Mit dem Motorrad zum Nordkap: Erfahrungsberichte und Tipps

Viele Motorradfahrer träumen davon, einmal im Leben zum Nordkap zu fahren. Es ist ein Abenteuer, das unvergessliche Eindrücke verspricht. Doch wie plant man eine solche Reise am besten? Welche Erfahrungen haben andere Biker gemacht? Dieser Artikel fasst Erfahrungsberichte und gibt wertvolle Tipps für die Motorradreise zum Nordkap.

Die Planung: Zeit und Route

Die Entfernung zum Nordkap sollte nicht unterschätzt werden. Eine entspannte Tour ohne Zeitdruck erfordert etwa fünf Wochen. Natürlich geht es auch schneller, aber dann bleibt wenig Zeit, die Landschaft zu genießen. Eine mögliche Route führt mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki und dann über Finnland hoch. Zurück kann man entweder über Norwegen oder Schweden fahren. Norwegen ist landschaftlich reizvoller, aber Schweden ist schneller.

Eine andere Option ist die Anreise über Dänemark und Schweden. Dabei können die beeindruckenden Brücken Dänemarks, wie die Storebæltsbroen und die Öresundbrücke, überquert werden. Allerdings sollte man sich auf starken Wind einstellen, der das Fahren auf den Brücken erschweren kann.

Es ist ratsam, sich vorab zu überlegen, ob die Fahrt selbst Teil des Urlaubs sein soll. Plant man genügend Zeit ein, um Abstecher zu machen und länger an bestimmten Orten zu verweilen? Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle, besonders für Motorradfahrer. Flexibilität ist hier Trumpf.

Eine mögliche Route könnte so aussehen: Schwedens Ostküste hoch zum Nordkap und Norwegens Westküste zurück nach Deutschland. Tagesetappen von 250 bis 300 km sind gut machbar.

Routenoptionen und Sehenswürdigkeiten

Die direkte Route zum Nordkap soll nicht besonders interessant sein und eher Autobahncharakter haben. Empfehlenswert ist es, die Westküste Norwegens entlangzufahren und die FV17 mitzunehmen. Auch die Lofoten und Vesterålen sind einen Abstecher wert. Auf dem Rückweg bietet sich die E6 an.

Einige Highlights entlang der Strecke sind:

  • Trollstigen (derzeit wegen Steinschlag gesperrt)
  • Atlantikstraße (wird von einigen als überbewertet angesehen)
  • Die letzten 500 km vor dem Nordkap entlang des Porsangerfjords

Wer nicht unbedingt zum Nordkap selbst möchte, kann sich auf die schönen Strecken und Landschaften Norwegens konzentrieren. Wasserfälle, abgelegene Schotterstrecken, Hügel und Berge wie Gaustatoppen, die Hardangervidda oder Jotunheimen bieten abwechslungsreiche Alternativen.

Dauer und Kilometerleistung

Eine grobe Schätzung ergibt, dass man für die Strecke von Gotha/Thüringen zum Nordkap und zurück etwa 6500 km zurücklegen muss. Bei einer Tagesleistung von 300 km benötigt man etwa 22 Fahrtage. Plant man mehr Zeit für Besichtigungen ein, sollte man die Reisedauer entsprechend verlängern.

Die Ausrüstung: Worauf es ankommt

Bei der Ausrüstung sollte man nicht sparen. Eine gute Ausrüstung ist entscheidend für eine komfortable und sichere Reise. Hier einige Tipps:

  • Gepäck: Weniger ist mehr! Eine 49-Liter-Ortliebtasche und ein Endurotankrucksack reichen in der Regel aus.
  • Regenkleidung: Eine einteilige Regenkombi aus Kunststoff ist empfehlenswert, da sie dicht hält und schnell trocknet.
  • Handschuhe: Wasserdichte Handschuhe sind ein Muss für regnerische Tage.
  • Kreditkarte mit PIN: In Skandinavien ist Bargeld auf dem Rückzug. An vielen Tankstellen kann man nur mit Kreditkarte mit PIN bezahlen.
  • Reichweite: Der Tank sollte eine ausreichende Reichweite haben. Für den Notfall ist eine Reserve von 1,5 Litern empfehlenswert.
  • Campingausrüstung: Wer zelten möchte, sollte auf eine gute Ausrüstung achten. Ein gutes Zelt, eine bequeme Matte und ein warmer Schlafsack sind wichtig.
  • Reifen: Ein neuwertiges Reifenprofil ist ein Muss. Der raue Asphalt im Norden kann die Reifen stark beanspruchen.
  • Bremsen: Die Bremsen sollten in Top-Zustand sein, da es viele Bergpassagen gibt.

Reisezeit und Wetter

Die beste Reisezeit ist Anfang Juni. Dann hat die Saison gerade begonnen, die Campingplätze sind leer, es gibt wenig Touristen und Mücken, und man kann noch Schnee und Eis sehen. Im Juli ist es oft überfüllt und die Mücken haben Hochsaison.

Am Nordkap kann man im Juni mit Temperaturen zwischen 0° und 8° C rechnen. Das Wetter kann sehr wechselhaft sein. Es ist ratsam, sich auf alle Eventualitäten einzustellen.

Budget: Was kostet die Reise zum Nordkap?

Die Kosten für eine Motorradreise zum Nordkap können stark variieren. Hier einige Faktoren, die das Budget beeinflussen:

  • Übernachtung: Zelten ist die günstigste Option, Hütten und Hotels sind teurer.
  • Verpflegung: Selbstversorgung ist günstiger als Essen im Restaurant.
  • Benzin: Die Benzinkosten sind ähnlich wie in Deutschland.
  • Fähren: Die Fährüberfahrten können ins Geld gehen.

Ein realistisches Budget für eine dreiwöchige Tour liegt bei etwa 3000 Euro. Wer sparen möchte, kann mit Freunden fahren, wild campen oder auf Campingplätzen übernachten und sich selbst verpflegen.

Weitere Tipps und Hinweise

  • Flexibilität: Plane flexibel und richte dich nach dem Wetter.
  • Versicherungen: Schließe eine Auslandskrankenversicherung ab.
  • Maut: Für Motorradfahrer fallen in Norwegen keine Mautgebühren an.
  • Autopass: Der Autopass lohnt sich nicht für Motorradfahrer.
  • Jedermannsrecht: In Norwegen darf man wild campen.
  • Währung: In Norwegen zahlt man mit Norwegischen Kronen (NOK).
  • Kreditkarte: Die Kreditkarte ist das wichtigste Zahlungsmittel.
  • Sprache: Die meisten Norweger sprechen gut Englisch.
  • Verkehr: Halte dich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
  • Rentiere: Achte auf Rentiere auf der Straße.

Zusammenfassung der Kosten

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Kostenfaktoren einer Motorradreise zum Nordkap:

Kostenfaktor Geschätzte Kosten
Benzin 500 - 800 €
Fähren 200 - 500 €
Übernachtung (Camping) 15 - 30 € pro Nacht
Übernachtung (Hütte/Hotel) 50 - 150 € pro Nacht
Verpflegung 20 - 50 € pro Tag
Sonstige Ausgaben (Maut, Souvenirs, etc.) 200 - 500 €

Die Reise zum Nordkap mit dem Motorrad ist ein unvergessliches Abenteuer. Mit der richtigen Planung und Ausrüstung wird es zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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