Carbon, auch bekannt als carbonfaserverstärkter Kunststoff, ist heutzutage aus vielen Sportarten nicht mehr wegzudenken.
Pit, ein leidenschaftlicher BMX-Fahrer und angehender Zweiradmechatroniker, hat kürzlich Carbon-Felgen des Herstellers Éclat für sein eigenes Bike eingespeicht und getestet.
Im BMX-Rennsport sind Carbonfelgen und sogar komplette Rahmen aus Carbon schon länger verbreitet. Im BMX-Freestyle und -Street hingegen setzt man immer noch auf klassische Stahlrahmen und Aluminiumfelgen. Dies hat gute Gründe, da im modernen Street-BMX der Kontakt zum Gelände und Hindernissen häufiger vorkommt als im Rennsport.
Vorteile von Carbon-Felgen
Viele Tests im Radsport vergleichen klassische Aluminiumfelgen mit Carbon-Pendants. Dabei zeigen sich Vorteile des Carbon-Materials vor allem im Gewicht der Bauteile.
- Gewicht: Die notwendige Kraft, um das Laufrad in eine Drehbewegung zu versetzen, verringert sich mit dem Gewicht der Felgen.
- Steifigkeit: Eine hohe Steifigkeit der Felgen sorgt für eine bessere Spurtreue und präzisere Kontrolle, insbesondere beim Ausweichen von Hindernissen.
Nachteile von Carbon-Bauteilen
Allerdings gibt es auch Nachteile, die beachtet werden müssen:
- Preis: Carbon-Laufradsätze sind üblicherweise 2 bis 3 Mal teurer als vergleichbare Aluminium-Laufradsätze.
- Schadenserkennung: Äußerliche Beschädigungen nach Unfällen sind oft schwer erkennbar, was die Feststellung von Defekten erschwert.
Praxistest mit Éclat BMX Carbonic Felgen
Als Testaufbau diente ein Laufradsatz mit den Eclat BMX Carbonic Carbon-Felgen, eingespeicht mit je 36 Speichen im Muster der 3-fach Kreuzung. Dabei wurde auf eine präzise und gleichmäßige Speichenspannung von ca. 1100 Nm geachtet.
Das Zentrieren der Felgen ging überraschend leicht von der Hand, da Carbonfelgen durch ihre Steifigkeit automatisch sehr gerade sind und kaum Seiten- oder Höhenschläge aufweisen. Dies macht eine gleichmäßige Speichenspannung umso wichtiger, da Ungleichheiten nicht sofort sichtbar sind.
Die Laufräder wurden über 3 Monate ausgiebig getestet und dem harten Alltagstest ausgesetzt. Bei Drops, Grinds und weiteren modernen BMX-Tricks wurden sie auf ihre Belastbarkeit geprüft. Bis auf einige Kratzer in der Felge gab es keine Risse oder Stellen, die auf innere Beschädigungen hinwiesen.
Die genannten Pluspunkte des Materials konnten auch beim Fahren festgestellt werden. Die Steifigkeit der Felge ist auch für diese BMX-Disziplin von Vorteil. Fahrer, denen Felgen oft schnell kaputt gehen, können von Carbon-Felgen profitieren, da sie weniger anfällig für Höhen- und Seitenschläge sind.
Erfahrungen von Profi BMX Teamfahrer Felix Prangenberg
Felix Prangenberg, Profi BMX Teamfahrer, hatte ebenfalls die Möglichkeit, Carbon-Felgen zu testen.
Bei Barspins und Tailwhips bemerkte er sofort, dass die Rotationsmasse geringer ist.
Der erste Prototyp wurde von ihm etwa 4 Monate gefahren und danach einem Teamkollegen übergeben. Trotz anfänglicher Skepsis empfand er die Felgen als super stabil und filmte viele große Tricks, um sie an ihre Grenzen zu bringen.
