Sie unternehmen die erste Fahrradtour im Frühling und die Fahrradkette ist direkt abgesprungen. Das kann passieren, wenn die Schaltung nicht richtig eingestellt ist. Fahrradfahrer kennen das Problem: Die Kette springt raus. Und die wieder einzusetzen ist oft nervige Fummelarbeit. Am Ende hat man die Kette vielleicht wieder drin, aber die Finger sind voller Öl und Dreck.
Mit unseren Tipps können Sie dieses Problem leicht beheben und die Kette in wenigen Sekunden wieder in die Schaltung legen. Aber Achtung, das ist eine etwas schmierige Angelegenheit!
Fahrradkette abgesprungen - mit ein paar Handgriffen wieder drin
Springt die Kette Ihres Rades öfter mal heraus, kann es sein, dass die Schaltung nicht richtig eingestellt ist. Auch das Fahrrad-Ritzel kann abgenutzt bzw. defekt sein. Manchmal übt man auch zu viel Druck auf die Fahrradkette beim Schaltvorgang selbst aus, so dass diese abgeworfen wird. Sie lässt sich aber relativ leicht wieder einspannen.
Wenn Ihre Fahrradkette herausgesprungen ist, fassen Sie die Kette an und ziehen Sie das Schaltwerk nach vorne in Richtung Lenker. Damit das richtig gelingt, müssen Sie das Pedal danach noch nach hinten drehen. Währenddessen achten Sie darauf, dass Sie die Kette in den richtigen Gang einhängen. Bei Geübteren klappt das Einhängen mit Daumen und Zeigefinger, deshalb heißt dieser Trick auch 2-Finger-Trick.
Auch das das Einstellen der Kettenspannung kann für Besserung sorgen, wenn diese öfter mal rausspringt. Bei einem Bike mit einer Kettenschaltung brauchen Sie diese nicht selber zu spannen. Dort achtet das Schaltwerk auf die richtige Spannung der Kette. Fahrräder mit Nabenschaltung brauchen ab und zu eine Nachspannung der Fahrradkette.
Manche Fahrräder kommen inzwischen ohne Kette aus. Doch die allermeisten haben noch eine - und die sollte regelmäßig gepflegt werden. Dann fährt es sich leichter. Und sie hält länger. Sie ist eines der am meisten belasteten Teile am Fahrrad. Wenn sie runterfliegt, gibt's oft schmutzige Finger. Trotzdem braucht eure Fahrradkette regelmäßige Pflege. Wer seine Kette immer wieder reinigt und nachfettet, erspart sich nicht nur Quietschen und Knarzen, sondern auch überflüssige Tretarbeit - denn gepflegte Ketten schlucken weniger Kraft. Sie fallen seltener ab. Und sie verschleißen viel langsamer.
Die richtige Pflege für deine Fahrradkette
- Nutz einen nassen Lappen oder Schwamm, um Schmutz, Staub und altes Schmiermittel von der Kette zu entfernen. Bei Bedarf kannst du auch ein spezielles Kettenreinigungsmittel benutzen.
- Spüle die Kette gründlich mit klarem Wasser ab und lasse sie trocknen, bevor du neues Schmiermittel aufträgst.
- Rasselt und quietscht die Kette, braucht sie auf jeden Fall frisches Öl. Dann jedes Kettenglied einzeln ölen.
- Achte darauf das Schmiermittel gleichmäßig aufzutragen. Dabei kannst du das Pedal langsam drehen. Wische überschüssiges Öl mit einem sauberen Lappen ab, um das Anhaften von neuem Schmutz zu verhindern.
- Überprüfe die Kette regelmäßig auf Verschleiß oder andere Beschädigungen. Rost kannst du gegebenenfalls mit einer Stahlbürste entfernen.
