2-Takt-Motoren werden aufgrund ihrer Leichtbauweise u.a. in Motorrädern, Mofas, Rasenmähern, Booten, Kettensägen, Heckenscheren und anderen leichten Geräten/Fahrzeugen eingesetzt.
Ein 2-Takt-Motor benötigt spezielles 2-Takt-Öl. Auch Roller, Rasenmäher, Außernbord-Motoren und Co.
Es ist äußerst wichtig, ein geeignetes Schmiermittel zu verwenden, da ohne ausreichende Schmierung die beweglichen Teile wie der Kolben an der Zylinderwand oder die Kolbenbolzen nicht ordnungsgemäß geschmiert werden.
2-Takt-Öle haben spezielle chemische Zusätze, die dafür sorgen, dass sich das Öl besonders gut mit dem Benzin vermischt und möglichst rückstandsfrei verbrennt.
Grundlagen des 2-Takt-Öls
Das Zweitaktöl wird dabei in einem Verhältnis von gewöhnlich 1:50 oder 1:100 dem Kraftstoff beigemischt. Das wird auch als Gemischschmierung bezeichnet. Aufgrund dieser Besonderheit dürfen in Zweitaktmotoren auch nur speziell angepasste 2-Takt-Öle verwendet werden.
Das Öl muss sich mit dem Benzin gut vermischen und möglichst rückstandslos verbrennen.
Diese Binsenweisheit trifft besonders auf Zweitaktmotoren zu.
Entscheidend ist dabei nicht die Füllmenge, sondern die Schmierfähigkeit.
Nur mit der optimalen Öl-Benzin-Mischung oder dem richtigen Öl bei Getrenntschmierung läuft der Motor zuverlässig und effizient.
Verschiedene Arten von 2-Takt-Öl
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene 2-Takt-Öl-Sorten zur Auswahl: vollsynthetisches, teilsynthetisches und mineralisches Zweitakt-Öl.
Da mineralisches 2-Takt-Öl für die meisten Anforderungen häufig keine geeignete Option ist und einige Nachteile aufweist, bleibt die Entscheidung zwischen teilsynthetischem oder vollsynthetischem Zweitaktöl.
Mineralisches 2-Takt-Öl
Ein mineralisches 2-Takt-Öl findet heute vorwiegend bei älteren Rollern, Mopeds oder Mofas Verwendung.
Im Vergleich zu vollsynthetischem Öl und teilsynthetischem Öl liegt der Preis niedriger.
Das mineralische Öl ist die „natürlichste“ Form, die ohne viele künstliche Additive (Zusätze im Öl) auskommt.
Das mineralische Öl kann hinsichtlich seines Einsatzzwecks heute fast nur noch für Oldtimer empfohlen werden, da diese Öle unsauberer verbrennen, mehr Rückstände hinterlassen und außerdem nicht so leistungsfähig sind.
Oldtimer-Motoren vertragen jedoch oft nur das mineralische Öl. Dementsprechend wird es dort hauptsächlich verwendet.
Für andere Fahrzeuge ist die mineralische Sorte ganz klar ein Nachteil.
Teilsynthetisches 2-Takt-Öl
Ein teilsynthetischer Schmierstoff besteht aus einer Mischung aus Mineralöl, Syntheseöl mit einem Anteil von mindestens zehn Prozent sowie Additiven.
Es ist ein guter Kompromiss zwischen mineralischem und synthetischem 2-Takt-Öl.
Diese Öle sind eine Mischung aus Mineralöl und Syntheseöl.
Da das aus Rohöl raffiniertes Mineralöl nicht immer ausreicht um die gewünschten Leistungsparameter zu erreichen, wird Syntheseöl beigemischt um bessere Eigenschaften in Bezug auf Verschleißschutz oder z.B. Hitzebeständigkeit zu erreichen.
Das teilsynthetische Öl kann zwischen dem mineralischen und vollsynthetischen Öl eingeordnet werden. Wie der Name des teilsynthetischen Öls schon vermuten lässt, ist dieses nur ‚teils‘ synthetisiert. Es ist daher sozusagen „die goldene Mitte“ zwischen den anderen beiden Sorten.
Das positive Merkmal des teilsynthetischen 2-Takt-Öls ist es, die Vorteile der beiden anderen Sorten zu vereinen, ohne dass dies gravierende Nachteile bedeuten würde.
Es hat eine saubere Verbrennung, die viel besser ist als bei mineralischem Öl.
Dadurch gibt es nur eine geringe Rußentwicklung und das „Verkoken“ des Auspuffs wird weitgehend verhindert.
Für originale Motoren bis zu mittleren Leistungen und bei Normalbeanspruchung ist teilsynthetisches 2-Takt-Öl völlig ausreichend.
Da es außerdem günstiger ist als vollsynthetisches Öl ist es für alle Anwendungsfälle im Alltagseinsatz zu empfehlen.
Vollsynthetisches 2-Takt-Öl
Synthetische 2-Takt-Öle, auch vollsynthetische 2-Takt-Öle genannt, bestehen zum Großteil aus Syntheseöl und einem kleineren Anteil an Mineralöl zur Lösung der Additive im Öl.
Synthetisches Öl besitzt bessere Fließeigenschaften, vor allem bei Kälte und im Kurzstreckenverkehr.
Heißt: Es baut im Vergleich schneller einen Schmierfilm auf als ein mineralisches oder teilsynthetisches Öl, was wiederum den Verschleiß an den beweglichen Teilen im Motor verringert.
Vollsynthetisches Öl wird künstlich hergestellt und kann daher genau auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden.
Diese Öle sind daher leistungsstärker als teilsynthetisches oder gar mineralisches Öl.
