und ist beim Zuggeschirr einer der Punkte, die du überprüfen solltest. Die Brustbeinspitze kannst du ganz einfach vorne zwischen den Beinen (etwas oberhalb) ertasten. Ein passendes Zuggeschirr liegt auf der Brustbeinspitze auf. Liegt es zu weit oben, wird dein Hund nicht richtig Luft bekommen und beim oder nach dem Sport röcheln (das hörst du sehr schnell). Liegt es deutlich unterhalb der Brustbeinspitze, wird das Zuggeschirr auf den Schultern liegen, was einerseits die Bewegung einschränken kann, zu Verspannungen führen kann und andererseits eine Fehlbelastung ergibt. Die Schultern deines Hundes müssen bei jedem Geschirr frei beweglich sein.
Die Seitenbänder sollten auf dem hinteren Rippenbogen aufliegen. Auf keinen Fall sollten die Bänder im Zug in die Weichteile drücken/rutschen. Liegen die Bänder ohne Zug schon auf dem letzten Rippenbogen, werden sie im Zug sehr wahrscheinlich zu weit nach hinten rutschen. Insgesamt sollte das Geschirr “richtig auf Zug” ungefähr am Rutenansatz aufhören, ist aber im Vergleich zu den anderen Punkten die Stelle, die noch den größten Spielraum erlaubt.
Bitte bedenke: Ein Zuggeschirr kann man nur unter richtigem Zug beurteilen! Ansonsten sieht es tatsächlich immer so aus, als würde das Geschirr überhaupt nicht passen. Als Führgeschirr wäre der Halsausschnitt so in Ordnung. Wie du aber siehst, passt es dem Hund als Zuggeschirr nicht.
Empfehlungen für unterschiedliche Hundetypen:
- Sehr schmale Hunde (Windhundtyp): Hier empfehlen wir das Dragrattan R-Back oder das Non-stop dogwear Nansen Nome 5.0
- Sehr plüschige Hunde: Hier empfehlen wir z.B. das Non-stop dogwear Freemotion oder das Sledwork G2 oder G3
- Kurz und kompakt mit Dickschädel: Hier könnte das Non-stop dogwear Freemotion weiterhelfen, weil es etwas verstellbar ist.
- Nordische Rassen: hier empfehlen wir sehr oft das Sledwork G2.
- Für alle normal gebauten Hunde (Jagdhunde, Schäferhunde, X-Herder, Hütenhunde usw.): Das Dragrattan X-Back und das Axaeco X-Shirt (Besonderheit: Rundhalsausschnitt, sehr leicht) sind super Allrounder und beide passen vielen Rassen und Mixen. Absolute Bestseller.
Rassebeispiele und -empfehlungen:
- Australian Cattle Dog: Non-stop dogwear Freemotion, Sledwork G2
- Australian Shepherd: Sledwork G2
Wie messe ich richtig?
Hier musst du auch etwas schauen, welche Angaben der Hersteller macht. Die Messart kann sich unterscheiden, vor allem was den Hals bzw. den Halsumfang angeht.
- Rückenlänge: Die Rückenlänge misst du ganz einfach zwischen den Schulterblättern (am Nacken) bis hin zum Rutenansatz. Dein Hund sollte locker und gerade stehen.
- Halsumfang: Manche Hersteller geben hier die Länge von den Schulterblättern (am Nacken) bis zum Brustbein an.
- Brustumfang: Den Brustumfang misst du an der tiefsten Stelle der Brust. Diese Stelle befindet sich bei oder etwas hinter den Vorderbeinen.
Wie fotografiere ich das Zuggeschirr an meinem Hund?
Wenn du unsicher bist, ob das von dir bestellte Zuggeschirr nun richtig passt, kannst du uns gerne Fotos zukommen lassen. Bitte beachte, dass wir es nur beurteilen können, wenn dein Hund richtig im Zug steht. Am besten wäre es, wenn dir bei den Fotos jemand helfen kann.
How to make a Photo:
- Zieh deinem Hund das Zuggeschirr an.
- Vorne liegt beispielweise ein Leckerlie oder Spielzeug.
