Zwei wie Pech und Schwefel: Legendäre Motorräder und mehr

Zwei wie Pech und Schwefel ist, lässt man das zufällige Frühwerk Hannibal außer acht, der achte Film des Duos Spencer/Hill. Der Film ist bekannt für seine humorvollen Prügeleien und natürlich für die ikonischen Fahrzeuge, darunter Motorräder und Autos. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Motorräder im Film und andere interessante Fakten rund um die Produktion.

Die Handlung kurz zusammengefasst

Die beiden Haudegen Ben und Kid kommen bei einem Autorennen exakt zeitgleich ins Ziel und haben nun das Problem sich den Hauptpreis, einen nigelnagelneuen Strandbuggy mit gelbem Häubchen drauf, teilen zu müssen. Die Frage, wem der Buggy endgültig gehört, soll schließlich bei einem gepflegten "Bier und Würstchen"-Wettessen im nahegelegenen Freizeitpark entschieden werden. Doch während Ben und Kid noch kräftig am Kauen sind, wird das Lokal von den Schergen des "Bosses" in Trümmern gelegt, da dieser auf dem Gelände des Parks einen Wolkenkratzer bauen will. Ben und Kid wird es bald zu ungemütlich und so wollen sie die Lokalität wechseln, doch wird auf dem Parkplatz auch der schöne neue Buggy zum Opfer der Schlägertypen. Ben und allen voran Kid lassen sich das natürlich nicht gefallen und sprechen beim Boss vor, damit dieser den Buggy ersetzt. Der Boss wird allerdings von einem größenwahnsinnigen Psychologen beraten, der ihm eindringlich eintrichtert nicht nachzugeben und Stärke zu zeigen. So bekommen es Ben und Kid alsbald mit einer Schlägerbande, Motorradrowdys und sogar einem waschechten Profikiller zu tun, die unseren dynamischen Duo aber natürlich allesamt nichts anhaben können. Als sich der Boss daraufhin an Bens alten Freund Jeremiah vergreift, weil er sich einreden lässt, dass dieser der Kopf hinter Ben und Kid ist, gerät die Forderung nach dem neuen Buggy zur Nebensache.

Die Motorräder im Film

Terence Hill fährt in dem Film eine Ossa AE-73 Enduro 250, Bud Spencer eine Moto Zodiaco Tuareg 223-2.

Das Gefährt, auf dem der pralle Bud sich ausruht, sieht vielleicht aus wie Karl-Heinz ist aber eine Moto Zodiaco 250 Tuareg vom italienischen Dünenbuggy-Hersteller Autozodiaco. Sie wurden ab 1970 mit Ballonreifen für den Soloausritt zwischen den Dünen produziert. Bud war der richtige Reiter, denn wer eine Moto Zodiaco anwarf, brauchte Schmakes: gestartet wurden sie ehrlich wie ein Rasenmäher über einen Seilzugstarter.

Weitere berühmte Filmmotorräder

  • 1920 Indian Scout aus "Mit Herz und Hand" (The World's Fastest Indian)
  • Kawasaki Z1 (900) aus "Sie nannten ihn Stone"
  • Triumph Thunderbird aus "Der Wilde"
  • Lightcycle aus "Tron: Legacy"
  • Moto-Terminator aus "Terminator: Die Erlösung"
  • BMW R75 (Triumph Trophy TR6) aus "Gesprengte Ketten"
  • Harley Davidson Hydra-Glide aus "Easy Rider"
  • 1985 Kawasaki GPZ 900 R aus "Top Gun"
  • Grindhouse Custom Chopper aus "Planet Terror"
  • BSA Lightning A65-L aus "James Bond 007 - Feuerball"
  • Harley-Davidson Model 11-F aus "Sherlock Jr"

Hinter den Kulissen

Mit Ausnahme der Innenaufnahmen und des Autorennens zu Beginn, fanden die Dreharbeiten in der spanischen Hauptstadt Madrid statt. Zwei wie Pech und Schwefel wurde nicht nur in Spanien gedreht, sondern auch von der spanischen Produktionsfirma Filmayer mitproduziert. Es ist also kein Zufall, dass hier auch viele spanische Darsteller mit an Bord sind, wie z.B. Manuel De Blas, Deogratias Huerta, Luis Barbero oder Emilio Laguna. Die spanische Schnittfassung unterscheidet sich auch etwas von der internationalen Fassung. Sie ist etwa 5 Minuten kürzer, denn viele Dialoge zwischen dem Boss und dem Doktor sind hier gekürzt.

Der von Donald Pleasence gespielte "Doktor", der psychologische Berater des Bosses, ist in der Originalfassung Deutscher, was nicht nur durch seine Vorliebe für den Psychologen Sigmund Freud, sondern auch durch mehrfaches lautes Ausrufen des deutschen Wortes "Nein, nein, nein" zum Ausdruck kommt. Der Profikiller "Paganini" wird vom Spanier Manuel De Blas gespielt. Er war bis zu ihren Tod der Ehemann von Patty Shepard, die hier die Hochseiltänzerin Liza, oder in Buds Worten, den Rauschegoldengel, spielt. Das Drehbuch zu "Zwei wie Pech und Schwefel" schrieb Regisseur Marcello Fondato gemeinsam mit Francesco Scardamaglia. Die Zusammenarbeit lief so gut, dass sie diese später noch mehrfach wiederholten.