Fahrradkette richtig reinigen
Die Fahrradkette ist eines der am meisten beanspruchten Teile eines Bikes oder E-Bikes. Schließlich muss sie hohe Pedalkräfte wirkungsvoll aufs Hinterrad übertragen. Trotzdem ist sie vergleichsweise ungeschützt und offen. Staub, Schmutz und Nässe haben hier leichtes Spiel - zumal der Ölfilm der Kette dafür sorgt, dass sich diese noch leichter ablagern können.
Warum Reinigen wichtig ist
Die Kettenreinigung ist weniger eine Sache der Ästhetik als vielmehr eine der Wirtschaftlichkeit. Eine verschmutzte Kette ist wesentlich schwergängiger als eine saubere. Das heißt, man muss mehr Kraft aufwenden, um vorwärtszukommen.
Schmutz wirkt außerdem materialfressend: Der Verschleiß und der Abrieb sind deutlich höher - nicht nur an der Kette selbst, sondern auch an den Ritzeln der Kettenblätter. Deswegen ist es sinnvoll, Zeit in die Reinigung der Kette zu investieren. Das Säubern dauert maximal 20 Minuten, zumal die Fahrradkette natürlich aufgespannt bleiben darf.
Nützliches Zubehör
Drei Dinge braucht man unbedingt zum Reinigen der Kette: ein Baumwolltuch, eine Bürste (es geht auch eine alte Zahnbürste) und Kettenöl. Letzteres sorgt dafür, dass die Kette hinterher wieder geschmeidig läuft, denn beim Reinigen trägt man auch einen Teil der Schmierung ab. Fahrradkettenöle gibt es inzwischen nicht nur im einschlägigen Fahrradhandel. Zum Schützen der Hände sind zudem Nitrilhandschuhe geeignet. Sinnvoll ist auch ein Montageständer für das Fahrrad, der viele Arbeiten am Bike erleichtert, weil man sich weder bücken noch das Rad auf den Kopf stellen muss.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kettenreinigung
- Wer keinen Montageständer hat, sollte das Fahrrad vorsichtig auf Sattel und Lenker stellen, aber bitte nur dann, wenn keine hydraulischen Bremsen verbaut sind. Wenn nun der Blick auf die Kette frei ist, lohnt als Allererstes, eine Sichtprüfung vorzunehmen. Beschädigte Kettenglieder zwingen nämlich zum Austausch, weshalb man sich die Mühe der Reinigung dann sparen kann.
- Hier kommt die Bürste zum Einsatz, mit deren Hilfe man auch in die Innenräume der Kettenglieder gelangt. Sieht man dort kleine, verkantete Steinchen, die sich nicht lösen wollen, kann man zum Beispiel mit einem Kunststoffschaber nachhelfen.
- Mit dem Tuch umfasst man nun die Kette und lässt sie durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Zwei- bis dreimal sollte man die komplette Kette auf diese Weise mindestens abstreifen. Hat man den Eindruck, dass dies zu wenig hilft, kann das Tuch angefeuchtet werden. Nur nass sollte es nicht sein, damit der Schmutz nicht tiefer in die Kettenglieder gespült wird. Ein paar Tropfen herkömmliches Spülmittel fördern den Reinigungsprozess zusätzlich. Allerdings hat dieses eine entfettende Wirkung - entsprechend gründlich muss später die Schmierung erfolgen.
- Ein zusätzlicher Blick auf die gereinigte Kette zeigt, ob es noch Verunreinigungen in den Kettengliedern gibt, die am Anfang übersehen wurden. Entsprechend werden diese mechanisch entfernt.
- Im Anschluss wird feiner gearbeitet. Um den Schmutz aufzulösen, empfiehlt es sich Reiniger auf Öl-basis, beispielsweise Universalschmieröle, zu verwenden. Diese auf ein Baumwolltuch auftragen. Mit diesem umfasst man nun die Kette und lässt es durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Mehrmals sollte man die komplette Kette auf diese Weise abstreifen.