Im Gegensatz zu neuen Laufrädern mit Alu-Felgen, die oft nach wenigen Tagen nachzentriert werden müssen, war bei den Carbon Laufrädern erst nach einem Monat eine Nachzentrierung erforderlich.
Einige Male fiel sein Rad etwas unglücklich auf Kanten, wodurch leicht Carbon absplitterte. Dennoch bemerkte er einen deutlichen Unterschied in der Steifigkeit, insbesondere bei Half Cabs. Eine normale Alu-Felge hätte in solchen Situationen wahrscheinlich einen „Flatspot“ bekommen oder müsste nachzentriert werden.
Bedenken und Fazit
Allerdings äußert Prangenberg auch Bedenken bezüglich der Langlebigkeit und der fehlenden Warnhinweise bei Überlastung. Carbon gibt keine Vorwarnung durch Verbiegen oder Flatspots, sondern bricht einfach.
Er glaubt, dass Carbon-Felgen viel häufiger gefahren würden, wenn sie günstiger wären. Viele Fahrer vertrauen dem Material noch nicht vollständig und setzen lieber auf bewährte Alu-Felgen.
Syntace C33i Carbon Laufradsatz Test
Der Syntace C33i Carbon Laufradsatz wurde unter All Mountain, Enduro und Freeride Bedingungen getestet. Mit einem Gewicht von 1580 g und einer Felgeninnenbreite von 33 mm und Aussenbreite von 40 mm, aus HM Carbon gefertigt, verspricht dieser Laufradsatz hohe Leistung. Besonders hervorzuheben sind die Syntace MX Straight Pull Naben und ein leiser Freilaufkörper von American Classic.
Die Strecken in Esneux waren fahrtechnisch eher mäßig anspruchsvoll, wodurch ein sauber eingestelltes Fahrwerk fast nebensächlich war, aber der weiche Boden und der teils schmierige Untergrund forderte vom Reifen schon einiges ab. Hier konnte ich mit dem Reifendruck ordentlich runtergehen (vorne 1,4 bar), ohne dass der Reifen in Kurven Anstalten machte, wegzuknicken, wie er das normalerweise bei schmaleren Felgen gerne tut. Ein sehr sattes, sicheres Fahrgefühl machte sich breit.
Nach dem Dauerbeschuss der letzten Wochen habe ich die Laufräder nun mal genau unter die Lupe genommen: Von Seiten- oder Höhenschlag keine Spur, die Lager laufen wie am ersten Tag (das hätte ich aber auch nicht anders erwartet), und trotz heftiger Durchschläge und harter Steinkontakte haben die Felgen nur leichte Kratzer abbekommen. Daher kann ich bisher sehr zufrieden sein. Ich bin davon überzeugt, dass der Carbonlaufradsatz stabiler und belastbarer als sein Alu-Pendant ist und vor allem einen Durchschlag wesentlich gelassener wegstecken kann.
Technische Daten:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Laufradgröße | 27,5" |
| Einsatzbereich | All Mountain, Enduro, Freeride |
| Gewicht | 1580 g |
| Material Felge | HM Carbon |
| Aussenbreite Felge | 40 mm |
| Innenbreite Felge | 33 mm |
| Gewichtsbeschränkung | 110 kg |
| Speichenanzahl | 28 |
| Tubeless system | Tubeless ready |
Das zeigt dass der Syntace C33i Carbon Laufradsatz für anspruchsvolle Strecken und Fahrer geeignet ist, die Wert auf Stabilität und Belastbarkeit legen. Die enorme Steifigkeit ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, macht aber nach kurzer Zeit extrem viel Spaß und mündet in einer aggressiveren Fahrweise.
Abschließend lässt sich sagen, dass Carbon-Felgen im BMX-Bereich durchaus ihre Berechtigung haben, insbesondere für Fahrer, die Wert auf Gewichtsersparnis und Steifigkeit legen. Allerdings sollten die höheren Anschaffungskosten und die potenziell schwierige Schadenserkennung berücksichtigt werden.
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