Die Idee, die Endschlägerei in einem Meer aus Luftballons spielen zu lassen, kam Fondato spontan am Set. Das Lokal, in dem das Finale spielt, sah so herunter gekommen aus, dass man versuchte dies durch den massiven Einsatz der Luftballons zu tarnen.

Für die Auto- und Motorradstunts war der Franzose Rémy Julienne verantwortlich, ein echter Spezialist auf dem Gebiet, der diese Aufgabe auch bei verschiedenen James Bond Filmen ausübte und in seiner Karriere an über 180 Filmen als Stuntman beteiligt war.

Der legendäre Dune Buggy

Gleich zu Beginn fahren die beiden Asse gegeneinander in einem Crash-Car-Rennen, um den roten Strandflitzer zu gewinnen. Sie kommen ärgerlicherweise zeitgleich durchs Ziel und gewinnen ihn beide. Teilen geht aber nicht, also versuchen sie, den wahren Sieger durch ein Wettessen mit Bier und Würstchen zu bestimmen.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema, Bud Spencers rote Rennsemmel, die es in dem Film in zwei verschiedenen Versionen gibt: Erkennbar an der sich ändernden Beklebung zwischen dem ersten Rennen und der Innenstadt-Eskapade. Im Laufe der Dreharbeiten wurden übrigens sogar zwölf von den Motocross-Autos zu Schrott gefahren. Buds favorisierte Klitsche ist ein Ford Escort MK1 Baujahr 1969.

Gerne hält sich das Gerücht, dass es sich bei den fahrenden Kisten um das Sportmodell Ford RS 2000 handelt. Aber dies wäre viel zu teuer gewesen und so baute man die Stadtfahrzeuge einfach um und gab ihn ein Facelift, so dass sie aussahen wie der schnelle Flitzer RS 2000.

Jeder Spencerhill-Fan träumt wahrscheinlich schon davon, eines dieser Kultobjekte mal live zu sehen. Für uns wurde dies Realität, denn genau dieses Modell des Fords wurde angeschafft und restauriert. Einige Fans werden ihn schon beim letzten Spencerhill-Festival gesehen haben und jetzt steht er die größte Zeit im Terence-Hill-Museum.

Für die rot-weiße Filmlackierung wurde der Ford dann an einen Lackierer übergeben, der den Feinschliff übernahm. Es folgten eine weiße Vorlackierung, dass Heck wurde in grau lackiert und anschließend wurden die rot-weißen Elemente lackiert. Die aufgetragene Grundlackierung auf Wasserbasis wurde nachfolgend mit 4 Schichten Klarlack versiegelt. Beim Zusammenbau wurde die Front des Wagens, die Scheinwerfer und der Kühlergrill mit Teilen der 1969-Variante ausgestattet, um möglichst nah an der Film-Version zu bleiben. Sämtliche Technik des Gefährts wurde erneuert oder überholt, alle Verschleißteile ausgewechselt.

Dank Anka, die in Hamburg zu einer Privataudienz mit Terence Hill eingeladen wurde und ganz zufällig den Tankdeckel bei sich hatte, wurde dieser prompt mit dem Autogramm von Terence verschönert. Er fand die Idee mit der Restauration faszinierend und sah sich auch das Bildmaterial dazu an.

Den Wettkampf-Boliden könnt ihr selbstverständlich auch dieses Jahr wieder auf dem Spencerhill-Festival bestaunen. Eine Promo-Tour nach und durch Bayern wird es diesen Sommer auch noch geben. Wenn das Gefährt nun einmal nicht auf Reisen ist, was gar nicht so oft passiert, kann das rot-weiße Stück jedes Wochenende im Terence Hill Museum begutachtet werden.

Musik zum Film

Das Titellied Dune Buggy aus der Feder von Guido und Maurizio De Angelis wurde 1974 zu einem großen Erfolg. Es stieg bis auf Platz 8 in den deutschen Charts und war dort insgesamt 21 Wochen platziert. Für das Lied "Across the fields", welches zu Beginn während des Autorennens läuft sind neben Guido und Maurizio De Angelis auch Bud Spencer und Regisseur Fondato als Autor gelistet. Zur Veröffentlichung des Filmes wurde lediglich eine Single mit dem Titelsong und "Across the fields" auf der B-Seite veröffentlicht.

Neuauflage

Im Jahr 2022 entstand in Italien unter der Regie des Duos YouNuts! ein "Reboot" des Films, welches am 24. August 2022 auch in Deutschland bei Netflix veröffentlicht wurde. In den Rollen von Bud Spencer und Terence Hill sind hier Alessandro Roia und Edoardo Pesce zu sehen. In Italien lief der Film sogar in den Kinos, floppte dort aber fürchterlich.

Synchronisationen und Titel in anderen Sprachen

  • Dänemark (dänisch): Pas på!
  • Frankreich (französisch): Attention!
  • Polen (polnisch): Dwóch jak smola i siarka / Uwaga, mamy swira!

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