- Ein zusätzlicher Blick auf die gereinigte Kette zeigt, ob es noch Verunreinigungen in den Kettengliedern gibt, die am Anfang übersehen wurden.
- Hierfür sollte nur ausgewiesenes Kettenöl verwendet werden, denn es bietet auch einen Korrosionsschutz. Handelt es sich um ein Gebinde mit Tropfenapplikator, muss jedes Kettenglied punktuell versorgt werden. Sprühdosen scheinen zwar bequemer, sind aber schwerer dosierbar.
- Aufpassen muss man gerade beim Sprühen, dass auf keinen Fall Öl (auch kein ablaufendes) an die Bremsscheiben oder Bremsflanken gelangt. Deren Funktion wäre sonst massiv beeinträchtigt. Nach etwa einer Viertelstunde lässt sich mit einem Tuch überschüssiges Öl einfach abstreifen - und fertig ist die Kettenreinigung.
Hilfsmittel zum Fahrradkette-Reinigen
Wer Wert auf ein Profi-Finish legt, kann in weitere Hilfsmittel investieren. Für die rein zweckmäßige Reinigung sind sie allerdings nicht nötig. So gibt es Kettenreinigungsbürsten, die aussehen wie ganz lange Zahnbürsten. Profis schwören auch auf spezielle Reinigungshaken. So bekommt man auch besonders hartnäckigen Schmutz zwischen den Ritzeln heraus. Feinste Schmutzpartikel entfernt ein Kettenreinigungsgerät, durch das die Kette automatisch gezogen wird.
Wer sich etwas mechanische Arbeit sparen will, kann zusätzlich noch in einen flüssigen Kettenreiniger als Alternative zum Spülmittel investieren. Man sollte allerdings darauf achten, ob es sich um einen entfettenden Reiniger handelt oder nicht. Entsprechend muss später mehr Kettenöl aufgetragen werden.
Die Finger weg lassen hingegen sollte man beim Reinigen der Kette von Hochdruckreiniger, Benzin, Seifenlauge, Korrosionslösung, Alkohol, Bremsenreiniger sowie Stahlbürsten.
So oft sollte man die Kette reinigen
Natürlich ist die Häufigkeit stark davon abhängig, wie oft, wo und bei welchem Wetter das Fahrrad bewegt wird. Es gibt Radfahrende, die tatsächlich wöchentlich reinigen, andere nur einmal pro Jahr beim Frühjahrsputz. Dabei sollte gerade auch vor dem Herbst-Winter-Einsatz die Kette gut in Schuss sein - und erst recht dann, wenn das Fahrrad eingelagert wird. Häufigeres Kettenreinigen hat den großen Vorteil, dass es schneller geht.
Kettenriss - was nun?
Ein Kettenriss gehört zu den unangenehmeren Erlebnissen in einem Radlerleben. Mit dem richtigen Werkzeug und der entsprechenden Fingerfertigkeit ist eine gerissene Kette jedoch schnell repariert.
Benötigtes Werkzeug:
- Kettennieter
- Kettenspanner (ist Bestandteil des ein- oder anderen Kettennieters oder Multitools, sonst tut es auch ein gebogenes Stück Draht/Speiche)
- Idealweise auch noch einen Lumpen, damit die Hände nicht dreckig werden
- Im Idealfall ein zusätzliches Steckglied bzw.
Reparaturanleitung:
- Kette wieder auflegen: Bei einem klassischen Kettenriss hast Du die Kette entweder verloren oder sie hat sich mehr oder weniger elegant um Kassette oder Kurbel gewickelt. Vor dem Zusammennieten musst Du sie daher zunächst wieder durch das Schaltwerk und den Umwerfer fädeln. Schaltwerk als auch Umwerfer auf das jeweils kleinste Blatt schalten und die Kette anschließend durchfädeln. Bitte dabei auch die Laufrichtung der Kette beachten.