Das vollsynthetische Öl dagegen ist mit einer größeren Menge an Additiven versetzt und wird ausschließlich aus synthetischen Grundölen gewonnen.
Das vollsynthetische 2-Takt-Öl basiert vollständig auf Synthesebasis und ist daher höherwertiger als teilsynthetisches Öl.
Leider ist es aber auch teurer.
Vollsynthetisches Öl weist generell die besten Schmiereigenschaften auf.
Allgemein sagt man, je höher die Verbrennungstemperatur ist, desto besser und rückstandsfreier verbrennt es.
Dies ist bei höheren Drehzahlen der Fall.
Unbedingt empfohlen wird vollsynthetisches 2-Takt Öl bei drehzahlfreudigen oder auch getunten Motoren.
Diese Öle halten auch bei hohen Belastungen stand und den Schmierfilm aufrecht.
Ein weiterer typischer Einsatzzweck ist daher zudem der Rennsport und Wettbewerbe.
Bezüglich der Verbrennung und Rußentwicklung gibt es bei dieser Ölsorte nichts zu bemängeln.
Die vorgeschriebenen Anforderungen werden hier sogar meist übertroffen.
Auswahl des richtigen 2-Takt-Öls
Welches 2-Takt-Öl ist das richtige?
Ob Motorroller, Motorsäge, Außenborder oder Zweitakt-Motorrad - für jeden Einsatzzweck gibt es das passende Motoröl.
Fahrzeugbesitzer:innen sollten vor dem Kauf in der Bedienungsanleitung ihres Fahrzeugs oder Gerätes nachschauen, welches Schmiermittel der Hersteller vorschreibt.
In der Anleitung stehen zwar keine Produktnamen, dafür aber Spezifikationen wie API-TA, API-TB, ISO-Norm, JASO-Norm oder TSC-1.
Daran sollten sich Besitzer bei der Gemisch-Schmierung unbedingt halten, denn bei einem falschen Schmierstoff kann unter Umständen das Gerät Schaden nehmen.
Es kommt auf den Anwendungsfall an.
Als grundsätzliche Orientierung kann festgehalten werden, dass im Alltag bei nicht übermäßig leistungsstarken Motoren teilsynthetisches 2-Takt-Öl völlig ausreichend ist.
Zum Beispiel fallen darunter alle original belassenen 50ccm Roller und Mopeds.
Aufgrund des geringeren Preises und den völlig zufriedenstellenden Leistungseigenschaften ist diese Sorte in den meisten Fällen die Kaufempfehlung.
Ob man vollsynthetisches 2-Takt Öl verwenden möchte ist meist eine Glaubensfrage.
Nur bei leistungsstarken Motoren oder erschwerten Bedingungen (wie z.B. sehr viele Kurzstreckenfahrten, dauerhaft sehr hohe Drehzahlen) ist es wirklich ratsam und erforderlich vollsynthetisches Öl zu verwenden.
Natürlich kann man auch bei Motoren mit weniger Leistung (bzw. original belassenen Motoren) vollsynthetisches 2-Takt Öl fahren.
Beispielsweise können auch originale 50ccm Rollermotoren mit Vollsynthetiköl getankt werden.
Ob es dies einem wert ist und man den höheren Preis dieses Öls in Kauf nimmt muss jeder für sich selbst entscheiden.
Normen und Spezifikationen
Da Zweitaktöle vielfältig einsetzbar sind, ist es wichtig, die benötigten Öle gemäß ihrer Leistungsfähigkeit zu klassifizieren.
Verschiedene Normen zentraler Institutionen machen es leichter, die Übersicht zu behalten.
Damit bleiben die Motoröle international vergleichbar.
Schauen Sie stets auf die Herstellervorschriften, bevor Sie ein 2-Takt Öl kaufen, um das optimale Produkt einzufüllen.
Die JASO (Japanese Automotive Standards Organization) definiert Standards für Motoröle von Zweitaktmotoren sowie Otto-Viertakt- und Motorradmotoren.
Bei den Zweitaktmotoren wird zwischen JASO FA, FB, FC und FD unterteilt.
Auch die ISO (International Organization for Standardization) gibt Einteilungen für Motoröle von 2-Takt-Motoren heraus.
Die Einteilung ähnelt den JASO-Klassen.
Das API (American Petroleum Institute) definiert ebenfalls Mindestanforderungen an Motoröle.
Diesbezüglich wurden Standards für 2-Takt-Motoren geschaffen.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Öltypen
Vollsynthetisches Öl
- Vorteile: Beständigkeit gegenüber Belastungsspitzen, Drehzahl- und Hitzeresistent, geringe Rußentwicklung.
- Nachteile: Höhere Anschaffungskosten.
Teilsynthetisches Öl
- Vorteile: Optimiert für mittlere Belastungen, geeignet für normalen Straßenverkehr, gute Hitze- und Drehzahlresistenz, günstiger als reines Syntheseöl.
- Nachteile: Geringere Additivierung im Vergleich zu vollsynthetischem Öl.
Mineralisches Öl
- Vorteile: Günstige Anschaffungskosten durch weniger kompliziertes Herstellungsverfahren.
- Nachteile: Geringere Robustheit gegenüber Belastungsspitzen, geringere Temperaturresistenz, starke Rußentwicklung.
Tabelle: Vergleich von 2-Takt-Öltypen
| Eigenschaft | Vollsynthetisch | Teilsynthetisch | Mineralisch |
|---|---|---|---|
| Herstellung | Künstlich | Kombination | Erdöl |
| Additivierung | Stark | Geringer | Schwach bis keine |
| Belastungsresistenz | Hoch | Mittel | Gering |
| Temperaturresistenz | Hoch | Mittel | Gering |
| Rußentwicklung | Gering | Mittel | Hoch |
| Kosten | Hoch | Mittel | Niedrig |
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