- Einer zieht hinten, während der Hund nach vorne zu seinem Leckerlie/Spielzeug will.
- Währenddessen macht einer von der Seite vom ganzen Hund (wir müssen den kompletten Hund und Geschirr sehen) ein (bitte möglichst scharfes) Bild.
Bei Hunden mit viel Fell oder viel Haut musst du das Zuggeschirr etwas in Position bringen. Ob das Zuggeschirr richtig auf dem Brustbein liegt, also auch im Zug, ist durch Fotos leider nur sehr schwer zu beurteilen. Hier musst du unter Zug ertasten.
Kurzgeschirr vs. Langgeschirr
Es werden oftmals auch Kurzgeschirre für den Zughundesport angeboten und verkauft. Hier muss man eines ganz klar unterscheiden: Wenn der Hund richtig ziehen soll und im Zughundesport aktiv sein soll, geht in unseren Augen aus gesundheitlichen Gründen nur ein Langgeschirr. Für den Freizeitbereich, wenn der Hund mehr an lockerer Leine läuft und ab und zu die Leine leicht auf Spannung bringt, geht auch ein Kurzgeschirr, bzw. ein Sporthundegeschirr.
- Falsch: Wenn ein Kurzgeschirr auf “Zug” geht, rutscht der Brustteil nach oben und erschwert den Hunden das Atmen.
- Richtig: Ein Langgeschirr hingegen zieht es vorne nach unten, wodurch der Hund weiterhin frei atmen kann bei der Zugarbeit.
Es gibt eine Mischung aus Kurz- und Langgeschirr: Das Dragrattan Multi Sport Geschirr eignet sich hervorragend zum Wandern, für die Zugarbeit.
Gebrauchte Zuggeschirre
Gebrauchte Zuggeschirre verändern oftmals ihre Form und passen sich an den Körperbau des Hundes an (dies ist zu vergleichen mit Laufschuhen), wenn sie lange Zeit regelmäßig benutzt werden und sind deshalb eventuell nicht für den Weiterverkauf zu empfehlen.
Pflege des Zuggeschirrs
Macht das Zuggeschirr regelmäßig sauber und entfernt Staub und Dreck, diese können nämlich zu Scheuerstellen und Wundbrand führen.
Zuggeschirr Testsieger
Unser Zugeschirr Testsieger ist das Freemotion Geschirr von Non Stop Dogwear. Das Geschirr gibt es in unterschiedlichen Größen, sodass du dieses Laufgeschirr auch für kleine Hunde verwenden kannst. Zusätzlich lässt sich das Geschirr verstellen - ein Vorteil gegenüber anderen Zuggeschirren im Test. Gut gefällt uns hier auch die große Bewegungsfreiheit. Die Zugkraft verteilt sich sehr gut auf den Brustbereich deines Hundes. Auch auf eine gute Polsterung hat der Hersteller geachtet. Insgesamt eignet sich das Freemotion Non-Stop perfekt für Sportarten wie Canicross.
Vor- und Nachteile von Zuggeschirren
Zuggeschirre eignen sich perfekt, wenn du mit deinem Hund einen Hundezugsport betreiben möchtest. In diesem Fall entlastet das Geschirr deinen Hund. Beachte am besten, dass es unterschiedliche Zuggeschirre gibt. Neben den Vorteilen gibt es auch einige Nachteile. So ist ein Zuggeschirr im Vergleich zu einem normalen Geschirr vergleichsweise teuer. Wichtiger ist die Tatsache, dass viele Hundehalter beim Ausmessen des passenden Modells scheitern. Beachte zudem, dass du ein Zuggeschirr nicht zum normalen Gassigehen verwenden solltest.
Verwandte Beiträge:
- Top Zuggeschirre für Hunde am Fahrrad – Der ultimative Test für sichere Spazierfahrten
- Mit dem Hund Radfahren: Tipps & Tricks für gemeinsame Touren
- Radfahren mit Hund: Tipps & Tricks für entspannte Touren
- Werner Kaiser Ducati: Exklusive Motorradbekleidung & Zubehör
- Handflächen schlafen beim Motorradfahren: Ursachen & Abhilfe
Kommentar schreiben