24 Zoll Rennrad Laufrad Test: Der ultimative Ratgeber

Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege: Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern. In der Marketing­sprache der Fahrradbranche heißt das “Allroad”, in der Praxis ist es wohl schlicht die Flucht vor nervendem Straßenverkehr.

Abseits gut geteerter Hauptstraßen sind Autos rar und das Naturerlebnis nah, das bringt vielen Freizeitsportlern mehr Lebensqualität als stoisches Training auf möglichst glattem Asphalt.

Breite Felgen als Alleskönner

Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss.

Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal.

Das Problem: Während viele neue Carbonfelgen längst dieses Innenmaß aufweisen oder sogar noch breiter sind, kommen preiswerte Alu-Laufräder fürs Rennrad häufig noch mit nicht mehr zeitgemäßen 17 Millimeter Breite - optimiert für 25er-Rennradpneus.

Dezidierte Gelände-Laufräder sind mit 24 Millimetern oder mehr dagegen meist zu breit für Straßenreifen.

TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro.

Sieben Kandidaten konnten unserer Einladung trotz der weiterhin angespannten Liefersituation folgen, darunter große Hersteller wie DT Swiss, Mavic oder Shimano, aber auch kleinere Anbieter wie Aerycs und Leeze.

Im Kurztest geht es um Gewicht, Steifigkeit und Beschleunigung; ­der Rundlauf nach einem Überlastungstest ist außerdem ein Indiz dafür, ob die Laufräder robust bleiben oder bei hartem Einsatz ständig nachzentriert werden müssen.

Tubeless-taugliche Rennrad-Laufräder

Die Laufräder im Testfeld sind allesamt ­Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Mavic und Fulcrum weisen einen geschlossenen Felgenboden auf, was im Hinblick auf Tubeless-Reifen ein Vorteil ist: Das Felgenband, mit dem die anderen Hersteller ihre Felgen abdichten, ist ein zusätzlicher Quell für Defekte.

Die Innenbreite der Felgen liegt mit einer Ausnahme bei 22 Millimetern; nur Fulcrum stellt ein Straßen-Laufrad mit 19 Millimeter Innenmaß, weil das Gravel-Pendant mit 24 Millimeter für unseren Anspruch grenz­wertig breit ausfällt.

Konzeptionell lässt das Budget den Herstellern sichtbar wenig Spielraum. Flache Alu-Felgen und meist 24 klassische Messer-Stahlspeichen prägen das Bild; nur Fulcrum und Leeze kommen mit je drei Speichen weniger aus.

So vergleichbar die Konzepte, so ähnlich Gewichte - mit wenigen Ausnahmen. Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart.

Schaut man sich die anderen mechanischen Werte an, wird aber klar, dass auch das ein Kompromiss ist; die Laufräder sind nicht sehr seitensteif, für schwere Fahrer daher nicht zu empfehlen.

Umgekehrt können die schwersten Laufräder hier punkten: Die relativ schweren Räder von Mavic und Ritchey erweisen sich als die stabilsten. Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss.

Rennrad-Laufräder - So testet TOUR

Gewichte und Steifigkeiten werden im TOUR-Labor erfasst. Die Laufräder werden ohne Zubehör (z.B. Tubeless-Ventile), jedoch mit Felgenband gewogen, falls benötigt. Die Steifigkeitsprüfung erfolgt mit 100 Newton seitlicher Last am Außendurchmesser.

Steife Laufräder lenken präziser und machen in der Regel weniger Ärger, sie sind höher belastbar.

Wird nach einer Überlastprüfung mit 300 Newton Seitenlast gemessen. Höhen- und Seitenschlag von Vorder- und Hinterrad gehen zu gleichen Teilen in die Note ein.

Die Massenverteilung der Laufräder wird mit einem Trägheitsmessgerät bestimmt und mit dem Gewicht verrechnet zur notwendigen Energie, um beide Laufräder von 0 auf 30 km/h zu beschleunigen.

Sieben Rennrad-Laufräder mit breiten Felgen um 500 Euro im Test

Aerycs Alutrek

Preis pro Satz: 579 Euro

  • Varianten: Shimano, Campagnolo, Campagnolo N3W, SRAM XDR
  • Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile, Dichtmilch
  • Garantie, Sonstiges: 3 Jahre, Crash Replacement
  • Fahrergewichtslimit: 120 Kilogramm
  • Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
  • Felge B x H / Innenbreite: 26 x 24 / 22 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 761 / 893 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 51 / 46 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 3,7
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 2,3
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 2,3
  • Beschleunigung (20%) Note 3,3
  • Rundlauf (10%) Note 2,2
  • Gesamtnote: 2,9

Fazit: Sauber aufgebauter Satz mit Naben und Messerspeichen von DT Swiss. Breite Felge für Reifen ab 30 Millimeter. Viele Optionen, darunter auch eine 27,5-Zoll-Variante.