- Defektes Kettenglied entfernen: Damit Du den Nietstift mit dem Kettennieter herausdrücken kannst, lege das zu entfernende Glied in den Kettennieter ein und drehe am Nieter, bis der Stift des Werkzeugs am Nietstift ansteht. ACHTUNG: Den Nietstift nicht vollständig herausdrücken.
- Kette verschließen:
- a) Kette zusammennieten: Hierfür die beiden Enden zusammenführen und ineinanderdrücken. Dadurch, dass ihr den Nietstift nicht vollständig aus der Außenlasche herausgedrückt habt, sollte die Kette von alleine zusammenhalten. In ein gut ausgestattetes Reparaturset gehört jedoch auch ein Kettenspanner, der die beiden Enden der Kette während des Nietvorgangs zusammenhält - er kann einem die „Nietarbeit“ deutlich erleichtern. Jetzt setzt Du den Kettennieter wieder auf und drückst den Nietstift wieder zurück in das Kettenglied, bis er vollständig verschwindet. ACHTUNG: Achte darauf, den Nietstift nicht zu weit in die Außenlasche hineinzudrücken.
- b) Steckglied einsetzen: Das Steckglied bzw. das Kettenschloss verbindet die Kette, ohne diese vernieten zu müssen. Um die Kette damit zu verbinden, müssen jeweils die beiden inneren Kettenglieder verwendet werden, also genau anders als es beim Kette zusammennieten. Die Steckglieder bestehen aus zwei Teilen. Jedes davon hat einen Stift sowie ein Teil des äußeren Kettengliedes. Die Stifte werden jetzt einmal von vorne und einmal von hinten durch die Fahrradkette und ineinandergesteckt. Dabei ist auf die Laufrichtung zu achten. Durch leichten Zug an der Kette verschließen sich die beiden Teile des Steckgliedes schon einmal leicht. Kontrolliere hier unbedingt, ob diese auch sauber anliegen. Zum finalen Verschließen wird das Hinterrad mit einer Hand festgehalten. Durch gleichzeitigen Druck auf die Pedale wird die Kette gespannt und das Steckglied verschließt sich zur Gänze mit einem kleinen Klick. Achtung: Unbedingt darauf achten, dass das Steckglied bzw.
- Glied gängig machen: Nach dem Nieten sollten sich die Glieder wieder leichtgängig bewegen lassen. Bei gespannter Kette sollte kein Knick in der Kettenlinie erkennbar sein, wenn Du die Kette zur Probe durch das Schaltwerk laufen lässt, sollte das Schaltwerk nicht durch die Kette mitgezogen werden.
Eine unterwegs mehrmals reparierte Kette solltest Du, sobald Du wieder daheim bist, unbedingt ersetzen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Unterwegs hast Du oft nur die Möglichkeit, die Kette um das defekte Glied zu kürzen. Das Einsetzen eines Ersatzglieds ist nicht immer möglich. Bei gekürzter Kette stehen jedoch nicht mehr alle Gänge zur Verfügung, da die Kettenspannung immer höher wird, je schräger die Kette aufliegt (Stichwort richtige Kettenlinie!)!
Hat die Kette schon ein paar Kilometer „auf den Gliedern“, zeigen sich darüber hinaus am gesamten Antriebsstrang (Kettenblätter, Kette, Kassette) mehr oder weniger starke Abnutzungsspuren. Ein noch unbenutztes Glied passt letztlich nicht mehr zum Rest des Antriebsstrangs; im schlimmsten Fall kann die Kette an der Stelle des neu eingesetzten Glieds bei Belastung durchrutschen.
Bei einer Kette mit noch geringer Laufleitung kann aber durchaus ein Kettenglied eingenietet werden. Dabei sollten unbedingt neue Nietstifte verwendet werden.
TIPP: Einzelne Hersteller wie SRAM und Shimano bieten Ketten mit Kettenschloss an. Ein Kettenschloss ermöglicht ein Verschließen der Kette, ohne dass dafür Kettenniet und Kettennieter nötig wären.
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