DT Swiss CR 1600 Spline

Preis pro Satz: 559 Euro

  • Varianten: Shimano, SRAM XDR
  • Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile
  • Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
  • Fahrergewichtslimit: 130 Kilogramm Systemgewicht
  • Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
  • Felge B x H / Innenbreite: 25 x 23 / 22 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 795 / 945 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 53 / 47 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 3,7
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 2,0
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 2,0
  • Beschleunigung (20%) Note 3,7
  • Rundlauf (10%) Note 1,6
  • Gesamtnote: 2,8 und ist damit TOUR-Testsieger

Fazit: Stabiler Laufräder mit hohem zulässigem Fahrergewicht. Hochwertige Naben, breite Felge für Gravel- und Crossbereifung, aber auch für Straßenreifen ab 30 Millimeter.

Fulcrum Racing 3

Preis pro Satz: 642 Euro

  • Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo
  • Lieferumfang: Tubeless-Ventile
  • Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
  • Fahrergewichtslimit: 109 Kilogramm
  • Speichenzahl v. / h.: 21 / 21
  • Felge B x H / Innenbreite: 24 x 28 / 19 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 776 / 883 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 49 / 44 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 3,7
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 2,7
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 2,7
  • Beschleunigung (20%) Note 3,3
  • Rundlauf (10%) Note 2,8
  • Gesamtnote: 3,1

Fazit: Straßenlaufrad mit relativ schmaler Felge, die sich noch für Gravelreifen um 40 Millimeter eignet. Steifigkeit trotz wenig Speichen okay, wer mit Gepäck fährt, sollte das Gewichts­limit beachten.

Leeze AC 25 Allroad

Preis pro Satz: 599 Euro

  • Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo, Campagnolo N3W
  • Lieferumfang: Felgenband
  • Garantie, Sonstiges: 2 Jahre, Crash Replacement
  • Fahrergewichtslimit: 110 Kilogramm
  • Speichenzahl v. / h.: 21 / 21
  • Felge B x H / Innenbreite: 26 x 25 / 22 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 667 / 775 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 38 / 32 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 2,7
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 4,0
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 4,0
  • Beschleunigung (20%) Note 2,7
  • Rundlauf (10%) Note 3,0
  • Gesamtnote: 3,2

Fazit: Sehr leichter Laufradsatz mit hochwertigen Sapim-CX-Ray-Speichen und breiter, leichter Felge. Die Steifigkeiten sind unterm Durchschnitt, daher eher was für leichte Fahrer. Optional mit Keramiklagern.

Mavic Allroad S

Preis pro Satz: 490 Euro

  • Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo, Campagnolo N3W
  • Lieferumfang: Tubeless-Ventile
  • Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
  • Fahrergewichtslimit: 120 Kilogramm
  • Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
  • Felge B x H / Innenbreite: 25 x 21 / 22 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 836 / 981 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 56 / 42 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 4,0
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 1,7
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 2,7
  • Beschleunigung (20%) Note 4,0
  • Rundlauf (10%) Note 2,6
  • Gesamtnote: 3,1

Fazit: Schwerer, aber fahrstabiler Laufradsatz mit hoher Gewichtsfreigabe. Geschlossene Tubeless-Felge ohne Felgenband. Adapter für Schnellspanner und 15-mm-Achsen als Zubehör erhältlich.

Ritchey Comp Zeta Disc

Preis pro Satz: 426 Euro

  • Varianten: Shimano, SRAM XDR
  • Lieferumfang: Felgenband
  • Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
  • Fahrergewichtslimit: 110 Kilogramm
  • Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
  • Felge B x H / Innenbreite: 25 x 23 / 22 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 847 / 1000 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 55 / 48 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 4,0
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 1,7
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 2,0
  • Beschleunigung (20%) Note 4,0
  • Rundlauf (10%) Note 2,1
  • Gesamtnote: 2,9

Fazit: Preiswert, aber kein Leichtgewicht. Hohe Nabenflansche und stabile Speichen bringen Steifigkeit. Mit klassischen DT-Swiss-Speichen ­leicht zu reparieren. Nur für 6-Loch­-Bremsscheiben!

Shimano GRX WH-RX570

Preis pro Satz: 610 Euro

  • Varianten: Shimano
  • Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile
  • Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
  • Fahrergewichtslimit: k. A.
  • Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
  • Felge B x H / Innenbreite: 26 x 22 / 22 Millimeter
  • Gewicht v. / h.: 786 / 956 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 48 / 41 N/mm

Rennrad-Laufräder - TOUR-Bewertung

  • Gewicht v. + h. (30%) Note 3,7
  • Seitensteifigkeit vorne (20%) Note 2,7
  • Seitensteifigkeit hinten (20%) Note 3,0
  • Beschleunigung (20%) Note 3,7
  • Rundlauf (10%) Note 1,0
  • Gesamtnote: 3,1

Fazit: Einfaches Laufrad aus Shimanos ­Gravel-Gruppe mit durchschnittlichen Werten.

Kinder Rennrad 24 Zoll

Ab einer Reifengröße von 24 Zoll wird die Auswahl an Kinderrennrädern schon größer. Die Reifengröße alleine ist aber nicht entscheidend für die richtige Fahrradgröße seines Kindes. Unterschiedliche Rennräder haben oft ganz andere Geometrien.

Wer auf der Suche nach einem 24 Zoll Kinder Rennrad ist, kann sich natürlich auch das Beany Pulse 26 anschauen das passt bereits ab einer Körpergröße von 130 cm!

Hier eine Übersicht über einige Modelle:

ModellGrößeAlter/Größe KindGewichtInnenbeinlängeGängePreis
Frog Road 6724 Zoll8-12 Jahre8,8 kg62-74cm9 Gänge€ 868
SCOTT GRAVEL 400 BIKE2424 Zoll8-12 Jahre ab 130cm9,5 kg18 Gänge€ 999
Islabike Luath 2424 Zollab 8 Jahren8,88 kg59 cm7 Gänge-
Bombtrack Beyond Junior Kids24 Zoll135 - 155 cm10,9 kg9 Gänge€ 1.199
Jaison Julier 2424 Zollab ca. 122 cm7,9 kg9 Gänge€ 1.375

Test Kinderrennrad Frog Road 67

Das Frog 67 ist ein gutes Beispiel dafür, wie kompliziert es ist, ein kindgerechtes Rennrad zu konstruieren. Los geht es schon damit, dass das Größenspektrum zwangsläufig sehr eingeschränkt ist - die Briten behelfen sich also damit, dass sie ihr Anfänger-Modell mit 20-Zoll-Laufrädern ausstatten und darüber zwei Renner mit 24- bzw. 26-Zoll-Rädern stellen, die sich in der Ausstattung und etwas in der Oberrohrlänge unterscheiden.

Mit 32er Kettenblatt und 12 bis 27 Zähnen hinten ist es durchaus aufs Gelände vorbereitet, außerdem zeigt das Frog ein Merkmal, das bis vor dem Siegeszug der Scheibenbremsen typisch für Crossräder war: die zusätzlichen Bremshebel am Lenker, umgangssprachlich „Froglegs“genannt, was aber nichts mit diesem Hersteller zu tun hat.

Kopfzerbrechen bereitet freilich die Rahmengeometrie des britischen Kinder-Renners, an der besonders zwei Dinge auffallen. Zum einen ist das Steuerrohr extrem kurz; damit der Lenker hoch genug positioniert werden kann, stapeln sich gleich vier Spacer unterm Vorbau.

Punkt zwei und das deutlich größere Problem ist das extrem hoch positionierte Tretlager. Der Abstand zwischen der Mitte der Kurbelwelle und dem Erdboden beträgt ganze 275 mm - einen knappen Zentimeter mehr als bei einem ausgewogenen Erwachsenen-Rennrad mit 28-Zoll-Laufrädern.

Angesichts des recht hohen Preises für das Frog ist man geneigt, den Nachwuchs lieber noch ein paar Jahre auf eines solides, gut konstruiertes Kinder-MTB zu setzen, das man für einen vergleichbaren Geldbetrag sogar auf 1×11-Schaltung umrüsten kann. Hier kann das Frog dann nur noch durch sein geringes Gewicht punkten: 8,8 Kilo mit Pedalen sind ein wirklich guter Wert.

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